28.
Nov. 02: Alexander Schneider von der Sächsischen Zeitung
berichtet über die Kampagne
'Das "Thor"
muss weg!'
unter nahezu ausschliesslicher Berufung auf Neonazi- und
Verfassungsschutz-connections
Wenn die Sächsische Zeitung derzeit
über den Dresdner Neonazi-Treff berichtet, darf ein
gewisser Alexander Schneider aus vorderster Berichterstatterrichtlinie
nicht fehlen. Es scheint fast, LEX bestreite seinen journalistischen
Feldzug ganz allein. Ganz allein? Wenn da nicht mehr als
leise Zweifel wären .. Eine kleine Zusammenfassung,
bis hier her. Und eine Wertung dessen ...
Doch lesen wir zuerst, wegen des Spannungsbogens,
eine Replik auf die unnachahmliche 'Berichterstattung' von
Herrn Alexander Schneider im Dienste der Sächsischen
Zeitung, und von wem noch ...? Weiterweiter unten wiederum,
wegen des bereits erwähnten literarischen Spannungsbogens,
folgt die
Dokumentation der 'einzigartigen'
(?) Texte von LEX.
Let´s
hetz
(Hier kommt Alex, Vorhang auf für seine Horror-Show)
Ein Gastbeitrag von Troy McClure
Einige notwendig erscheinende
Anmerkungen zu Alexander Schneiders Beurteilung von Situation
und Lage unter besonderer Berücksichtigung der Erkenntnisse
einer ihm doch wesensverwandten Dienststelle am 28. November
2002 in der Dresdner Ausgabe der Sächsischen Zeitung
Wo lassen Sie schreiben,
wäre eine Frage. Aber auch die, ob der Alexander Schneider,
eine Art Rudolf Scharping der schreibenden Zunft, nun in
die Produktion strafversetzt wird oder es schon ist. Ist
er bereits nebenberuflich für die Jungs vom Landesamt
für Verfassungsschutz in der Neuländer Straße
10 tätig? Oder handelt es sich hier erst um sein Bewerbungsschreiben?
Nicht schreiben können
ist kein Anlass nicht bei Zeitungen stationiert zu werden,
sondern leider viel zu häufig die Voraussetzung. Und
so gehört die Glaubensgemeinschaft "Journalisten"
zu den wenigen, deren Berufsbezeichnung keine gesetzlich
geschützte ist. Und so liest sich das dann auch. Trotzdem:
Ist mangelnde innige Beziehung sowohl zur Sprache als auch
zur beschreibenden Situation Grund genug, jemanden Tätigwerden
zu lassen, nur weil er angeblich in der Lage sein soll,
sich unifarbige Socken anzuziehen und die Brille richtig
aufzusetzen. Ja, ja, wenig ist das nicht, aber reicht es
wirklich?
Was er wohl getan
hat, ist die am 27. November erschienene Pressemitteilung
des Landtagsabgeordneten Uwe Adamczyk zu lesen, um diesen
am Tag darauf mit einem von Schneider für ihn selbst
zusammengebastelten Zitat zu überraschen. Vom Inhalt
des Vortag-Schreibens, also den nicht selten dubiosen Methoden
eines staatlich subventionierten mittelständischen
Unternehmens, kann Alex "the lonesome writer"
Schneider nur soviel begriffen haben, als dass er es auch
mal so probieren will. Und so rumpelt und pumpelt es aus
ihm heraus.
