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Presse-Doku
part 5
25. Nov. 00 Berichte (Auswahl)
Die Sebnitzer beginnen, die Presse zu hassen,
die währenddessen weitere Details zu den Sebnitzer Zuständen
veröffentlicht.
Drohgesänge vor dem Fenster;
Wie Sebnitz auf die Ermittlungen von Josephs Eltern reagiert
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Der
Tagesspiegel |
Virtueller Pranger; Das Online-Tagebuch
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Der Tagesspiegel |
| Sebnitz: Eine Kleinstadt macht die
Türen zu |
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Kanzler Schröder: Ich erwarte rückhaltlose
Aufklärung! |
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Morddrohungen gegen die Mutter - Als
die Neonazis kamen, war von der Polizei nichts zu sehen
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| "Du kommst jetzt mit, du
Ausländer, du!" |
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| Neonazis jagen Eltern des toten Joseph |
Berliner Kurier
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| "Viele haben gewusst, dass
es kein Unfall war"
Sebnitzerin erzählt von Mord-Plakaten nach Josephs Tod |
Frankfurter
Rundschau |
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| Der Tagesspiegel 25.11.2000
Rechte Gewalt
Drohgesänge vor dem Fenster
Wie Sebnitz auf die Ermittlungen von Josephs Eltern reagiert
Barbara Nolte
Unbelebt wie das Schaufenster eines Möbelhauses
wirkt die Wohnung: ein wuchtiges braunes Ledersofa, es könnte
neu sein, dahinter eine Videokamera auf einem Stativ. Damit nimmt
Saad Kantelberg-Abdulla manchmal das wiederkehrende Schauspiel
vor der Haustür auf. Neonazis, die "Heil Hitler!" grölen oder
"Ausländer raus!". Kantelberg-Abdulla ist im Irak geboren. Neben
der Holzkommode im Flur lehnen zwei Feuerlöscher, falls es der
rechte Mob einmal nicht beim Grölen belässt: "Wir haben schon
geübt, wie man damit umgeht", sagt er. An den Fenstern hängen
Gardinen, wie fast überall in der Kleinstadt Sebnitz, dazu Jalousien.
"Braucht ja nicht jeder sehen, wo wir gerade sitzen", sagt seine
Frau Renate.
Der wichtigste Einrichtungsgegenstand ist
das Tonband-Gerät neben dem Telefon. Fast automatisch drückt Renate
Kantelberg-Abdulla nach dem Abheben auf "play". In ihrer Kassettensammlung
hat sie das Geräusch des tropfenden Wasserhahns, mit dem anonyme
Anrufer sie vor ein paar Monaten nervten. Aber auch die Gespräche
mit der Frau, die ihr half, Unglaubliches zu beweisen: dass ihr
sechsjähriger Sohn Joseph vor dreieinhalb Jahren im Freibad inmitten
von 300 Badegästen ermordet wurde. Zwei junge Männer, Rechte,
sollen ihm den Mund aufgerissen und ihm ein Narkotikum eingeflößt
haben. Nach Zeugenaussagen schrie eine Frau "werft das Ausländerschwein
rein", dann warfen sie ihn ins Becken und trampelten unter Wasser
auf dem Körper herum. Renate Kantelberg-Abdulla sitzt mit durchgedrücktem
Rücken auf der gepolsterten Sessellehne. Sie ist Apothekerin in
Sebnitz an der tschechischen Grenze. Vor fünf Jahren ist sie gemeinsam
mit ihrem Mann und zwei Kindern aus dem Taunus hergezogen. Ihr
Mann ist einer von rund 100 Ausländern im Ort. Auf ihrem Schoß
liegt ein Ordner: Zeugenaussagen, mehr als 30 Stück. Wenn sie
Josephs Tod beschreibt, hängt sie hinter jede Aussage den Nachsatz,
"wurde eidesstattlich versichert". So wie andere "sagen viele"
ergänzen oder "heißt es". Die Formulierung soll sie gegen jeden
Zweifel immun machen. Denn anfangs hat ihr nicht mal ihre Mutter
die Version vom Mord geglaubt.
Es gab auch keine Beweise. Als sie im Schwimmbad
ankam, lag Joseph schon eine halbe Stunde auf dem Beckenrand.
"Seine Haut war knallrot, seine Lippen blau" , sagt sie. Im Rettungswagen
fuhr sie mit ihm ins Krankenhaus. Dort schrieb der Arzt aber nur
noch das Sterbe-Formular aus. "Todesursache: wahrscheinlich Ertrinken.
