S.A.R.G.
Meldung:
Umzug der NPD-Partei-Zentrale Sachsen
Hinsichtlich kürzlich kolportierter Meldungen, dass die
NPD-Partei-Zentrale von Leipzig nach Dresden umzuziehen beabsichtige,
können wir diesbezüglich zumindest bestätigen,
dass an besagter neuer (?) NPD-Sachsen-Adresse - Lockwitzgrund
in 01257 Dresden - bei Augenscheinnahme derzeit zumindest rege
Bauarbeiten zu beobachten sind, leider aber wohl keine Abrissarbeiten.
direct action against fascism!
S.A.R.G. Dresden, 10. April 2005
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Presse:
DNN, 8. April 2005
Rechtsextremer Coup im Lockwitzgrund
Dresden. NPD-Fraktionschef Holger Apfel baut seine Machtstellung
an der Elbe weiter aus. In Kürze werde die NPD ihre Landeszentrale
von Leipzig nach Dresden verlegen, bestätigte Parteisprecher
Matthias Paul gestern auf Anfrage.
Dazu haben die Rechtsextremen bereits einen sanierten Altbau
im Lockwitzgrund 62 komplett gemietet, die ersten Büromöbel
sind angeliefert. Neben der Landesgeschäftsstelle soll im
Südosten der Landeshauptstadt auch die Zentrale der NPD-Jugendorganisation
JN, die Kreisgeschäftsstelle Dresden sowie die Büros
von drei Landtagsabgeordneten untergebracht werden.
Dies geschieht nicht zuletzt aus finanziellen Gründen. Denn
jeder Abgeordnete erhält eine Pauschale für Büro-
und Wahlkreiskosten in Höhe von rund 1100 Euro im Monat -
aus Steuermitteln. Neben Apfel und dem Abgeordneten Alexander
Delle wird auch Paul im idyllischen Lockwitzgrund sein Abgeordnetenbüro
aufmachen.
In NPD-Kreisen wird diese Machtkonzentration mit Sorge beobachtet.
Die Gruppe um Apfel bestehe aus "Marionetten und Ja-Sagern",
meinte ein führendes NPD-Mitglied gestern. Ein anderer sagte
trocken: "Das nimmt kein gutes Ende." Grund: Mit dem
Polit-Coup im Lockwitzgrund formiert sich der radikale Flügel
rund um den West- Import Apfel als das eigentliche Machtzentrum
der NPD in Sachsen und letztlich wohl auch als Konkurrenz zur
Bundesparteizentrale in Berlin.
Gleichzeitig geht damit die schleichende Entmachtung der älteren
NPD-Politiker aus dem Osten weiter. Dazu gehört neben Landeschef
Winfried Petzold auch der Leipziger Abgeordnete Jürgen Schön.
Vor allem Letzterer ist von dem Umzug direkt betroffen. Früher
befand sich die NPD-Landeszentrale in der Georg-Schumann-Straße
in Leipzig, Schön firmierte als Ansprechpartner.
Zuletzt drohte die NPD-interne Ost/West-Kontroverse auf dem Landesparteitag
Anfang März in Wiesa bei Annaberg zu eskalieren. Nicht weniger
als acht Kreisverbände hätten sich im Vorfeld des Konvents
in Freiberg getroffen, hieß es aus NPD-Kreisen. Ziel sei
gewesen, eine "eigene Ostliste" für die Vorstandswahlen
vorzulegen, "gegen das Machtstreben der zugereisten Karrieristen".
Der Vorstoß scheiterte. Grund unter anderem: Als die forsche
Neu-Fraktion von der Initiative Wind bekommen habe, hätten
die abtrünnigen Kreisverbände Besuch von NPD-Spitzen
bekommen - auch von Apfel. Nach dieser "Einzelbetreuung"
seien einige umgefallen.
Jürgen Kochinke
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