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Ronny Thomas war schon 1998 als schlägernder Neo-Nazi-Kader
bekannt
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11.05.1998, Bild Dresden
Sie prügelten ihre Opfer
in den See
Neonazis überfallen Camper
Von Bernhard Schilz
Sie schliefen ahnungslos in ihren Zelten
...
Sechs Neonazis überfielen nachts am Stausee in Kauscha fünf
linke Jugendliche. Grundlos prügelten sie auf die Schlafenden
ein, misshandelten sie. Ein Opfer (21) liegt mit Schädelprellung
im Krankenhaus.
Der Überfall geschah kurz vor 2 Uhr morgens. Die fünf
Jugendlichen (15 bis 21 Jahre, darunter zwei Mädchen) hatten
sich den ganzen Tag am Stausee vergnügt. Hundemüde krochen
sie in ihre Schlafsäcke.
Plötzlich stürmten Neonazis die Zelte. Der Anführer
(38) brüllte: "Rache für Leipzig!" Gemeint
war die NPD-Kundgebung am 1.Mai, bei der es Schlägereien
zwischen Rechten und Linken gab. Die Neonazis (vier Männer,
zwei Frauen) traten und schlugen auf die Camper ein.
Ein Mädchen (15) wurde brutal an den Haaren aus dem Zelt
geschleift und ins Wasser geworfen. Dabei rissen sie ihr büschelweise
die Haare aus.
Schließlich trieben die Angreifer ihre Opfer in den See.
Wer nicht wollte, wurde reingeschmissen. Unter höhnischem
Lachen fotografierte ein Neonazi die Szene!
Zeugen alarmierten die Polizei. Als die Beamten eintrafen, wollte
ein Neonazi seinen Rottweiler auf sie hetzen. Ein Polizist musste
die Pistole ziehen, um ihn in Schach zu halten.
Alle Schläger wurden festgenommen. Die Neonazis werden heute
dem Haftrichter vorgeführt. Ihre Opfer hatten sie sich zufällig
ausgesucht.
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15.05.1998, Bild Dresden NPD-Chef
verprügelte Camper
Sie prügelten ihre Opfer krankenhausreif,
rissen einem Mädchen büschelweise Haare aus. Der brutale
Überfall von fünf Neonazis auf Camper am Stausee Kauscha
am vergangenen Wochenende. Jetzt kam raus: Der Anführer der
Schläger war Ronny Thomas (22), NPD-Kreisvorsitzender von
Dresden! Er sitzt in U-Haft.
Nicht der einzige Kriminelle in der NPD. Was die rechten "Saubermänner"
noch so auf dem Kerbholz haben - Seite 3
15.05.1998, Bild Dresden NPD-Chef
verhaftet
Er war dabei
Von A. Harlass und B. Schilz
Der brutale Überfall am Stausee Kauscha
- einer der Angreifer war der Chef der Dresdner NPD (Wahlslogan:
Wir räumen auf ...)! Ronny Thomas (22) wurde festgenommen,
sitzt bereits in Untersuchungshaft. Mit vier Komplizen überfiel
der NPD-Chef am vergangenen Wochenende sechs linke Jugendliche,
die am Stausee Kauscha zelteten. Sie wurden im Schlaf überrascht,
geschlagen, getreten und ins Wasser getrieben.
Zum Hohn wurden die Opfer auch noch von einem Neonazi fotografiert
(BILD berichtete).
Ronny Thomas und einer seiner Komplizen, Maik W. (17) sitzen seit
Dienstag in U-Haft. Beim Überfall tönten die Neonazis:
"Das ist die Rache für die Mai-Demo in Leipzig."
Gegen den NPD-Chef läuft außerdem ein Ermittlungsverfahren
wegen Raubes.
Die Sachsen-NPD (1200 Mitglieder) - ein hoffnungslos zerstrittener
Verein, in dem es von Kriminellen wimmelt.
Beispiel Winfried Petzold, amtierender Landesvorsitzender aus
Leipzig: Der Staatsschutz stürmte vor zwei Jahren seine Wohnung,
fand stapelweise den verbotenen NS-Kampfruf - Strafbefehl.
