Die
NPD Sachsen hat für den 31. März 01 in Dresden eine Demonstration
angemeldet. Sie steht unter dem Motto "Für das Selbstbestimmungsrecht
der Völker". Beginn ist 14.30 Uhr am Zwingerteich (hinter der
Semperoper).
Für den 14. April 01 hat die NPD eine Demonstration in Jena
angemeldet. Motto: "Für eine Welt freier Völker! Solidarität
mit Irak und Palästina!" Als Unterstützer der Nazi-Demonstration
wurden folgende Gruppen angegeben: Freundeskreis "Freiheit für
Palästina" Thüringen, Nationale Anarchie, Initiative "Identität
durch Musik" und Interessengemeinschaft "Deutsch/Arabische Freundschaft
Berlin". In einem Kommentar eines
Dresdner Nazis zum Aufruf zur Nazi-Demo in Jena wird deutlich,
dass es bei "Solidarität mit Palästina" um eine offensiv
antisemitische Position geht ("zionistischer Terror", "Terroristen-Staat
Israel"). Es liegt nahe, dass die Demo in Dresden eine ähnliche
inhaltliche Ausrichtung hat, wie die in Jena.
Wenn Nazis allerdings vom "Selbstbestimmungsrecht
der Völker" erzählen, meinen sie in erster Linie das
angeblich fremdbestimmte Deutschland. (Deutschland wurde immerhin
einmal aus durchaus guten Gründen militärisch besetzt.)
So wird Deutschand in einer Reihe von "fremdbestimmten Völkern"
gesehen - mit Palästina und Irak beispielsweise. Das paßt
dann mit einem verschwörungstheoretischen Anti-Imperialismus
und Anti-Amerikanismus zusammen. ("USA -Internationale Völkermordzentrale"
- diese Parole wurde staatlicherseits auf einigen Nazi-Demos verboten.)
Das ist nicht neu, sondern geht zurück auf nationalrevolutionäre
Theorien, die seit den 70igern bei Nazis kursieren.
Die Solidarität mit Irak und Palästina
ist außerdem für die Nazis Mittel, um die Bedrohung
Israels zu forcieren bzw. das Existenzrecht des Staates Israel
in Frage zu stellen. Damit stehen die Demos im Zusammenhang mit
den aktuellen Ereignissen des "Nahost-Konflikts".
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Naziaufmarsch
für Solidarität mit "Palästina"
Dieser Text bezieht sich auf unsere erste Vermutung, dass die
inhaltliche Ausrichtung der Demo in Dresden der in Jena ähnlich
ist.
Was
kritische Geister schon länger befürchtet haben und
in der Linken nicht zur Kenntnis genommen wurde scheint jetzt
einzutreten.
Die NPD plant am 31. März einen Aufmarsch aus Solidarität
mit den Palästinensern und ihrer gezielten Eskalationspolitik
gegen den israelischen Staat.
Dass es den Nazis hierbei darum geht, gegen Israel und die Juden
allgemein zu demonstrieren ist klar, und ist als Ausdruck schlimmsten
Antisemitismus zu verstehen, deshalb verhindern! Nur das die Gründe,
weswegen die Nazis mit den "Palästinensern" solidarisch sind
und die der Linken, die ihre Solidarität mit "Palästina"
z.B. im notorischen Tragen sogenannter Pali-Tücher zeigen,
offenbart einen Fakt mehr. Den Konsens der Generationen und die
Gemeinschaft der Menschenrechtler, von links bis rechts.
Seit Beginn der sogenannten "Al-Aksa-Intifada"
ist es in jeder dümmlichen linken Journallie Hauptthema geworden,
über Israel zu schwätzen.
Wo es am elementarsten fehlt, tritt die notorische Wiederholung
solcher "Argumente" zu Tage, die der geneigten Feindin der deutschen
Verhältnisse schon länger als antisemitische Phrasen
auffallen.
Natürlich wissen wir, dass der gemeine
Linke nur gegen den "Rassismus" der Israelis ist und gegen Unterdrückung
und natürlich für einen "palästinensischen Staat".
Da es ja mittlerweile zum Allgemeinen geworden ist, die ebenso
furchterregende wie banale Feststellung zu treffen, dass es in
der Linken Antisemitismus gibt, so verschanzt sich die Linke hinter
einer ominösen "israelischen Linken". Und um dem Vorwurf
des Antisemitismus zu entgehen wird eben gern der eine oder andere
jüdische Linke interviewt und somit ein Persilschein für
die schlimmsten antiisraelischen Lügen erteilt. Ob nun in
"Konkret", als Interview, dem Hetzblatt "Interim" oder der "iz3w"
- die sich schon nicht blöd genug waren, ein Heft mit dem
Titel "Jahrhundert der Lager" zu machen - ist egal, denn das Wesen
der Argumentation ist dasselbe: die Delegitimierung eines jüdischen
Staates.
Es wäre müßig hier diese
"Argumente" zu widerlegen, ein Flugblatt ist dafür kein Rahmen.
Es gibt genug kritische Texte*.