So schreibt er auf
Seite 1 vom "Thor" als einer "Gaststätte
von Rechtsextremisten in Übigau". Nur 14 Seiten
später ist Muff-Puff dann "ein Treffpunkt von
Rechten in Übigau". Den Unterschied zwischen Treff
und Gaststätte ist hier nicht die Gelegenheit, sie
ihm darzulegen. Aber das "Rechte" gleich "Rechtsextremisten"
sind, ... Das gibt Ärger mit den Jungs in der Neuländer,
gleichwohl die da auch nicht allzu kleinlich sind - wenn
es denn passt. Und wie sie in ihrer Mitteilung vom 22. November
(unter www.sachsen.de) bringt das kleine, tapfere Schneiderlein
behauptete "Straftaten, die offensichtlich von Linksextremen
verübt werden", für die aber bislang keine
Tatverdächtigen festgestellt oder festgenommen, geschweige
denn rechtskräftig verurteilt wurden (Vorsicht, Bürgerliches
Gesetzbuch, Journalist!), in einen ursächlichen Zusammenhang
mit Leuten, für die Schneider und die anderen Drei-Groschen-Jungs
nur Dumpf-Parolen wie "Linksextremisten" oder
"Autonome" übrig haben. Wen sie meinen, muss
man nicht raten, denn Schneider verrät es auf Seite
16: "Zu den Unterstützern der Initiative `Thor
muss weg´ zählen unter anderem die Jusos, die
PDS-Jugend Sachsen, die Naturfreundejugend, der Ausländerrat
Sachsen und andere linke und linksextreme Gruppen und Initiativen."
...und andere linke und linksextreme Gruppen. Die Naturfreundejugend,
also doch. Naja, schon dieser Name.
Da haben also, folgt
man mutig Schneiders VS-Logik, die Vorläufer der Wiedergänger
namens Ronny Thomas, Sven Hagendorf et. al., das linksextreme
Naturfreunde-Gesindel zurecht im März 1933 verboten
und deren Eigentum eingezogen. Was der Schneider seitens
seiner Instrukteure und Führungsoffiziere wollen will,
von einem eigenen Willen kann aller Erfahrung nach bei solchen
Leuten nicht ausgegangen werden, konnte er kaum deutlicher
darlegen. Man darf nur gespannt sein, ob sich derlei Gesinnungslumperei
wieder mit der großen Attitüde rechtfertigt,
der 'staatsbürgerlichen Verantwortung' nämlich.
Auch wenn unsereiner
nur juristischer Laie ist, diese Hetzerei und öffentliche
Herabwürdigung durch das LfV und seinen Schreiber Schneider
legen die Vermutung nahe, dass deren wiederholten Äußerungen
den Gang zum Anwalt lohnen. Im Falle des Lumpenjournalismus
sollte sich aber auch der Presserat interessiert zeigen.
Dessen Äußerung über die "Thor muss
weg"-Kampagne ("Merken die Autonomen nicht..."),
diese gezielte Kriminalisierung sollte durchaus strafrechtlich
relevant sein. Vom grundgesetzlichen Recht auf freie Meinungsäußerung
ist derlei wohl nicht gedeckt.
Und grundsätzlich
gefragt: Kann sich jemand erinnern, dass die Sächsische
Zeitung oder das LfV im Nazi-Aufmarsch-Jahr 2000 oder anlässlich
der alljährlichen Zombie-Aufzügen zum 13. Februar
sich nur annähernd so engagiert gezeigte haben wie
im jetzigen Abwehrkampf gegen die "Gegner des Thor,
vor allem Linksextreme" (Orthografie und Lüge:
Schneider, immer wieder Schneider)? "Wir geben denen
doch keine Plattform", murmelte es seinerzeit trotzig.
Und die hiesige Ordnungsbehörde? Wurde auch nur eine
der Demonstrationen wenigstens abgebrochen, als die Herren
Apfel oder Hupka hetzten? Als sie von der Bundesregierung
als dem verbrecherischsten Regime sprachen, welches es je
auf deutschem Boden gegeben hätte? Als die tolerierten
Nazis öffentlich und mitten in der Stadt davon sprachen,
dass gar nicht so viele durch ihrer Väter und Großväter
Hand gestorben sein könnten, sonst gäbe es ja
nicht diese Unmengen anspruchsberechtigter Zwangsarbeiter.
(Eine besondere Feinheit ist, dass die die Kundgebungsanmeldung
zum Torwandschießen bearbeitende und ablehnende städtische
Angestellte dies seinerzeit alles gehört und nicht
eingegriffen hat. Vielleicht wollte sie ja nur nicht provozieren.