Obduktion unnötig", steht darin. Die Polizei stellte die Ermittlungen
ein. Renate Kantelberg-Abdulla wollte sich nicht damit abfinden:
"Der Joseph wäre nie ins tiefe Wasser gegangen." Sie fing selbst
an, nach dem Mörder zu suchen. Und damit ging der Psycho-Terror
los. Einmal raste ein Auto mit Vollgas auf sie zu, als sie die
Straße überquerte. "Killt ihn, killt ihn", riefen Jugendliche
ihrem Mann hinterher. Gestern gingen sogar Morddrohungen ein.
Beim Bürgermeister hatte sie kein offenes Ohr gefunden für ihren
Verdacht: "Zwei Mal habe ich ihm geschrieben, nie eine Antwort
bekommen", sagt sie. Bürgermeister Mike Ruckh rechtfertigt sich:
"Aber ich habe ihr doch empfohlen, sich nicht an mich, sondern
an die Staatsanwaltschaft zu wenden." Und am Gymnasium, schimpft
Renate Kantelberg-Abdulla, das ihre 15-jährige Tochter besucht,
sei seit dem Mord massiver Rassismus ausgebrochen. Diana ist massiver
Fremdenfeindlichkeit ausgesetzt. "Die nennen mich Döner-Fresser",
sagt sie. Wenn Diana beim Handball den Mitspielern den Ball zupasst,
lassen sie ihn extra fallen und schreien: "Igitt". Direktor Hans-Jürgen
Schmidt erinnert sich, dass er die Mitschüler mal einbestellt
hatte. Aber die versicherten, sie seien nicht fremdenfeindlich.
"Die meinten, sie fänden sie einfach doof", sagt Schmidt. "Ich
kann Kindern nicht vorschreiben, wen sie nett zu finden haben."
Renate Kandelberg-Abdullas Vater sagt: "Färbt dem Kind die Haare
blond." - "Der hat die Nazi-Zeit noch erlebt", sagt sie entschuldigend.
Aber Diana bleibt lieber schwarzhaarig. Dafür geht sie nicht mehr
alleine raus, schon gar nicht im Dunkeln. Ihre Eltern fahren sie
sogar zur Schule und holen sie wieder ab. Mittags sitzt sie immer
im Zimmer und macht Schularbeiten. Oder sie schreibt Gedichte
für den toten Bruder. Abends sitzt sie mit den Eltern vor "Big
Brother" vorm Fernseher. "Ich hab' keine Freunde. Aber das macht
mir gar nichts aus", sagt sie. Von draußen ist schon wieder Gegröle
zu hören. Diana greift nach ihrem Fernglas und springt zum Fenster
und drückt zwei Lamellen des Rollos weit auseinander. "Deutsche
sind besser. In eurem Rücken steckt bald ein Messer", schreien
fünf Jungs von der Straße. "Ich hab' vor denen keine Angst", sagt
Diana. "Die sind doch einfach nur blöd." Diana wirkt sehr ernst
für eine Fünfzehnjährige.
Wie besessen macht Diana bei den Ermittlungen
der Mutter mit. Sie war sogar dabei, wie sie ihren Bruder wieder
exhumiert haben. "Erst dachte ich Igitt, Würmer und so, das kennt
man ja aus Horrorfilmen", sagt Diana. "Aber dann war ich froh,
dass ich ihn überhaupt wieder gesehen habe." Ihre Eltern haben
die Öffnung des Sarges gefilmt. Tatsächlich entdeckten die Gerichtsmediziner
bei der zweiten Obduktion, dass Joseph Gift im Körper hatte. Die
Eltern fanden sich bestätigt. Sie klingelten an vielen Türen im
Ort. Endlich fanden sie Zeugen, die die Misshandlungen im Freibad
bestätigen. Aber sie glauben nicht an einen spontanen Wutausbruch
einer Gruppe Rechter. Sie glauben an Auftragsmord. Sie haben eine
große Verschwörungstheorie gesponnen mit ihrem Sohn Joseph als
Opferlamm. Denn seit sie in den Osten gekommen sind, haben sie
nur Ärger. Ärger mit den Ärzten, die Medikamente selbst verkaufen
anstatt Rezepte auszuschreiben, Ärger mit anderen Apothekern,
die die Konkurrenz fürchteten. Besonders diplomatisch waren die
Kantelberg-Abdullas nicht. Ähnlich akribisch wie beim Tod ihres
Sohnes haben sie gegen Medikamenten-Verkäufer ermittelt, sogar
Detektive eingeschaltet und Anzeigen erstattet. Saad Kantelberg-Abdulla
findet es jedenfalls keinen Zufall, dass eine der drei Mord-Verdächtigen
die Tochter eines anderen Apothekers aus dem Ort ist. "Wir decken
das auf. Und dann verschwinden wir von hier", sagt er. Er muss
noch mal schnell in seine Center-Apotheke runter. Ein Kunde kommt
noch ein Medikament holen. "Viele sind auch sehr nett", sagt er,
"besonders die alten Damen." Draußen vor dem Fenster lächelt einer
und zeigt, den rechten Arm senkrecht von der Brust weggestreckt,
den Hitlergruß.
