|
Militante "Kameradschaft"s-Nazis
gegen Sozialabbau?
Bildberichte zu den drei Montagsdemos im Dezember 2003
NEU! Leserbriefe an die Sächsische
Zeitung
Presseberichte
|
15.
Dezember 03, Dresden
Montagsdemo die Dritte: Polizei schützt
Neonazis in der Demo!
Mit ca. 100 Menschen startete die Demo um 17.30 Uhr an der Altmarktgalerie
in Dresden. Auch diesmal hatten sich wieder 10 -15 Faschos versammelt
um die Demo zu unterwandern. Bis auf eine Birne war es auch (vor
allem für die "normalen" Bürger) kaum ersichtlich,
dass es sich um Nazis handelte.
Nach unseren Hinweisen bei der Demoleitung gab es mehrere Durchsagen,
dass die Nazis unerwünscht sind und sich zu entfernen hätten.
Das taten sie allerdings nicht, sondern versuchten weiter bei
der Demo mitzulaufen. Nach einer kleinen Rangelei (Arschtritt
für Hagendorf) wurde kurzzeitig ein Antifa-Aktivist festgesetzt,
aber gleich wieder "freigelassen". Obwohl der Veranstalter
die Polizei darauf hinwies, dass die Nazis an der Demo nicht teilnehmen
dürfen und nur provozierend auftreten, sah die anwesende
Hundertschaft keinen Anlass die Nazis zu entfernen. Die Herren
in Grün waren vielmehr darauf bedacht, dass den "guten
Deutschen" nix passiert. Auch der Staatsschutz war vertreten
und hat mehr mit den Nazis verhandelt als mit der Demoleitung.
Uns blieb also wenig Freiraum. Die Nazis wurden beschützt
und wir daran gehindert, sie davon zu jagen.
|
Quelle:
de.indymedia.org/2003/12/70179.shtml

Sven Hagendorf mit Megaphon,
Ronny Thomas mit Pali-Tuch, Sebastian Reiche mit Koteletten
|
8.
Dezember 03, Dresden
Montagsdemo von organisierten Schläger-Nazis
angeführt
Was unterscheidet eine Demo gegen Sozialabbau, die von Neo-Nazis
mit einem Front-Transparent angeführt wird, von einer Neo-Nazi-Demo?
Die zweite sogenannte Montagsdemo gegen Sozialkahlschlag hat
mit etwa 50 Leuten stattgefunden, darunter etwa 10 bekannte Neo-Nazis
der militanten "Freien Kräfte Dresdens". Namentlich:
Ronny Thomas (mit Pali-Tuch), Sven
Hagendorf, René
Despang und Sebastian
Reiche (in Bomberjacken, Glatze).
Neben anderen gehört auch die DGB-Region Dresden-Oberes
Elbtal, namentlich Rolf Neher als Regionsvorsitzen, zu den Unterstützern
dieser Demonstration. Neher war Sprecher von "Dresden gegen
rechts", ein Bündnis, welches zum 1. Mai 2002 gegen
den Neo-Nazi-Aufmarsch mobilisierte. Als Neher vom Auftreten der
Neo-Nazis auf der Montagsdemo erfuhr distanzierte er sich jedoch
von diesen (
sächsZ ). Die anderen Unterstützer der Demo, wie
zum Beispiel der MLPD, hatten offenbar keinen Bedarf an solcherlei
Klarstellungen. |
Montagsdemo mit Fronttranspi in altdeutscher Schrift, getragen von
Ronny Thomas und anderen bekannten Neo-Nazis |
1. Dezember 03, Dresden
Unglaublich:
Dummdreiste Neonazis prügeln auf Montagsdemo!
Am 1. Dezember 03 fand
eine erste "Montagsdemo" des "Dresdner Aktionsbündnis
Gemeinsam gegen Sozialkahlschlag - auch in Dresden" statt.
Obwohl auch die PDS Dresden zu dieser Aktion aufgerufen hatte,
stellte sich heraus, das fast nur obskure Gestalten diesem Aufruf
gefolgt waren.
