Um die 1.000 Menschen beteiligten
sich an den Gegenaktivitäten gegen den Naziaufmarsch der
sog. "Freien Kräfte Sachsen" - eines militanten
Neonazi-Zusammenschluss. Von zum grossen Teil anwohnenden Antifaschistinnen
wurde eine Menge Wut dagegen wurde auf die Strassen - die voller
Plakate gegen die Nazidemo hingen - getragen. Jedoch fand diesmal
nicht wie im Kneipenviertel gewohnt eine Party statt (alcohol
at demonstrations sucks!) , sondern eine Auseinandersetzung mit
der NS-Verherrlichung der Nazis. Die Naziposition zur Antifa blieb
zwischen Kopie, Umarmung und militantem Angriff diffus. Zu mehreren
Naziangriffen, teils im 100er-Nazi-Mob kam es vor und nach der
Nazidemo im Bahnhof Neustadt. Die Polizei jedoch konzentrierte
sich während des Tages auf das Zusammenknüppeln, -schlagen
und -treten von Linken.
Sich selbst im Fronttransparent als "Freundeskreis Venceremos"
bezeichnend (sollen wir uns jetzt geschmeichelt fühlen, oder
wie?) trabten grade mal 150 bis 200 Nazis durch die Kante. Orga-Team
um Anmelder Sven
Hagendorf waren die vorbestraften und deshalb nicht
als Ordner zugelassenen Lutz
Giessen ("Pommersche Aktionsfront", Berlin),
Thomas Rackow
(Betreiber des gehackten heimatschutznet), Sebastian
Reiche, Karsten
Scholz,
Peter Naumann und auch
Ronny Thomas, der nach einem Jahr und damit dem Absitzen von
2/3n seiner jüngsten Haftstrafe, wieder unterwegs ist.
Der Weg über den Bischofsweg in die Äußere Neustadt
blieb ihnen verwehrt - der Weg durch das Hechtviertel durch Barrikadenbau
nach einer Sperrmüll-Sammlung auf der Rudolf-Leonhard-Strasse
zumindest verzögert. Auch der anschliessende zweite Versuch
der Nazis über den Bischofsweg zum Alaunplatz zu gelangen
scheiterte. Eine Blockade an der Schauburg stoppte die Nazidemo
für einige Zeit.
Die Polizeitaktik währenddessen spottet jeder Beschreibung:
Mit einem unheimlichen Engagement stürzten sich vollbewaffnete
Robocops auf Sitzblockaden, Versammlungen und sich einen Weg auf
die Naziroute bahnende Menschen. Bei Verhaftungen wurden nahezu
prinzipiell Verletzungen verursacht, darunter ein Armbruch und
eine Gehirnerschütterung. Als hätten sich die Bullen
die Inhalte der Nazis zu eigen gemacht - Gegen angeblichen "linken
Terror" in der Neustadt - gaben die Bullen alles, um die
Naziroute freizuprügeln. Einsatzleiter peitschten die Polizisten
mit Worten wie "Kämpfen, Jungs" auf. Einen Verhafteten
beschimpfte ein Bulle mit "Du Mörder".
Dagegen kam es nach Auflösung der Nazidemo zu mehreren Naziangriffen,
die nahezu unbehelligt von der Polizei zu mehreren, teils schweren,
Verletzungen führten.
Im Radio hiess es im Anschluss, ein Polizist sei durch eine ätzende
Flüssigkeit schwer verletzt worden, die ihm ins Gesicht gegossen
worden sei. Auf Nachfrage handelt es sich um Pfeffergas. Dauernd
sprühen es die Kollegen ungünstig und so machen diese
auch mal Bekanntschaft mit dem stark ätzenden Pfeffergel.
Diese Pressemeldungen der Polizei sind nicht nur als Diffamierung
zu werten, sondern vor allem als Rechtfertigung für den völlig
überzogenen Polizeieinsatz.