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| Der Tagesspiegel 25.11.2000
Virtueller Pranger
Das Online-Tagebuch
von Sebnitz Kurt Sagatz
Für eine Gemeinde am Rande der Sächsischen
Schweiz ist es eine Selbstverständlichkeit, sich im Internet von
der touristisch attraktivsten Seite zu zeigen. Doch in Sebnitz
ist die Web-Visitenkarte der "Stadt des Kunstblumenhandwerks"
zum virtuellen Pranger für den gesamten Ort, seine Bewohner, den
Stadtrat und den verstörten Pfarrer geworden. Vor allem aus dem
Westen der Bundesrepublik strömen unverhohlener Hass und eine
bis dahin kaum öffentlich geäußerte Verachtung für die Täter und
die Schwimmbad-Besucher des Junitages 1997 in das Online-Gästebuch.
"Sebnitz - Stadt der Schande" gehört bei den im Minutentakt eingehenden
und zumeist anonymen Meinungsbeiträgen noch zu den harmlosen Formulierungen.
Wiederaufbau der Mauer, Abschaffung des Solidaritätsbeitrag sowie
die Todesstrafe für die Täter - das sind die Forderungen, die
neben den Beileidsbekundungen für die Familie des kleinen Joseph
zu lesen sind. Die Gemeinde selbst reagiert hilflos. Zwischenzeitlich
wurde das Gästebuch vom Netz genommen. Als Reaktion auf das Löschen
einzelner Beiträge entstand im Netz inzwischen das Forum "Krisenloesung"
des Kölner Schauspielers Herbert Meurer, in dem die Ereignisse
in Sebnitz unzensiert diskutiert werden. Die Glaubwürdigkeit der
Sebnitzer Homepage wird indes wohl auch nicht mehr durch die hastig
programmierte Mitteilungsseite des Stadtrats wieder herzustellen
sein - die Behauptung, dass die "die absolute Mehrheit aller demokratischen
Kräfte (in Sebnitz) jegliche Gewalt ablehnt", hat die Gemüter
im Gästebuch eher weiter erhitzt.
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| Bild online 25.11.2000
Sebnitz: Eine Kleinstadt macht die Türen
zu
Sebnitz gestern Nachmittag. Die sächsische
Kleinstadt, in der der kleine Joseph (6) ertränkt wurde. Die Sonne
scheint - aber die Straßen sind leer.
Die Menschen hängen am Radio, am Fernseher. Nur ja keine neue
Nachricht verpassen...
Und neue Nachrichten kommen fast minütlich: Dass Maik H. (20),
verhaftet unter Mordverdacht, höchstwahrscheinlich der rechtsextremen
Organisation "Skinheads Sächsische Schweiz" angehört. Dass die
zwei anderen Verhafteten, die Apothekertochter Uta Sch. (21) und
ihr Freund Sandro R. (25), jede Tatbeteiligung abstreiten. Dass
die Ermittler von "dringendem Tatverdacht wegen gemeinschaftlichen
Mordes" sprechen.
Und dass angeblich einige der Zeugen, die ihr Wissen preisgaben,
bedroht und sogar geschlagen wurden. Der beschauliche Marktplatz
- jetzt Treffpunkt der internationalen Medien. Eine Frau um die
60 geht auf sie zu, sagt sehr laut: "Haut ab! Wir haben die Nase
voll von euch. Sebnitz ist nicht rechts."
Im Goethe-Gymnasium, in den Schulen gibt es nur ein Thema: Josephs
Tod. Alle diskutieren: Kann es denn wirklich sein, dass fast drei
Jahre lang die Augenzeugen aus dem Schwimmbad Josephs Schicksal
totgeschwiegen haben?
Und wo stecken sie?
Die Reporter gehen von Haustür zu Haustür. Wenn sie unten klingeln,
werden oben die Gardinen zur Seite geschoben. Verächtliche Blicke
- die Tür bleibt zu.
