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Presse-Doku
part 2
24. November 00 Tickermeldungen
Die bisherigen Berichterstattungen wurden
als Verdacht gehandelt, es wird Aufklärung gefordert.
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| dpa 24.11.00 15:05 Uhr
Biedenkopf forderte schnelle Aufklärung Dresden (dpa)
Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf
hat die Ermittler gedrängt, möglichst schnell den Todes des sechsjährigen
Joseph aus Sebnitz aufzuklären. Sollte sich herausstellen, dass
der jetzt öffentlich berichtete Verlauf der Ereignisse auch nur
annähernd der Wirklichkeit entspricht, wäre vor drei Jahren in
Sebnitz Ungeheurliches geschehen, sagte Biedenkopf. Damals soll
Joseph im Schwimmbad unter den Augen hunderter Badegäste ermordet
worden sein. Die Staatsanwaltschaft prüft, ob die Tat einen fremdenfeindlichen
Hintergrund hat. Josephs Vater stammt aus dem Irak.
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| dpa 24.11.00 12:34 Uhr
Morddrohung gegen Mutter von Joseph
Der Apotheker Saad Abdulla ist der Vater des sechsjährigen Joseph,
der 1997 auf ungeklärte Weise zu Tode kam. Sebnitz (dpa)
Die Mutter des vor zweieinhalb Jahren möglicherweise
ermordeten sechsjährigen Joseph ist nach eigenen Angaben massiven
Drohungen von Rechtsextremen ausgesetzt. Nach dem Bekanntwerden
des Falles seien am Donnerstagabend Neonazis an ihrem Haus vorbei
gezogen, hätten den Hitlergruß gezeigt und sie bedroht, sagte
Renate Kantelberg-Abdulla der dpa/Rufa am Freitag. Einer habe
gebrüllt: "Dich mache ich als nächste fertig mit einem Messer
im Bauch". Die Staatsanwaltschaft überprüfte unterdessen noch,
ob der Junge einer Tat mit ausländerfeindlichem Hintergrund zum
Opfer gefallen war. Laut Anklagebehörde gehören zwei der in dem
Fall unter Mordverdacht Verhafteten nach polizeilichen Erkenntnissen
nicht der rechten Szene an. Bei der dritten Person, einem 20-Jährigen
aus Sebnitz, werde eine mögliche Zugehörigkeit zur rechten Szene
derzeit noch überprüft, sagte der Sprecher der Dresdner Staatsanwaltschaft,
Claus Bogner, der dpa. Der 20-Jährige sowie ein in Braunschweig
festgenommenes Pärchen im Alter von 25 und 21 Jahren sitzen gegenwärtig
in Untersuchungshaft. Sie werden des Mordes an dem sechsjährigen
Joseph beschuldigt, der vor zweieinhalb Jahren im Sebnitzer Freibad
misshandelt und dann im Schwimmbecken ertränkt worden sein soll.
Der Tod des Sohnes eines irakischen Apothekers könnte möglicherweise
einen ausländerfeindlichen Hintergrund gehabt haben, sagte Bogner.
Der 25- jährige Tatverdächtige habe ein Alibi für die Tatzeit
vorgegeben, das gegenwärtig überprüft werde. "Allerdings macht
es schon stutzig, wenn man nach drei Jahren noch weiß, wo man
sich aufgehalten hat", sagte Bogner. Die 48 Jahre alte Mutter
des Jungen erhob schwere Vorwürfe gegen die Behörden. Nach dem
Tod des Jungen im Freibad von Sebnitz habe die Justiz nur halbherzig
ermittelt. Auch habe die Polizei private Plakate entfernt, auf
denen die mutmaßlichen Täter gezeigt wurden. Die Bundesregierung
hat sich bestürzt und betroffen über den Tod des Sechsjährigen
gezeigt. Die Regierung gehe davon aus, dass die zuständigen Behörden
"buchstäblich alles" tun werden, um die Wahrheit ans Licht zu
bringen, sagte Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye am Freitag
in Berlin. Wenn sich herausstellen sollte, dass die Behörden fahrlässig
gehandelt haben, "muss das selbstverständlich Konsequenzen haben".