Ein Grossteil der Gegendemonstrantinnenen kam aus der linksalternativen
Szene Neustadts und Umgebung. Aus dieser bunten Mischung von linken
Jugendlichen, Punks, Hip-Hoppern und auch einigen Friedensbewegten,
wurden dann im Polizeijargon 800 Autonome.
Bilanz: 34 Festnahmen bzw. Gewahrsamsnahmen von Linken und nur
zwei bei den Nazis.
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Albertplatz

Wir sind ausnahmsweise mit dem Fronttransparent der Nazidemo
recht zufrieden. Etwas unglücklich fanden wir nur die Besetzung
der TrägerInnen - vielleicht können das nächste
Mal einfach welche angemietet werden. (Regenbogenfahne gehört
nicht zur Nazidemo.)
|
Hier der Bericht im Einzelnen
Die Neustadt gilt als Ort in dem Menschen, die nicht dem Bild
der deutschen Volksgemeinschaft entsprechen, relativ unbehelligt
leben können und Neonazis nicht ungestört ihre menschenverachtende
Propaganda verbreiten können. Die Neonazis bezeichnen dies
als linken Terror und wollten mit ihrer Demonstration ein Zeichen
für rassistische, homophobe, sexistische und antisemitische
Übergriffe setzen, so wie sie in ihren zu Herkunftsgebieten
schon zur Normalität geworden sind. Am
27. Juli 2002 hatten sie es schon einmal probiert, konnten
aber lediglich am Rand der Neustadt marschieren.
Im Vorfeld fabulierten die Neonazis in einschlägigen Naziforen
von bis zu tausend erwarteten Teilnehmern und einer Generalprobe
wegen dem 1. Mai in Leipzig-Connewitz, wo auch ein Neonaziaufmarsch
durch ein linkes Viertel stattfinden soll.
Allerdings wurden diese grössenwahnsinnigen Ambitionen der
sogenannten „Freien Kräfte Sachsens“ von einer
grottenschlechten Mobilisierung flankiert, deren Tiefpunkt bzw.
Höhepunkt das wochenlange defacement der Internetpräsenz
des Heimatschutznetzwerkes und damit der Mobilisierungsseite der
Neonazis durch die Hackergruppe „Katjusha“ war. (Hi
Mom.)
Für den Tag riefen Antifagruppen, Friedensinitiativen und
sonst eher subkulturell engagierte Personen aus der Neustadt zu
Gegenaktivitäten auf. Diese Aktivitäten wurden von bürgerlicher
Seite aus kaum unterstützt, teilweise sogar sabotiert, wie
im Fall der Sächsichen Zeitung, die am 18.03. in einem Kommentar
dazu aufruft die Neonazis zu ignorieren, weil jeglicher Protest
die Neonazis stärken würde.
Vielleicht sollte der Schreiberling mal überlegen, wieso
dann die Neonazis ausgerechnet in den Gebieten am Stärksten
sind, in denen immer schon weggesehen wurde, wie es in vielen
Gegenden in Sachsen der Fall ist. Die Dresdener Neustadt ist im
Gegensatz dazu eine der wenigen positiven Ausnahmen in Sachsen.
Am Tag selbst setzte die Polizei den Naziaufmarsch mit brutaler
Gewalt durch. Schon Stunden bevor die Neonazis mit ihrer Auftaktkundgebung
begannen, füllte sammelten sich in und um das Aufmarschgebiet
der Neonazis mehrere hundert Gegendemonstrantinnen. Die Polizei
ging dabei mit Knüppeleinsätzen, roher Gewalt (Gegendemonstrantinnen
wurden auf die Strasse geworfen und verprügelt), willkürlichen
Kontrollen, Platzverweisen, Festnahmen und Ingewahrsamnamen gegen
die NazigegnerInnen vor. Auch waren statt der angekündigten
900 Beamten etwa 1500 Beamte im Einsatz. Trotz des martialischen
Einsatzes war die Polizei bis an ihre Reserven gefordert, um die
Lage unter Kontrolle zu halten. Dabei wurden in der Neustadt teilweise
Strassenzüge von der Polizei aufgegeben, da die nicht genügend
Verstärkung vorhanden war, um diese zu halten bzw. die Beamten
an anderer Stelle benötigt wurden um Blockaden aufzulösen.
