|
Sächsische
Zeitung Pirna und Netzwerk Sachsen bieten Podium für
Rechtextremisten
25. November 2002 von AMAL
Sachsen / Büro Dresden . Bautzener Straße 41
Die sachsenweite Beratungsstelle AMAL Sachsen-Hilfe für
Betroffene rechter Gewalt zeigt sich tief empört über
das als "Streitgespräch" deklarierte Gespräch
zwischen dem NPD-Aktivisten Uwe Leichsenring, dem Geschäftsführer
des Netzwerk Sachsen e.V., Manfred Lindemann, und zwei Redakteuren
der Sächsischen Zeitung aus Pirna, welches am 23.11.2002
in der Sächsischen Zeitung Pirna veröffentlicht
wurde.
Dem NPD-Kreisgeschäftsführer
Leichsenring, der schon 1998 aus seiner Gesinnung keinen
Hehl machte und betonte: "Natürlich sind wir [die
NPD] verfassungsfeindlich.", wurde hier ein öffentliches
Podium geboten.
Wir sind betroffen, dass die Sächsische
Zeitung Pirna, entgegen ihrer sonstigen Art und Weise, hier
einen Mangel an demokratischen Umgangsformen offenkundig
werden lässt.
Im Einzelfall kann es nachvollziehbar
und notwendig sein, sich direkt mit den Vertretern einer
rechtsextremistischen und menschenfeindlichen Ideologie
auseinanderzusetzen. Dies trifft aber nicht auf seit Jahren
überzeugte Neonazis und Rechtsextremisten zu. Sie sind
erklärte Gegner der Demokratie und dürfen daher
nicht durch ein gemeinsames Gespräch auf die Stufe
von Demokraten gestellt werden. Damit hat sich das Netzwerk
Sachsen e.V. und die Sächsische Zeitung Pirna unglaubwürdig
für viele gemacht, welche von rechtsextremistischer
und rassistischer Gewalt betroffen sind.
Hinzu kommt, dass es uns sehr fragwürdig
scheint, was denn der Vertreter des Netzwerk Sachsen e.V.
bezwecken mag, wenn er "auch künftig Demagogen
die Maske vom Gesicht reißen" will? Der Rechtsextremist
Leichsenring ist seit Jahren als solcher über die sächsischen
Landesgrenzen hinaus bekannt. Hier ist ein weiterer "Aufklärungsbedarf"
wohl nur sekundär gegeben. Aus welchem Beweggrund der
Vertreter des Netzwerk Sachsen e.V. und die Sächsische
Zeitung Pirna das öffentliche Gespräch mit einem
bekannten Rechtsextremisten suchen, bleibt uns unklar.
Bei Rückfragen wenden Sie
sich bitte an Thomas Hannich, 0172-97 41 268.
Das Interview finden Sie unter:
http://www.sz-online.de/news/archiv/artikel.asp?id=356036&rubrik=n_archiv&Etag=-alle-&Autor=&Ueberschrift=&Text=rechtsextrem&Submit.x=73&Submit.y=14
Mit freundlichen Grüßen
Thomas Hannich (Berater)
AMAL Sachsen - Hilfe für
Betroffene rechter Gewalt
Beratungsteam Dresden
Bautzner Straße 41 HH
01099 Dresden
Tel.: 0351-88 94 193
Fax.: 0351-80 49 671
Mobil: 0172-97 41 268
Mail: amal.sachsen@ndk-wurzen.de
up
|