Ruhe für die Nazis - reibungloser
Ablauf des Großaufmarsches in Halbe durch deutsche Behörden
gewährleistet
Die jährliche Naziveranstaltung findet auf bzw. am Waldfriedhof
in Halbe, meist in zeitlicher Nähe zum "Volkstrauertag"
(während des NS "Heldengedenktag" genannt) statt.
Auf dem Friedhof sind neben den, einiger Tausend Wehrmachts-
und SS-Soldaten auch einige Gräber von Zwangsarbeiterinnen
und hingerichteten Wehrmachtsdeserteuren.
Seit einer Weile ist zu beobachten, dass Großaufmärsche
für die Naziszene wieder attraktiver werden. In diesem
Sommer beteiligten sich ca. 3500 deutsche und europäische
Neo-Nazis am "Rudolf Hess - Gedenkmarsch" in Wunsiedel
der, wie auch das "Heldengedenken" in Halbe, der Verherrlichung
des NS dient, die Deutschen als Opfer stilisiert und Eventcharakter
für die Naziszene hat.
Der Aufmarsch, bei dem Christian Worch Versammlungsleiter war,
wurde zunächst vom Verwaltungsgericht verboten. Die Nazis
konnten allerdings erfolgreich dagegen klagen, und sich so gegen
das Verbot der Veranstaltung, unter dem Motto "Ruhm und
Ehre dem deutschen Frontsoldaten", durchsetzten.
Gegen 14 Uhr begann der Schweigemarsch und endete auf dem Friedhofvorplatz
wo dutzende, teilweise mit SS-Runen verzierte, Kränze niedergelegt
wurden. In Reden wurde wieder viel gejammert, dazu ein wenig
Goebbels zitiert und die Alliierten, insbesondere die Rote Armee,
verunglimpft. Gemäß der nationalsozialistischen Ideologie,
die neben der Dämonisierung der damaligen Gegner auch immer
die eigene Lage schönredete, wurden Durchhaltepamphlete
der Wehrmacht von Band abgespielt und ein Redner behauptete
sogar die Deutschen hätten den 2. Weltkrieg gar nicht verloren.
Die anwesenden Pressevertreterinnen wurden von Nazi-Ordnern
des Aufmarsches mehrfach aggressiv angegangen, und versucht
an sie ihrer Arbeit zu hindern. Der einzige Gegendemonstrant
vor Ort wurde nachdem er "Nie wieder Krieg, nie wieder
Faschismus" gerufen hatte, erst von den Nazi-Ordnern festgehalten
und anschließend von der Polizei abgeführt.
Antifa Aktivitäten in Halbe von der Polizei mit aller Kraft
unterbunden
Antifaschistische Gegenaktivitäten wurden durch die eingesetzten
1800 Polizistinnen fast vollständig unterbunden. Die Zahl
von 1000 Gegendemonstranten in Halbe, die nach dem 13. November
durch die Presse ging, ist reichlich übertrieben. Auf dem
weit abseits der Nazis gelagertem Kundgebungsplatz am Bahnhof
waren bei der, zunächst als Einzige nicht verbotenen PDS
Kundgebung, ca. 100 Bürgerinnen. Dazu kamen noch reichlich
300 angereiste Antifas, wobei die aus den drei Bussen von Berlin
nur die letzten 10 Minuten der Kundgebung anwesend sein konnten.
An ihrem Abreiseplatz wurden die Busse der Berliner Antifaschistinnen
einfach von der Polizei beschlagnahmt und den Abreisewilligen
ein Aufenthaltsverbot für ihren Zielort Halbe ausgesprochen.
Die Beamten begründeten ihre repressiven Maßnahmen
damit, dass die PDS Kundgebung in Halbe verboten sei. Da diese
Aussage von der Polizei frei erfunden war, gelang es den Antifas
die Freigabe der Busse durch eine Entscheidung des Verwaltungsgerichtes
zu erzwingen. Auch nachdem die Berliner endlich losfahren konnten
verzögerte die Polizei die Ankunft, z.B. durch schikanöse
Vorkontrollen, weiter. Endlich auf dem Kundgebungsplatz angekommen,
wurden den 150 Berliner Antifas mitgeteilt, sie könnten
gleich wieder fahren, weil die Zeit für die Kundgebung
jetzt abgelaufen sei.
Die 150 Antifas die trotz Vorkontrollen noch rechtzeitig den
Bahnhof erreichten, konnten sich dort, und auch wirklich nur
dort, mehrere Stunden aufhalten. Gruppen von anreisenden Nazis
wurden mit Sprechchören wie "Schwarz
war die Nacht, rot war der Schnee - von allen Seiten die Rote
Armee" kurz empfangen. Gesichtet wurden dabei
auch bekannte Neo-Nazis aus Dresden und Umland, die später
einen Kranz mit der Aufschrift "Freie Kräfte Dresden"
trugen. Da die PDS Kundgebung nur bis zum frühen Nachmittag
genehmigt war, wurden von Antifas mehrere Anschlußkundgebungen
angemeldet, um so noch die Ankunft der Berlinerinnen abzuwarten.
Außerdem wurde eine Demonstration in Königswusterhausen
(KW) angemeldet um dort gegen das Vorgehen der Polizei gegen
die Antifas zu protestieren.
anschließende Antifa Demo in Königswusterhausen -
Polizei weiter repressiv
Als die Berliner Busse ankamen wurden die Antifas kurz begrüßt
und es ging weiter nach KW. Die fünf Busse wurden von einem
ein Kilometer langen Polizeikonvoi begleitet. Die Polizei untersagte
den Busfahrerinnen unterwegs anzuhalten und lotste sie direkt
in den, in KW in einem Kreisverkehr vorbereiteten, Polizeikessel.
Dort wurde den Antifas mitgeteilt, dass sie keine Demonstration
sondern nur eine Kundgebung ohne Lautsprecher auf eben diesem
völlig abgeschirmten Kreisverkehr abhalten dürfen.
Begründet wurde dies mit zu wenigen Einsatzkräften
vor Ort. Da die Antifaschisten für heute genug Zeit mit
Rumstehen oder sitzen verbracht hatten, drangen sie darauf die
Demo durchzusetzen. Nach einigen Rangeleien, bei denen einige
Antifas leicht verletzt wurden, konnte noch eine kurze Demo
(ca. 300m) durchführt werden.
Den ganzen Tag hat die Polizei alles daran gesetzt, und damit
unterschied sich ihre Strategie von Wunsiedel 2004, den Nazis
ein absolut optimales und ungestörtes Zelebrieren ihres
NS-Totenkultes zu ermöglichen.
Das war nicht das letzte Halbe - auch nicht für die Antifa!
up

Kundgebung am Bahnhof in Halbe
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antifaschistische Kundgebung am Bahnhof-
unten rechts: Poldi verzichtet auf eigene storys der 3 letzten
Ereignisse an denen er teilnahm. AAAAber - Poldi freut sich
auf Pirna am 27. November 04 |
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Kreisverkehr in Königswusterhausen |