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AMAL Sachsen / Büro
Dresden, Bautzener Straße 41, 01099 Dresden
PRESSEMITTEILUNG zu aktuellen
rechtsextremistischen Aktivitäten in Dresden
28. April 2003
Die Kontinuität rechtsextremistischer
Aktivitäten in Dresden hält nach wie vor an. So planen
Rechtsextremisten am 1. Mai und am 8. Mai zum wiederholten Male
Demonstrationen.
Am 1. Mai will die rechtsextremistische Sammelbewegung "Bündnis
Rechts" aus Lübeck eine Demonstration unter dem Motto
"Arbeitsplätze statt Globalisierung - Für eine
Welt souveräner Staaten" durchführen. Als lokale
Ansprechpartner hierfür fungieren die jahrelang als NPD-Aktivisten
bekannten Sven H. und Rene D. aus Dresden.
Schon eine Woche später am 8. Mai kündigt die ebenfalls
rechtsextremistische "Junge Landsmannschaft Ostpreußen"
einen Infostand zu "Verbrechen an Deutschen" sowie eine
Demonstration "8. Mai - Tag der Niederlage - befreit von
Ehre, Leib, Hab und Gut" in der Innenstadt an.
Und für den 14. Juni ist die sechste rechtsextremistische
Demonstration in diesem Jahr - anlässlich des Volksaufstandes
am 17. Juni 1953 in der DDR - geplant.
Diese öffentlichen Veranstaltungen verdeutlichen immer wieder
aufs Neue die Problematik Rechtsextremismus. Übergriffe auf
Nichtdeutsche und Nichtrechte, rassistische Pöbeleien und
Angriffe auf MigrantInnen im Alltag gehören - auch in Dresden
- nach wie vor zur Normalität. Nur wenige davon werden einer
breiteren Öffentlichkeit bekannt. Daher nennen wir im folgenden
einige rechtsextremistische Aktivitäten in Dresden in diesem
Jahr.
Am 24. April fand in der Gaststätte "Zur Post"
ein Treffen zur Gründung eines "Nationales Bündnis
für Dresden" statt, an welchem ca. 30 Personen, vorwiegend
Aktivisten der NPD und der Republikaner teilnahmen. Das genannte
Ziel ist die Beteiligung an den Dresdner Stadtratswahlen im Jahr
2004.
Am 13. April trafen sich etwa 100 Rechtsextremisten in der Neonazi-Kneipe
"Thor" und verursachten einen Polizeieinsatz, da der
Verdacht bestand, dass dort ein rechtsextremistisches Skinheadkonzert
geplant war.
Am 5. April kamen ca. 200 Rechtsextremisten aus ganz Sachsen
zu einer Party im "Thor". Nachdem sich der vorhandene
Verdacht auf ein geplantes rechtsextremistisches Skinheadkonzert
nicht bewahrheitete, konnten die Neonazis ungestört feiern.
Es war eine der bisher größten bekanntgewordenen Veranstaltungen
im "Thor".
Am 20. März führten etwa 50 Neonazis aus dem Umfeld
des THOR eine spontane Demonstration in der Innenstadt durch,
während der sie gegen den Beginn des Irak-Krieges protestierten
und dabei auch Transparente mit antisemitischen Inhalten zeigten.
Am 2. März wurde eine schwangere Vietnamesin von einer Gruppe
rechter Jugendlicher in ihrem Geschäft angepöbelt und
angegriffen. Dabei traten und schlugen die Täter auf die
40jährige ein. Anschließend raubten sie ihr Handy und
Portmonee. Die Tatverdächtigen wurden gefasst und dem Haftrichter
vorgeführt.
Am 17. Februar griffen mehrere Rechtsextremisten in der Neustadt
eine Gruppe von nichtrechten Jugendlichen an. Sie schlugen diese
zu Boden und traten ihnen u.a. ins Gesicht. Danach erpressten
sie Geld von ihren Opfern.
Nach Aussagen von Augenzeugen kam es in den letzten Wochen immer
wieder zu weiteren Angriffen durch Rechtsextremisten in der Neustadt.
Am 15. Februar führten ca. 150 Neonazis eine Demonstration
durch, um für sogenannte "nationale Jugendarbeit"
zu werben. Organisiert wurde die Veranstaltung von Neonazis aus
dem Umfeld des Klubs "Thor".
Am 13. Februar nahmen an einer Demonstration der "Jungen
Landsmannschaft Ostpreußen" - anlässlich der Bombardierung
von Dresden 1945 - etwa 950 Personen aus dem gesamten rechten
und rechtsextremistischen Spektrum teil. Darunter waren auch bundesweit
führende Neonazis wie Christian Worch, Udo Voigt, Frank Schwerdt,
u.a.. Aus der Demonstration heraus wurde eine Frau durch einen
führenden Dresdner Neonazi in Anwesenheit einer passiv gebliebenen
Mitarbeiterin des Dresdner Ordungsamtes dreimal ins Gesicht geschlagen
und erlitt ein Hämatom am Auge.
Schon am Vormittag nahmen etwa 60 - vorwiegend Dresdner - Neonazis
an einer städtischen Gedenkveranstaltung auf dem Heidefriedhof
teil.
Am 10. Januar griffen gegen Mitternacht zwei Rechtsradikale einen
nichtrechten Jugendlichen während einer Busfahrt an und verletzten
ihn im Gesicht.
Diese Beispiele zeigen, dass nach wie vor ein konsequentes Vorgehen
gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Dresden notwendig ist.
Daher unterstützt AMAL Sachsen den Aufruf des "Deutschen
Gewerkschafts-bundes Region Dresden - Oberes Elbtal" und
des "Kulturbüro Sachsen" für eine Demonstration
gegen Rechts am 1. Mai.
Gemeinsam mit allen Bürgerinnen und Bürgern wollen wir
für eine Gesellschaft demonstrieren, in der alle Menschen
- gleich ihrer Herkunft, Sprache, Aussehens und Denkens - frei
und selbstbestimmt leben können.
AMAL Sachsen - Hilfe für Betroffene rechter Gewalt
Beratungsteam Dresden
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