Am Mittwoch lud das
Referat für politische Bildung des Sturas der TU Dresden
zu einer Veranstaltung ins Hörsaalzentrum ein. Thematisch
drehte es sich um neonazistische Jugendkultur am Beispiel Sachsens,
der Schwerpunkt lag dabei auf aktuellen stilistischen und thematischen
Entwicklungen der sich immer weiter ausdifferenzierenden neonazistischen
Jugendkultur. Die Veranstaltung war vorläufiger Abschluss
einer kurzen Reihe, die bereits die Situation alternativer Jugendarbeit
in der Neonazi-Hochburg Sächsische Schweiz und die Analyse
der Landtagsarbeit der NPD behandelte.
Schon vierzehn Tage zuvor bei der
Veranstaltung über die parlamentarische Arbeit der sächsischen
NPD fühlte sich selbige in Person von Klaus-Jürgen
Menzel angesprochen,
der wohl annahm den Referaten beiwohnen zu können. Dieses
Missverständnis wurde allerdings gleich zum verspäteten
Eintreffen des MdL geklärt. Unter Applaus des proppevollen
Saals wurde der verdutzte Nazi-Rentner vor die Tür gebeten
und trabte ungewohnt sprachlos davon.
Und auch am Mittwoch - welch Überraschung - tauchte passend
zum Thema der Veranstaltung eine Horde Neonazis auf. Teils deutschlandfarben-dressed
und in ganz und gar 'unauffällige' Grüppchen aufgeteilt,
lungerten etwa 20-25 Nazis im Eingangsbereich des Seminarraums
herum, in dem das Referat gehalten werden sollte.
Die Nazis, laut eigenem Aktionsbericht
im Nationalen Jugendbündnis Dresden organisiert, wollten
den Veranstaltungstermin offensichtlich dazu nutzen, sich etwas
Abwechslung vom dort praktizierten drögen Stammtischsitzen
und der allzu deutsch-biederen Vereinsmeierei zu gönnen.
Stattdessen suchten sie sich als märtyrerhafte Kämpfer_innen
zu beweisen, indem sie dem "Meinungsterror" der "für
ihre Gewalttätigkeit berüchtigten" Student_innen
vom Referat für politische Bildung gegenübertraten –
an ihrer Opferbereitschaft könnten sie allerdings noch etwas
arbeiten, war doch ein gutes Drittel des müden Haufens mit
Motorradhelmen ausgestattet – ein_e Schelm_in, welche_r
Böses dabei denkt…
Eine Gruppe von fünf ganz Mutigen
"bestreifte" die Gänge des HSZ und trug aber ob
ihrer zur Schau getragenen Planlosigkeit nur zur Belustigung der
anwesenden Studierenden bei.
Mit dem Öffnen des Seminarraums und Näherrücken
des Beginns der Veranstaltung kam Bewegung in den Nazitross. Nachdem
sie sich noch mal alle gesammelt hatten, bewegten sie sich geschlossen
zur Eingangstür und... blieben davor stehen. Denn auch diesmal
reagierten die Veranstalter_innen souverän und ließen
die Nazis mit Verweis auf das Hausrecht vor der Tür stehen.
Diesen blieb nichts weiter als dumm aus der Wäsche zu schauen
und mehrfach zu wiederholen, dass die "nationale Jugend Sachsens"
doch irgendwie ein Recht habe an der Veranstaltung teilzunehmen.
Doch hier irrt der offensichtlich arg begrenzte Naziverstand:
Nazis bleiben eben Nazis ganz egal wie sie sich auch bezeichnen
mögen und verständlicherweise hat niemand Lust mit ihnen
zu diskutieren, schließlich vertreten sie mit ihrer rassistischen,
antisemitischen und völkischen Ideologie eine im wahrsten
Sinne des Wortes indiskutable Position. Etwas umständlich
wird es leider dann, wenn die kognitiven Fähigkeiten der
Nazis nicht ausreichen das zu begreifen - das allerdings ist eine
'Spezialität' gerade der Dresdner Nazis. Schon seit vergangenem
Sommer 2005 versuchen sie mit mal mehr, mal minder großem
Erfolg Veranstaltungen zu stören, die sich thematisch mit
dem Neonazi-Phänomen auseinandersetzen oder klare Position
gegen neonazistische Umtriebe beziehen.
Trotz Hausverbotes verharrte der Nazimob
also vor dem Seminarraum und ersuchte weiterhin um Einlass, zumeist
eröffnet mit den Worten "Die nationale Jugend Sachsens
..." oder "Wir die nationale Jugend Sachsens..."
- langweilig also.
Dieses eher ermüdende Schauspiel neonazistischen Unvermögens
wurde dann auch durch die Polizei beendet, die das Hausrecht der
Veranstalter_innen durchsetzte und den Nazikindergarten unter
Applaus desselben (sic! - das Problem der kognitiven Fehlleistungen
wurde ja bereits weiter oben angesprochen) vor die Tür und
dann weiter auf dem Nachhauseweg begleitete.
Alles in Allem: eine Blamage für den
Nazikindergarten um Martin
Holfert (erfahren in Sachen misslungener Störversuche,
hier im karierten Hemd am 12.06.2005), Silvio
Anders und Maik
Müller (Schreiberling für die Nazihomepage
"Freie Offensive"), der jedoch nur anfangs seinen 'Kameraden'
beistand, bei deren Anblick wohl und der folglich zu erwartenden
Peinlichkeit schnell das Weite suchte.
Den Gästen der Uni-Veranstaltung wurde
ein informatives und aufschlussreiches Referat geboten, der sich
eine spannende Diskussion anschloss. Sehr schön auch, dass
sich die Veranstalter_innen vom Referat für politische Bildung
nicht vom angerückten Nazihaufen beeindrucken ließen
und mit Durchsetzung des Hausrechtes für ein angenehmes Raum-
und Diskussionsklima sorgten. Davon können sich einige noch
einiges abgucken. |

Silvio
Anders Anmelder der verbotenen Demo am 8. 4. 06
in Bautzen - für die Freiheit von Shoa-Leugnern wie Zündel
und Irving; Fahrer des NPD-MdL Klaus
Menzel

Martin Holfert,
falschaussagender
Zeuge bei einem Prozess gegen Antifas

Martin
Koban, Verschwörungs-Theoretiker, Nazidemo-Berichtschreiber,
Geschäftsführer der Sektion Hochschulstrasse im Student_innen-Netzwerk
AG DSN |