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November 2004 - fortgesetztes Desaster mit Naziübergriff
::: Wieder setzte die Polizei die Teilnahme organisierter Neonazis
an der Montagsdemonstration durch, obwohl dies von der Demo nie
gewollt war. Die Teilnahme der Neonazis sei "friedlich"
sagt das Ordnungsamt. Demgegenüber stehen mehrere unfriedliche
Vorkommnisse, die von den Nazis auf der Montagsdemo ausgingen.
::: Wieder einmal haben die Neonazis als "kritische Teilnehmer"
gegen Sozialabbau und Nationalismus demonstriert. Wie das? Bei
ihren zwei Transparenten unter dem Label "Nationales und
Soziales Aktionsbündnis Mitteldeutschland - NSAM" musste
das Wörtchen "National" abgeklebt werden... So
macht das Ordnungsamt aus neonationalsozialistischen Bestrebungen
flugs soziale Bestrebungen - und schon sieht die Welt viel besser
aus.
::: Im Anschluss prügeln Hagendorf & Co auf hauptsächlich
junge AntifaschistInnen ein. Inzwischen wurden drei von ihnen
im Krankenhaus behandelt, darunter der Ex-Anmelder der Montagsdemonstration
Daniel Weigelt.
Pressemitteilung, 1. November 2004
Übergriff von
Neonazis auf Antifaschistinnen nach Montagsdemonstration in Dresden
Zwei Jugendliche mussten umgehend ins Krankenhaus
Am 1. November 04 fand in Dresden wieder eine Montagsdemo "Gegen
Sozialabbau und Nationalismus" statt.
Erneut nahmen ca 30 Neonazis mit Transparenten teil.
Ungefähr 50 Antifaschistinnen versuchten mit einer Spontandemonstration
die Neonazis, die sich wie immer versuchten in den hinteren Teil
der Demo einzureihen, zu blockieren. Die Blockaden wurden von
der Polizei aufgelöst.
Im Anschluss zogen die Neonazis erneut in den Biergarten am Postplatz,
den sie auch zu anderen Anlässen als Treffpunkt nutzen.
Ca 15 junge Antifaschistinnen hielten sich noch eine Weile vor
dem Biergarten auf und riefen Sprüche, mit denen sie ihren
Unmut gegen die Neonazis äußerten.
Daraufhin kamen 5 oder 6 Nazis aus dem Biergarten. Einer der Neonazis,
Sven Hagendorf, ging auf die andere Straßenseite zu den
Jugendlichen und fing an diese zu schubsen und zu schlagen. Die
anderen Neonazis folgten ihm und schlugen auf sie ein. Einer der
Antifaschisten wurde mit einem schweren Gegenstand so auf den
Hinterkopf geschlagen, das er zusammenbrach und sofort von einem
Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden musste. Weiterhin
gab es mehrere Leichtverletzte sowie eine weitere Person die umgehend
in die Notaufnahme gebracht wurde.
Sven Hagendorf der Betreiber des Naziclubs auf der Weimarschen
Str. 14, fiel durch besondere Brutalität auf. Dieser hatte
bereits bei dem Versuch sich am 20.09. in die Montagsdemo reinzuprügeln,
einen Demonstrationsteilnehmer mit einer Holzlatte ins Gesicht
geschlagen und dabei verletzt. Trotz einer damals gestellten Anzeige
setzte die Polizei seine Teilnahme erneut durch.
Seit Wochen versucht das Ordnungsamt und die Polizei die Teilnahme
stadtbekannter Neonazis durchzusetzen. Nachdem die Anmelder der
Auflage Nazis an ihrer Demonstration teilnehmen zu lassen nicht
nachkamen und sich weiterhin in Ansprachen gegen die Nazis aussprachen,
durften sie diese Demonstrationen nicht mehr anmelden. Neue Anmelder
wurden vom Ordnungsamt bestimmt.
Die Anmelder klagten gegen den Auflagenbescheid und beantragten
einstweiligen Rechtsschutz.
Das Verwaltungsgericht lehnte diesen ab.
Eine Sprecherin der Antifaschistinnen: "Es ist empörend,
das das Dresdner Ordnungsamt Initiativen gegen Sozialabbau dazu
zwingt gemeinsam mit gewalttätigen Neonazis zu demonstrieren,
oder ihnen zur Wahl stellt ihre Demonstration nicht durchzuführen.
Gerade jetzt, wo viele Leute zu mehr Engagement gegen Neonazis
aufrufen, ist das Vorgehen der Dresdner Stadtverwaltung beschämend."
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antifascist press releases dresden
antifapress@systemli.org
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