In der Rudolf-Leonhard-Strasse die zum AZ Conni führt, fingen
Leute an Barrikaden zu bauen.
|

Rudolf-Leonhard-Strasse

Anmelder des Aufmarsch war Nazischläger Sven Hagendorf (links
unten) |
Nazi-Route musste abgekürzt werden
Die Neonazis konnten dann auch wieder nicht durch die eigentliche
Neustadt laufen, und zogen nach starken Verzögerungen aufgrund
der Gegenaktivitäten, vom Neustädter Bahnhofs ins Hechtviertel.
Dort hielten sie in Sichtweite des AZ Conni ein Kundgebung ab,
und dann ging es auch über die Königsbrückerstrasse
schon wieder zurück zum Bahnhof. An der Schauburg verlangten
die Neonazis von der Polizei doch noch geradeaus in die Neustadt
marschieren zu dürfen, was aber von der sichtlich gestressten
Einsatzleitung der Polizei mit dem Angebot beantwortet wurde,
dass die Neonazis entweder zum Bahnhof Neustadt zurück demonstrieren
oder die Demo an Ort und Stelle aufgelöst wird. In anbetracht
der Tatsache, dass die Zahl der Gegendemonstranten auf ungefähr
1000 angewachsen war, entschieden sich die Neonazis dann doch
für die Variante zum Bahnhof zu laufen.
Naziübergriffe und -Angriffe im Bahnhof Neustadt
Als die Neonazis dann am Bahnhof Neustadt ankamen, verlor die
Polizei zeitweise völlig die Kontrolle über die Lagen,
währen Gegendemonstranten den Bahnhof von allen Seiten belagerten,
fingen die Neonazis an im Bahnhof frei zu drehen. Erst rannten
sie johlend und brüllend einer Hundertschaft der Polizei
hinterher die gerade wieder mal durch den Bahnhof stürmte,
dann bewarfen die Neonazis vom Bahndamm aus Gegendemonstranten,
Passanten und Polizei mit Flaschen und Steinen, und verprügelten
mit einer Fahnenstange eine einzelne Frau im Bahnhof. Viele Bürgerinnen
waren angesichts dieser Bilder schockiert. Eine Geschäftsfrau
aus Kapstadt in Südafrika, musste noch mit dem Zug nach Zittau
fahren, und hatte Angst sich wegen ihrer dunklen Hautfarbe in
den Zug zu setzen. Sie erzählte auch, dass so etwas in Südafrika
nicht möglich wäre, dort würden sich viel mehr
Menschen gegen solche menschenverachtende Meinungen zur Wehr setzen,
und solche öffentlichen Manifestationen von Neonazis gar
nicht zulassen. Sie selbst wird - unter anderem wegen dieser Bilder
und weil ihre Tochter nicht in Angst vor rassistischen Übergriffen
aufwachsen soll - Deutschland bald verlassen. Einige BürgerInnen
waren angesichts der Geschehnisse im Bahnhof ziemlich aufgebracht
und brüllten ihrerseits PolizeibeamtInnen an, die aber nicht
darauf reagierten, sondern weiter nur gegen die aufgebrachten
GegendemonstrantInnen vorgingen und Etliche von ihnen festnahmen.
