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NeoNazi-Umtriebe
bei der 11. Gomondai-Gedenk-Demo am 8. April 2002 in Dresden
Bei der Demo haben 500 Personen demonstriert,
um an den rassistischen Mord an Jorge Gomondai am 6. April 1991,
der durch Neo-Nazis verübt wurde, zu erinnern bzw. dagegen zu protestieren.
Die oben beschriebene Neo-Nazi-Gruppierung versuchte aus einem Hinterhof
plötzlich an der Demo mit einem Transpa aufzutauchen. Die Polizei
hat die 21 NeoNazis jedoch vorher festgesetzt.
Die NeoNazis haben mit diesem Versuch wieder gezeigt, dass sie direkte
Konfrontationen mit ihren politischen Feinden suchen.
Sven Hagendorf war schon ab 17 Uhr allein unterwegs, filmte die
Teilnehmer des Gedenkgottesdienstes ab und versuchte es dann bei
der Demo. Die Polizei setzte Hagendorf erst nach mehrmaliger Intervention
beim Einsatzleiter der Polizei fest.
Wie schon so oft haben sich die NeoNazis nach dem mißglücktem Angriff
im Biergarten am Postplatz zurückgezogen.
Ronny Thomas und Sven Hagendorf wieder mal allein in der Gegend
- am 31. März 2002 am Hauptbahnhof vor der Anreise zur Antifa-Demo
in Sebnitz war ihnen dies nicht gut bekommen.
Foto: Sven
Hagendorf mit Video-Kamera in der Hand am 8. April 2002
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27. Januar 2002 - Tag des Gedenkens
an die Opfer des NS -
antisemitischer Anschlag Dresdner Neo-Nazis
In der Nacht vor dem 27. Januar wurden auf
dem Heidefriedhof fünf Gedenk-Stelen in einem Stelen-Rondell
für die Opfer des NS mit roter Farbe geschändet. Dabei
wurden drei antisemitische Sprüche hinterlassen: Einer zum
"Gedenken" an "ermordete Palästinenser";
der zweite zum "israelischem Faschismus", der dritte lautete
"Tod den jüdischen Mördern". Im Kontext des
Gedenktages für die Opfer des NS, sind die Sprüche u.a
krasse Relativierungen der Verbrechen der Nazi-Deutschen.
Die Täterschaft bei Dresdner Neo-Nazis zu sehen liegt nahe,
da z.B. die NPD Dresden schon seit Jahren durch offensiven Antisemitismus
bekannt ist. Am 9. November 2001 störten Dresdner Neo-Nazis
die Weihe der neuen Synagoge (
09 nov 01).
Das Bekunden von Pro-Palästina-Solidarität (im Zusammenhang
mit Antisemitismus) ist seit kurzem in der Neo-Nazi-Szene üblich
geworden. (z.B. NPD-Demo in Jena am 14. April 2001 unter dem Motto
"Solidarität mit Palästina"). Auch die sog.
Pali-Tücher werden zunehmend von Neo-Nazis getragen, vor allem
bei politischen Aktionen.
Am 27. Januar fand auch eine Gedenkveranstaltung
von Politikern auf dem Heidefriedhof statt. Bei dieser Gelegenheit
erklärte Dresdens Oberbürgermeister Roßberg der
Dresdner Lokalpresse, es handele sich bei dem Anschlag um einen
"dummen Jungenstreich". Ernster genommen wird der Anschlag
immerhin von der Polizei, die wegen Volksverhetzung ermittelt.
OB Roßberg glänzte im Weiteren durch Kenntnis politischer
Verhältnisse als er sagte, die Täter seien "autonome
Linke". Nachdem er den OB-Wahlkampf u.a. mit linksliberalen
Kräften gewonnen hat und vor allem mit seinem Image als Liberaler,
hat er damit die Linke ziemlich in den Dreck gezogen. Was nicht
heissen soll, dass ähnliche antisemitische Äußerungen,
wie in dem Anschlag, nicht auch von "Linken" kommen können.
