|
Für den 5. Juni kündigte das NBD eine Kundgebung mit
der Vorstellung der NBD-Spitzenkandidaten und im Anschluss eine
Saalveranstaltung mit dem bekennenden Antisemiten und Mitherausgeber
der bundesdeutschen Neonazizeitschrift Nation&Europa an.
Wie schon mehrfach in der Vergangenheit geschehen, fiel das
Vorhaben wieder sprichwörtlich und diesmal auch wörtlich
ins Wasser.
Ursprünglich sollte die Kundgebung auf der Prager Straße
stattfinden, musste dann jedoch aufgrund des zeitgleich stattfindenden
CSD auf den Fetscherplatz verlegt werden.
Eben dort sammelten sich gegen 10 Uhr ein klägliches Häuflein
von etwa 15 Neonazis, darunter Holger
Apfel (NPD), der dann gleich wieder ging, Klaus
Menzel (NPD), Kerstin
Lorenz (REP), Frithjof
Richter (REP), Sven
Hagendorf (Neonazi), Harald
Zander (DVU), Harry
Baar (REP), Wolfgang
Schwarz (exREP), Elli
Dobberstein (JLO), Frank
Rohleder (exREP), Jürgen
Güntzel (NPD) und drei weitere Personen.
Später stießen noch Rene
Despang (NPD) und ca. 5 weitere junge Neonazis
hinzu.
Kaum hatten die Neonazis mit ihrem Lärm, bestehend aus
Marschmusik, Frank Rennicke-Geheule und rassistischer Polemik
vorgetragen von Wolfgang Schwarz und Holger Apfel, begonnen,
wurden sie auch von inzwischen angereisten etwa 60 Antifas begrüßt.
Diese stellten sich unmittelbar vor den Neonazis auf und verhinderten
mit Transparenten jede visuelle Wahrnehmung der Neonazis und
die ohnehin raren Passanten am Fetscherplatz machten einen großen
Bogen um das Szenario.
Und wie mit der antifaschistischen Bad Weather Group P.E.T.R.U.S.
abgesprochen, ging der ohnehin schon traurig anzuschauende Infostand
noch in einem üppigen Regenguss unter.
So hielt es auch die Nazis nicht mehr auf ihren Standplätzen.
Nicht nur, dass sich über den Zeitraum von 2 Stunden gerade
einmal 5-10, dem äußeren nach interessierte BürgerInnen
für das ausgelegte Infomaterial von Deutscher Partei, Republikanern,
NPD und NBD interessiert hatten, war auch die Stimmung auf Seiten
der Antifas deutlich besser. Klar, dass sich bei dem Wetter,
was auch die Alliierten Expansionsgruppen vor 60 Jahren in der
Normandie empfing, herrlich antifaschistisch feiern lassen konnte.
Auch die angekündigte Vorstellung der Spitzenkandidaten
lief anders als geplant. Ans Mikro ist niemand getreten, aber
gewalttätig wurden einige. Harry
Baar schlug zu, als ihm Klopapier gegen die braune
Scheisse angeboten wurde (Anzeige wurde erstattet), Elli
Dobberstein verfehlte mit ihrer Schirmspitze knapp
das Gesicht eines Gegendemonstranten und Sven
Hagendorf schubste hier und da.
Zwei Stunden früher als geplant brachen die Neonazis ihre
nasstriefenden Zelte, pardon Infostand, ab und fuhren gemeinsam
zur Saalveranstaltung nach Radebeul. In Dresden lässt sich
schon seit längerem kein Raum mehr finden für das
NBD.
Flugblatt
Hallo liebe Leute!
Was sie hier sehen, sind die jämmerlichen Bestrebungen
eines Nazi-Wahl-Bündnis, welches sich von der Kommunalwahl
am nächsten Wochenende einiges verspricht. So wollen diese
Nazis - mit einem hauchdünnen bürgerlichen Deckmäntelchen
- in das Rathaus einziehen, und von dort aus endlich mit ihren
„Feinden“ aufräumen.
Wir sind erklärte Gegner des „Nationalen Bündnis“,
aber sogenannte „Feinde“ hat das Bündnis noch
mehr. Der heute stattfindende 11. Christopher Street Day, mit
einer schwul-lesbisch-transsexuellen Parade, ist zum Beispiel
in den Augen des „Nationalen Bündnis“ schuld
an sozialen und wirtschaftlichen Problem – neben „fehlenden
Eliten“, wie es in einem der wirren Flugblätter heißt.
Also Menschen, die sich von anderen in nichts als ihrer Partnerwahl
unterscheiden sollen verantwortlich sein für Missstände
in der Gesellschaft???
Wir finden es absolut richtig, dass die große und bunte
Parade, die für Toleranz wirbt, heute in der Neustadt und
in der Innenstadt demonstrieren und feiern kann, während
das „Nationale Bündnis“ sich deshalb mit einem
eher marginalen städtischen Platz begnügen muss. Denn
geplant war diese Wahlkampfveranstaltung auf der Prager Strasse.
Alles, was das „Nationale Bündnis“ tatsächlich
zu bieten hat, ist nationalsozialistische Propaganda. Logistisch
steht hinter dem Bündnis die Propagandamaschine der NPD
in Form von Holger Apfels „Deutsche Stimme Verlag“
in Riesa. Holger Apfel, der Vizebundesvorsitzende der NPD, ist
darum auch zufällig der Spitzenkandidat des „Nationalen
Bündnis“, obwohl er keinen Wohnsitz in Dresden hat.
Offiziell wohnt er beim Geschäftsführer des „Nationalen
Bündnis“ – also auch mit dessen Familie zusammen,
dabei können sich die Beiden nicht mal leiden.
Wir sagen – Schluss mit dem Unsinn, es hat keinen Zweck
- selbst wenn Spitzenkandidat Apfel ins Rathaus einzieht, macht
sich diese Dumpfbacke nur lächerlich. Aber wir werden keine
Nazipropaganda dulden – nicht hier und überall!!!
Das „Nationale Bündnis Dresden“ stoppen!
Den Wahlkampf des NB sabotieren!
Antifaschistische Initiative „Schöner auch der Fetscherplatz“
|

vor dem NB-Stand

Freddy (Frithjof Richter) im Regen

gegenüber des NB-Stand


|