1. Mai - Kleinstadtmarathon in Sachsen

ART Dresden

Des einen Mißerfolg ist des anderen Erfolg. Während die Kameraden um die NPD erfolglos versuchten in Erfurt zu demonstrieren, hielten die Freien Kräfte der Region wieder einmal an einem anderen Konzept fest. Wie im letzten Jahr versuchen sie mit ihrer „Kaffeefahrt“ durch die ländlichen Regionen „näher an den Bürger heranzukommen.“ In einigen Städten tauchten deshalb Gruppen aus dem Spektrum der „Freien Kräfte“ auf - dies zählte für Pirna, Freital, Radeberg, Hoyerswerda, Roßwein, Riesa und Oschatz.

In Pirna fand sich eine 20köpfige Gruppe in der Nähe des Linkspartei-Standes ein und versuchte zu provozieren. Nach einiger Zeit erfolglosen Agierens gingen sie und tauchten auch nicht wieder auf. Anders in Freital. Hier planten etwa 30 Nazis eine Spontandemonstration, die allerdings nur von kurzer Dauer war. Im Gegensatz zum letzten Jahr gab es aber eine wesentlich geringere Teilnahme. Angemeldet hatte diese vermutlich Dirk Abraham, der Kreisvorsitzende der NPD im Weißeritzkreis.
Die Stadt Radeberg versuchte mit Ignoranz wirksam zu werden. Obwohl vorher angemeldet, wurde nichts nach außen getragen und damit Gegenprotest verhindert. Die anwesenden 70 Nazis konnten deshalb dann auch ungestört marschieren. Mindestens eines der Transparente war sowohl in Freital, als auch in Radeberg.
In Riesa trafen sich rund 350 Nazis zu einer unangekündigten Demonstration. Nach 45 Minuten endete die Demonstration ohne Zwischenfälle. Die Polizei will von der Aktion „völlig überrascht“ gewesen sein, denn es habe keinerlei Hinweise gegeben. Dies ist schon komisch, denn nur kurze Zeit vorher tauchte die Gruppe ohne Polizeibegleitung in Roßwein auf und versuchte das Jugendhaus anzugreifen. Dabei wurden Fensterscheiben und eine Tischtennisplatte zerstört. Auf Transparenten und Papierschnipseln hetzten sie gegen zwei AntifaschistInnen, die sie dem Jugendhaus zuordnen. Von dort aus verteilten sich die Nazis und fuhren mit ihren Autos Richtung Riesa. An Hand der Nummernschilder kann gut erkannt werden, dass die Nazis aus den Regionen Dresden, Leipzig, Pirna, Cottbus, Chemnitz, Bautzen und anderen Gegenden kamen. Im Anschluß an den Aufmarsch in Riesa fuhr der zahlenmäßig stark geschrumpfte Konvoi nach Oschatz, wo Einsatzkräfte der Polizei die Veranstaltung beendeten und damit die „Kaffeefahrt“ abgebrochen wurde. Auf dem Plan sollten noch weitere Städte gestanden haben, in denen Aktionen durchgeführt wurden wären.

Es muss davon ausgegangen werden, dass die Freien Kräfte der Region auch weiterhin zu dieser Art von Aktionen zurückgreifen werden, denn es ist nicht das erste Mal und außerdem waren sie im Vergleich zu ihren Kameraden in Erfurt erfolgreicher. Dennoch ist fraglich, ob sie ihr selbstgesetztes Ziel „näher an den Bürger heran zu kommen“ damit erreichen, dass sie Scheiben eines Jugendhauses einwerfen.

 
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