Bereits auf dem Nazi- Aufmarsch zum 13. Februar in
Dresden - die  Delegation aus Ungarn

 

 

 

Geplanter JN-Europakongress in Sachsen abgesagt

ART Dresden

Am 17. Februar diesen Jahres sollte der 10. „Europäische Kongress der Jugend“ in Sachsen stattfinden. Doch die geplante Zusammenkunft in Sachsen musste ausfallen. Grund dafür waren einmal mehr fehlende Räumlichkeiten.

Dabei schien am Vortag des Kongresses alles bereit zu sein, die europäischen Delegationen zu empfangen - trotz anfänglicher Schwierigkeiten eine geeignete Lokalität zu finden. Dem geplanten Programm schien nichts mehr im Wege zu stehen.

Die zahlreichen aus Europa angereisten Gäste, u.a. aus der Schweiz, England oder Rumänien könnten ihre Grußbotschaften verlesen. Jens Pühse in seiner Eigenschaft als Bundesorganisationsleiter der NPD würde den versammelten deutschen Nazis dann die „Europäische Nationale Front“ - ein Zusammenschluss mehrerer nationalistischer Parteien und Organisationen in Europa, der 2004 begründet wurde - vorstellen. Zahlreiche Vorträge u.a. zu dem spanischen Faschisten José Antonio Primo de Revera, zu Corneliu Zelea Codreanu und die Eiserne Garde in Rumänien oder zu Antikapitalismus von Rechts würden zu hören sein. Nach dem offiziellen Teil wäre dann am Abend der obligatorische Kameradschaftsabend mit der Liedermacherin Viking aus Italien und Stefan von AOV & Edei von Kraftschlag gefolgt. Soweit der Plan - doch dann kam es anders.

Gab Stefan Rochow am Morgen des Vortags des Kongresses noch freudig bekannt, dass es [n]ach einer riesigen Kraftanstrengung [...] uns fast schon in letzter Minute gelungen [ist], geeignete Räumlichkeiten anmieten zu können.“ hatten sie diese bereits am selben Tag wieder verloren.

Stattfinden sollte der Kongress zunächst in Ruhland. Nach der Absage dieser Räumlichkeiten und nach ca. 100 weiteren Anfragen, wie Stefan Rochow preisgab, fand man dann einen Gasthof in Großgrabe, ein zu Bernsdorf gehöriges Dorf, dessen Wirtin bereit war, Räume an die NPD zu vermieten. Aber der zuständige Bürgermeister von Bernsdorf hatte sich nach Bekanntwerden der Veranstaltung, welche Tags darauf in seinem Ort stattfinden sollte, höchstpersönlich für eine Absage stark gemacht. Bereits Freitag mittag war der Saal wieder gekündigt.
Erst am Abend aber wurde dies öffentlich bekannt gemacht und der JN-Europakongress offiziell abgesagt. Wahrscheinlich hoffte man noch bis zur letzten Minute ein geeignetes Ausweichobjekt zu finden - vergeblich. Der verdorbene Tag endete mit den internationalen Gästen im kleinen Kreis im Verlagsgebäude der Deutschen Stimme in Riesa, welches kurzfristig als Veranstaltungsort zur Verfügung stand.

So begrüßenswert es ist, dass eine für NPD und JN so bedeutsame Veranstaltung aufgrund von fehlenden Räumen ausfallen muss, so unbefriedigend ist gleichsam die Tatsache, dass dies immer wieder ohne öffentliche Thematisierung und nur auf das Wirken von Behörden hin geschieht. Dass Nazis irgendwo in einem sächsischen Ort eine Großveranstaltung wie den JN- Europakongress abhalten wollen, ist kein Problem, was nur durch Behörden gelöst werden kann. Nazis gilt es in der Öffentlichkeit entgegen zu treten. Als aktive Antifaschist_innen sollten wir solche Ereignisse nicht ignorieren und darauf hoffen, dass Polizei oder Ordnungsamt schon intervenieren werden, sondern den Nazis offensiv begegnen.

 
  back