| Juni 2008
- Fussball EM:
Schwere rassistische Übergriffe
von Neonazi in Dresden
Nach Abpfiff des Halbfinalspiels Deutschland
gegen die Türkei sammelten sich in Dresden auch in der Neustadt
tausende Menschen zum kollektiven Deutschlandtaumel. Neben den
üblichen Türkeifahnen verbrennenden Deutschlandfans
griff eine Gruppe von ca. 30 vermummten Nazis mehrere Dönerläden
und türkische Einrichtungen an.
Es wurden mehrer Menschen teilweise schwer verletzt, sowie ein
erheblicher Sachschaden angerichtet. Die Nazis konnten unbehelligt
von Polizei und feiernder Meute, wieder abziehen.
Indy-Bericht:
Indymedia
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Spendenaufruf der RAA-Sachsen
Der Einzug der deutschen Fussball-Nationalmannschaft am
25. Juni in das EM-Finale wurde in der Dresdner Neustadt
von vielen hundert Menschen begeistert gefeiert.
Während der Fussballparty wurden durch mehrere dutzend
Nazis gezielt drei Dönerimbisse und ein migrantisches
Café angegriffen und deren Inhaber bzw. Gäste
zum Teil verletzt. Bei ihrem rassistischen Treiben in unserem
als alternativ-multikulturell bekannten Viertel zogen sie
vom Albertplatz über die Alaunstraße vermummt
los, schlugen wahllos Menschen zusammen & gröhlten
volksverhetzende Parolen. Erschreckenderweise konnten oder
wollten sowohl die Polizei, als auch danebenstehende feiernde
Menschen, nicht eingreifen bzw. beteiligten sich zum Teil
sogar an diesen Ausschreitungen. Andere "Fangruppen"
verbrannten türkische Flaggen und gröhlten Parolen
wie "Wir hassen die Türkei!".
Wir finden eine solche Situation hier, aber auch sonst,
unerträglich. Es ist für solches rassistisches
Verhalten kein Platz. Wir sind froh über die nicht
nur kulturelle Bereicherung, die diese Läden darstellen.
Wir wollen keine Bedrohung durch Nazis und fordern deshalb
dazu auf, den betroffenen Menschen in ihrer Situation zu
helfen.
Wir wünschen uns ein solidarisches Miteinander und
haben deshalb ein Spendenkonto eingerichtet, um Geld für
die entstandenen Schäden zu sammeln.
Aber auch ohne finanzielle Beteiligung freuen sich alle
Betroffenen sicher über ein paar freundliche Worte.
Wir hoffen, dass so viele Geschäfte, Kneipen, Läden,
aber auch Einzelpersonen diesen Aufruf unterschreiben, um
damit ihre Solidarität mit den Betroffenen, aber auch
ihre Distanz zu neonazistischen Positionen im Alltag, zum
Ausdruck zu bringen.
Platzverweis für Nazis!
Kulturelle Vielfalt statt Rassismus!
Die Nummer des Spendenkontos lautet:
RAA Sachsen e.V. Dresdner Bank AG Konto: 0643998600 BLZ:
850 802 00 Betreff (Wichtig!): Spende Übergriffe Halbfinale
Unterstützt wird dieser Aufruf bisher von: Opferberatung
Dresden – RAA Sachsen e.V.
Kontaktadresse: spende.neustadt[at]googlemail.com
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Türkisches Kulturzentrum
auf der Alaunstrasse

Dönerladen am Albertplatz

Vorm Dönerladen auf der
Alaunstrasse zusammengeschlagen
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Pressemitteilungen
28. April 2008
Pressemitteilung RAA Sachsen e.V. –
Opferberatung Dresden
Erneuter rassistischer Übergriff
auf Kebap Haus in Dresden-Cossebaude
In der Nacht vom 25. zum 26. April 2008 wurde das Kebap Haus
in Dresden-Cossebaude erneut Opfer eines rassistischen Übergriffs.
Bisher unbekannte Täter warfen einen Stein in das Restaurant,
welches erst in der Nacht vom 16. zum 17. April 2008 durch einen
Brandanschlag schwer beschädigt wurde.
Marianne Thum vom RAA Sachsen e.V. – Opferberatung Dresden
erklärt dazu: „Die wiederholten Angriffe auf das Restaurant
lösen sowohl bei den Betreibern als auch bei den Bewohnern
des Mehrfamilienhauses Ängste aus, wie sicher sie in Cossebaude
arbeiten und leben können. Wir fordern die Polizei auf, endlich
den rassistischen Tathintergrund einzuräumen und die Sicherheit
für die Betroffenen zu gewährleisten.“
Das Kebap Haus war in den Monaten März und April mehrfachen
Sachbeschädigungen ausgesetzt. Wie auch bei dem letzten Angriff
in der Nacht zum 26. April 2008 kam es dabei immer wieder zu Sachschäden.
Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Marianne Thum:
Tel.: 0351 – 889 41 74 / 0172 – 974 12 68
Fax.: 0351 – 889 41 93
RAA Sachsen e.V. – Opferberatung Dresden
Bautzner Straße 45 / 47
01099 Dresden
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20. April 2008
Pressemitteilung RAA Sachsen e.V. – Opferberatung Dresden
Opferberatung befürchtet Wiederaufflammen
rechtsextremer Brandanschläge
In der Nacht vom 15./16. April kam es im Regierungsbezirk Dresden
zu drei rassistischen Brandanschlägen auf Imbisse. Betreiber
sind jeweils Menschen mit Migrationshintergrund. Bereits in der
vergangenen Woche war in Reichenbach (Vogtland) eine Pizzeria
in Brand gesetzt wurden.
Grit Armonies vom RAA Sachsen e.V. – Opferberatung für
Betroffene rechtsextremer Gewalt erklärt dazu: „Diese
Anschläge weisen auf eine wiederentdeckte Vorgehensweise
von Rechtsextremisten hin. In den letzten Jahren war die Zahl
von Brandanschlägen eher rückläufig, wogegen Körperverletzungen
kontinuierlich zunahmen. Der jetzige Anstieg lässt ein Wiederaufflammen
der - allen noch im Gedächtnis haftenden - Brandanschläge
befürchten.
Im Fall Dresden-Cossebaude konnte nur durch die schnelle Reaktion
der Hausbewohner eine Verletzung von Menschen vermieden werden.
Wir hoffen, dass die Polizei diesen Übergriff genauso erfolgreich
aufklärt, wie die rassistischen Taten in Ostsachsen und Reichenbach.
Es bleibt zu prüfen, ob die Brandanschläge im Zusammenhang
mit dem Hitler Geburtstag am 20. April stehen.“
In Großschweidnitz (Ostsachsen) wurde ein Dönerstand
mit einem Molotow-Cocktail in Brand gesetzt. Kurz darauf zündeten
dieselben Täter einen asiatischen Imbiss in Löbau an
und schmierten die Parole „Kauft nur bei Deutschen“.
In Dresden - Cossebaude kam es in derselben Nacht zu einem Anschlag,
bei dem ein Molotow-Cocktail in ein türkisches Restaurant
geworfen wurde, welches einen schweren Brandschaden erlitt. Die
Täter hatten billigend in Kauf genommen, dass bei dem Anschlag
die in dem Wohnhaus schlafenden Menschen verletzt werden könnten.
Nur durch die Aufmerksamkeit einer Bewohnerin, die sofort Polizei
und Feuerwehr informierte, konnte der Brand schnell gelöscht
werden.
RAA Sachsen e.V
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Spendenaufruf
Spendenaufruf für Betroffenen
von Brandanschlag in Ostsachsen
Der RAA Sachsen e.V. – Opferberatung Dresden und der
AMAL e.V. Görlitz bitten um Spenden für den, durch einen
rechtsextrem motivierten Brandanschlag, betroffenen Betreiber
in Großschweidnitz bei Löbau. Der Dönerstand wurde
durch den Übergriff schwer beschädigt und der Betreiber
damit an den Rand seiner Existenz gebracht.
In der Nacht vom 16. auf den 17. April 2008 wurde der Imbisswagen
gezielt mit einem Molotow-Cocktail in Brand gesetzt. Im Anschluss
an diese Tat setzten die vier rechtsextremen Männer ihre
rassistische Brandstiftung fort und versuchten mit einem weiterem
Molotow-Cocktail einen Asia-Imbiss in Löbau anzuzünden.
Das Feuer konnte rechtzeitig gelöscht werden. Sie beschmierten
diesen Wagen zudem mit der Parole „Kauft nur bei Deutschen“.
Spenden zur Unterstützung können unter dem Betreff „Spende
Ostsachsen“ überwiesen werden an:
RAA Sachsen e.V.
Dresdner Bank AG
Kto.-Nr.: 0643998600
BLZ: 850 802 00
oder
AMAL e.V.
Bank für Sozialwirtschaft
Konto-Nr.: 360 56 01
BLZ: 850 205 00
Spenden sind steuerlich absetzbar. Bitte teilen Sie uns mit, ob
wir Ihnen eine Spendenquittungen zusenden sollen.
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