| Dresden:
Vorsicht! Gewalt gegen Nazis?!
CDU-Büttel-Bürgermeister will Nazi-Aufmarsch am 14.
Juni hinlegen lassen
Kent Brockman, z.Zt.
Dresden, 14. Juni 03
Der Mann ist immer für eine klare Ansage
gut: Dresdens Ordnungsbürgermeister DETLEF SITTEL (CDU).
Bereits am 8. Mai erhielt er so auch völlig berechtigt und
an anderen Stellen ausführlich gewürdigt, ein "Bienchen
des Tages" für politischen Wortmüll nach seinem
elbabwärtigen Hamburger Dezernenten-Vorbild. Dazumals hatte
SITTEL geglaubt, zur Nazi-Demo vom 1. Mai in Dresden mehr oder
weniger flachgreifend analysierend anmerken zu müssen "Ohne
die 400 antifaschistischen Jugendlichen hätte doch niemand
die Rechten wahrgenommen." Dafür wurde SITTEL umgehend
zum 'Blockwart ehrenhalber' ernannt und sollte eigentlich in die
ehemaligen deutschen Ostgebiete förderversetzt werden. Begreiflichunbegreiflich
ist der Mann natürlich noch immer in Dresdner Amt und Würden
und bereitet sich auf seinen nächsten Einsatz vor. Denn Ungemach
droht.
Gerade während des Dresdner Stadtteilfestes
'Bunte Republik Neustadt' beabsichtigt die NPD am 14. Juni einen
Aufzug durch die Stadt durchzuführen. Aber keine Bange: SITTEL
wird, wie Dresdner Medien berichten, "am Wochenende selbst
im Einsatz sein". Ob nun, um die Stadtfestfeiernden mit einem
deftigem SITTEL-Büttel-Aufgebot in Schach zu halten oder
um fast zeitgleich ein wenig innerlich jubilierend Nazis die Straße
freiräumen zu lassen, der Mann wird sich zu bewähren
wissen. Und SITTEL hat natürlich auch schon einen Plan. Einen
Plan, was die Nazis betrifft. Vorbeugend, und nicht wie auf den
Nazi-Aufmarsch am 1. Mai lediglich rückblickend. Denn der
CDU-Büttel sieht die Zukunft, ist gar die Zukunft selbst.
Das bissel 'Bunte Republik Neustadt' kriegen wir schon irgendwie
gekesselt.
Aber die Nazis? "Wie die Polizei macht
sich auch SITTEL Sorgen wegen der NPD-Demonstration am Sonnabend.
Die Rechten, die Rede ist von mehreren Hundert, treffen sich gegen
Mittag am Zwingerteich und wollen in der Altstadt zum Thema '17.
Juni' demonstrieren. 'Das könnte auch auf die Neustädter
Elbseite und das Stadtteilfest ausstrahlen', befürchtet der
Bürgermeister", ängstigt das regionale Verlautbarungsorgan
"Sächsische Zeitung" am heutigen 13. Juni vor sich
hin. SITTEL und Angst? Unser aller Held, bürgerlichcouragiert
gegen Nazis wie die gesamte weltweite CDU und der Rest aller restlichen
bürgerlichen Parteien? Das darf nicht sein, nein!
Also verkündet unser aller SITTEL vorab
flugstig eine Losung: "Am besten ist es, die NPD-Demo rechts
liegen zu lassen." Welches Wortspiel! Welche Message! Welcher
Drive! Welche Power! Welches Augenschließen. Welche Hilflosigkeit.
Welche Verwirrung. Der Blockwart hat dödelgesprochen.
Abgesehen von der geografischen Kleinigkeit,
dass das beabsichtigte Aufmarschgebiet der Nazis in Dresden linkselbig
liegt, droht hier durchaus militante Gewalt, die selbst durch
Antifa-Mobilisierungen gegen den Nazi-Zug am 14. Juni so bisher
nicht bekannt geworden ist. "NPD-Demo ... liegen lassen"?
Entwickelt hier SITTEL etwa in hoher politischer Eigenverantwortung
und staats-cdu-planmäßig die uralte Antifa-Forderung
"Gebt den Nazis die Straße zurück! Stein für
Stein!" weiter? Nazis aufs Pflaster der Stadt legen? Wie
weit wird SITTEL gehen lassen? Antifas der Welt, schaut auf diesen
SITTEL! Nehmt Euch ein Beispiel. Oder mehrere. Oder alles. SITTEL
steht hinter Euch. Oder mittendrin. Oder nur dabei.
Aber was ist schon das Geschwätz eines
SITTEL morgen noch wert? Also: Selbst handeln! NPD-Demo liegen
lassen! Nicht linkselbig, nichts rechtelbig, sondern auf der Straße!
Und SITTEL bekommt für seinen erneuten kruppstahlweichen
Doitsch-Windhund-Versuch das nächste "Bienchen des Tages".
Ersatzweise wird, in prosarischer und folgerichtiger Anlehnung
an meinen hochverehrten Kollegen WIGLAF DROSTE, die umgehende
Ausweisung und Verklappung von SITTEL ins Taka-Tuka-Land anempfohlen.
Aber nur, wenn es da nicht ganz so viele Pflastersteine gibt,
man kann bei SITTEL ja nie wissen ...
up
|