Antifa-Spontandemonstration nach Abreise der Nazis
Nachdem die Neonazis dann zum größten Teil wieder
auf dem Weg nach Hause waren, sammelten sich hinter dem Bahnhof
rund 400 GegendemonstrantInnen um noch eine Spontandemo zum
Neonazitreff "Club 14" in der Weimarischen Strasse
durchzuführen. Die Polizei ging auch hier wieder mit Gewalt
gegen die DemonstrantInnen vor. Unter fadenscheinigen Vorwänden
wurde die bereits formierte Demonstration von der Strasse gedrängt
und geprügelt. Nachdem dann 5 Minuten später alle Formalitäten
mit der Anmeldung geklärt waren ging es dann doch los. Durch
die kurzzeitige Blockade des Autobahnzubringers Hansastrasse wurde
die Hinhaltetaktik des Dresdner Ordnungsamtes von der Polizei
beendet. Sog. "frische Beamte" - der BGS zumeist - waren
inzwischen "eingewechselt" worden. Beziehungsweise waren
diese Beamten keineswegs "frisch", sondern auch schon
den ganzen Tag unterwegs - aber es ging der Polizei an dieser
Stelle einfach darum Masse zu zeigen. So waren es dann auch knapp
doppelt soviele Bullen wie Demonstrantinnen.
Trotz des anstrengenden Tages und der ganzen Schikanen beteiligten
sich noch etwa 250 Menschen an der Spontandemonstration. Diese
wurde auch wieder von einem martialischen Polizeiaufgebot begleitet.
Mit Bullenblocks vorn und hinten und Spalier an der Seite. Der
Club 14 kam dann auch nicht mal in Sichtweit, schon weit vor der
Weimarischen Strasse hatte die Polizei mit einem Grossaufgebot
die Strasse gesperrt. Der Demo blieb angesichts der grossen Polizeiübermacht,
nichts anderes übrig als umzudrehen, und so ging es zurück
Richtung Neustadt zum Albertplatz. Am Albertplatz angekommen,
kam es wieder zu Rangeleien mit der Polizei, die mit der Situation
völlig überfordert war. Zuerst hieß es, die Demonstration
dürfe auf keinen Fall in die Alaunstraße hinein laufen,
was die Polizei mit dem Einsatz von körperlicher Gewalt zu
verhindern suchte. Wenige Minuten später entschied die Einsatzleitung,
dass die DemoteilnehmerInnen doch in die Alaunstrasse dürften,
aber nur dorthin, was bei einem Grossteil der PolizeibeamtInnen
aber scheinbar nicht ankam. Diese prügelten weiter auf die
DemonstrantInnen ein, die sich Richtung Alaunstrasse bewegten
und versuchte noch Transparente zu zocken. Die entnervte Einsatzleitung
zog dann ihre hirnlosen Kampfroboter kurzerhand einfach komplett
von der Demo ab, damit diese keinen weiteren Schaden anrichten
konnten. Die verbliebenen DemoteilnehmerInnen, zum grossen Teil
BewohnerInnen dieses Viertels, zogen dann in die Alaunstrasse
und zerstreuten sich dann wie schon so oft nach Demonstrationen
an dieser Stelle..
Weitere Naziübergriffe nach dem Ende der Nazidemo
Während dessen hatten die Nazis, die vom Bahnhof Neustadt
aus unterwegs waren - ohne Polizeibegleitung - weitere Übergriffe
verübt. Vor allem Berliner und Potsdamer Nazis (4-5 sind
ehemalige BASO-Aktivisten - darunter Andreas Thürmann) haben
im Regionalexpress nach Elsterwerda Jagd auf vermeintliche "Antifas"
gemacht. Diese Angriffe sahen sehr komisch aus. Die ganze Zeit
wurden die Antifas mit "Römer, Römer"-Rufen
durch den Zug gescheucht und verprügelt. Ein Mann und eine
Frau wurden bei diesen Angriffen verletzt. Als - dieses Szenario
spielte sich die ganze Zeit am Bahnhof Coswig bei Dresden ab -
eine weitere S-Bahn mit etwa 20 Antifas einfuhr (wussten von den
Angriffen im Zug nichts), bereiteten die Nazis unter "Antifas",
"Zecken" und "Römer" Rufen einen weiteren
Angriff vor.