Doch wer noch einmal sagt, Israel ist ein ganz normaler bürgerlich-rassistischer
Staat und darf deswegen kritisiert werden und dann noch für
ein "Selbstbestimmungsrecht der Palästinenser" Wind macht,
kann sich getrost zu den Nazis stellen oder gleich zu Hause bleiben,
wenn es darum geht, die glatzköpfigen Antisemitenschweine
bei ihrer Demo zu behindern. Und für die, die denken, es
gehe hier nur mal wieder um ein paar Nazis, gilt dasselbe.
*Buchtip: "Furchtbare Antisemiten, ehrbare
Antizionisten - über Israel und die linksdeutsche Ideologie"
- ISF Freiburg i.Br. - ca ira 2000 Freiburg
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ART pressemitteilung
AntifaRechercheTeam Dresden
31.
März 2001 Zweite Nazi-Demo 2001
durch Dresden
Am 31. März zogen, nach dem geschichtsrevisionistischen
Aufmarsch am 13. Februar, zum zweiten Mal in diesem Jahr Rechtsextremisten
durch die sächsische Landeshauptstadt. Die Zahl der Nazi-Demonstranten
mit 100 anzugeben hieße, den Umfang des Aufzuges an diesem
letzten Märztag über die Wahrheit hinaus zahlenmäßig
aufzuwerten.
Begleitet durch ein stattliches Polizeiaufgebot,
offizielle Angaben sprachen von über 300 Polizistinnen und
Polizisten, von einer ebenfalls beachtlichen Zahl von Zivilbeamten
und unter ständiger Beobachtung durch einen Polizeihubschrauber,
setzten sich die Rechtsextremisten kurz nach 14 Uhr hinter der
Semper-Oper in Bewegung. Die ortsüblich bekannte Nazi-Ordnerstruktur
war allgegenwärtig. Zwei Busse aus Berlin mit rund 100 Neonazis
erreichten den Marsch ihrer rechtsextremen Gesinnungsgenossen
nicht mehr.
Das Front-Transparent der Demo wurde ausschließlich
von Frauen getragen und zeigte neben einem Bild des Brandenburger
Tores ’Deutschland lässt sich von Euch nicht verbieten. NPD’.
Dumpfsprachlich wertvolle Parolen, wie ’Vorsicht Nazis? Denkste!
Kein Medienlenken, selber denken!’ umflatterten die rechtsextremen
Marschierer, es wehten die Fahnen der Bundesländer. Der Berliner
Nazi-Kader ANDREAS STORR fungierte im kaum so zu bezeichnenden
Führungsbereich der Demonstration. RONNY THOMAS, Ex-NPD-Vorsitzender
Dresdens, trottete mit einem Palästinensertuch um den Hals
am Ende des Zuges.
Auf seiner Route, in unmittelbarer Sichtweite
zur Baustelle der Dresdner Synagoge, wurde der doitschnationale
Umzug mehrfach durch antifaschistisch aktive Menschen mit pyrotechnischen
Flugobjekten bedacht. Eine Blockade der Demonstrationsroute durch
rund 30 AntifaschistInnen wurde von den staatlichen Einsatzkräften
geräumt. Unmittelbare Störaktionen ließen die
Demo immer wieder stocken, antifaschistische Kleingruppen sorgten
für sichtbare Unruhe im Nazi-Häuflein. Die Polizeikräfte
taten sich im Umfeld der Demonstration durch teilweise äußerst
rüdes Auftreten hervor, beleidigendes Ansprechen von aktiven
AntifaschistInnen schien Anweisung zu sein. Es kam, auch fernab
vom Nazimarsch, zu mehreren Festnahmen von AntifaschistInnen.
Durch nichts gerechtfertigte körperliche Brutalität
seitens der Polizei war zu beobachten. Fotoreporter wurden partiell
massiv behindert.
Zum Abschluss formierten sich die Neonazis
auf dem Parkplatz direkt vor dem Polizeipräsidium und der
Polizeidirektion. STORR plärrte fast identisch den gleichen
Nazi-Müll, den er schon auf der NPD-Demo am 15. Juli 2000
in Dresden von sich gegeben hatte, als da wären: Ausländerhetze,
deutscher Volkszorn, Volksaufstand gegen fast alles, NPD als die
einzige Opposition im Land, Schluss mit quälender Vergangenheitsbewältigung,
blablabla. Und nach einem markigen ’Wir werden siegen!’ war dann
die Versammlung mit einem Mal irgendwie zu Ende. Mit einem Straßenbahnzug
fuhr die gesamte Nazitruppe davon und ein Teil von ihnen hatte
nach zwei Stationen in der Dresdner Innenstadt seine ganz eigene
persönliche Begegnung mit aktiven AntifaschistInnen.
Sächsisch regional halbwegs bedeutende
Nazi-Führungskader glänzten an diesem 31. März,
bei nicht einmal 100 Demo-Teilnehmern, durch Abwesenheit. Nach
der Mobilisierung im Vorfeld lässt dies durchaus gewisse
Schlüsse auf die derzeitige Verfasstheit des größten
NPD-Landesverbandes der Bundesrepublik zu. Aber der 1. Mai wirft
ja bereits schon seine braunen Schatten ...
fight fascism!
c/o Infoladen Dresden
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