Natürlich, es gibt Ausnahmen. Zum Beispiel die Cousine des Verhafteten
Sandro R. Soeben hat sie im Radio gehört, dass er und die Apothekertochter
von offizieller Seite als nicht "rechtsradikal" eingestuft werden.
"Moment mal", sagt die Cousine. "Das weiß ich besser. Sandro ist
zwar nirgends organisiert. Aber wenn er den Mund aufmacht, kommen
nur rechte Sprüche raus."
Vor dem Schwimmbad wollen Mädchen Kerzen für den toten Joseph
anzünden - der Wind bläst sie aus. Das eine Mädchen, 9 Jahre alt,
weint und sagt: "Meine Eltern waren dagegen, dass wir das tun.
Ich glaube, die haben auch Angst vor diesen Typen."
15 Uhr. Sachsens Ministerpräsident Kurt
Biedenkopf (70), CDU, fliegt per Hubschrauber ein. Kurzes Informationsgespräch
im Rathaus, dann lässt er sich zum Vater des toten Joseph bringen.
Dr. Saad A. (48) empfängt den Politiker an der Ladentür. Biedenkopf:
"Ich wollte Ihnen sagen, dass ich sehr betroffen bin und dass
wir mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln aufklären wollen."
Nach dem Besuch beim Vater: Journalisten umringen Biedenkopf.
Er sagt: "Es verdichten sich Dinge, dass der Junge durch Fremdeinwirkung
starb."
Genau dies prangerte ein anderer Politiker schon vor drei Jahren
an. Am 26. August 1997, zehn Wochen nach Josephs Tod. Der SPD-Landtagsabgeordnete
Joachim Richter in einem Schreiben an den sächsischen Innenminister
Klaus Hardraht: "... Die Mutter hat den Verdacht, dass ihr Sohn
vorsätzlich getötet wurde. Sie vermisst bei den ermittelnden Dienststellen
den Willen zur rückhaltlosen Aufklärung der Umstände..." Dass
jetzt endlich ermittelt wird, kann keine Genugtuung für den Abgeordneten
Richter mehr sein - er ist inzwischen verstorben.
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| Bild online 25.11.2000
Kanzler Schröder: Ich erwarte rückhaltlose
Aufklärung!
Von U. BRÜSSEL, D. HOEREN u. V. MÜLLER
Der schreckliche Tod des kleinen Joseph
- jetzt stehen die Politiker auf! Bundeskanzler Gerhard Schröder
(SPD): "Ich teile die Empörung der Eltern und aller rechtschaffenen
Menschen. Wenn die Berichte zutreffen, gehört der Mord an dem
6-jährigen Joseph in Sebitz zum Scheußlichsten, was in den letzten
Jahren in Deutschland passiert ist . Ich erwarte ein politisches
Signal von Verantwortlichen des Freistaates Sachsen und die rückhaltlose
Aufklärung des Falles."
Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD): "Erschütternd ist,
dass solche Taten in aller Öffentlichkeit begangen werden können.
Wir dürfen nicht wegsehen, wenn andere bedrängt, bedroht, geschlagen
werden." CDU-Chefin Angela Merkel : "Wer so etwas sieht und nichts
unternimmt, macht sich mitschuldig. Das gilt für Bürger, aber
auch für die Politik. Nichtstun kann töten."
Bayerns Ministerpräsident, CSU-Chef Edmund Stoiber : "Diese Tat
geht mir so unter die Haut wie kaum ein anderes Ereignis und entsetzt
mich zutiefst. Genauso dieses Wegschauen und Nichthandeln so vieler."
SPD-Generalsekretär Franz Müntefering : "Eine uns alle tief beschämende
Tat. Die Schuldigen müssen harte Konsequenzen spüren. Aber wir
brauchen die Kraft aus der Mitte unserer Gesellschaft, die Anstand
und Menschlichkeit durchsetzt gegen Hass und Gewalt."
FDP-Chef Wolfgang Gerhardt : "Es ist nicht die Aufgabe von Eltern,
deren Kind ermordet wird, den Mord zu belegen, die Täter zu suchen
und die Strafverfolgung zu sichern. Das ist Aufgabe des Rechtsstaates.
Wir müssen uns fragen, ob der Rechtsstaat in Sebnitz wirkt."
Unionsfraktionschef Friedrich Merz (CDU) zu BILD: "Wenn sich diese
Horrorgeschichte bewahrheiten sollte, müssen alle Verantwortlichen
- diejenigen, die die Tat begingen, aber auch diejenigen die nicht
halfen, das Kind zu retten - hart und schnell bestraft werden."
