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NPD-Wahlkampf
in Freiberg verhindert:
antifaschistische Proteste
und eine Prügelorgie der Polizei gegen linke Kids
Die Sache ließ sich ruhig an: gegen 14 Uhr
waren auf dem Markplatz von Freiberg einzelne Neo-Nazi-Grüppchen
und weitaus mehr Linke versammelt. Die ersten Neo-Nazis wurden
bös geärgert, dann begann der Aufbau der provisorischen NPD-Bühne
mit Info-Tisch. Am Info-Tisch konnte man sich sogleich mit der
Wahl-Kampf-Propaganda der Nazis eindecken, um sie dann z.B. zu
verbrennen.
Mit den NPD-Zeitungen "Deutsche Stimme"
(bundesweit) und "Sachsen-Stimme" versuchten sich die Neo-Nazis
zu präsentieren. Beide Blätter boten zu allen möglichen Wahl-Kampf-Themen
Nazi-Positionen mit vielen antisemitischen, rassistischen und
biologistischen Bezügen, hetzten gegen die Wahlkonkurrenten (sehr
polemisch gegen die PDS, ansonsten allgemein gegen die "Herrschenden").
In diesen Zeitungen wirkt schon der Sprachgebrauch (auf den vernünftigen
Leser) abschreckend: Vokabular aus dem NS, häßliche Eindeutschungen
und Wortungetüme wie "multi-kulturelle Gemeinschaftszerstörung".
In den Forderungen der NPD deutet sich an, was sich die NPD politisch
vorstellt: eine Neo-NS-Volksgemeinschaft der Deutschen.
Nazi-Propaganda wirkungsvoll übertönt
Am NPD-Stand versammelten sich schließlich
etwa 30 jugendliche Neo-Nazis (siehe Fotos oben, sehr häßliche),
die sich locker verteilen mußten, um den weit über hundert Linken,
die eine Art Ring vor dem Stand bildeten, keinen direkten Platz
neben dem Stand zu bieten. Provozierend blickten die Schläger-Nazis
zu den antifaschistischen Subkultur-Kids. Einzelne Bullen noch
ganz cool mit Sonnenbrille bauten sich in Richtung der Gegendemonstrantinnen
auf, unternahmen aber nichts. Das hoben sie sich sozusagen für
später auf.
Die Nazis begannen mit ihrem Programm: Einige
hielten Reden, andere spielten "Ordner" (wohl eher Aushilfskräfte)
die anderen mußten klatschen.
Redner waren: Holger
Apfel (NPD-Vize) und zur Freude der Fans auch Klaus
Menzel (NPD-Landes-Vize), welcher durch die Ablösung
des beliebten Paletta-Murmels
(IWG) bekannt wurde. Von den Reden waren nur häßliche Fetzen zu
hören, da Trillerpfeifen, Sprechchöre, Pöbeleien und lautes Schreien
die Anlage der Nazis übertönte.
Holger Apfel
wandte sich in seiner Rede gleich fast gänzlich
an die Antifas, so ist er es von der Wahl-Kampf-Tour offensichtlich
gewohnt, andere "Zuhörer" hat er nicht. Ausserdem bekundete er
Solidarität mit den Terroristen des 11. September gegen Amerika
bzw. dessen "Ostküste" - für die Nazis bedeutet das synonym "jüdische
Weltherrschaft".
Die Zeit von mehreren Stunden brachten die
Nazis zusätzlich mit schlechter Rockmusik und noch schlechteren
Liedermachern mit bewegt-zitternder Stimme "Wir sind die nationale
Jugend" etc. herum. Zwischendurch sah es aus, als würde der NPD-Stand
gestürmt. Ein Auto hielt neben dem Stand, jemand stieg aus um
die Propaganda vom Tisch zu wischen, was die Gegendemonstrantinnen
dazu bewegte dichter an den Stand heranzurücken, die Sprechchöre
wurden aggressiver, die Bullen setzten Helme auf und trieben die
Leute wieder ein Stück zurück.
eine hässliche Polizeimassnahme
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Polizei verlor Kontrolle als sich Linke und Nazis in der Innenstadt
trafen
Nach dem der NPD-Stand verschwunden war,
standen sich in der Innenstadt die Freiberger Neo-Nazis, welche
sehr sauer waren, und linke Kids gegenüber. Diese Situation benutzten
die Bullen um brutal auf die antifaschistischen Kids einzuprügeln,
27 wurden teilweise verletzt in Gewahrsam genommen ("Landfriedensbruch").
Sie kamen erst in der Nacht frei. Da sich die Neo-Nazis mit Steinen
bewaffneten, nahmen die Bullen auch 11 Nazis fest.
Polizei, Stadt und Presse hatten schon seit
Monaten öffentlich zur Kenntnis genommen, dass ein Problem mit
Nazi-Schlägern besteht, von denen in diesem Zeitraum häufig teilweise
extrem brutale Übergriffe bekannt wurden. (Zuletzt in Brand-Erbisdorf,
wo ein linker Jugendlicher ins künstliche Koma versetzt werden
mußte.)
Freiberger Initiativen, aber auch die allgemeine Meinung, die
sich gegen "gegen Gewalt und Extremismus" stellt, haben mittels
totalitaristischem Einschlag dafür gesorgt, dass einige Betroffenen-Gruppen
der rechten Gewalt durch dieses Motto als nicht besonders schützenswert
gegen Nazis und Bullenrepression (bei ev. Gegenwehr) gelten.
Im Mai hatte es einen Antifa-Angriff auf einen Treffpunkt organisierter
Freiberger Neo-Nazis gegeben.
Ein scheußlicher Ort, dieses Freiberg.
Bei den linken Gegendemonstrantinnen kursierte ein Flugblatt wo
ein workshop mit dem traurigen Titel "Was tun? In der national
befreiten Zone" angeboten wurde.
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