Jedoch wurde dieser durch in der S-Bahn mitfahrenden BGSler verhindert.
Die Nazis zogen sich daraufhin wieder um und nahmen wieder ihre
Sitzplätze ein. Einige entfernten sich von der großen
Gruppe und nahmen separat Plätze ein, konnten jedoch von
den Opfern identifiziert werden.
Von allen Nazis - etliche waren schwarzgekleidet und hatten Hatecore-Klamotten
an, außerdem wurden viele Buttons mit abgewandeltem Antifa-Aktionszeichen
mit "Autonome Nationalisten Bundesweite Organisationen"
gesichtet - wurden die Personalien aufgenommen und es kann mit
etlichen Anzeigen wegen Körperverletzung gerechnet werden,
da es viele Zeugen gab.
Es bleibt die Frage, warum diese Gruppe von 30 Nazis unbegleitet
in den Zug gesetzt wurden. |
up
S.A.R.G. Dresden, 20. März 2005
Dresden am 19. März ...
Da war mehr möglich
Das kleine Demo-Einmaleins für Gegenaktivitäten
zu Nazi-Aufmärschen gibt es nicht in definitiv vollendeter
Fassung. Nichtsdesdotrotz haben sich in der Vergangenheit einige
Aktionsformen und -zusammenhänge als nicht unbedingt so schlecht
erwiesen, als dass sie nicht hier & da nachahmende Anwendung
finden könnten, von kreativen Weiterentwicklungen ganz zu
schweigen.
Gut, rund 200 Nazis sind vielleicht für Einige nicht gerade
der Reißer aktiv zu werden. Am 27. Juli 2002 waren es an
fast gleicher Stelle noch rund 100 Doitsch-National-Sozialisten.
Mithin wurde versucht, öffentlichen Raum mit & für
Nazi-Parolen zu besetzen - und dem ist offensiv entgegen zu treten.
Offensiv, gemeinsam & entschlossen!
Der Teilnehmerkreis der Nazi-Demo rekrutierte sich hauptsächlich
aus Dresdner und im Dresden-Umfeld beheimateten so genannten Freien
Kräften - vom AntifaRechercheTeam Dresden (ART) bereits im
Vorfeld [
Deja-vu? ] detailliert beleuchtet. Als eine Begründung
für den verspäteten Start des Nazi-Aufmarsches wurde
übrigens kolportiert, neun der zehn benannten Ordner waren
"strafrechtlich vorbelastet". Apropos: Neben SVEN HAGENDORF,
LUTZ GIESEN, THOMAS RACKOW, SEBASTIAN REICHE, KARSTEN SCHOLZ und
PETER NAUMANN beteiligte sich auch RONNY THOMAS nach seiner kürzlichen
Haftentlassung wieder am versuchten freien Kräftetreiben
um den DD EN 7233 Ford-Ranger Lautsprecherwagen.
Vor dem nicht so neuen, aber scheinbar gern mal wieder & weiter
betriebenen Klau linker Symbolik durch Nazis (Che, Marx, Martin
Luther King, Die Ärzte) verneigen wir uns aus Höflichkeit
vor der an diesem Tag mitunter arg verhunzten deutschen Schrift-
und Wortsprache nicht & schweigen mehr oder weniger nicht
betroffen. Erwähnt sei allerdings noch der sich selbst so
bezeichnende "Freundeskreis venceremos" mit dem quasi
Front-Transparent der Nazi-Demo. Dumm ist halt nur, wenn die beabsichtigte
Anspielung auf die Antifa-WebSite "venceremos" [ http://venceremos.antifa.net/
] einem Großteil der angereisten Kameradinnen und Kameraden
wegen deren Verpeilung erst noch erklärt werden muss.
Natürlich war der Aufmarschort am Schlesischen Platz für
das Nazi-Häuflein durch die Polizei entsprechend abgesichert.
