Presseartikel
Sächsische Zeitung
Donnerstag, 20. Dezember 2007
Neonazi muss drei Jahre in Haft
Von Lars Rischke
Der 27-Jährige schlug im Sommer einen Inder in einer Straßenbahn
krankenhausreif – aus Fremdenhass.
Weil er einen Inder und zwei deutsche Studenten in der Straßenbahn
angegriffen und zum Teil erheblich verletzt hatte, muss ein 27
Jahre alter Neonazi für drei Jahre ins Gefängnis. Das
Dresdner Landgericht sprach den Angeklagten Christian S. gestern
der gefährlichen Körperverletzung schuldig. Das Urteil
gegen den geständigen Gewalttäter ist bereits rechtskräftig.
Der Vorsitzende Richter Herbert Pröls erinnerte noch einmal
daran, wie der Angeklagte im Juli in einer Straßenbahn der
Linie 12 auf den Inder losging. Wie er ihn aufforderte, die Bahn
zu verlassen. Und wie er plötzlich zuschlug, weil der Angesprochene
dies ablehnte. Als vor der Urteilsverkündung im Gerichtssaal
Aufnahmen von der Tat gezeigt wurden, herrschte beklemmende Stille.
Eine Überwachungskamera hatte die gespenstische Szene festgehalten.
Mithilfe der Bilder kam die Polizei dem Schläger auf die
Spur. Das Opfer erlitt Platzwunden am Kopf und musste in der Klinik
behandelt werden. Dass nicht mehr passierte, grenzt an ein Wunder.
Mit Ziegelstein zugeschlagen
Der selbst geschweißte Schlagring mit seinen spitzen Zacken
war ganz offensichtlich geeignet, einen Schädel zu zertrümmern.
Das Gericht hatte auch keinen Zweifel, dass S. Ende 2006 und im
Frühjahr 2007 zwei deutsche Studenten allein wegen ihres
Aussehens, wegen ihrer Rastalocken angegriffen hatte. In einem
Fall schlug er mit einem Ziegelstein so kräftig zu, dass
der zerbrach. Der betroffene 22-Jährige erlitt bei der Attacke
massive Verletzungen im Gesicht. „Der Angeklagte hat sich
seine Opfer gezielt wegen der Haare und der Hautfarbe ausgesucht“,
sagte der Richter. Pröls kritisierte zugleich das Verhalten
zahlreicher Fahrgäste. Mehrere Zeugen der Tat hatten sich
demnach einfach abgewendet oder die Bahn verlassen, als wäre
nichts geschehen.
Der Angeklagte hatte ein Geständnis abgelegt. Er gab an,
aus Fremdenhass und aus Wut auf Linke gehandelt zu haben, die
mehr vom Leben abbekommen würden als er. Dabei war es nicht
die erste brutale Attacke: In der Vergangenheit soll er unter
anderem einen Afrikaner ebenfalls in einer Straßenbahn mit
einer Flasche verletzt haben.
Bei einer Razzia in seiner Wohnung stellten die Beamten rechtes
Propagandamaterial und Schlagwerkzeuge sicher. S., der aus gutbürgerlichen
Verhältnissen kommt und vor seiner Verhaftung als Rohrleger
tätig war, hatte nach eigenen Angaben in der Vergangenheit
auch Kontakte zur rechtsextremen NPD.
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13. November 2007 - Dresnder Neuste Nachrichten (DNN)
Mutmaßlich fremdenfeindlicher
Gewalttäter vor Landgericht angeklagt
Dresden. Nach mehreren Angriffen auf Ausländer und fremd
aussehende Menschen ist jetzt Anklage gegen einen 26-Jährigen
aus Dresden wegen gefährlicher Körperverletzung erhoben
worden. Der Fall wird vor dem Landgericht Dresden verhandelt,
teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Der gelernte Rohrleger
aus Dresden soll im Dezember 2006, im April und im Juli 2007 grundlos
Menschen in Straßenbahnen angegriffen haben. "Es reichte
schon, dass sie Rastalocken trugen", sagte Oberstaatsanwalt
Jürgen Schär.
Der wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz Vorbestrafte
war am 25. Juli festgenommen worden und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Kurz zuvor hatte er in einer Straßenbahn mit einem Schlagring
auf einen 27 Jahre alten Studenten aus Indien eingeschlagen und
diesen schwer am Kopf verletzt. Nach Hinweisen von Bürgern
zu den veröffentlichten Fotos aus einer Überwachungskamera
wurde der arbeitslose Tatverdächtige gefasst. Bei einer Verurteilung
droht ihm laut Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe zwischen sechs
Monaten und zehn Jahren
dpa
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20. September 2007 - Sächsische Zeitung,
Überfall in Bahn: Zwei Verdächtige
stellen sich
So etwas ist der Dresdner Polizei noch nicht passiert: Nach der
Veröffentlichung von Fotos des Täters, der einen brasilianischen
Studenten (25) in einer Bahn geschlagen und getreten haben soll,
haben sich gestern zwei junge Männer bei der Polizei gemeldet.