In Freiberg bewarf NPD-Mitglied Heiko Böhm (27) nachts ein
Ausländerheim mit Molotow-Cocktails - Haft.
In Rothenburg fuhren fünf NPD-Mitglieder im Partei-Barkas
vor. Ein Linker wurde krankenhausreif geprügelt. Alle fünf
kamen von einer NPD-Veranstaltung aus Weißwasser. Der Staatsschutz
ermittelt.
Matthias Paul (21), Sprecher der Sachsen-NPD: "Herr Thomas
ist seines Amtes enthoben. Wir leiten ein Partei-Ausschlußverfahren
ein." Das Vorleben ihrer Mitglieder interessiert die NPD
wenig. Paul: "Uns ist eigentlich egal, woher einer kommt
oder ob er früher mal Mist gebaut hat."
Außerdem bereitet sich die NPD auf den Wahlkampf vor, hofft
auf Absprachen mit der DVU. Im Internet verbreitete die Partei
am 5. Mai: "Die NPD hat auf die Wahlteilnahme in Mecklenburg-Vorpommern
und bei der Bundestagswahl verzichtet. Im Gegenzug hat die DVU
auf die Wahlteilnahme in Sachse verzichtet, unterstützt dafür
den NPD-Wahlkampf in Sachsen finanziell."
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07.08.1998,
Sächsische Zeitung Überfall
auf Zeltlager
Opfer stehen eine Stunde im kalten
Stausee
Von Johannes Buschbeck
Vor dem Dresdner Amtsgericht müssen
sich seit Mittwoch vier Jugendliche wegen gefährlicher Körperverletzung,
Nötigung und Drohung verantworten. Die Staatsanwaltschaft
wirft ihnen vor, in der Nacht vom 9. zum 10. Mai sechs am Stausee
in Goppeln (Ortsteil Kauscha) zeltende Jungen und Mädchen
überfallen und gewaltsam in den Stausee getrieben zu haben.
"Fast eine Stunde standen wir im Stausee", berichtete
die sichtlich verstörte 14jährige Bettina G. im Gerichtssaal.
Erst nach einer halben Stunde habe sich einer der Eingeschüchterten
herausgetraut und die Polizei herbeigerufen. Als diese eintraf,
hätten sie völlig unterkühlt das Wasser verlassen.
Folgt man der Anklage, war ihre Furcht auch begründet. Nicht
nur die ahnungslos schlafenden Jungen seien unsanft geweckt und
derart verprügelt worden, dass sie zum Teil stationär
behandelt werden mussten. Auch die beiden 14jährigen Mädchen
mussten dran glauben. Eine der Angeklagten, Anke D. (19), habe
der schlafenden Bettina G. kurzerhand die Bettdecke weggerissen
und sie anschließend mit Schlägen und Tritten traktiert.
Schließlich sei sie von ihr an den Haaren ins Wasser gezogen
worden.
Vom Strand aus drohten die Angeklagten den im Wasser versammelten
Opfern schließlich, sie umzubringen, wenn sie es wagen sollten,
herauszukommen, so die Staatsanwaltschaft. "Das ist die Rache
für Leipzig!" habe einer der Täter geschrien, offensichtlich
in Anspielung auf die Ausschreitungen bei der Kundgebung in Leipzig
am 1. Mai.
Freilaufender Hund provoziert
Streit?
Die Angeklagten bestreiten zum Teil
die Vorwürfe. Sie hätten in der Nähe ein Grillfest
veranstaltet und seien ohne Ziel zum Stausee gelaufen. Wegen des
freilaufenden Dalmatiners der Zeltenden sei es zum Streit gekommen,
meinte Maik W. (21). Nachdem einer der beiden Mädchen der
Mitangeklagten Anke D. im Handgemenge ihr die Brille heruntergerissen
habe, habe sie diese getreten und an den Haaren gezogen: So hysterisch
habe er sie noch nie erlebt, meinte Maik W. trocken.