SPD-Fraktionschef Peter Struck zu BILD: "Wenn sich erweist, dass
hier ein ganzer Ort - die Ermittlungsbehörden eingeschlossen -
weggeschaut hat, dann ist das der Gipfel der menschlichen Unanständigkeit."
Grünen-Fraktionschef Rezzo Schlauch : "Ich bin fassungslos über
die menschenverachtende Ignoranz so genannter normaler Bürger,
die das Verbrechen geschehen ließen, ohne einzugreifen! Es ist
empörend, dass noch immer Politiker daherschwätzen, wir hätten
kein Problem mit rechter Gewalt." Hessens Ministerpräsident Roland
Koch (CDU): "Über eine solche Tat kann man nur tiefe Abscheu empfinden.
Ich hoffe, dass die Justiz die notwendige Aufklärung leisten kann
und dann die ganze Härte des Gesetzes die Schuldigen trifft."
Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) : "Erschütternd
und beschämend. Niemand darf die rechte Gewalt verharmlosen. Keiner
darf mehr wegschauen, falsche Toleranz darf es nicht geben. Der
Staat muss durchgreifen, schnell und hart."
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| Bild online 25.11.2000
Morddrohungen gegen die Mutter - Als die
Neonazis kamen, war von der Polizei nichts zu sehen
Von ROBERT KUHNE und JÜRGEN HELFRICHT
Deutschland ist entsetzt und bestürzt über
den furchtbaren Mord am kleinen Joseph (6), der im sächsischen
Freibad Sebnitz von Rechtsradikalen gefoltert und ertränkt worden
sein soll. Während die Politiker - allen voran Bundeskanzler Schröder
- rückhaltlos Aufklärung über die drei Jahre verschleppten Ermittlungen
fordern, zogen grölende Jugendliche an Josephs Elternhaus vorbei.
Sie bedrohten die Mutter mit Mord. Reporter waren Zeugen, wie
sie riefen: "Du stirbst morgen!" Und: "Du Sau, ich bringe dich
um. Heil Hitler!"
Die Horrornacht vor dem Elternhaus des kleinen
Joseph (6). Im Erdgeschoss haben Mutter Renate und Vater Saad
(beide 48) ihre Apotheke:
22.25 Uhr, mehrere Journalisten sprechen mit den Eltern. Auch
Tochter Diana (15) ist mit dabei. Auf der Straße plötzlich Gegröle.
Mutter und Tochter öffnen das Fenster im 1. Stock. Aus einer Gruppe
von etwa zehn Mann lösen sich mehrere Jugendliche.
Zwei bauen sich direkt vor dem Haus auf. Sie grölen. Ein menschenverachtender
Hassgesang: "Auf dem Rasen liegen Leichen, in den Rücken stecken
Messer, mit der Aufschrift: Wir sind besser." Und dann noch eine
direkte Morddrohung: "Du stirbst morgen!"
Torsten Mehltritter (32) von "Spiegel TV": "Mein Kameramann und
ich gingen den vieren nach. Einer erklärte ohne Umschweife, er
sei Skinhead."
Sekunden darauf, bevor sich alle Mann verziehen - noch eine fremdenfeindliche
Pöbelei: "Kanaken-Pack!" Aber die widerlichste Bedrohung kommt
erst noch. Kurz vor 23 Uhr: Ein Renault fährt am Haus vorbei.
Mehrmals. Der Fahrer, ganz kurze blonde Haare, kurbelt das Fenster
herunter und schreit zum Vater hin: "Du Sau, ich bringe dich um.
Heil Hitler!"
Die Familie - geschockt und zu Tode geängstigt. Josephs Mutter:
"Uns hat man gesagt, dass die Polizei unser Haus dauernd im Auge
behält. Aber von Polizei war weit und breit keine Spur!"
Warum schützt man die Familie nicht besser? Sie war es doch, die
trotz Widerstands von Polizei und Staatsanwaltschaft erreichte,
dass der Fall neu aufgerollt wurde. Der Vorsitzende der Gewerkschaft
der Polizei, Konrad Freiberg, dazu: "Es treibt einem die Scham
ins Gesicht, wenn man sieht, dass die Mutter selbst ermitteln
musste."
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| Bild online 25.11.2000
"Du kommst jetzt mit, du Ausländer,
du!"
Von ROBERT KUHNE und BERNHARD RUDOLPH
"In der Klasse bin ich Außenseiterin. Das
ist klar", sagt Diana (15), die Schwester des kleinen Joseph.
Was heißt das?
"Na, wenn ich beim Sport jemand den Ball zuwerfe, lässt der den
sofort fallen und schreit: Igitt..."
"Du stinkst", wispern einige.