Nur würden diese es nicht zum Tag des Gedenken der NS-Opfer
in Form eines Anschlages äußern.
OB Rossberg, der sich so im Verharmlosen von
Antisemitismus bewiesen hat, wird wohl auch zum 13. Februar, dem
geschichts-revisionistischen Dresdner Volks-Trauer-Spektakel-Tag
in ähnlicher Art Flagge zeigen. "Wir lassen uns nicht
provozieren" sagte er, als das Gedenken am 27. Januar von den
geschändeten Stelen weg-verlegt werden musste. Vielleicht kann
er diesen Spruch nochmal sagen, wenn sich die etwa 1000 Neo-Nazis
am 13. Februar zu den Bürgern vor der Frauenkirche gesellen
um gemeinsam dem Spektakel bei Glockengeläut zum Höhepunkt
kommen zu lassen.
Riesen-Monster-Mob-Scheisse am 13. Februar
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Nazi-Terror
nach Neo-Nazi-Demo in Berlin am 1. Dezember 2001
Am Samstag, den 1. Dezember, nach einer Neo-Nazi-Demonstration in
Berlin mit 3000 Teilnehmerinnen, feierten die Nazis den Erfolg. Trotz
massiver Prosteste und der Blockade der ursprünglichen Demonstrations-Route,
konnten die Neo-Nazis gegen die Ausstellung: "Verbrechen der Wehrmacht.
Dimensionen des Vernichtungskriegs 1941-1944" demonstrieren.
Foto: Dresdner Neo-Nazis am 1. Dez. 01 in Berlin mit Transpi vom 9.
Nov. 01. (ganz links: Ronny
Thomas)Um den Erfolg auszukosten,
haben ca. 100 Neo-Nazis aus Sachsen im Zug von Berlin nach Elsterwerda
ihre Ordnungsmacht ausgelebt. Auf ihrer Suche nach potentiellen Opfern
stieß Andrée Kuhn, sog. Stellvertretender Ordnungsdienstleiter der
NPD Sachsen, auf P., Wegen Beobachtung der Aktivitäten der NPD Dresden
war ihm P. aufgefallen. Daraufhin kam es im Verlauf von über
einer Stunde zu Misshandlungen, Bedrohungen und Beleidigungen gegen
P. Als P. den Zug in Begleitung des Rettungsdienstes verlassen wollte,
wurde Jagd auf P. gemacht. Es wurde solange auf P. eingeschlagen und
eingetreten, bis P. sich nicht mehr gerührt hat.
Mehrere Leute konnten währenddessen fliehen oder sich verstecken.
Die Polizeidirektion Cottbus hat daraufhin einen Einsatz eingeleitet,
über den wir bisher keine Informationen haben. P. geht es den Umständen
entsprechend gut.Nach dem Erfolg der Neo-Nazis am 1. März 1997 in
München (Demonstration von 6000 Neo-Nazis gegen die Ausstellung "Vernichtungskrieg.
Verbrechen der Wehrmacht 1941-1944") konnte die NPD ihre bundesweite
Struktur ausbauen und den Organisierungsgrad erhöhen. Ein ähnlicher
Aufschwung ist nach der Demo in Berlin zu befürchten. Andree
Kuhn (Foto links) hat eine
Bewährungsstrafe weil er sich mit anderen Neo-Nazis trotz eines Verbots
zu einer Demonstration formiert hat. (am 2. 12. 2000 in Dresden).
Er ist mehrfach wegen Tätlichkeiten aufgefallen. Als Chefordner der
ca. 10 NPD-Demonstrationen innerhalb der letzten zwei Jahre in Dresden
spielt er auch überregional eine nicht unbedeutende Rolle in der Neo-Nazi-Szene.