Die Stadt Sebnitz will am 3. Dezember für den Sechsjährigen auf
dem Marktplatz ein Mahn-Gedenken veranstalten. Oberbürgermeister
Mike Ruckh forderte die Sebnitzer in einem öffentlichen Brief
auf, zum Mahn-Gedenken "mit einer Lichterkette für Zivilcourage
und gegen jeglichen gewaltbereiten Extremismus einzutreten". In
seinem Brief bezeichnete es Ruckh als "schlimm", dass die staatsanwaltschaftlichen
Ermittlungen erst jetzt auf Betreiben der Familie des Jungen wieder
aufgenommen wurden. Das Verfahren war 1998 eingestellt worden,
die Ermittlungsbehörden waren von einem Badeunfall ausgegangen.
"Ob die Vorwürfe von nachlässigen Ermittlungen berechtigt sind,
können wir erst nach Vorliegen eines Ermittlungsergebnisses der
Staatsanwaltschaft abschließend beurteilen", sagte der Sprecher
des Innenministeriums, Thomas Uslaub.
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| ddp 24.11.00, 14:13 Uhr
Fall Abdulla: Zwei der drei mutmaßlichen Täter leugnen Beteiligung
Dresden/Sebnitz (ddp).
Zwei der drei im Fall des sechsjährigen
Joseph Abdulla unter Mordverdacht stehenden Personen leugnen
nach Angaben der Staatsanwaltschaft Dresden jegliche Tatbeteiligung.
Der 25 Jahre alte Verdächtige habe in seinen Vernehmungen ein
Alibi angegeben, das derzeit überprüft werde, sagte der Sprecher
der Staatsanwaltschaft Dresden, Claus Bogner, am Freitag der
Nachrichtenagentur ddp. Die vorläufig festgenommene 21 Jahre
alte Frau habe angegeben, zur fraglichen Zeit nicht in dem Schwimmbad
in Sebnitz gewesen zu sein. Auch diese Aussage werde zurzeit
überprüft. Zu den Aussagen des dritten Tatverdächtigen wollte
Bogner unter Hinweis auf die noch laufende Befragung keine Angaben
machen.
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| ddp 24.11.00, 16:01 Uhr
Bundesanwaltschaft prüft Übernahme der Ermittlungen im Fall
Abdulla Karlsruhe/Sebnitz (ddp).
Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe prüft
eine Übernahme der Ermittlungen im Fall des kleinen Joseph aus
dem sächsischen Sebnitz. Eine Sprecherin sagte am Freitag in
Karlsruhe auf ddp-Anfrage, die Bundesanwaltschaft stehe dazu
in Kontakt mit der Staatsanwaltschaft Dresden und dem Generalstaatsanwalt
des Freistaates Sachsen. Eine Übernahme der Ermittlungen wie
bei mehreren rechtsextremistischen Vorfällen in den vergangenen
Monaten komme aber nur in Frage, wenn im betreffenden Fall die
innere Sicherheit der Bundesrepublik bedroht wäre. Wie die Prüfung
ausgehen werde, sei derzeit völlig offen, betonte die Sprecherin.
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| ddp 24.11.00, 14:34 Uhr
Biedenkopf drängt auf rasche Aufklärung von Josephs Tod Dresden
(ddp).
Der sächsische Ministerpräsident Kurt
Biedenkopf (CDU) drängt auf eine rasche Aufklärung im Fall
des offenbar ermordeten Josef Abdulla. Der Regierungschef
flog am Freitag mit dem Hubschrauber nach Sebnitz. Nach Angaben
der Staatskanzlei will er zunächst mit dem Bürgermeister der
Stadt sprechen.
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| ddp 24.11.00, 15:47 Uhr
Sinti und Roma: Bundesanwaltschaft muss im Fall Abdulla ermitteln
Heidelberg/Sebnitz (ddp).
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma
verlangt von der Bundesanwaltschaft die Übernahme der Ermittlungen
im Fall des vermutlich ermordeten Joseph Abdulla aus Sebnitz.
Nur so könne eine sachgerechte Aufklärung der "grausamen Mordtat
nach den unfassbaren Versäumnissen der örtlichen Strafverfolgungsbehörden"
gewährleistet werden, erklärte der Vorsitzende des Zentralrats,
Romani Rose, am Freitag in einem Schreiben an Bundesjustizministerin
Herta Däubler-Gmelin (SPD). Abgesehen von der organisierten
Tätergruppe weise die in aller Öffentlichkeit geschehene Tat
"terroristische Züge" auf.
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