"Unfall, Unfall", grinsen andere.
"Sie meinen den Mord an meinem Bruder", sagt Diana. "Sie sehen
sich als Sieger."
Ihr Vater, der Apotheker, wollte einem Kunden
abends Medikamente ins Haus bringen. Er traf einen Neonazi, der
ihn anherrschte: "Du gehst mir auf den Senkel. Ich kann dich nicht
verstehen. Lern erst mal Deutsch. Lauf weiter. Mach die Fliege."
Herr Abdulla hat seinen Doktortitel in Marburg erworben. Er spricht
besser deutsch als viele Deutsche.
Ein Zeuge (damals 11 Jahre) erklärte in einer Eidesstattlichen
Versicherung, die Neonazis hätten Joseph im Schwimmbad angebrüllt,
bevor sie ihn ertränkten: "Du kommst jetzt mit, du Ausländer,
du Ausländerfotze, du Russe, du Tscheche."
"Tscheche" und "Russe" als Schimpfwort?
Woher kommt der Ausländerhass in Sebnitz?
Das Bundesland Sachsen ist eine Hochburg
der Neonazis. Mit 1100 Skinheads ("Glatzen") und anderen gewaltbereiten
Nazis liegt das Land weit über dem Bundesdurchschnitt. Der Verfassungsschutz
hält die "Skinheads Sächsische Schweiz" (Kürzel: "SSS") für am
gefährlichsten. Gegen mindestens 65 Mitglieder dieser Bande wird
wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung ermittelt.
Bei einigen fand die Kripo scharfe Schusswaffen.
Was sind die Ursachen der braunen Gewalt?
Kenner meinen: Die Arbeitslosigkeit. Sie
liegt in Sebnitz bei 17 Prozent (Bundesdurchschnitt 1999: 11,7
Prozent). Im Arbeitsamtsbezirk Sebnitz sind 187 Männer und 171
Frauen unter 25 Jahren arbeitslos.
Vor der Wende war Sebnitz ein blühender Ort. Die Stadt war berühmt
für Plastikblumen (DDR-Jargon "Plaste"). Es gab Fabriken für Blätter,
Stiele, Blüten - alle aus Plaste.
Was ist davon geblieben? Eine Schauwerkstatt.
Ein Museum. Mehr nicht.
Größte Arbeitgeber im Ort sind "Bosch" (Bohrmaschinen)
und die Modelleisenbahn-Fabrik "Tillich". Die örtliche Disco ist
geschlossen, zu viel Randale, zu viele Drogen. In der "gu bi"-Kneipe
("gu bi" steht für "gut und billig") am Markt ist meist was frei,
obwohl der "Kochklops mit Soße" nur 5,80 Mark kostet. Der Einzelhandel
hat es schwer. Läden sind verrammelt, Häuser verfallen. Die Leute
kaufen lieber in Tschechien. Da ist es billiger.
"Ob einer politisch links oder rechts steht,
erkennt man an seinen Schuhen", weiß Diana, die Schwester des
toten Joseph. Rechte bevorzugen Doc-Martens-Stiefel mit weißen
Schnürsenkeln. Weiß steht für "White Power" (= Rassenhass). Linke
marschieren in Fallschirmspringer-Stiefeln mit roten Schnürsenkeln.
Und dann gibt es noch welche auf leisen Sohlen. Tschechen, die
nachts über die Grenze schleichen. Menschenschmuggler, Autoschieber,
Einbrecher.
"Hier wird so viel geklaut, dass einer sein Haus mit NATO-Draht
umzäunt hatte", sagt ein Sebnitzer. Auch biedere Bürger haben
Waffen im Haus.
Der Grenzschutz leitete einen Fluss um, um Autoschiebern den Weg
abzuschneiden. Ganoven schütteten den Fluss mit einer Lastwagenladung
voll Sand wieder zu. Der Grenzschutz legte Felsen auf die Waldwege.
Der Erfolg blieb daraufhin mäßig. Schließlich gab es Geländewagen.
Wenn es stimmt, was Leute in Sebnitz erzählen, dann tobt an der
deutsch-tschechischen Grenze ein ständiger Kleinkrieg zwischen
gut organisierten Kriminellen und schlecht organisierter Polizei.
In Sebnitz hassen deutsche Nazis die Tschechen. In Tschechien
sind deutsche Jugendliche unbeliebt.
Kein Politiker redet darüber, weil keinem ein Rezept dagegen eingefallen
ist.