Beide hatten sich auf dem Foto wiedererkannt. Trotz Geständnisses
einer der beiden, haben Polizei und Staatsanwaltschaft Zweifel
an seiner Täterschaft. Ein Grund: Der geständige Mann
sieht dem Täter-Foto nicht ganz so ähnlich wie der zweite,
der wiederum ein Alibi nennen konnte.
Fazit: Der Staatsschutz muss weiter ermitteln. Daher bittet die
Polizei erneut die Fahrgäste der Bahn um Hilfe, die die Tat
beobachteten. Der TU-Student fuhr am Sonnabend ab 1.24 Uhr in
einer Bahn Linie 7 von der Haltestelle Industriestraße zum
Albertplatz. In der Bahn wurde er geschlagen und getreten. Ein
Dresdner zeigte Zivilcourage und beendete den Angriff des betrunkenen
Täters. (lex)
Hinweise an die Polizei: 4832233
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26. Juli 2007 - Sächsische Zeitung Dresden
Keine Festnahme ohne Kameras
Videoüberwachung ist seit den Randalen in der Neustadt ein
umstrittenes Thema in Dresden. Doch nach dem Überfall auf
einen indischen Studenten hat sie ihre positive Seite gezeigt:
Nur wenige Tage nach der Gewalttat konnte die Polizei den Täter
gestern festnehmen – dank der Fotos auf den Überwachungskameras
in den Straßenbahnen der Dresdner Verkehrsbetriebe.
Wer sich an der Überwachung stört, muss sich fragen,
ob er angesichts des Übergriffs in der Bahn beherzt reagiert
und die Polizei gerufen hätte. Die fehlende Zivilcourage
der Fahrgäste ist kein Ruhmesblatt für Dresden –
eine Stadt, die von ausländischen Gästen lebt und in
der internationale Unternehmen mit Personal aus aller Welt investieren.
Wenn sich Menschen aus anderen Kulturkreisen und mit anderen Hautfarben
hier wohlfühlen sollen, braucht es mehr Toleranz und Zivilcourage.
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19. September 07 - Sächsische Zeitung
Attacke auf Brasilianer: Tatverdächtiger
meldet sich
Dresden - Vier Tage nach der Attacke auf einen Brasilianer in
einer Dresdner Straßenbahn hat am Mittwoch ein junger Mann
die Tat gestanden. Nach Angaben der Ermittler hat jedoch noch
ein weiterer Mann unabhängig davon angegeben, sich auf dem
in den Medien veröffentlichten Bild aus der Überwachungskamera
erkannt zu haben. Die Kriminalisten des Dezernats Staatsschutz
müssen nun den richtigen Täter herausfinden. Ein junger
Mann hatte in der Nacht zum vergangenen Samstag einen brasilianischen
Studenten mehrfach ins Gesicht geschlagen und getreten. Der 25-Jährige
wurde dabei leicht verletzt.
Zuvor hatte der Schläger ihn und einen Kommilitonen aufgefordert,
Deutsch zu sprechen. Nach dem Mann war mit Hilfe eines Bildes
aus der Überwachungskamera der Bahn gefahndet worden. Ein
anderer Fahrgast hatte den Angreifer beruhigen können. Dieser
Unbekannte und die anderen Fahrgäste wurden nun erneut von
der Polizei aufgefordert, sich als Zeugen zu melden. Da ihre Aussagen
enorm wichtig seien, sei auch eine Veröffentlichung ihrer
Bilder möglich, hieß es. (dpa)
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17. September 07 - Sächsische Zeitung
Brasilianer attackiert - Dresdner hilft
Dresden - Ein Unbekannter hat in der Nacht zum Samstag in einer
Straßenbahn in Dresden einen Brasilianer attackiert. Der
25-Jährige wurde dabei im Gesicht verletzt, teilte die Polizei
erst am Montag mit. Ein fremdenfeindlicher Hintergrund wird geprüft.
Der Student und ein Kommilitone hatten im Norden der Stadt auf
die Bahn gewartet und sich auf Portugiesisch unterhalten. Ein
angetrunkener Mann forderte sie später in der Bahn auf, deutsch
zu sprechen. Dann griff er unvermittelt einen der Studenten an,
schlug ihm mehrfach ins Gesicht und trat ihm in die Seite.
Ein junger Fahrgast ging dazwischen und beendete die Attacke.
Er konnte den Schläger, der auch ihn provozierte, beruhigen.
Der Vorfall wurde von einer Überwachungsanlage der Bahn aufgezeichnet,
hieß es. Die Ermittler gehen davon aus, dass der etwa 20
Jahre alte, 1,80 Meter große und schlanke Mann mit dunkelblonden
Haaren vor dem Angriff in einer Diskothek war. Sie bittet zudem
den unbekannten Zeugen und die anderen Fahrgäste, sich als
Zeugen zu melden. (dpa)
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