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Rechtes business as usual in Dresden – eine antifaschistische InventurART DresdenSeit Mitte September ist Leipzig zum Austragungsort einer Auseinandersetzung avanciert, die in Dresden längst überfällig ist. Mit der Eröffnung einer Filiale der rechten Modemarke „Thor Steinar“ in der belebten Leipziger Innenstadt erhoffte sich die Firma einen weiteren Schritt in Richtung Normalisierung ihrer Geschäfte. Wie auch in anderen Städten versucht sich „Thor Steinar“ als einer unter vielen auf den Einkaufsmeilen festzusetzen. Lokalen AntifaschistInnen ist es zu verdanken, dass dieser Plan mächtig in die Hose ging und „Thor Steinar“ als das dasteht, was es wirklich ist: Eine Kleidungsmarke die aus dem Umfeld der Nazi-Szene produziert und vertrieben wird, die sich völkischer Symbolik mit NS-Bezug bedient und hauptsächlich von Neonazis getragen wird. In logischer Konsequenz sieht sich der Betreiber seitdem mit der klaren Forderung von Antifas nach Schließung des Geschäfts konfrontiert. Spontane Demonstrationen mit mehreren hundert TeilnehmerInnen und direkte Aktionen gegen den Laden sind an der Tagesordnung. Ein guter Zeitpunkt um einen Blick auf Dresden zu werfen, dem schnell Ernüchterung folgt. Denn hier ist der rechten Modemarke der Schritt in die Einkaufsmeile bereits ohne nennenswerte Proteste gelungen. Seit August 2006 befindet sich auf der Wilsdruffer Straße das „Thor Steinar“-Geschäft „Tonsberg“. Der recht kleine Verkaufsraum residiert damit an exponierter Lage in der Dresdner Innenstadt. Angeboten wird nahezu die komplette Palette an TS-Produkten sowei Schuhe der Marke „New Balance“. Verantwortlich für den Laden zeichnet sich die „Blond Textil- und Schuhvertriebs GmbH“ der Familie Preisler. Auch in einzelnen anderen Dresdner Geschäften haben „Thor Steinar“-Produkte längst den Weg in die Regale gefunden. Im Angebot befindet sich des Rechten liebstes Kleidungsstück in der „Laubegaster Wache“ und dem „Dr.Ragman“ von Bert Stötzer, sowie im „Armyshop Dresden“ von Maik Knothe. Dabei findet das Bekleidungssortiment der Marke oft die Begleitung anderer einschlägiger Merchendiseartikel der Neonaziszene. Ob Ku-Klux-Klan- oder Rudolf Hess-Pins, T-Shirts mit den Aufdrucken „White Pride World Wide“ und „White-Power“ oder die auch im NPD eigenen „Deutsche Stimme Verlag“ zu beziehenden Metallschilder mit der Aufschrift "Deutsches Schutzgebiet" und "Swing tanzen verboten – Reichskulturkammer“. Das braune Sortiment lässt nahezu keine Wünsche offen. Wie nun damit umgehen? Dass es lokalen AntifaschistInnen bisher nicht gelang die Bedeutung des „Tonsberg“ als Türöffner für die Verankerung von „Thor Steinar“ als Mainstreamkleidung aufzuzeigen und breiten Widerstand zu organisieren, muss als Niederlage betrachtet werden. Es bleibt jedoch die Hoffnung, dass die Ereignisse in Leipzig auch in Dresden als Anschub für eine stärkere Auseinandersetzung mit der Marke dienen, deren Resultat die Forderung nach der Schließung des „Tonsberg“ und anderer Szeneländen ist. |
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