17. Juni 2002 Dresden
- sonniges Gedenken mit Neo-Nazis
Am Jahrestag des sogenannten
"DDR-Volksaufstandes von 1953" konnten sich die Dresdner Neo-Nazi-Kader
wiedermal die Organisation einer eigenen Veranstaltung sparen.
Ronny Thomas, Sven
Hagendorf, Elli
Dobber-stein, René
Despang und etwa sechs weitere bekannte Gestalten
des Dresdner braunen Sumpfes beteiligten sich mit einem Kranz
("NPD KV Dresden - Der Kampf geht weiter") am offiziellen Gedenken
zum 17. Juni.
Die anwesenden Repräsentanten der Stadtrats-Fraktionen und der
Oberbürgermeister gaben sich unbeeindruckt ob der Neo-Nazi-Präsenz.
Eine Veranstaltung ähnlicher
Art nur konsequenter fand zur gleichen Zeit in Görlitz statt.
Dort liess sich die CDU von der NPD beim Kranz-Aufhängen helfen,
unter Anwesenheit von Rechts-Konservativen und Nazi-kiddies.
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www.ostsachsen.tk)
In Bitterfeld marschierten "Freien Kamerad-schaften" unter dem
Motto "Im Gedenken an die Aufständigen des 17. Juni 1953".
In Görlitz vor zwei Jahren und in Bautzen vor einem Jahr feierten
Neo-Nazis den deutschen Widerstand gegen die leider inzwischen
aufgehobene alliierte Massnahme (Teilung Deutschlands) jeweils
mit einem Aufmarsch.
Sowie inhaltliche Gemeinsamkeiten
bestehen, beteiligen sich die Neonazis gern an offiziellen gesellschaftlichen
Ereignissen in Dresden. Da die Politiker der Stadt Dresden Neo-Nazis
nie ernsthaft behindern, nahmen diese in den letzten Jahren
jeweils zum 13. Februar (Jahrestag der Bombardierung Dresdens
1945) und zum 17. Juni (Jahrestag des "Volksaufstandes in der
DDR") an den Gedenk-Veranstaltungen teil.
Andere städtische Gedenk-Veranstaltungen werden von selbigen
Neo-Nazis massiv gestört. So am 9. November 2001 zu einer Gedenkveranstaltung
an die Reichs-Pogromnacht durch krasse antisemitische Äußerungen
(geworfene Flyer, Transparent) und am 27. Januar 2002, dem Tag
des Gedenkens an die Opfer des NS, durch einen antisemitischen
Anschlag auf die Gedenk-Stelen für die Opfer des NS.
Während am 17. Juni 2001
zwischen dem damaligen CDU-Bürgermeister und den Neo-Nazis ein
heftiger Wortwechsel und ein anschliessender Ausschluss aus
dem offiziellen Teil der Veranstaltung erfolgte, gab man sich
dieses Jahr betont harmonisch. Troubel entstand als drei Antifas
auftauchten und von den Neo-Nazis erkannt wurden.
Die Verkünder des "Diese Stadt hat Nazis satt" haben einmal
mehr deutlich gemacht, das sie dem Neo-Nazi-Problem im Normalfall
ignorant gegen- überstehen. (siehe auch
Übergriffe Dresdner Neo-Nazis)