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Mit 4,0 Prozent der Wählerstimmen hat das Nationale Bündnis
drei Sitze im Stadtrat ergattert und auch das nur mit Glück,
denn zum Ende der Auszählung fiel das NB und die Bürgerliste
(3,9%) rückte immer näher an die magische 4,0% Grenze
heran, die entscheidet, ob zwei oder drei Sitze vergeben werden.
6.800 Dresdner Bürger haben für das Nationale Bündnis
gestimmt, trotz deren peinlicher Aussenwirkung und den ständigen
Missgeschicken durch Antifa-Aktionen. Das kann nur eines heissen:
Hier haben überzeugte Neonazis und Rassisten gewählt
und die Stadt wird daran nun nicht mehr vorbeikommen.
Gegen 22.30 Uhr sammelte sich in der Neustadt eine Spontandemo.
Gegen 23 Uhr wurde eine Runde durch die Kneipenmeilen gedreht,
um alle mit Sprechchören zu informieren: "Nazis im
Rathaus, das gibt Stress - wir geben keine Ruhe, jetzt erst
recht!".
Mit 100 Leuten bewegte sich die Demo anschließend lautstark
und mit Leuchtspur auf die Innenstadt zu. Eine Fahrtrichtung
der St.Petersburger Strasse wurde dabei komplett blockiert,
sodass ein Stau entstand. Die Sprüche waren lustig, aber
vor allem wütend.
"Scheiss Dresdner Bürger, ihr habt es so gewollt -
das Nazi-Bündnis ins Rathaus geholt!", "Gebt
den Nazis das Rathaus zurück - Stein für Stein",
"Wir wollen alles - kapuut machen!" und "Hol-ger
Apfelmus!". Holger Apfel, Vizebundesvorsitzender der NPD
zieht für das NB in den Stadtrat ein, neben Hartmut Krien
und Wolfgang Schwarz (Ex-Rep-Kreisvorsitzender).
Desweiteren "Kühe, Schweine - Ostdeutschland",
ein Spruch welcher angesichts der katastrophalen Wahlerfolge
der NPD und der REP in Sachsen durchaus Berechtigung hat. Dresden
ist mit seinen 4% Nazistimmen eigentlich ganz gut weggekommen
- was aber auch daran liegt, das die CDU in ihren Hoheitsgebieten
keine Stimmen an das NB verloren hat. In Sachsen haben etwa
7% der Bürger NPD und REP zur Europawahl gewählt.
In der Nähe des Pirnaischen Platzes versuchte ein einzelner
Bullen-Sixpack, sich der Demo in den Weg zu stellen. Daraufhin
begann die Demo auf das Auto zuzurennen und ein paar Flaschen
vorzuschicken. Die Bullen ergriffen die Flucht. Langsam zeigten
sich auch noch mehr Bullenautos. Trotzdem kam die Demo direkt
vor dem Rathaus an und ließ sich angesichts der geöffneten
Pforten nicht lange bitten.
Drinnen im Rathaus war bis vor kurzem noch ausgelassen gejubelt
worden. Die PDS feierte ihren Wahlerfolg, ebenso die Grünen
und auch die Bürgerliste. Leider auch die FDP. Einzig die
CDU machte ein angemessen betretenes Gesicht: Sie hatten verloren
und redeten davon, mit FDP und NB zusammenarbeiten zu wollen.
Der Abend im Plenarsaal sackte in eine selbstzufriedene und
harmonische Stimmung ab.
Doch dann wurde es laut im Foyer: "Nazis raus - aus dem
Rathaus". Die Antifa demonstrierte ins Rathaus hinein.
Zwei dicke Sicherheitsleute stellten sich dem Mob in den Weg
und wurden unsanft zur Seite geschubst. Auf der prächtigen
Treppe zum Saal war die Akustik für die Parolen enorm und
schon stand die Demo im Saal, während den dort Anwesenden
der Kiefer herunterklappte. Gut, die CDU hat sich natürlich
aufgeregt, aber die anderen waren nun ganz schön betreten.
Zu den Sprechchören trampelte die Demo rhythmisch auf dem
Boden, der daraufhin wankte.
Da mit der sprachlosen Menge nicht viel anzufangen war, und
zudem auch einige klatschten, zog die Demo wieder zurück.
Es wurde nur geringer Sachschaden hinterlassen.
Vor dem Rathaus hielten sich zwei Nazis auf und kriegten aufs
Maul. Die Demo begann mit dem geordneten Rückzug durch
die Innenstadt zur Augustusbrücke. Die Bullen begannen
zu folgen und so verteilte sich die Demo jeweils über die
gesamte Strassenbreite. Die Bullen versuchten über den
Fussweg zu überholen, und da das alles nicht nutzte, fuhr
schließlich ein kleiner Streifi auf die Leute am Ende
der Demo zu, sodass diese wegspringen mussten, um nicht angefahren
zu werden.
Auch auf der Brücke blieb die Demo zusammen, immer noch
am Parolen rufen, und verhinderte das Überholen der Polizei.
Danach war es nicht mehr weit zur Neustadt und das Tempo erhöhte
sich wieder. Die Bullen bauten einen Unfall mit zwei ihrer Autos:
am Goldenen Reiter / Hauptstrasse fuhr ein Streifi gegen einen
Pfosten, ein weiterer Streifi rammte das Auto. Das daraufhin
noch anwesende Sixpack gab die Verfolgung auf. Erst eine Stunde
später hatte die Polizei ein Großaufgebot in der
Neustadt, incl. Zivis; Sixpacks fuhren die Innenstadt ab, doch
die Antifa-Demo war längst vorbei.
Wir kommen wieder, keine Frage!!!
Nachtrag: 5 Minuten nach der Antifa-Demo besuchte das Nationale
Bündnis das Rathaus. Erst kam Freddy (Frithjof Richter)
mit einem waschechten Nazipersonenschützer. Es folgten
Holger Apfel, Rene Despang, Alexander Kleber und einige weitere
NB-ler. Nazidemoanmelder Kleber wurde von jemanden von der CDU
mit Handschlag begrüsst. Alle außer der FDP verliessen
aus Protest den Saal.
Die absolute Mehrheit in der Stadt haben eher linke Parteien
zusammen: die PDS mit 24,1%, GRÜNE mit 14,3% , die SPD
mit 11,3% und die Bürgerliste mit 3,9%.
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