Das könnte Schneider wissen, wozu allerdings er seinen
Popo erheben, in Zeitungsarchiv sowie Internet recherchieren
und vielleicht sich mal aus seinem Kleinraumbüro bewegen
müsste. Soviel Mühe aber auch. Ist das einem wie
ihm zuzutrauen? Selbstverständlich nicht.)
Und so bekommen bei
Schneider auch nur drei der wenigstens vier beteiligten
Parteien das Wort. Da ist allgegenwärtig sein Pate
aus der Neuländer. Dazu kommen die "Thor"-Nazis.
Es handelt sich hier um braune Scheiße. Und da ist
der Vermieter, auch ein Opfer, weil er ein Bordell mit Gesundheitskontrolle
oder einen Massagesalon mit Kanacken-Weibern nicht wollte,
sondern lieber richtige Deutsche. "Die", so lässt
ihn Schneider zu Wort kommen, "waren alle ganz ordentlich
gekleidet." Und, was auch nicht zu verachten ist, "die
Miete werde pünktlich gezahlt", schreibt Schneider,
der es wissen muss. Die "Thor muss weg"-Initiative
muss er nicht befragen. Wie bezüglich der Miete, weiß
er auch hier schon alles. Diesmal allerdings vom VS (s.o.)
Um nicht missverstanden zu werden: Die Nazis sind dem Schneider
nicht nur beruflich, sondern sicher auch privat ein Gräuel.
Weil sie, dass hat er sicher auf ihrer Heimseite gelesen,
ein noch schlechteres Deutsch schreiben als er selbst. Angenehmere
Zeit- und Volksgenossen als die "Linksextremisten"
(Schneider) und/oder "Autonomen" (immer derselbe)
sind sie ihm sicher nicht. Aber sie bleiben wenigstens in
ihrem Muff-Puff. Die anderen hingegen machen laut, spielen
Fußball (antifaschistisch!) und machen dem Schneider
den freien Samstag kaputt, lassen ihn sogar "ein heißes
Demo-Wochenende" werden. (Ach, Schneiderchen. Ein Tag
ist doch kein Wochenende, eine Kundgebung nicht gleich eine
Demonstration. Ach, Schneiderchen, ach.) Und so muss er,
vom Engagement für das Gute, Schöne und dem Samstag-gehört-Papi-mir
Getriebene, am Sonntag aufstehen und wieder bei den Neuländern
anrufen. Und den Computer anschalten. Und dann aufnotieren
wie schön es gewesen hätte sein könnte, was
er herbeigeschrieben und geträumt hat: Randale. Da
es dazu aber nicht kommen wird, so wird er schreiben müssen,
"dass dies nur dem besonnenen und durchsetzungsfähigen
Auftreten der Polizei zu verdanken war" (dies ist jetzt
von mir, allerdings im Vorgriff auf den Montags-Schneider).
Und genauso wird es kommen. Da verwette ich das sächsische
Landesamt und alle seine Schneiders dieser Welt.
* * *
Dem jetzt anstehende
Aufschrei des anständigen Alex, dies ist Journalistenschelte
(in der Not sagt man oft Blödsinn), sei vorwegnehmend
nur soviel entgegen gehalten: Über eine Meinung, einen
Gedanken und mag er zuerst noch so abwegig erscheinen, könnte
man streiten. Und sich wahrscheinlich nicht einigen. Über
das aber, was dem Schneider über den Computer aus den
tiefen des ressentimentgeladenen Gemüts auf das scheinbar
strapazierfähige Papier tropft, ist ein Gespräch
aus inhärenten Gründen nicht möglich. - Wem
aber ist es wiederum möglich, dies nun in Worte zu
fassen - Sätze mit mehr als sieben Bestandteilen scheiden
ja aus -, damit es das kleine tapfere Schneiderlein erfassen
kann, von verstehen kann ohnehin nicht die Rede sein?
