Braunes bei hochbürgerlicher
Online-Zeitung
30. 10. 2002 - von Kent Brockman
Gästebücher und Online-Foren
sind seit langem ein beliebtes Medium zum posten braundumpfiger
Ansichten. Ein erneutes Beispiel für die naive Sorglosigkeit
von online-Redaktionen bürgerlicher Medien aus der sächsischen
Landeshauptstadt.
Dieses mediale Beispiel liefern gegenwärtig
die 'Dresdner Neuesten Nachrichten' ( http://www.dnn-online.de
) in ihrem zugegeben ungepflegten Forum. Dort kann ein gewisser
ROLF-JOSEF
EIBICHT seit einiger Zeit unwidersprochen seine
Parolen hinterlassen und auch gleich noch zu seiner WebSite
verlinken. Eine Schelmin, die Arges dabei denkt.
ROLF-JOSEF
EIBICHT kämpft seit Jahren gegen den 'neurotischen
Zeitgeist des permanenten Nationalmasochismus', gegen das 'nationale
Elend' der Deutschen und gegen die 'nationalmasochistischen
Angriffe der historischen und politischen Analphabeten, der
feigen Narren' . Unter seinem Namen erschien u.a. der Sammelband
'Unterdrückung und Verfolgung deutscher Patrioten. Gesinnungsdiktatur
in Deutschland?', in dem das 'Syndrom der Patriotenverfolgung'
(THOMAS S. FISCHER in der 'Jungen Freiheit' 23/97) offenbart
werden sollte, das sich unter anderem in medialem Gesinnungsterror
und Repressalien gegen Geschichtsrevisionisten zeige. Als Autoren
für dieses Machwerk gewann EIBICHT neben dem NPD- Bundesvorsitzenden
UDO VOIGT, Nazi-Anwalt JÜRGEN RIEGER, Europa Vorn-Herausgeber
MANFRED ROUHS und Nazi-Terrorist MANFRED ROEDER auch den CDU-Bundestagsabgeordneten
HEINRICH LUMMER aus Berlin.
Der 1951 in Düsseldorf geborene EIBICHT
begann nach Beendigung seines Studiums der Politikwissenschaften
eine Karriere als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim 'Sudetendeutschen
Rat', der aggressiv-revanchistischen 'Sudetendeutschen Landsmannschaft'
(SL) in München. Bis 1990 war er als Geschäftsführer
der 'Arbeitsgemeinschaft deutscher Volksgruppen in Europa' (AdV)
aktiv. Die AdV ist nach eigenen Angaben 'eine Solidargemeinschaft
aller deutschen Volksgruppen in West-, Mittel- und Osteuropa
zur Aufrechterhaltung der gemeinsamen kulturellen und ethnisch-sprachlichen
Identität'. Aus der CDU/CSU trat EIBICHT wegen deren 'Verzicht
auf Ostdeutschland (...) und Sudetendeutschland' sowie des 'unerträglichen
Westextremismus' aus. EIBICHT ist Mitglied u.a. bei der 'Deutschen
Gesellschaft für Heereskunde' und der 'Sudetendeutschen
Landsmannschaft' sowie bei der geschichtsrevisionistischen 'Zeitgeschichtliche
Forschungsstelle Ingolstadt' (ZFI) und 'Gesellschaft für
freie Publizistik' (GFP), die sogar vom Bundesamt für Verfassungsschutz
als 'größte rechtsextremistische Kulturvereinigung'
eingestuft wird. EIBICHT kandidierte, nach Angaben der Zeitschrift
'Der rechte Rand', zu Bundestagswahlen in Bayern für die
DVU.
Veröffentlicht hat EIBICHT in so
ziemlich allen rechten und rechtsextremen Publikationen, die
eine gewisse Relevanz haben. Vom SL-Organ 'Sudetendeutsche Zeitung',
über das neofaschistische Theorieorgan 'Nation & Europa',
bis zur nationalrevolutionären 'wir selbst'. In Parteiorganen
wie 'Der Republikaner' (REP), 'Deutsche Stimme' (NPD) und der
von DVU-Chef GERHARD FREY herausgegebenen 'Deutschen Wochen-Zeitung'
fehlt EIBICHT eben so wenig wie im 'Eckartboten', der deutschtümelnden
'Österreichischen Landsmannschaft' oder in 'Sleipnir'.
Aber nicht nur die Nazis lassen EIBICHT für sich schreiben.
Auch im Heft 132 der von der 'Bundeszentrale für politische
Bildung' herausgegebenen Schriftenreihe 'Informationen zur politischen
Bildung' ist Eibicht neben anderen ultrarechten Autoren mit
einem Beitrag vertreten.
Infos from "Jungle World",
"Der Rechte Rand", "Handbuch Deutscher Rechtsextremismus"
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