Bericht:
Fotos, Presse und Einschätzung zum 21. August 2004
[mobi-dokumentation]
Hot spot - jährliche NS-Verherrlichung in Wunsiedel stoppen!
- Antifa Kundgebung am 21. August 2004
In den letzten Jahren konnten tausende deutsche und europäische
Alt- und Jung-Nazis, anläßlich des Todestages von Hitler-Vize
Rudolf Hess, relativ ungestört durch Wunsiedel marschieren
und der Aufmarsch hat sich als eines der bedeutensten Events der
Naziszene etabliert. In diesem Jahr gibt es endlich, endlich wieder
eine bundesweite Gegenmobi.
Die Kampagne "NS-Verherrlichung Stoppen" startet mit einer
Kundgebung an der Naziroute am 21. August in Wunsiedel. Da es um
den Hess Todestag, während der sogenannten "Rudolf Hess
Gedenkwochen" auch regional zu kleineren Nazi Aktionen kommt,
sollte dem verstärkt antifaschistische Aufmerksamkeit gewidmet
werden.
Es sei schon verraten, dass es einen Bus aus Dresden zur Antifa-Kundgebung
geben wird - genauer demnächst.
Eine Woche vor dem Großaufmarsch in Wunsiedel, am 14. August
wollen Thüringer Nazis in Gotha unter dem Motto „Rudolf
Heß: 17 Jahre tot – noch immer ungeklärt“
(Beginn wollen 13 Uhr am Neumarkt). Am selben Tag ist ein "Hess-Marsch"
in Wittstock geplant.
Now online! Die
Website der Kampagne "NS-Verherrlichung stoppen!" :
ns-verherrlichung-stoppen.tk
mit infos und mobistuff zur Antifa-action
am 21. August 04, Stadtplan, Vidoclip und Litaraturtips
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| short
facts: |
| Antifaschistische
Kungebung, 11 – 18 h in Wunsiedel,
Theresienstrasse (Platz vor dem Gynasium) |
| Infotelefon:
0177 – 388 50 85 |
| Ermittlungsausschuß:
0911 - 22 50 36 |
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Antifaschistische
Kundgebung am 21.8.2004 in Wunsiedel
Gegen deutsche Opferlügen – Gegen
nationalsozialistisches Heldengedenken
Wie auch in den letzten Jahren, werden
am 21. August 2004 wieder einige Tausend Alt- und Neonazis zum„Gedenken“
an den Kriegsverbrecher Rudolf Hess durch das nordbayerische Städtchen
Wunsiedel marschieren. An den Hessmärschen, die nach Verboten
in den 90er Jahren seit 2001 wieder legal stattfinden können,
nahmen in den letzten Jahren immer mehr Nazis teil, im letzten Jahr
waren es mindestens 3.500.
Diese
Aufmärsche unterscheiden sich in zwei wesentlichen Punkten
von anderen Demonstrationen der bundesdeutschen Naziszene: Zum einen
bietet der Bezug auf Hitler-Stellvertreter Rudolf Hess die symbolhafte
Möglichkeit, ohne staatliche Repression direkt einem Protagonisten
des Dritten Reiches zu huldigen. Zum anderen entwickelt sich der
Hess-Gedenkmarsch zusehends zu einem der wenigen jährlichen
„events“ der deutschen und europäischen Szene,
das als Schnittstelle für verschiedene Generationen und Spektren
der extremen Rechten dienen kann. Diese besondere Bedeutung des
Hessmarsches macht antifaschistische Gegenwehr an diesem Punkt besonders
dringend.
Während die Kohl-Regierung auf Grund
der historischen deutschen Verbrechen noch international unter Druck
stand, gegen wiedererstarkende faschistische Strukturen vorzugehen,
kann die derzeitige Regierung der ehemaligen 68er sich – und
damit den deutschen Staat – als per se antifaschistisch darstellen.
Dies ist ein Grund dafür, dass zunehmend toleriert wird, wenn
Nazis auch offen nationalsozialistische Anschauungen der Öffentlichkeit
präsentieren, während auf der anderen Seite antifaschistischer
Widerstand noch leichter kriminalisiert werden kann und wird.