Während des Übergriffs auf P. führte er gezielt Neo-Nazis an P. vorbei,
um P. bekanntzumachen und drohte dabei weitere und schlimmere Übergriffe
an. (
Kuhn-site)
In diesem Zusammenhang wurden Videos von Sven Hagendorf erwähnt, auf
denen P. zu sehen sei. Foto:
Sven Hagendorf (Foto rechts)
hatte auf nahezu sämtlichen Aktivitäten der NPD Dresden die Funktion
Video-Aufnahmen von Beobachtern und Gegen-Aktivisten zu machen. Zuletzt
geschehen am 9. November 2001, dem Tag der Weihe der neuen Synagoge
in Dresden, die durch Mitglieder der NPD Dresden und sog. Freien Kräften
massiv gestört wurde.
Eine
wichtige Rolle bei dem Übergriff spielte die ca. 60 Jahre alte Frau
Dobberstein (Foto: Neo-Nazi-Demo
am 03. 10. 2001 in Berlin), deren Aussehen vom Klischee der Nazis
abweicht. Sie vermittelte den Übergriff den Unbeteiligten als berechtigten
Angriff. Sie vermittelt bei sonstigen Aktivitäten der NPD und freien
Kräfte den Eindruck, es sind gute Jungs und es herrscht ein voreingenommenes
Klima gegen sog. Nationale Bürger. Dabei spielt sie immer mit dem
Klischee vom Neo-Nazi und profitiert gleichzeitig davon, dass sich
nie jemand traut, sie als das zu bezeichnen, was sie ist.
Sie trat z.B. auf, bei einer von Neo-Nazis dominierten Veranstaltung
im Haus der Presse mit den Titel "Was tun gegen rechts" (im Jahr 2000).
Frau Dobberstein war auch beteiligt an der Verhinderung einer Veranstaltung
im Hatikva in Dresden (Bildungsstätte für jüdische Kultur).
mehr Fotos von Frau Dobberstein
09.
02. 2002 |
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| 9. November 2001
Am Jahrestag der "Reichspogrom-Nacht"
(1938), der Tag der Weihe der neuen Synagoge in Dresden gab es eine
extrem antisemitische Aktion von bekannten organisierten Dresdner
Neo-Nazis. (Ronny Thomas, Sven Hagendorf,
Andree Kuhn,...)
Einige der Neo-Nazis waren den gesamten Tag über vor der neuen
Synagoge präsent und diskutierten mit Bürgerinnen. Auf
einer Neo-Nazi-Homepage haben sie Fetzen der Gespräche wiedergegeben
- sie haben sich offenbar mit vielen der Bürgers gut verstanden.
Gegen Abend, als eine zivilcouragierte Lichterkette die neue Synagoge
mit ihrem Feuer (!) begrüssen wollte, sammelten sich die Neo-Nazis
unauffällig in kleinen Gruppen und waren sichtbar nervös,
Sven Hagendorf filmte wie immer. (Er ist dabei stets mit Messer
oder ähnlichen Waffen ausgestattet.)
Als die Lichterketten-Akteure zu einer Kundgebung neben der neuen
Synagoge versammelt waren entrollten die Neo-Nazis ein Transparent
und warfen ein paar Dutzend kleine Flyer mit üblem antisemitischen
Mist. Nach einer kurzen antifaschistischen Aktion dagegen, entschlossen
sich nun auch die Bullen einzugreifen. (Ohne weitere Konsequenzen
für irgendjemanden.)
Im Nachhinein haben die Neo-Nazis dann noch Anzeige erstattet gegen
einen Redner der Lichterketten-Kundgebung, der unmittelbar vor der
Nazi-Aktion dazu aufgefordert hatte, sich mit Neo-Nazis auch direkt
auseinanderzusetzen.
Eine Lichterkette zum 9. November hatte auch im Jahr 2000 schon
stattgefunden. Die Nazis versuchten als besoffener Mob in die Nähe
der Couragierten zu kommen, wurden aber von der Polizei aufgehalten.
junge welt vom 16.11.2001
Dresden: Der Mantel des Schweigens
deckt Aktivitäten von Neonazis gegen die Neue Synagoge
Wer als Tourist nach Dresden fährt, tut dies
nicht zuletzt des barocken Stadtkerns wegen, denn künstlerisch und
architektonisch ist die Zeit in der Stadt vor knapp 90 Jahren stehengeblieben.
