Um 16 Uhr an diesem
Sonntag-Nachmittag startete "Tolerantes Dresden" eine
Kunstaktion "100 Tote" am Elbufer, um den über
100 Toten seit 1990 zu gedenken, sogar die Tagesschau berichtete
im Vorfeld darüber.
Um 17 Uhr fand dazu im nahegelegenen Japanischen Palais eine
Informationsveranstaltung mit
Dr. Barbara Kroll-Perband (Staatsanwaltschaft Dresden), Dr. Rainer
Erb (Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder) und Marianne
Thum (Opferberatung Dresden) statt.
Staatsanwältin Kroll-Perband ist zwar bei Prozessen nicht
minder aktiv gegen sich wehrende Naziopfer (siehe
hier). Jedoch hat sie, beispielsweise vom SSS-Prozess, einige
Infos zu den Nazis, die ja zum Teil auch persönlich anwesend
waren.
Um 16.30 Uhr rückten, wie zu Anschauungszwecken, die "Freien
Kräfte Dresden" um ihre altbekannten Kader Sven Hagendorf
und Ronny Thomas an. Mit dabei auch ihr erster Kontakt - die Sächsische-Schweiz-Nazis
- mit Ex-SSS-membern wie Thomas Rackow.
Die VeranstalterInnen hatten Nazis explizit ausgeladen, am Eingang
stand ein Schild, dass Nazis, Rassisten, etc. nicht erwünscht
sind. Trotzdem haben es einige geschafft rein zu kommen. Namentlich:
Klaus-Jürgen
Menzel (MdL der NPD), Peter
Naumann (Rechtsterrorist), Sven
Hagendorf (Anti-Antifa, Betreiber "Club 14"),
Ronny Thomas
(Knacki, Ex-NPD-Chef, etc.), Thomas
Rackow (Betreiber von heimatschutz.net), Karsten
Scholz ("bundesweite Schülerzeitung Independent")
und drei bis vier weitere.
Der Rest musste draussen bleiben, insbesondere solche mit Glatzen
und schwarzen Bomberjacken. Namentlich: Toni
Beger, Tino
Karsch, Jacobi,
Franko Heidenreich,
Frank Kischuweit,
Robert Wilkens,
Ronny Höfer
und andere, insgesamt 15-20. Dies musste von den VeranstalterInnen
selbst durchgesetzt werden und zwar die gesamte Veranstaltung
lang. Die Polizei wartete bis zum Ende auf Verstärkung und
nahm auch dann nicht einmal Personalien von den Nazis auf.
In der Diskussion meldeten sich Naumann und Menzel zu Wort, wurden
aber unterbrochen.
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Panik und Gesichtsentgleisung, während eine kleine Antifademonstration
ankommt. Sven Hagendorf (ganz links) zückt die Kamera

ganz rechts: Frank Kischuweit
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Antifa-Protest
Gegen Ende der Veranstaltung zogen etwa 30 AntifaschistInnen
vor das Japanische Palais und stellten sich den Nazis entgegen.
Sven Hagendorf und Peter Naumann kamen heran, um sich ein Wortgefecht
zu liefern, welches sie gnadenlos verloren.
Staatsanwältin Kroll-Perband kam ebenfalls heran, um auf
den Straftatbestand "Vermummung" aufmerksam zu machen.
Diese Straftat bezieht sich in der Regel darauf, Identitätsfeststellung
durch die Polizei zu verhindern. Die Polizei jedoch machte keine
Anstalten auch nur in die Nähe der Nazis, geschweige denn
der Antifas zu kommen, auch von Dokumentation keine Spur.
Sven Hagendorf's fotografierende Anwesenheit machte ebenfalls
keinen Eindruck auf Kroll-Perband, die es doch per Aktenlage besser
wissen könnte. (Stichwort: Körperverletzungen aufgrund
von Anti-Antifa-"Arbeit", Schlüsselwort: HAGENDORF,
SVEN)
Als sich die Antifas mit dem Transparent ein Stückchen auf
den Palaiplatz zurückzogen, brachen die Neonazis geschlossen
in Richtung Neustädter Markt auf, aus dessen Richtung die
Antifas gekommen waren. PolizistInnen folgten ihnen, und drängten
sie ab, um sie davon abzuhalten, in die Neustadt / in Richtung
der Antifas zu ziehen. |