Übrigens bedeutend mehr Polizei, Bundesgrenzschutz sowie
mobile Greiftrupps als vor drei Jahren. Aber wer hatte diesbezüglich
viel weniger als die offiziell angegebenen 1.500 erwartet?
Die Nazi-Route & die Örtlichkeiten der Zwischenkundgebungen
waren im Groben andeutungsweise vorab bekannt. Die Hausmüll-Sonder-Aktion
auf der Friedensstraße und Leonhard-Straße waren im
Resümee also ein wunderschöner Joke mit reger Beteiligung.
Warum aber ein Großteil der linken Gegendemonstranten seine
Kräfte erst einmal am Albert-Platz durchaus massiv gegen
die Einsatzkräfte ausprobieren musste, erschließt sich
uns nicht einmal auf den zweiten Blick. Hat da wirklich jemand
ernsthaft geglaubt, bis zum Neustädter Bahnhof und den Nazis
vordringen zu können? Aus unserer Sicht blieb da nur linke
Kraft-, Zeit- und Ressourcen-Vergeudung in fast schon Reinkultur.
Woanders wäre durch die insgesamt wohl rund 1.200 Gegendemonstranten
& Antifas effektiveres möglich gewesen.
Wohin verflüchtigten sich denn die Versuchs-Blockierer der
Nazi-Route vom Bischofsplatz fast augenblicklich mit dem Nahen
der durchaus rüde vorgehenden polizeilichen Einsatzkräfte?
Kleinst-Barrikaden auf der Leonhard-Straße wurden und wurden
nicht größer und waren letztendlich fast der polizeilichen
Räumung nicht wert. Ein Fallobsttag war plakativ für
die Königsbrücker Straße angekündigt &
gebar lediglich einige Wasser- und Dreckbeutel-Attacken auf die
tumben Marschierer.
Das Ansinnen einer Antifa-Demo zum Nazi-"Klub 14" auf
der Weimarischen Straße ist unbestritten nicht umstritten.
Ob eine solche Aktion aber noch am Abend eines solchen Tages unbedingt
quasi drangehangen werden muss, erschließt sich uns auch
auf den zweiten Blick nicht unbedingt. Zumal die Taktik der Polizei
ziemlich schnell offensichtlich wurde, die Antifa-Demo sich selbst
beruhigend lediglich ein Stückchen, aber nie auch nur in
die Nähe des "Klub 14", demonstrieren zu lassen.
Wie war das gleich mit dem möglichst effektiven Einsatz linken
Ressourcen?
Was besagt doch gleich das Eingangs erwähnte kleine Demo-Einmaleins
für Gegenaktivitäten zu Nazi-Aufmärschen, auch
& besonders für die Dresdner Unvollkommenheiten? Bildet
Bezugsgruppen. Vernetzt Euch. Nutzt bestehende Strukturen. Informiert
Euch. Agiert mit & in Absprachen. Seid kreativ. Handelt entschlossen.
Und nicht zuletzt: Hunde und Alkohol haben dabei nach wie vor
nichts zu suchen - daran hat sich in der kleinen Geschichte des
kleinen Demo-Einmaleins nie etwas geändert. Merkwürdig
ist nur, dass es immer wieder mal erwähnt werden muss, auch
in Dresden.
direct action against fascism!
S.A.R.G. Dresden
|
up
Dresdner Neueste Nachrichten, 21. März
2005
Routenänderung: Rechter Aufzug wurde
nach Protesten verkürzt
36 Festnahmen, darunter von zahlreichen
Teilnehmern, die am Sonnabend bei dem Umzug des rechten "Freundeskreis
Venceremos" waren, sind die Bilanz eines Demonstrationstags,
wie ihn die Neustadt zuletzt vor rund zwei Jahren erlebt hat.
Rund 280 Neonazis zogen durch das Viertel, 1500 Beamte boten Polizei
und Bundesgrenzschutz auf, um den Demonstrationsweg frei und die
rund 1100 Gegner der Rechten auf Abstand zu halten.