Keine Diskussion zur Bebauung ohne eine ausführliche Referenz an
das Vergangene. Der sogenannte Canaletto-Blick, also das Panorama
von der Semperoper über die Brühlsche Terrasse hin zur Synagoge,
ist das Sinnbild des alten Dresden. Aus den dreißiger Jahren stammt
ein Film über die gute Zeit. Dieser Streifen ist als Video zu erhalten
und wird gern distanzlos im öffentlichen Rahmen vorgeführt. In diesem
Film, der unter den Nazis in Auftrag gegeben wurde, ist eben jener
Canaletto-Blick zu sehen – ohne Synagoge. Bereits Jahre vor der
materiellen Auslöschung hatte man sich im kunstsinnigen Dresden
des von Gottfried Semper erbauten Gemeindehauses durch Retusche
entledigt. Gegen die Wiederaufführung des Filmchens war bislang
keine Stimme zu vernehmen.
Am vergangenen Freitag, genau 63 Jahre nach
den antijüdischen Ausschreitungen, wurde am alten Ort die Neue Synagoge
geweiht. Ein Bauwerk, welches sich nicht in das restaurationsverliebte
Zuckerbäckeridyll einfügen will. Es sei in Deutschland seinerzeit
mit dem Willen zur absoluten Vernichtung einer Gruppe von Menschen
ein Verbrechen begangen worden, so das verantwortliche Architektenbüro.
Mit einem simplen Wiederaufbau der alten Semper-Synagoge hätte man
so getan, als wäre alles wie vorher. Ein neues Gebäude müßte deshalb
auch vom Äußeren her eine neue Synagoge sein. Vom Ressentiment in
den Leserbriefspalten der Zeitungen bis hin zur kaum verdeckten
antijüdischen Hetze reichte die Front gegen den Bau, wobei sich
die Ablehnung vorgeblich an der Architektur festmachte. So wurde
das Gemeindehaus auf einer NPD-Veranstaltung »Bunker« geschimpft.
Und einen Bunker würde nur bauen, wer auch Bomben werfe.
Das übliche Spektrum Dresdner Neonazis war
auch am Freitag anwesend, dem Tag der Einweihung der Synagoge, vom
wegen Körperverletzung vorbestraften örtlichen Ex-NPD-Chef bis hin
zum Landesvize der parteieigenen Ordnergruppe. Besucher wurden von
den Neonazis fotografiert und gefilmt. Die Polizei, die darauf mehrfach
aufmerksam gemacht wurde, reagierte nicht oder nur unwillig. Und
als kurz darauf aus einer Seitenstraße ein Trupp mit dem Transparent
»Vor der Versöhnung kommt die Wahrheit« anmarschierte, interessierten
die Ordnungshüter sich mehr für diejenigen, die diesem Spuk ein
Ende bereiten wollten.
Unruhig war es bereits zuvor geworden, als ein Vorstandsmitglied
der Jüdischen Gemeinde in einer Ansprache darauf hinwies, daß in
den Zeitungskiosken der Stadt Nazizeitungen und SS-Bücher verkauft
werden. Deutliche Zwischenrufe gab es, als der Mann seine Rede mit
der Forderung beendete, sich endlich auch praktisch mit den Neonazis
auseinanderzusetzen.
Wie notwendig das ist, wurde vergangenes Wochenende sichtbar – an
die gerade eingeweihte Synagoge war ein Hakenkreuz geschmiert worden.
Es sei im Innenhof des zur Synagoge gehörenden Gemeindezentrums
am Samstag entdeckt und sogleich entfernt worden. Obwohl informiert,
verschwieg die Polizei die Tat. Erst am Dienstag wurde der Fakt
öffentlich, da laut Polizei keine Trittbrettfahrer animiert werden
sollten. Das kollektive Schweigen von Öffentlichkeit und Politik
wurde durch banale Äußerungen wie die des Regierungssprechers ergänzt,
der am Dienstag von einer »Schande« sprach, aber auch hoffe, daß
dies ein Einzelfall bliebe.
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