Die antifaschistische Bewegung wird den Heßmarsch
langfristig nur stoppen können, wenn sie bereits heute unter
den gegebenen ungünstigen Verhältnissen massiv Präsenz
zeigt. Ein jährliches Treffen mehrerer Tausend NationalsozialistInnen
können wir nicht hinnehmen, wollen wir nicht jede Glaubwürdigkeit
verlieren. Für dieses Jahr muss es uns darum gehen, in der
Region Fuß zu fassen, ein politisches Symbol gegen den Hessmarsch
zu setzen und eine Perspektive für die antifaschistische Arbeit
der nächsten Jahre zu eröffnen. Dazu müssen Strategien
her, die auf Dauer ein breites Bündnis entstehen lassen und
Impulse auch für andere antifaschistische Aktivitäten
setzen. Ein mittelfristiges Ziel muss die aktive Einbindung von
internationalen und nationalen Opferverbänden und Widerstandsorganisationen,
Initiativen für Opfer rassistischer Übergriffe, MigrantInnenorganisationen,
Geschichtswerkstätten, GewerkschaftlerInnen, antirassistischen
und antifaschistischen Gruppen sein.
Für 2004 hat ein örtliches Bündnis
aus DKP, VVN und Antifagruppen für den gesamten Tag eine Kundgebung
in der Nähe der Naziroute angemeldet, an der wir uns beteiligen
wollen. Es wird eine Podiumsdiskussion geben, an der u.a. VertreterInnen
von deutschen und europäischen Antifa- und Opferorganisationen
teilnehmen werden. Ansonsten liegt die genaue Ausgestaltung des
Widerstands gegen den Hessmarsch in den Händen der mobilisierenden
und anreisenden AntifaschistInnen.
right now, NS- Verherrlichung
stoppen!
Dem nationalsozialistischen Opferkult zu Leibe rücken!
Kampagne:
NS-Verherrlichung stoppen
c/o Buchladen Rote Strasse
Nikolaikirchhof 7
37073 Göttingen
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Achtung - Anreiseinfos: Die
Stadt Wunsiedel hat den bisherigen Sammelplatz der Nazis, den Festplatz
am Bürgermühlweiher, gesperrt. Der Nazianwalt Rieger versucht
noch dagegen zu klagen, jedoch mit geringen Erfolgschancen. Dies
bedeutet, dass die anreisenden Nazis sich auf den Anfahrtsstrecken
sammeln werden, speziell aus Richtung Norden (Hof) auf der Hofer
Landstrasse.
Antifas wird deshalb geraten aus Richtung Süden bzw. Südosten
nach Wunsielel einzureisen.
Naziroute: Um 15.30 werden
die Nazis aus Richtung Hofer Strasse loslaufen und dann in direkter
Nähe zu unserer Kundgebung einmal um den Marktplatz laufen.
Die Bürgeliche Gegenkundgebung ist nur bis 15h auf dem Marktplatz.
Kuckt noch mal auf den Stadtplan!
ns-verherrlichung-stoppen.tk
17. August ::: Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof bestätigte
am Dienstag eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts Bayreuth,
das ein vom Landratsamt Wunsiedel verhängtes Versammlungsverbot
für den "Rudolf Hess-Marsch" am 21. August in Wunsiedel
aufgehoben hatte. (siehe Presse)
14. August ::: In Wittstock (Brandenburg) fand ein von der
NPD angemeldeter "Hess-Marsch" an welchem laut Polizeiangaben
200 Neo-Nazis teilnahmen. Zwei Transpartene, auf denen behauptet
wurde Rudolf Hess sein ermordet wurden, wurden wegen Verdacht auf
Verleumdung beschlagnahmt. An der Gegendemonstration beteiligten
sich ca. 100 Leute. (siehe Presse)
14. August 04 ::: In Gotha demonstrierten am Samstag, dem
14. August ca 150 Neonazis unter
den Motto "Rudolf Heß 17 Jahre tot - noch immer ungeklärt".