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| Berliner Kurier 25.11.2000
Neonazis jagen Eltern des toten Joseph
SEBNITZ - Sie haben ihr Kind verloren -
mit hoher Wahrscheinlichkeit durch einen bestialischen Mord. Sie
machten sich selbst auf die Suche, weil die Polizei keinen Verdacht
schöpfte. Und jetzt, wo endlich drei mutmaßliche Täter hinter
Gittern sitzen, werden Renate und Saad Kantelberg-Abdulla im sächsischen
Sebnitz von Neonazis offen mit dem Tod bedroht!
Rückblende: Im Sommer 1997 war Joseph (6) im Spaßbad von Sebnitz
(60 Kilometer von Dresden entfernt) ertrunken. Die Ermittler hakten
den Fall als Unglück ab. Doch Josephs Mutter Renate glaubte an
Mord. Sie suchte - und fand 15 Zeugen: Die sagten aus, der schmächtige
Junge sei von kahlköpfigen Randalierern verprügelt, mit einem
Elektroschocker gequält, unter Drogen gesetzt - und dann ins Becken
geworfen worden. Dann hätten die Kahlköpfe das Kind unter Wasser
gedrückt ...
Maik H. (20), Sandro R. (25) und seine Freundin Ute S. (21) kamen
jetzt - über drei Jahre nach der Tat - in U-Haft. Und prompt marschierten
ihre Kumpane vor dem Haus der Familie des Opfers auf: Grölend
zog die Horde durch die Straße - die Arme zum "Hitlergruß" erhoben.
Sie riefen: "Euch machen wir als nächste fertig, mit einem Messer
im Bauch!"
Die Polizei stellte Beamte zum Schutz der Familie ab. Gestern
flog der sächsiche Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) nach
Sebnitz, sprach mit Oberbürgermeister Mike Ruckh. Biedenkopf forderte
eine schnelle Aufklärung des Falles: "Alle Zeugen müssen sich
jetzt schnell melden, es muss jedem Hinweis nachgegangen werden."
Damit geraten Staatsanwaltschaft und die Ermittler von damals
immer stärker unter Beschuss. Thomas Jurk, SPD-Fraktionschef im
sächsischen Landtag: "Wenn es die Mutter schafft, Fakten zusammenzutragen,
die für einen Haftbefehl ausreichen, dann wirft das ein skandalöses
Bild auf die Arbeit der Ermittlungsbehörden." Auch Renate Kantelberg-Abdulla
kritisiert die Behörden: "Sie haben den Fall nur halbherzig untersucht."
Jetzt drohen den damals ermittelnden Beamten selbst harte Strafen.
Und die Sebnitzer? Viele tun betroffen, einige glauben nicht an
die Vorwürfe. Und ein paar ärgern sich, "dass diese alte Geschichte
wieder ausgegraben wird"
Alle sind entsetzt über die grauenhafte
Tat
Der mögliche Mord an dem kleinen Joseph. Politiker und Psychologen
reagieren entsetzt:
Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU): "Wenn das nur
annähernd der Wirklichkeit entspricht, dann wäre etwas Ungeheuerliches
geschehen."
Marieluise Beck (Grüne), Ausländerbeauftragte der Regierung: "Das
ist ein Skandal mit vielen Stufen. Zum einen gibt es den Verdacht
einer rechtsextremistischen Tat. Zum anderen ist keiner der vielen
Badegäste eingeschritten. Und Staatsanwaltschaft und Polizei haben
womöglich nachlässig gearbeitet."
Psychologe Hans-Werner Bierhoff: "Das wäre eine neue Dimension
des Wegschauens. Das ist mit Psychologie nicht mehr zu erklären."
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| Frankfurter Rundschau 25.11.2000
"Viele haben gewusst, dass es kein
Unfall war"
Sebnitzerin erzählt von Mord-Plakaten nach Josephs Tod
Von Bernhard Honnigfort (Dresden)
Als der kleine Joseph am 13. Juni 1997 im
Freibad von Sebnitz starb, stand Elke Borrmann mit ihrem damals
sechsjährigen Sohn Marc am Eingang. Marc und Joseph waren Freunde,
gingen in denselben Kindergarten. Marc sei am Eingang durchgeschlüpft,
auf die Wiese gerannt und habe das tote Kind gesehen, sagt die
Mutter. Erschüttert seien beide sofort nach Hause gegangen.
Elke Borrmann, 29 Jahre alt und Mutter von fünf Kindern, sagt,
sie habe am nächsten Tag gesehen, dass Plakate beim Freibad hingen.
Blumen waren am Eingang abgelegt worden. Sie selbst habe auch
ein Sträußchen hingelegt. Viele Plakate seien es gewesen, auf
ihnen stand: "Ihr Mörder seid schuld am Tod von Joseph Abdulla."