"Gegen den Verrat am Sozialstaat" hiess es auf
Flyern und wer hier Verschwörungstheorien vermutet liegt
auf keinen Fall falsch. So sind zwei der Initiatoren der "Initiative
Aufbruch" von der "AG Natürliche Wirtschaftsordnung
Dresden", die spätestens von einer Sendung auf ColoRadio
bekannt wurden. Dort waren sie durch ihre antisemitische Kapitalismus-Analyse
aufgefallen. Zur AG Natürliche Wirtschaftsordnung siehe
hier:
www.free.de/Zope/terminal/txt/011103a
Am Treffpunkt der Montagsdemo waren nur sehr wenige Leute,
dafür aber gleich mehrere von der BüSO (Bürgerrechtsbewegung
Solidarität), die Flugblätter verteilten. Auch
BüSO fällt durch Antisemitismus auf.
Als es dann doch so etwa 50 Leute waren, fing die Kundgebung
an. Dabei übte sich der obskure Haufen im gemeinsamen
Rufen von "Wir sind das Volk!" Das gab ein grosses
Gelächter bei den danebenstehenden etwa 15 Antifas.
An dieser Stelle muss gesagt werden, das die Dresdner NPD
bzw. das Nationale Bündnis Dresden oder wie auch immer
(ist eh fast dasselbe) auch zu dieser "Montagsdemo"
aufgerufen hatte und zwar mit dem Hinweis darauf, dass diese
Demo von links bis rechts organisiert sei.
Von demonstrier-willigen Neonazis war aber nichts zu sehen
gewesen. Und wer dann angelatscht kam war
Sven Hagendorf und
Ronny Thomas, die wohl bekanntesten Dresdner Neonazi-Kader
aus dem damaligen
"Thor" - dem Treff militanter Schlägernazis.
Ronny Thomas geht übrigens nach Weihnachten ein Jahr
in den Knast.
Beide kamen in Schlägermanier grinsend auf die Antifas
zugelatscht und dachten wohl, das ihre Erfahrung im Verprügeln
von Linken einschüchternd wirken würde. Das war
aber nicht so.
Die Antifas forderten die Neonazis sofort lautstark zum Gehen
auf und stellten sich ihnen in den Weg. Es kam wie es kommen
musste: Ronny Thomas versuchte sich an der x-hundertsten Körperverletzung
seines Lebens. Auch Sven Hagendorf tat dabei mit. Das Ganze
hatte aber keine nennenswerten schlechten Folgen für
die Antifas gehabt. Die Polizei bemühte sich auch herüber
und nahm Personalien auf.
Während also die Antifas den Zugang der Neonazis zur
"Montagsdemo" verhinderten, hielten die weiterhin
ihre Kundgebung ab. Mehrere Ansagen, die lauter als die blöden
Redner der Kundgebung waren, wiesen auf die bizarre Situation
hin, nämlich dass sich hinter den ignoranten Bürgern
prügelnde Neonazis befinden, die zudem noch für
die Anti-Antifa versuchen Fotos zu schiessen (Hagendorf mit
handy-camera). Nun ja, das war dem bescheuerten "Montagsdemo"-Haufen
völlig egal, bloss das diese Angelegenheit einen solchen
Krach verursachte, das ging denen auf die Nerven und so sind
sie ganz schnell wegdemonstriert und ließen die Antifas,
Bullen und Neonazis (inzwischen vier Stück) zurück.
Schöne Scheisse.
Aber immerhin wurde den Neonazis mal wieder gezeigt wo's langgeht!!!
up
|
|
Quelle mit interessanten Ergänzungen:
de.indymedia.org/2003/12/68754.shtml |
Nazi-Bande zu viert
von links:
Sven Hagendorf,
Ronny Thomas, n.n., n.n. |

selbe Nazi-Bande
von rechts: Ronny Thomas, Sven Hagendorf |
zwei
Leser-Briefe an die Sächsische Zeitung
Danke an die Leserbriefschreiberinnen, die
uns ihre Briefe zur Dokumentation überliessen.