Was aber mag, so fragt
sich der Bewährungshelfer in uns allen, einen treiben,
dem nachweislich selbst das Abschreiben der Desinformatons-
Kampagnen des LfV so unsäglich schwer fällt? (Und
überhaupt: Hat der noch alle Minen im Kuli?) Nur das
Unbequemer-Jounalist-sein- Getue? Ausschließlich ein
Nichtwissenwollenkönnen? Was bringt ihn dazu, das nun
fragt sich der Sozialarbeiter, in einer surrealen, quasi
autistischen Welt zu versinken? Sollte es wirklich nur der
Neid des ewig Zukurzgekommenen sein? Von seinem ehemaliger
Lokal-Chef ist heute offiziell bekannt geworden, dass er
zum Pressesprecher des Finanzminister ernannt werden wird.
Ein anderer Kollege, vormals "Stabsstellenleiter"
im Innenministerium, wurde vor Wochen Regierungssprecher
in Sachsen. Ob´s auch für Alex reicht? Wahrscheinlich
nicht. Jungen engagierten Leuten im Gewerbe sagt man oft
zum Trost, weil es ja wahr ist: Schreiben lernt man beim
Schreiben. Bei ihm hilft aber nicht einmal der "Üben,
Üben, Üben"-Ruf. Hat sich dafür seine
Mutter den Schulgang vom Munde abgespart?
further informations @
http://www.thormussweg.de
Lesen wir nun noch ein wenig in
den Texten, die in den letzten Tagen, genau genommen am
28. November, bei der Sächsischen Zeitung http:// www.sz-online.de/
aus der Tastatur von Alexander Schneider (lex) getrieft
ist:
Initiative
macht gegen rechten Treffpunkt mobil
Das "Thor", eine Gaststätte von Rechtsextremen
in Übigau, erhitzt die Gemüter. Im Umfeld der
Kneipe kommt es häufig zu Anschlägen und anderen
Straftaten. Als Urheber vermutet das Landesamt für
Verfassungsschutz Täter aus der linksextremen Szene.
Jetzt kritisieren die sächsischen Jusos, die Nachwuchsorganisation
der SPD, und der PDS-Landtagsabgeordnete Uwe Adamczyk die
Arbeit der Behörde. "Die Gegner des Nazi-Clubs
lassen den Verfassungsschutz Alarm schlagen, nicht die Gefährlichkeit
aus dem Umfeld der Spelunke", sagte Adamczyk. Die Jusos
kritisieren, dass der Verfassungsschutz die Initiative "Thor
muss weg" als linksextrem bezeichnet. Die Initiative
plant eine Demonstration vor dem Rechten-Treff. Der Verfassungsschutz
rechnet mit Hunderten Teilnehmern.
Initiative plant Torwandschießen
und Kundgebung Rechte haben bereits Widerstand angekündigt
Die Initiative "Thor muss weg" plant am Sonnabend,
7. Dezember, um 13.30 Uhr, eine Demonstration gegen den
rechtsextremen Jugendtreff "Thor". Auf der Sternstraße
vor dem Haus soll dann auf eine Wand geschossen werden.
Außerdem gibt es eine Kundgebung und danach in einer
Halle ein antifaschistisches Fußballturnier.
Das Landesamt für Verfassungsschutz rechnet damit,
dass sich gewaltbereite Links- und Rechtsextremisten vor
Ort aufhalten werden. Allein 150 bis 300 Menschen aus der
autonomen Szene und deren Unterstützer sollen kommen.
Auch Skinheads aus der Region Pirna- Sebnitz hätten
bereits Widerstand gegen die linke Aktion angekündigt.
Eine Eskalation der Veranstaltung ist zu befürchten.
"Im schlimmsten Fall muss die Demonstration abgesagt
werden", sagte Bernd Pätzold, Einsatzleiter bei
der Polizeidirektion Dresden. Es hätten bereits Vorgespräche
mit den Veranstaltern, Stadtverwaltung und Polizei stattgefunden.
Zu den Unterstützern der Initiative "Thor muss
weg" zählen unter anderem die Jusos, die PDS-Jugend
Sachsen, die Naturfreundejugend, der Ausländerrat Dresden
und andere linke und linksextreme Gruppen und Initiativen.
