the
report
Nazis in Parlamenten nicht zur Normalität werden lassen
- begleitet von dieser Positionierung des
Bündnis „Gemeinsam gegen rechts“ fand heute
in Dresden die konstituierende Stadtratssitzung statt. Vor dem
Rathaus fanden sich ab 14:30 allerhand antifaschistisch Engagierte
ein, darunter auch Leute von den Grünen, PDS und SPD, vom
Ausländerrat und der SAV, um dem neonazistischen Nationalen
Bündnis den „Einzug“ zu vermiesen.
Da die Sitzung 16:00 beginnen sollte, schlugen alsbald auch die
Fans des NB (Tino Karsch, Sebastian Reiche, und andere bekannte
Gesichter von der Montagsdemo, sowie Jürgen W. Gansel) bzw.
gewählte (Holger Apfel) und nicht gewählte (Elli Dobberstein,
Sven Hagendorf, Rene Despang) Kandidatinnnen auf, um je nach Belieben
grinsend ( in den sauren Apfel gebissen, gelle) mit 2 Schutzbergen
(jetzt neu) wichtig den Aktenkoffer schwenkend das Bad in der
buhenden Menge zu geniessen oder als Haufen lässig den Eingang
zur Goldenen Pforte zu bewachen. Der Nazi-Mob verpisste sich dann
auf die Rampe, die den Eingang für die Tribüne im Plenarsaal
darstellte.
Kurz nach 3 positionierten sich Verterterinnen der am Bündnis
beteiligten Stadtratsfraktionen (Grüne, PDS, SPD) sowie Nabil
Yacoub vom Ausländerrat zum verharmlosenden und breiigen
Umgang der Presse im Vorfeld der Kommunalwahlen. Die Darstellung,
der grosse Zuspruch für Neonazi-Bündnisse bei den sächsischen
Kommunalwahlen wäre ein Erfolg ihrer bürgerlichen Verpackung,
ist zu einfach. Gewählt wurden sie doch gerade wegen ihrer
Inhalte und nicht, weil niemand in ihren Parolen gegen zb. die
Libeskind-Entwürfe als "undeutsche" Architektur
den Antisemitismus erkannt hätte.
Denn wie konnte es anders sein, Sven Hagendorf hatte in der Sächsischen
Zeitung die Möglichkeit sich als Kandidatin speziell für
Jugend(sozial)arbeit für nationale clubs unkommentiert zu
präsentieren.
Auch im weiteren hatte sich die gesamte Presselandschafts Dresdens
geweigert, das "NB" als neonazistische rechtsextreme
Gruppierung mit all den dazugehörigen Ekelaussagen darzustellen.
Nicht mal die Forderung nach mehr Klos in der Innenstadt als simples
Zeichen ihrer realpolitischen Unfähigkeit.
Von allen Rednerinnen wurde festgestellt, dass eine Zusammenarbeit
mit den Nazis im Stadtrat klarerweise absolut undenkbar abzulehnen
wegen...
Dann spielten ole and the orks sei dank supertoll - auch ohne
skript - mit klaren Ansagen an den gesamten Stadtrat.
Ein Anmelder der Montagsdemo distanzierte sich von dem Vorwurf,
die Nazis könnten auf jener Demo mitlaufen, denn es hätte
ausdrückliche Aufforderungen gegeben, sie sollten dies nicht
tun. Genügt wohl nicht, denn würden sich die Nazis immer
wegschicken lassen, sässen sie nicht im Rathaus und hätten
keinen neuen Club.
Als die Nazis in einer Pause schon mal rauchend vor dem Eingang
posen mussten, flogen Äpfel (Gebt den Nazis den Apfel zurück!)
und allerlei Krimskrams.
Mit 400 Leuten lief die Demo zur Synagoge, zum Altmarkt, gespickt
mit spitzen Ansagen an die Touris, doch besser keinen Cent in
Dresden zu lsassen, sondern mal stillen Protest zu üben und
von Dresden fern zu bleiben, zurück zum Rathaus.
Und wer schlich da schon um die Ecke: Sven Hagendorf, Tino Karsch,
Sebastian Reiche und 2 weitere Schlägerposer strolchten schon
wieder ums Rathaus - drinnen war’s wohl zu inhaltlich und
eh nicht nachvollziehbar. Der eigene Ausschluss vom heissumkämpften
Ausschuss schmerzt wohl selbst den stahlhärtesten Nazimuskel.
(Siegfrieds Eichenblatt im Drachenblut hat halt `ne kleine sensible
Stelle freigehalten, gelle)
Für uns war das kein Problem. Nach dem Motto: „Gebt
den Nazis die Strasse zurück, Ei für Ei !“ konnte
man - sicherlich auch später im Sitzungssaal - weiterzuverfolgen
- dann eines an des Hagendorfs Ohr, von der auf Schulter auf das
wunderschön beneidenswerte weisse Spitzkragenhemd und die
übliche Schlägerhose. Zuvor fiel es noch schwer, dies
beides zusammenzubringen.
Durch die Polizistinnen geschützt, flüchteten sie ins
Rathaus. Ein Platzverweis liess sich bei der Polizei augenscheinlich
nicht durchsetzen.
Am Abend gaben wir den Rathausvorplatz wieder frei. Der Stadtrat
war auch damit beschäftigt, die Ausschüsse zu wählen,
wie sich herausgestellt hat, sehr erfolgreich. Als einziger Vertreter
des NB sitzt Hartmut Krien im Auschuss für IT- Komplikationen,
Stadtentwässerung und Friedhofswesen.
Ausserdem gibt es ja noch andere Wege dem NB das Grinsen in die
Tasche zu stecken: Holger Apfel wird sich sicherlich daran erinnern,
wie er vor längerer Zeit, damals noch nicht in Sachsen, an
den Ohren gezogen wurde.
Dass sich die meisten parlamentarischen Vertreterinnen, die sich
im Bündnis „Gemeinsam gegen rechts“ engagierten,
zurückhielten, heisst hoffentlich nicht, dass sie kein anscheinend
Mobilisierungs-Potential haben. Nur komischerweise gelang es doch
am 14. Februar dem damaligen Bündnis „Dresden gegen
rechts“ (!nicht verwechseln!) auch, 800 Leute zu einer Demonstration
gegen Neonazis zu bewegen. |

Sven Hagendorf zum Panieren

Ole and the Orks schreien gegen das Rathaus an

Nazis in den Parlamenten nicht zur Normalität werden lassen
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