1.
Betr.: Artikel: Montagsdemo: „Wieder Ärger mit Extremisten“
(SZ 16.12.03)
Es gab nicht allgemein „Ärger mit Extremisten“
auf der Montagsdemo sondern mit neofaschistischen Provokateuren.
Die Schlussfolgerung aus der skandalösen Provokation der
Neofaschisten kann daher nicht sein, die Fortsetzung der Demonstrationen
in Frage zu stellen. Dann hätte die Neofaschisten und die
hinter ihnen stehenden Kreise ja erreicht was sie wollen, nämlich
die Bewegung gegen die Agenda 2010, die längst zu einer Bewegung
gegen die Regierung geworden ist, in Misskredit zu bringen. Der
eigentliche Skandal ist für mich der, dass die Polizei vor
Ort- trotz Aufforderung durch die Demo-Leitung dem Treiben der
ca. 15 Neofaschisten keinen Einhalt gebot. Ja mehr noch, man konnte
sich des Eindruck nicht erwehren, als gelte die Sorge der Polizei
dem „wohl ergehen“ der Rechten. Dieser Polizeischutz
ermöglichte erst die Provokation der neofaschistischen Rattenfängern
mit ihrer sozialen Demagogie. Das verwundert eigentlich auch nicht,
wird bekanntlich doch das Führungspersonal dieser Partei
vom Verfassungsschutz gestellt. Es ist den Veranstaltern der Montagsdemonstration
hoch anzurechnen, dass sie sich weder von den Neofaschisten noch
durch das skandalöse verhalten der Polizei provozieren ließen.
Für mich kann es nur heißen, jetzt erst Recht den aktiven
Widerstand gegen die Agenda 2010 zu verstärken.
Herzliche Grüße
2.
Leserbrief zu Artikel „Extremisten bedrohen Kahlschlag -
Bündnis“
Ich bin der Meinung das Sie in Ihrem Artikel „Extremisten
bedrohen Kahlschlag - Bündnis“ vom 11.12.2003 ein sehr
ungenaues, wenn nicht sogar falsches Bild von den Geschehnissen
um die letzten beiden Montagsdemonstrationen in Dresden vermittelt
haben. Ich bin keine Linksextremistin und finde es nicht richtig,
wenn irgendwelche Organisatoren des „Kahlschlag - Bündnis“
bedroht werden sollten. Es ist jedoch ein nicht zu verharmlosender
Fakt, das einige der führenden Köpfe der gewaltbereiten
Dresdner Neonazi - Szene wiederholt an den Montagsdemos teilgenommen
haben. Am letzten Montag marschierten ca. 10 Neonazis, unter Führung
des stadtbekannten und wegen mehrfachen Gewaltdelikten gerichtlich
verurteilten Rechtsextremisten Ronny Thomas, mit einem Transparent
in altdeutscher Schrift an der Spitze der Dresdner Montagsdemo.
Hierzu gibt es auch Fotos im Internet, die diesen Fakt beweisen.
Eine Woche zuvor versuchten einzelne Personen, welche Sie in Ihrem
Artikel als Linksextremisten bezeichnen, Ronny Thomas und 3 weitere
Neonazis an der Teilnahme der Montagsdemo zu hindern. Dabei kam
es zu einem kurzen Handgemenge von Seiten der Neonazis, welche
sich gegen den Ausschluß von der Demonstration wehren wollten,
aber zu keiner Schlägerei. Ich bin der Meinung das es von
den Organisatoren der Montagsdemo nicht ernst gemeint ist, wenn
Sie behaupten, sich von Rassisten und Nationalisten zu distanzieren,
weil Ihre Taten Ihren Worten entgegenlaufen. Eine Distanzierung
von solchen rechten Kräften kann nicht wirklich ernst genommen
werden, wenn man es zulässt, das die Neonazis mit einem eigenen
Transparent an der Demo teilnehmen. Eine echte Distanzierung würde
bedeuten, das man Rechtsextremisten ausschließt und nicht
mit Ihnen gemeinsam demonstriert. Die Dresdner Neonazis feiern
die Teilnahme an den Dresdner Montagsdemos in Ihrem eigenen Internetforum
als einen großen Erfolg und freuen sich darüber das
Sie so ungehindert an den „Kahlschlag“ - Demos teilnehmen
konnten. Gegen Rechtsextremsmus und Fremdenfeindlichkeit reichen
keine leeren Phrasen, sondern diesen Extremisten muß man
sich entschieden entgegenstellen.