Sie bestätigt im Telefongespräch, was sie der Mutter von Joseph,
Renate Kantelberg am 17. April dieses Jahres schriftlich erklärte.
Danach gab es die Plakate und sie wurden schnell wieder entfernt.
Sie ist sich sicher: Irgendetwas Grässliches war an jenem Frühlingstag
vor drei Jahren im Freibad geschehen. Der Junge der deutsch-irakischen
Familie sei nicht einfach so ertrunken.
Es besteht der Verdacht, der Junge sei geschlagen, mit einem Elektroschocker
misshandelt und anschließend ertränkt worden. Anfang der Woche
nahm die Polizei zwei junge Männer und eine junge Frau fest. Nachdem
der Fall vor zwei Jahren mangels Anfangsverdachts eingestellt
worden war, wird er jetzt wieder aufgerollt. Die Eltern ermittelten
auf eigene Faust, sammelten Aussagen und übergaben ihre Ergebnisse
den Ermittlern.
Sofort nach dem Tod des Kindes seien Gerüchte durch die Stadt
gegangen, erzählt Borrmann. Ein einfacher Badeunfall eines plantschenden
Kindes? "Viele haben es vermutet, viele haben es gewusst, dass
es kein Unfall war", sagt die Frau. Das Gerede sei "extrem" gewesen.
Sie kenne einen Polizisten, der damals in Sebnitz Dienst tat und
mit dem sie gesprochen habe. "Er hat selbst nicht an einen Badeunfall
geglaubt", erzählt sie. Der Tod des Jungen sei lange Stadtgespräch
gewesen.
Am Donnerstagabend hat der Sebnitzer Oberbürgermeister Mike Ruckh
(CDU) die Bürger zu einer Lichterkette am 3. Dezember aufgerufen.
Wer damals weggesehen habe, habe sich mitschuldig gemacht, sagte
er. Eine rückhaltlose Aufklärung der Todesumstände forderte der
Rathauschef der 10 000 Einwohner zählenden Stadt an der tschechischen
Grenze.
Elke Borrmann ist überzeugt, dass das Gerede über den Tod von
Joseph damals auch das Rathaus erreicht hat. Diejenigen, die davon
sprachen, dass es kein Badeunfall gewesen sei, seien jedoch als
"Spinner" behandelt worden. "Das wurde einfach so abgetan."
Oberbürgermeister Ruckh hat die Staatsanwaltschaft Pirna angegriffen,
die 1998 die Ermittlungen eingestellt hatte. Schlimm sei es, dass
erst jetzt auf Betreiben der Eltern neue Nachforschungen angestellt
worden seien, so Ruckh. Am Freitagmorgen ging im Rathaus eine
anonyme Bombendrohung ein. Gefunden wurde jedoch nichts. Mit den
Rechten, sagt Borrmann, sei es schlimm in Sebnitz. In der alten
Stadt, zu DDR-Zeiten berühmt für seine Kunstblumenfabrikation,
sitzt ein NPD-Mann im Stadtrat. Die Sächsische Schweiz ist die
Hochburg der SSS, einer Skinheadbewegung von etwa 100 jungen Männern,
die als gut organisiert, militant und gewaltbereit gilt. Bei Hausdurchsuchungen
in der rechten Szene im vergangenen Juni entdeckte die Polizei
dort Sprengstoff und Waffen. "Ich gehe abends nicht mehr auf die
Straße", sagt Elke Borrmann. "Ich bin froh, wenn meine Kinder
drinnen sind. Man wird angepöbelt."
Sachsens Ministerpräsident Kurt Biedenkopf (CDU) hat am Freitag
seinen Terminplan umgeschmissen und ist nachmittags nach Sebnitz
geflogen, um sich beim Oberbürgermeister zu informieren. Sollte
der Junge wirklich vor den Augen von Badegästen umgebracht worden
sein, ohne dass ein Mensch eingeschritten sei, es wäre "entsetzlich
und grauenhaft", sagte Biedenkopf. Sollten die Berichte über den
Verlauf auch nur annähernd der Wirklichkeit entsprechen, in Sebnitz
wäre Ungeheuerliches geschehen. Menschen, die an dem Todestag
irgendetwas gesehen hätten, sollten sich als Zeugen melden, forderte
der Ministerpräsident. Niemand, der etwas wisse, dürfe schweigen.
Vor der Apotheke der Eltern des toten Jungen zogen am Donnerstagabend
junge Rechte auf, die vor anwesenden Journalisten herumpöbelten.
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