Organiesiert wurde der Aufmarsch aus den Umfeld von "Feien
Kameradschaften" aus
Thüringen. RednerInnen waren Yvonne Mädel, Christian Worch
und der Altnazi Reinhold Leidenfrost. Fotos:
http://www.de.indymedia.org
14. August 04 ::: Das Verwaltungsgericht Bayreuth hat das
vom Landratsamt ausgesprochne Verbot, des "Hess-Marsches"
am 21. August im bayerischen Wunsiedel, aufgehoben. Es erteilte
die Auflage, dass sie auf ihrer Demonstration keinen Bezug zu Adolf
Hitler herstellen dürfen. So müssen die Nazis eben den
Stellvertreter glorifizieren, aber dazu ist er ja da.
Momentan steht noch in Frage, ob die Nazis erneut den Festplatz
der Stadt Wunsiedel, wie in den letzten Jahren, zur Verfügung
gestellt bekommen.
7. August ::: Nazipropaganda in Rathenow aufgetaucht
Im Rathenower Stadtgebiet verteilten Unbekannte in der Nacht von
Donnerstag zu Freitag mehrere Flugblätter eines "Bundes
Nationaler Sozialisten" aus Pritzwalk als Postwurfsendung.
In den A5 formatigen Blättern, für die sich ein Matthias
Winterlich aus Neustadt/Dosse verantwortet, wird der NS - Kriegsverbrecher
Rudolf Hess als Märtyrer des Friedens heroisiert und in fast
schon absurd alberner Weise gewürdigt.
Des Weiteren wird in den Handzetteln für einen "Rudolf
Hess Gedenkmarsch" am 14.August 2004 in Wittstock/Dosse geworben.
(Ein Bericht der Antifa Westhavelland)
Auch in anderen Städten der Region sind die beschriebenen Flugblätter
verteilt worden. Unter anderem wurden sie in Neuruppin massiv in
Briefkästen verteilt. In Lübben wurden Plakate zum gleichen
Thema verklebt (Inforiot)
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Pressemitteilung, 07. August 2004
NS-Verherrlichung
stoppen!
Das Bündnis Kampagne NS-Verherrlichung
stoppen! ruft für den 21. August 11 Uhr zur Teilnahme an einer
ganztägigen antifaschistischen Kundgebung im bayrischen Wunsiedel
auf. Dort gedenken mehrere Tausend Alt- und Neonazis aus dem gesamten
Bundesgebiet und zahlreichen europäischen Ländern dem
Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß: es handelt sich um einen
der größten Neonazi-Aufmärsche in Europa. Nachdem
der jährliche Aufmarsch in Wunsiedel von Mitte bis Ende der
90er Jahre verboten war, wird er seit 2001 von dem prominenten Neonazi-Anwalt
Jürgen Rieger angemeldet.
Das Gedenken an Rudolf Heß hat sich seit dessen Tod im Jahr
1987 zu dem wichtigsten „Ereignis“ für die neonazistische
Bewegung entwickelt, in dem – ähnlich wie bei den jährlichen
Aufmärschen in Halbe und in Dresden - unverhohlen auf den historischen
Nationalsozialismus Bezug genommen wird. So heißt es in einem
der zahlreichen Aufmärsche für den diesjährigen Aufmarsch
eindeutig: „Rudolf Heß – Brücke zwischen
gestern und morgen“. Eine Sprecherin des Bündnisses Kampagne
NS-Verherrlichung stoppen! erklärt hierzu: „Es ist nicht
hinnehmbar, dass Neonazis unter dem Mantel der Meinungsfreiheit
jedes Jahr einem führenden Protagonisten des NS-Staates huldigen,
die Verbrechen des historischen Faschismus leugnen und die Opfer
beleidigen und verhöhnen. Faschismus ist keine Meinung, sondern
ein Verbrechen.“ Aus diesem Grund beteiligt sich die Kampagne
NS-Verherrlichung stoppen! an der antifaschistischen Kundgebung
in Wunsiedel.
Die Kampagne NS-Verherrlichung stoppen! ist
im Jahr 2004 von einem Bündnis verschiedener antifaschistischer
Gruppen aus dem gesamten Bundesgebiet mit der Zielsetzung gegründet
hat, der offenen und öffentlichen Parteinahme für den
Nationalsozialismus, aber auch dessen Relativierung entgegenzutreten.
Denn ein Grund dafür, dass inzwischen toleriert wird, dass
auch offen nationalsozialistische Anschauungen in der Öffentlichkeit
vertreten werden, liegt nach Auffassung des Bündnisses daran,
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