up
|
Sächsische Zeitung Dresden
Dienstag, 16. Dezember 2003
Wieder Ärger mit Extremisten
Erneut haben sich etwa 15 Rechtsextremisten am Montagaben dunter
die 300 Demonstranten gegen den Sozial-Kahlschlag gemischt. Trotz
wiederholter Aufforderungen der Veranstalter verließen sie
die Kundgebung nicht. Es kam zu einem Wortgefecht mit rund 50
linken Autonomen, die ebenfalls die Demonstration störten.
40 Polizeibeamte konnten die Extremisten zunächst nicht in
Griff bekommen.
"Linke und rechte Extremisten sollen zu Hause bleiben",
sagte Veranstalter der Montagsdemos Manfred Wagner. Es sei fraglich,
ob sich der Protest gegen den Sozialabbau so fortsetzen lasse,
so Mitorganisator und Regionschef des Gewerkschaftsbundes Rolf
Neher. "Es ist traurig, dass das eigentliche Thema verloren
gegangen ist", sagte Mitdemonstrant Dietmar Skeide. (SZ)
up
|
Sächsische Zeitung Dresden
Donnerstag, 11. Dezember 2003
Extremisten bedrohen Kahlschlag-Bündnis
Kundgebungen werden im nächsten Jahr fortgesetzt
Jetzt geht es nicht mehr allein gegen den Sozialabbau der Bundesregierung:
Organisatoren der Montagsdemonstrationen vom „Bündnis
gegen den Sozialkahlschlag“ werden von anonymen links-autonomen
Kreisen bedroht. Der Grund: Sie hätten es zugelassen, dass
sich wiederholt Rechtsextremisten unter die 200 Demonstranten
mischten und auch ein Transparent in altdeutscher Schrift zeigten.
Eine Mitveranstalterin erhielt nun einen Anruf, in dem ihr ein
Unbekannter „Konsequenzen“ im Wiederholungsfall androhte.
„Wir distanzieren uns ausdrücklich von Rassisten und
Nationalisten“, sagte Mitorganisator Rolf Neher, Regionalchef
des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) gestern. Das Bündnis,
dem unter anderem der Frauenverband „Courage“, die
Grauen Panther und die IG Metall angehören, will mit der
Kundgebung am Montag, 17.30 Uhr, seine Aktionen für dieses
Jahr abschließen. Die Initiatoren hoffen auf viele Teilnehmer,
wenn sie vom Dr.-Külz-Ring über Rathausplatz, Pirnaischen
Platz und Postplatz zurück zur Altmarktgalerie ziehen.
Erst am Montag vor einer Woche war es am Rand der Demo zu einer
Schlägerei zwischen Links- und Rechtsextremisten gekommen.
„Die Polizei musste dazwischen gehen“, sagte der ehemalige
Kabarettist Manfred Wagner, der die Kundgebungen im Oktober ins
Leben rief. „Das darf uns nicht noch einmal passieren. Wir
wollen diesen Trittbrettfahrern kein Forum bieten.“
Im Januar werden die Montagsmärsche fortgesetzt. Wagner
liegt am Herzen, die Folgen der sozialen Einsparungen zu thematisieren.
„Die Dresdner sollen auf der Straße zeigen, dass sie
die nicht hinnehmen wollen.“ (kap/lex)
up |
|