"Achtung, Sie betreten das Deutsche
Reich"
Streit um Gaststätte der Rechtsextremen / Verfassungsschutz
beobachtet Szene
Achtung, Sie verlassen das Hoheitsgebiet der BRD."
Wer die Kneipe "Thor" in Übigau besucht,
wird unvermittelt mit der Welt, in der ihre Betreiber leben
wollen, konfrontiert. Der Spruch auf dem Schild im Eingangsbereich
ist noch nicht zu Ende: "Sie betreten das Deutsche
Reich."
Seit der Eröffnung der Gaststätte
im Mai 2002 treffen sich hier regelmäßig Rechtsextreme
aus Dresden und Umgebung. Skinhead- Kameradschaften planen
Demonstrationen und werten sie aus, veranstalten Vorträge,
und mancher Ausflug wird hier organisiert, etwa zum Todestag
des Führer-Stellvertreters Rudolf Heß nach Wunsiedel.
Extreme Rechte und extreme Linke aus
Dresden haben seit einem halben Jahr ein neues Streitobjekt.
Immer wieder kommt es wegen der Kneipe in Übigau zu
Auseinandersetzungen. Die Gaststätte mit dem germanischen
Namen an der Sternstraße/Ecke Overbeckstraße
in Übigau erhitzt die Gemüter.
Auch die Mitarbeiter des Landesamts
für Verfassungsschutz haben von Anfang an ein Auge
auf das "Thor" geworfen. Es gilt nach ihrer Einschätzung
als "Kristallisationspunkt rechtsextremistischer Aktivitäten".
"Das Objekt dient Rechtsextremisten als Sammelpunkt
und Anlaufstelle. Hier finden regelmäßig rechtsextremistische
Treffen und Veranstaltungen statt", teilte die Behörde
auf Anfrage der SZ mit.
Dresdner NPD-Chef zählt zu
den Mietern
Nach Angaben der Verfassungsschützer
haben drei "aktive Rechtsextremisten aus Dresden"
das umstrittene Haus gemietet, darunter eine Frau und Sven
Hagendorf, der Vorsitzende des NPD- Kreisverbands. Im "Thor"
soll ein rechter Jugendclub entstehen, sagte Ronny Thomas.
Der 27-Jährige, selbst auch ein ehemaliger Kreisvorsitzender
der NPD, zählt zu den führenden Rechtsextremen
in Dresden und ist ein erklärter Mitbetreiber. "Wir
machen hier eine nationale Jugendarbeit."
Dazu der Verfassungsschutz: "Ein
Jugendclub wird von uns als rechtsextremistisch bewertet,
wenn dort im wesentlichen Rechtsextremisten agieren und
die Klub-Aktivitäten im Zusammenhang mit der rechtsextremen
Einstellung stehen." Das "Thor" ist ein einmaliger
Fall in Dresden und Umgebung, weitere derartige Etablissements
seien nicht bekannt.
Jedoch waren von Anfang an auch die
Gegenspieler der Rechten mit von der Partie. Sie verfolgten
nicht nur den Untergang des Cafés "Germania",
einer ehemaligen Skinhead-Kneipe am Waldschlößchen-
Areal, mit Genugtuung. In diesem Jahr haben sie sich vorgenommen,
das "Thor" kritisch zu begleiten. Ihr jüngster
Streich: Eine Initiative namens "Thor muss weg"
veranstaltet ein "Torwandschießen" - unmittelbar
vor der Gaststätte an der Sternstraße.
Es kommt im Umfeld des "Thor"
auch immer wieder zu Straftaten, die offensichtlich von
Linksextremisten verübt werden: Mehrfach flogen Farbbeutel
und Steine auf das Haus, beschädigten Fassade und Eingangsschild.
Auf Handzetteln wurden Thor-Aktivisten dargestellt und indirekt
zu Straftaten gegen sie und ihre Autos aufgerufen.
