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Neo-Nazis DD
12. 11. 2005 - Antifa-Demo zur NPD-Zentrale in Dresden-Lockwitz

13. April 2005

non surprising - sächsische NPD-Zentrale will nach Dresden ziehen


Laut Lokalzeitungen und ersten Sichtungen von S.A.R.G. Dresden haben die Arbeiten für eine Umsiedlung der NPD- Landeszentrale begonnen. Schon fast in der sächsischen Schweiz ( afa13.antifa.net), aber gerade noch in Dresden wollen sie das Haus auf der Lockwitzgrund Str. 62 unter anderem als Sitz der NPD Sachsen nutzen.
Die angrenzenden BewohnerInnen haben sich bis jetzt zumeist ablehnend gegenüber den Plänen der NPD gezeigt. Zumindest aber sehen sie einen gehörigen Batzen Ärger und Unruhe auf sich zukommen.

more:

- S.A.R.G. Dresden, 10. April 2005: Umzug der NPD-Partei-Zentrale Sachsen
- zum Vorgehen und Umtrieben der NPD in den sächsischen Parlamenten: nip.systemli.org

Presse:
- Sächsische Zeitung, 9. April 2005 „Wir befürchten Zoff in der Gegend“
- DNN, 08. April 2005 - Rechtsextremer Coup im Lockwitzgrund

 

 

S.A.R.G. Meldung:

Umzug der NPD-Partei-Zentrale Sachsen

Hinsichtlich kürzlich kolportierter Meldungen, dass die NPD-Partei-Zentrale von Leipzig nach Dresden umzuziehen beabsichtige, können wir diesbezüglich zumindest bestätigen, dass an besagter neuer (?) NPD-Sachsen-Adresse - Lockwitzgrund in 01257 Dresden - bei Augenscheinnahme derzeit zumindest rege Bauarbeiten zu beobachten sind, leider aber wohl keine Abrissarbeiten.

direct action against fascism!

S.A.R.G. Dresden, 10. April 2005

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Presse:

DNN, 8. April 2005

Rechtsextremer Coup im Lockwitzgrund

Dresden. NPD-Fraktionschef Holger Apfel baut seine Machtstellung an der Elbe weiter aus. In Kürze werde die NPD ihre Landeszentrale von Leipzig nach Dresden verlegen, bestätigte Parteisprecher Matthias Paul gestern auf Anfrage.

Dazu haben die Rechtsextremen bereits einen sanierten Altbau im Lockwitzgrund 62 komplett gemietet, die ersten Büromöbel sind angeliefert. Neben der Landesgeschäftsstelle soll im Südosten der Landeshauptstadt auch die Zentrale der NPD-Jugendorganisation JN, die Kreisgeschäftsstelle Dresden sowie die Büros von drei Landtagsabgeordneten untergebracht werden.

Dies geschieht nicht zuletzt aus finanziellen Gründen. Denn jeder Abgeordnete erhält eine Pauschale für Büro- und Wahlkreiskosten in Höhe von rund 1100 Euro im Monat - aus Steuermitteln. Neben Apfel und dem Abgeordneten Alexander Delle wird auch Paul im idyllischen Lockwitzgrund sein Abgeordnetenbüro aufmachen.

In NPD-Kreisen wird diese Machtkonzentration mit Sorge beobachtet. Die Gruppe um Apfel bestehe aus "Marionetten und Ja-Sagern", meinte ein führendes NPD-Mitglied gestern. Ein anderer sagte trocken: "Das nimmt kein gutes Ende." Grund: Mit dem Polit-Coup im Lockwitzgrund formiert sich der radikale Flügel rund um den West- Import Apfel als das eigentliche Machtzentrum der NPD in Sachsen und letztlich wohl auch als Konkurrenz zur Bundesparteizentrale in Berlin.

Gleichzeitig geht damit die schleichende Entmachtung der älteren NPD-Politiker aus dem Osten weiter. Dazu gehört neben Landeschef Winfried Petzold auch der Leipziger Abgeordnete Jürgen Schön. Vor allem Letzterer ist von dem Umzug direkt betroffen. Früher befand sich die NPD-Landeszentrale in der Georg-Schumann-Straße in Leipzig, Schön firmierte als Ansprechpartner.

Zuletzt drohte die NPD-interne Ost/West-Kontroverse auf dem Landesparteitag Anfang März in Wiesa bei Annaberg zu eskalieren. Nicht weniger als acht Kreisverbände hätten sich im Vorfeld des Konvents in Freiberg getroffen, hieß es aus NPD-Kreisen. Ziel sei gewesen, eine "eigene Ostliste" für die Vorstandswahlen vorzulegen, "gegen das Machtstreben der zugereisten Karrieristen". Der Vorstoß scheiterte. Grund unter anderem: Als die forsche Neu-Fraktion von der Initiative Wind bekommen habe, hätten die abtrünnigen Kreisverbände Besuch von NPD-Spitzen bekommen - auch von Apfel. Nach dieser "Einzelbetreuung" seien einige umgefallen.

Jürgen Kochinke

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Sächsische Zeitung, 9. April 2005


„Wir befürchten Zoff in der Gegend“

Politik. Die Umzugspläne der NPD, ihre Zentrale in den Lockwitzgrund in Dresden zu verlegen, beunruhigt Anwohner.

Idyllisch liegen die zumeist kleinen Wohnhäuser im Lockwitzgrund. Ihre Bewohner diskutierten gestern heftig über die Absicht der NPD, die ihre Landesgeschäftsstelle von Leipzig nach Dresden verlegen will. Die SZ hatte darüber berichtet.

Offensichtlich wird gerade das Fachwerkhaus mit der Nummer 62 im Lockwitzgrund für die künftigen Büros vorbereitet. Das Gebäude wirkt verlassen: Im Erdgeschoss und in der ersten Etage sind Rollos an den Fenstern heruntergezogen. Einige Briefkästen sind zugeklebt. „Aber wir haben uns schon gewundert, warum plötzlich ein Briefkasten mit der Aufschrift Wahlkreisbüro bei uns angebracht wurde“, sagt ein junger Mann im Hinterhaus. „Toll“ finde er das Ganze bestimmt nicht. Es sei zu befürchten, dass es dadurch zu Zoff in der Gegend kommt. „Ich ziehe hier sowieso aus“, sagt Ina Weisbrod. Aber es sei schon irgendwie unheimlich. „Ich glaube, die meisten – und da schließe ich mich ein – wissen nicht, wie sie mit den Leuten umgehen sollen“, sagt sie. „Ich finde es einfach schlecht, wenn die NPD kommt“, so ein Mann einige Häuser weiter. Aber mehr wolle er genauso wenig wie seinen Namen sagen.

Christian Stein und seine Frau kommen gerade vom Wochenendeinkauf zurück. „Die Nachricht ging heute wie ein Lauffeuer rum“, sagt Stein. Dass die NPD kommen will, störe ihn heftig. „Aber sicher wollen die so dichter bei ihren Anhängern in der Sächsischen Schweiz sein“, vermutet er. Seine Frau sagt: „Wir werden doch nie gefragt.“ Das sei auch so bei der Brücke gewesen, die einfach vor ihrem Haus gebaut werde. Handwerker Kolja Homscheck sieht eine Ursachen für das Anwachsen der NPD in der Politik: „SPD und CDU sind selbst schuld. Handwerker werden durch die Ein-Euro-Jobs verschaukelt. Ich kriege auch nur noch Aufträge, wenn ich mich unter dem Preis anbiete“, sagt er. (SZ/kle)

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