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Brötchen backen mit Thor Steinar
ART Dresden, review Winter 2007/2008
In Altenberg an der Dresdner Straße gelegen, bietet das Sportfachgeschäft „sportcollection“ von Uwe und Kathrin Wehner die Rundumversorgung in Sachen Sportbedarf. Mit dem Verkauf und Verleih von Sportartikeln, der Organisation von Sportevents und der regen Sponsortätigkeit sollen Trends in der Heimatstadt gesetzt werden, erklärt die „sportcollection“-Homepage. Bei ihrem Konzept setzen die/der BetreiberIn auf Diversität. Gemäß dem Motto des Chefs Uwe Wehner „Nur wer viele kleine Brötchen bäckt, ist auf Dauer erfolgreich!“ finden sich neben dem Sportartikelverkauf auch ein Ski- und Bikeservice, eine Ski- und Snowboardschule, die Möglichkeit geführte Mountainbike- und Trekkingtouren zu buchen und sogar ein Servicepoint des Briefzustellers „Post Modern“.
Dass das Trendsetzen und Brötchenbacken ziemlich erfolgreich läuft, zeigt sich in der Referenzliste der Firma: „sportcollection“ tritt als Sponsor namhafter Vereine, SporterlerInnen und Events auf. Unterstützung durch das Altenberger Sportgeschäft bekommen etwa das Footballteam „Dresden Monarchs“ und der Fussballverein „Dynamo Dresden“, außerdem eine Reihe von Bob- und BiathlonathletInnen, sogar die Moderatoren des MDR-Outdoor-Magazin „Biwak“ werden durch „sportcollection“ ausgestattet.
Neuerdings versucht das Sportgeschäft allerdings auch von einem höchst unsportlichen Trend zu profitieren: im Laden werden zahlreiche Artikel der bei Neonazis beliebten Bekleidungsmarke „Thor Steinar“ zum Verkauf angeboten. Die Marke, die aus dem rechten Umfeld produziert wird, bedient sich bekanntermaßen völkischer Symbolik mit NS-Bezug und transportiert rechte Aussagen.(1) Was „Thor Steinar“ nun im Altenberger Sportgeschäft sucht bleibt fragwürdig, beschränkt sich der „sportliche“ Kontext der Marke auf eine gewisse Beliebtheit im nicht selten nach rechts offenen Hooligan-Milieu, was etwa dazugeführt hat, dass zahlreiche Fussballvereine - darunter Dynamo Dresden- der Klamotte Stadionverbot ausprachen. Möglicherweise sehen die Wehners im Verkauf von „Thor Steinar“ eine Chance, ein weiteres „kleines Brötchen“ zu backen. Das der Verkauf allerdings von einer rassistischen und nationalistischen Subkultur lebt und ebenjene fördert, bleibt in dieser Rechnung unberücksichtigt. Ein Umstand mit dem die BetreiberInnen der „sportcollection“ konfrontiert werden sollten.
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