Beschmierte Autos, Wände
und anonyme Anrufe
Linksextremisten bedrohen Haus-Eigentümer
Manchen Menschen ist das Lachen schon
lange vergangen, wenn sie an den Ärger um die rechtsextreme
Gastwirtschaft "Thor" denken. Einer von ihnen
ist der Eigentümer der Immobilie in Übigau. Die
Initiative "Thor muss weg" fährt nicht nur
eine Kampagne gegen die rechten Kameraden, die nach eigenem
Bekunden im "Thor" eine so genannte nationale
Jugendarbeit leisten. Auch der Eigentümer, ein Dresdner
Unternehmer, der sich vom Extremismus deutlich distanziert,
steht auf der Liste der "unerhörten" Personen
dieser Initiative - er soll seinen Mietern kündigen,
fordern sie immer wieder.
Schon seit Monaten greifen verschiedene
linke Gruppen den Handwerksmeister aus Pieschen, der nicht
genannt werden möchte, öffentlich an. Mal demonstrieren
sie vor seinen Geschäftsräumen und verschrecken
die Kundschaft, mal veröffentlichen sie Briefe, mit
denen sie den Vermieter als "Nazi" diffamieren,
weil er sein Haus an Rechtsextreme vermietet und so dazu
beitrage, dass sich die rechte Szene in Dresden etablieren
kann.
"Ich wusste doch nicht einmal,
dass das Rechte sind, als wir den Mietvertrag machten",
sagte der Handwerksmeister. "Die waren alle ganz ordentlich
gekleidet. Soll ich meine Mieter etwa nach dem Parteibuch
fragen?" Dabei sei er froh gewesen, als die Mieter
kamen. Er hatte schon mehrere Anfragen aus dem Rotlicht-Milieu.
"Verschiedene Leute wollten einen Massagesalon oder
ein Bordell in Übigau eröffnen", sagte der
Unternehmer. "Das habe ich abgelehnt, denn ich wollte
doch keinen Ärger."
"Ich kann den Vertrag nicht
kündigen"
Den bekam er aber, und zwar reichlich.
Unbekannte beschmierten sein Haus und Firmenautos mit Begriffen
wie "Nazi". Farbbeutel flogen auf das "Thor"
und Steine auf das Kneipenschild. Eine anonyme Anruferin
drohte mehrfach: "Die Bude fliegt in die Luft, wenn
du denen nicht kündigst." Öfter wurden Flugblätter
verteilt.
"Aber was soll ich denn machen?",
fragt der Mann. "Ich kann meine Mietern nicht rauswerfen.
Der Zeitmietvertrag läuft bis Mai 2003 und ist nicht
kündbar." Er habe auch keinen Anlass dazu, denn
die Miete werde pünktlich gezahlt.
Für den Unternehmer steht fest:
"Ich halte von beiden Seiten nichts - weder von den
Linksextremen, noch von den Rechtsextremen." Seit den
Aktionen gegen das "Thor" hat der Endfünfziger
sechs Anzeigen bei der Polizei erstattet. "Passiert
ist aber nichts." Er fühlt sich vom Rechtsstaat
alleine gelassen.
AUF EIN
WORT Eigentor
Extremisten streiten sich um das "Thor",
ein Treff von Rechten in Übigau. Eine linke Initiative
plant eine Kundgebung gleich neben dem Stein des Anstoßes.
Autonome kündigten sich an, Skinheads haben ebenfalls
zum Widerstand aufgerufen. Dresden steht ein heißes
Demo- Wochenende bevor, wieder drohen gewalttätige
Konfrontationen zwischen Extremisten und Polizei. Torwandschießen
- das klingt zwar nach einer witzigen Kampagne. Doch leider
ist sie das ganz und gar nicht. Der Verfassungsschutz berichtet
vor allem über Straftaten aus dem linken Lager. Ganz
zu schweigen von den Angriffen auf den Eigentümer des
"Thor". Er wird diffamiert, weil er Rechtsextremisten
sein Haus vermietet. Merken die Autonomen nicht, dass sie
mit ihren Aktionen den Rechten nur in die Hände spielen?
So schießen sie ein Eigentor.
further informations @
http://www.thormussweg.de
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