| Antifa
strikes back!
(BekennerInnenschreiben)
von Antifagruppen aus Westdeutschland
17.08.2002
Mitte der neunziger Jahre wurde die Strategie der Nazis bekannt,
v.a. in Ostdeutschland so genannte "National befreite Zonen" zu
schaffen, d.h. Gebiete, in denen es so gut wie keine AusländerInnen,
aber auch keine Linken mehr geben sollte.
Mit Entsetzen mussten wir zusehen, wie dieses Konzept in den letzten
Jahren immer mehr in die Tat umgesetzt wurde. Sämtliche Versuche,
diese Entwicklung mit konventionellen Antifamethoden (direkte
Aktionen, Kämpfe um kulturelle Hegemonie) aufzuhalten und den
Einfluss der Nazis zurückzudrängen, scheiterten.
Daher begannen wir 1997, neue Methoden zu entwickeln und konkrete
Vorbereitungen zu treffen, um diese auch in die Tat umzusetzen.
Es handelte sich bei dem Konzept um einen langfristigen Plan,
der aus vielen verschiedenen Bausteinen zusammengesetzt war. Es
waren Gruppen aus dem gesamten Gebiet der ehemaligen brd daran
beteiligt, auch einige Gruppen in Ostdeutschland wurden einbezogen.
Einige von uns kundschafteten die Lage der und in den NBZ genauestens
aus, andere stezten die verschiedenen NBZ mittels Computersimulationen
miteinander in Beziehung, um einen größtmöglichen Effekt zu errechnen.
Kontakte ins Ausland wurden aufgebaut, nachdem feststand, dass
die Wirksamkeit um ein Vielfaches gesteigert werden könnte, wenn
das Ausland miteinbezogen würde.
Geld wurde gesammelt, um das Ausland zu entschädigen. In großem
Stil wurden über Jahre hinweg die notwendigen Aktionsmaterialien
angeschafft und gesammelt.
Am 23. Juli war es dann schließlich soweit: An sehr wenigen,
genau anhand der Computersimulationen ausgewählten Orten (insgesamt
sechs, die aufgrund der Kriminalisierungsgefahr geheim bleiben
müssen) wurden von unseren AktivistInnen in einer einzigen Nacht
über 600.000 Spraydosen aller Arten (Haarspray, Deo, Sahnesprühpartonen,...)
entleert.
Durch die Treibgasansammlungen über den ausgewählten Orten (unter
anderem auch bei unseren Genossen in der Tschechischen Republik
und der Slovakei) war es uns möglich, die Lage der Hoch- und Tiefdruckgebiete
über Mitteleuropa entscheidend zu beeinflussen. Nach einer gewissen,
von uns allerdings auch vorausgesehenen Verzögerungszeit, trat
dann endlich der gewünschte Effekt ein: ja, es handelt sich dabei
um das Hochwasser, das z.Zt. die Nachrichtensendungen beherrscht.
Hiermit bekennen wir uns dazu, es geplant und herbeigeführt zu
haben. Wir möchten hiermit gleichzeitig den unschuldigen Opfern,
v.a. in der Tschechischen Republik, unser Mitgefühl ausdrücken,
leider waren einige Nebeneffekte unvermeidbar, wenn wir nicht
die Wirkung unserer Antifaaktion zu großen Teilen hätten entkräften
wollen. Insbesondere das Zusammenziehen von Wassermassen in der
Tschechischen Republik war für das Gelingen des Plans unentbehrlich.
Trotzdem haben wir versucht, die Schäden für Unschuldige so gering
wie möglich zu halten. Nach bisherigem Stand war die Aktion ein
großer Erfolg: bisher wurden über 45% aller NBZ zerstört, Prognosen
erwarten in den nächsten Tagen die Zerstörung von weiteren bis
zu 40%. Alles in allem sind das dann bis zu 85% aller NBZ, die
wir zerstören oder unbrauchbar machen konnten.
Nebenbei war es uns zusätzlich möglich, einige der unsympatischsten
Regionen Bayerns und Österreichs als positiven Nebeneffekt in
die Aktion miteinzubeziehen.
Organisiert die antifaschistische Selbsthilfe!
Kampf dem Faschismus! Let it rain!
Für freies Fluten!
Antifaschistische Aktion,
im August 2002 |