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Naziterror
stoppen - alternative Freiräume schaffen!
Aufruf
des antifaschistischen Jugendbündniss Mittweida:
In den letzten Jahren entwickelte
sich die Region um Mittweida mehr und mehr zu
einem Zentrum neonazistischer Gewalt. Bei der
Berücksichtigung von Kontinuität und
Permanenz der Übergriffe überholt der
Landkreis Mittweida in der Statistik rechtsextremer
Übergriffe schon lange solch braune Flecken
auf der Landkarte, wie den Muldentalkreis oder
die Sächsische Schweiz. Provokationen, Schmierereien
und massive Übergriffe mit faschistischem
Hintergrund stehen auf der Tagesordnung. Andersdenkende,
bzw. nicht ins Weltbild der Nazis passende Menschen,
werden angegriffen und schwer, teils lebensgefährlich
verletzt. Überfälle auf alternative
Jugendzentren und öffentliche Veranstaltungen
häufen sich. Es ist offensichtlich, dass
seitens der Nazis versucht wird, multikulturelles
Leben einzuäschern. Konkrete Beispiele hierfür
sind die Brandanschläge auf einen Asia –Imbiss
in Mühlau und den linken Jugendtreff in Geringswalde,
sowie Überfälle auf das Dorffest in
Breitenborn und das Cafe Courage in Döbeln.
Allein in einem Jahr erfolgten 8 Anschläge
auf das PDS Büro in Mittweida. Hierbei wird
deutlich, dass „einäschern“ von
den Neonazis wörtlich genommen wird, was
eine drastische Steigerung im auftreten der Neonazis
darstellt.
Den Hintergrund dieses alltäglichen
Terrors bilden neben unorganisierten Nazischläger_innen
und Jugendlichen aus der Nazisubkultur hauptsächlich
Gruppierungen aus dem Kameradschaftsspektrum.
Hier sei ganz besonders die militante Kameradschaft
„Sturm 34“ genannt, welche sich mit
ihrer Namensgebung auf eine frühere SS- Abteilung
in der Region um Chemnitz bezieht. Diese auch
über die Region hinaus aktive Gruppe rekrutiert
sich vornehmlich aus jugendlichen Neonazis, geschult
und angeleitet werden sie allerdings von älteren
Kadern, welche oft aus dem Spektrum der NPD kommen.
Hier ist zu erwähnen dass die NPD als einzige
Neonazipartei der Region im Landkreis Mittweida
bei den Landtagswahlen 2004 etwa 12% der Stimmen
erreichte. Der NPD- Kreisverband Mittweida zählt
zu den mitgliederstärksten Verbänden
Sachsens. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz eröffnete
im August 2006 ein Verfahren gegen den „Sturm
34“, unter anderem auch wegen der Bildung
einer kriminellen Vereinigung. Trotz des noch
laufenden Ermittlungsverfahrens stellen die Personen
aus dem Umfeld dieser Gruppe ihre Aktivitäten
keinesfalls ein. Gründe dafür sind,
dass die prekäre Lage von der lokalen Presse
und den Institutionen weitestgehend ignoriert
wird. Andere Ermittlungsverfahren gegen Nazis
gehen schleppend voran oder werden ganz eingestellt.
Natürlich entsteht
das Naziproblem keinesfalls im luftleeren Raum.
Den Nazis fällt es nicht schwer, ideologisch
an den gesamtgesellschaftlichen Diskurs anzuknüpfen.
Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, homophobe
Denkmuster und Geschichtsrevisonismus sind allgemein
präsent. Desweiteren spielt die ländliche
Struktur der Region eine Rolle, in welcher xenophobe
und autoritäre Einstellungen stark verbreitet
sind und ein erheblicher Mangel an alternativen
bzw. emanzipatorischen Freiräumen besteht.
Hinzu kommen oft auch eigene Existenzängste
und die Sorge um die eigene soziale Situation.
Diese führen meist zu einem völlig unreflektierten
Projektionsverhalten was wiederum einen Nährboden
für faschistisches Gedankengut darstellt
und die Arbeit für braune Demagogen erleichtert.
Diese Faktoren führen dazu, dass in der Region
ein rechter Mainstream entsteht bzw. entstehen
konnte und in einigen Städten, wie in Mittweida,
die Nazis eine Hegemoniestellung innehaben.
Eine offensive Intervention
gegen diese unerträglichen Zustände
ist dringend notwendig.
Deshalb fordern wir:
Nazis entschieden entgegentreten,
faschistisches Gedankengut nicht tolerieren, Zerschlagung
rechtsextremer Strukturen
Förderung emanzipatorischer Gegenkultur,
schaffen alternativer Freiräume
kritischen Umgang der Medien mit der Situation
in der Region
Beschleunigung der Ermittlungsverfahren gegen
Nazitäter
Mit der Demonstration am
12. Mai wollen wir klar und deutlich zum Ausdruck
bringen, dass wir diese Zustände hier entschieden
bekämpfen werden!
Den Nazis auf die Pelle
rücken!!!
Unterstützer_innen Liste:
Antifa Dresden, NAM-Crew Dresden, Autonome Antifa
Ostsachsen, Antifa Chemnitz, OAP Chemnitz, Antifa
RDL, solid Sachsen, Verein zur Förderung
alternativer Jugendkultur i.G., Jugendclub Kriebethal
Treffpunkt und Demostart
in Mittweida:
14
Uhr am Denkmal für die Opfer des Konzentrationslagers
Flossenbürg auf der Feldstrasse
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