Auch die Mitangeklagten Ronny T. (22) und Kathleen K. (17) geben
zu, handgreiflich geworden zu sein. Unklar blieb aber, wie es
zu der Auseinandersetzung kommen konnte. Auch bestreiten sie,
die im Wasser stehenden Camper bedroht und verhöhnt zu haben.
Die Verhandlung wird fortgesetzt.
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04.09.1998, Sächsische Zeitung Dresden Sechs
Jugendliche in einen Stausee getrieben
Haftstrafen nach Überfall auf Zeltplatz bei Kauscha
Von Johannes Buschbeck
Die vier Angeklagten in dem aufsehenerregenden
Prozeß um den Überfall auf ein Zeltlager sind am Mittwoch
vor dem Dresdner Amtsgericht zu Haftstrafen zwischen einem Jahr
und sechs Monaten und zwei Jahren und sechs Monaten, zum Teil
auf Bewährung, verurteilt worden. Das Schöffengericht
befand sie der gefährlichen Körperverletzung, der Nötigung,
der Drohung sowie der Freiheitsberaubung für schuldig.
Die 17 bis 22 Jahr alten Jugendlichen hatten in der Nacht vom
9. zum 10. Mai sechs am Stausee in Goppeln (Ortsteil Kauscha)
zeltende Jungen und Mädchen überfallen und gewaltsam
in den Stausee getrieben. Diese mussten, eingeschüchtert
durch die Drohungen, fast eine Stunde im Wasser ausharren, bis
es einem der Opfer gelang, die Polizei zu holen.
Das Schöffengericht folgte mit ihrem Strafausspruch im wesentlichen
den Anträgen der Staatsanwaltschaft. Diese hatte in ihrem
Schlussplädoyer immer wieder auf die große Brutalität
aller vier Angeklagten hingewiesen, mit der diese ohne ersichtlichen
Grund auf die wehrlosen Geschädigten eingeschlagen hätten.
Die Einlassung eines der Angeklagten, ein freilaufender Dalmatiner
der Zeltenden habe den Streit veranlasst, wertete das Gericht
als bloße Schutzbehauptung.
Die Angeklagten hatten vom Strand aus den im Wasser versammelten
Opfern gedroht, sie umzubringen, wenn sie es wagen sollten, herauszukommen.
"Das hätte auch anders ausgehen können", sagte
Richter Gerards. Wegen der einschneidenden Folgen für die
Opfer verurteilte der Richter die Angeklagten zusätzlich
auch zur Zahlung von Schmerzensgeld.
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05.02.1999,
Bild Dresden Überfall
am Stausee: 30 Monate Haft sind Ex-NPD-Chef zu hoch
Der brutale Überfall auf die Camper
am Stausee Kauscha im Mai `98. Gestern standen die Hauptangeklagten
erneut vor Gericht. Denn Dresdens Ex-NPD-Chef Ronny T. (25) und
Stadtwerke-Mitarbeiter Maik W. (22) fanden das erste Urteil zu
hart, gingen in Berufung.
Sie hatten nach einem Zechgelage am Lagerfeuer mit zwei Mädchen
und zwei noch unbekannten Komplizen eine Gruppe Punker überfallen,
die am Stausee schliefen. Ihre Opfer wurden getreten, geschlagen,
an den Haaren gezerrt und in den See getrieben. Zum Schluß
wurden sie von den Schlägern noch fotografiert. Das Amtsgericht
verurteilte Ronny und Maik zu je zweieinhalb Jahren Haft und 32
000 Mark Schmerzensgeld.
Doch sie wollen Bewährung. Maik W. (früher kahlgeschoren)
kam im Western-Outfit: Lange Haare, Lederweste. Er saß nur
sechs Wochen in U-Haft. Ronny dagegen wurde in Handschellen vorgeführt,
steht nach wie vor zu seiner politischen Überzeugung. Beiden
tut ihre Tat leid.
Politische Motive streiten sie aber ab. Urteil: nächste Woche.
(BS)
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