Um 12 Uhr begann der Kundgebungstag mit einer Protestveranstaltung
gegen die Rechten auf dem Albertplatz. Rund 500 Teilnehmer versammelten
sich dazu vor dem Artesischen Brunnen. Währenddessen trafen
sich die Rechten vor dem Neustädter Bahnhof, wo sich auch
die Polizei aufgebaut hatte. Die Stadt musste in dieser Zeit Sperrmüll
wie alte Fernseher und Möbel unter anderem aus der Friedensstraße
und der Rudolf-Leonhard-Straße wegräumen lassen, den
Anwohner an den Straßenrand gestellt hatten, nachdem mit
fingierten Aushängen dazu aufgerufen worden war. Die Polizei
hatte die Müllbeseitigung veranlasst, um Gefahren an der
Aufzugsstrecke der Rechten vorzubeugen.
Die Rechten zogen ab 14 Uhr zum Hechtviertel, wurden dabei aber
immer wieder von Gegendemonstranten aufgehalten. Während
sie sich am Königsbrücker Platz zu einer Kundgebung
versammelten, drückte die Polizei Gegner des Aufzugs von
der Kreuzung Königsbrücker Straße/Bischofsweg,
um die geplante Demo-Route frei zu halten. Das gelang jedoch nicht,
so dass der Umzug des "Freundeskreis Venceremos" nicht
wie geplant durch den Bischofsweg führen konnte. Ordnungsamt
und Polizei beschlossen, dass der Weg des Aufzugs verkürzt
werden musste. Auch die hartnäckigen Versuche von Anmelder
Sven Hagendorf, die Verantwortlichen umzustimmen, änderten
daran nichts. Gegen 17.30 Uhr endete der rechte Aufzug vor dem
Neustädter Bahnhof.
Eine knappe Stunde später versammelten sich dort rund 400
Linke und meldeten eine Spontandemonstration an, die zum Großenhainer
Platz und zurück zum Bahnhof führte. Diese Demonstration
endete gegen 20 Uhr.
Bei dem Einsatz wurde ein Polizeibeamter verletzt. Er sei vermutlich
von Pfefferspray getroffen worden, berichtete die Pressestelle
der Polizeidirektion Dresden am Wochenende, und musste von einem
Arzt behandelt werden.
C. Springer
Yahoo-Nachrichten, 20. März 2005,
12:45 Uhr
Krawalle bei Demonstration von Rechtsextremisten
in Dresden
Dresden (AP) Bei einer Demonstration von
Rechtsextremisten ist es am Wochenende in Dresden zu Krawallen
gekommen. Nach Angaben eines Polizeiführers vom Sonntag wurden
zehn Polizisten leicht und ein weiterer schwer verletzt. Dem Beamten
wurde Pfefferspray ins Gesicht gesprüht. 36 Personen seien
vorläufig festgenommen worden.
Wie die Polizei mitteilte, waren 1.500 Polizisten aus Sachsen,
Brandenburg, Hessen und dem Bundesgrenzschutz im Einsatz, um eine
Konfrontation zwischen 280 Rechtsextremisten und 1.100 Gegendemonstranten
- unter ihnen 800 gewaltbereite Linksautonome, zu verhindern.
Dabei hätten die Sicherheitskräfte auch Schlagstöcke
eingesetzt.
Die Rechtsextremisten hätten sich am Samstag zu einer angemeldeten
Demonstration versammelt und seien auf ihrer Strecke auch durch
die Dresdner Neustadt gekommen. Linke Gegendemonstranten hätten
immer wieder versucht, den Durchzug der Rechten mit Barrikaden
aus Sperrmüll und Sitzblockaden zu verhindern, sagte der
Polizeiführer. Bei den gewalttätigen Auseinandersetzungen
seien auch Flaschen und Steine gegen Polizisten geworfen worden.
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