Bereits im Oktober 2005 störten Nazis in ähnlicher Konstellation die Veranstaltung mit Serdar Somunco in Dippoldiswalde

 

 

 

Das Gesicht der Gewalt!

ART Dresden

Es vergeht kein Tag, an dem nicht irgendwo Nazis versuchen eine Veranstaltung zu stören oder sich gewaltsam Zutritt verschaffen. So auch am 12. September 2007 im Gasthof Cunnersdorf oder am 14.November 2007 in Freital.

In letztere Stadt sollte der Journalist Toralf Staudt aus seinem Buch „Moderne Nazis“ lesen und damit eine Diskussion zum Thema anstoßen. Schon zu Beginn war das Kulturhaus Freital mit rund 20 Nazis gefüllt, unter ihnen der Vorsitzende des NPD-KV-Dresden, Jens Baur, und der Mitarbeiter der NPD-Landtagsfraktion, Dirk Abraham. Leider konnten diese an der Lesung teilnehmen und dass, obwohl schon an der Tür die sogenannte "Antidiskriminierungsregel" aushing.
Kurze Zeit später tauchten dann weitere Nazis auf, die sich auf der Internetseite "Freie Offensive" selbst als "Nationale Sozialisten" bezeichnen. Angeführt vom Dresdener Nazischläger Ronny Thomas versuchten sie sich gewaltsam Zutritt zur Veranstaltung zu verschaffen. Offensichtlich unvorbereitete OrganisatorInnen und überforderte Beamte der Polizei unterbanden zwar einen geschlossenen Einmarsch, die Störung der Veranstaltung konnten sie aber nicht verhindern. Fünf junge Nazis mussten anschließend von den Beamten aus dem Saal entfernt werden. Dabei wurden diese auch von Baur und Co. bedrängt.

Nach wenigen Minuten war das Katz-und-Maus-Spiel beendet und die Kameraden um Abraham und Baur verließen empört den Saal. Freilich nicht ohne das Baur sein aus dem Textbausteinkasten gebildetes Verslein über die „Diffamierung nationaler Politik“ loswurde und alles als "Protest gegen das undemokratische Verhalten der Veranstalter" bezeichnete. Seine Freunde der "Nationalen Sozialisten" allerdings äußerten sich leicht verärgert: "sicherlich hätte man sich der Diskussion stellen können". Schon in den letzten Jahren zeigte sich, wie gern Ronny Thomas jüngere Nazis rekrutiert, um sich selbst vor Repressionen zu schützen. Nach seinen erfolglosen Auftritten in Bayern scheint er nun wieder die Region in und um Dresden für sich entdeckt zu haben.

Es bleibt abzuwarten, wie der Umgang mit Nazis bei den nächsten zivilgesellschaftlichen Veranstaltungen aussehen wird. Fakt ist, dass der Name Wortergreifungsstrategie bewusst irreführend ist. Den Nazis geht es rein um die Teilnahme. Es soll keinen öffentlichen Raum mehr ohne sie geben. Fakt ist auch, dass Nazis schon häufiger solche Aktionen genutzt haben, um TeilnehmerInnen zu verängstigen oder sie anzugreifen. Hin und wieder schalten sie sogar Anzeigen, um an Informationen über VeranstalterInnen oder BesucherInnen heranzukommen. Die Dresdener "Anti-Antifa-Akte" zeigt dies sehr deutlich. (1)

1 siehe die ausführliche Dokumentation auf
   
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