„Wir räumen auf“ heißt es bei der NPD:
eine illustre Runde von Kämpfern für Ordnung und
Sicherheit beim Mannschaftsfoto am 24.Juni 2006:
stehend links ein Mitarbeiter des Ordnungsamtes Dresden, Dritter von links der neue NPD-KV-Vorsitzende Jens Baur, hockend, Silvio Anders der Mitabeiter des damaligen NPD-Abgeordneten Klaus Menzel. Er war es, der für Menzel die Pistole in den Landtag "schmuggelte".

 

 

 

NJB und NPD und auch die "Freien" mischen mit

ART Dresden


Ordnungsamt und NJB

Seit mehreren Wochen ist ein bekennender NPD-Anhänger als Angestellter für die Dresdner Ordnungsbehörde auf Streife. Er ist nachweislich im Umfeld des Dresdner Nationalen Jugendbündnisses (NJB) und der NPD aktiv. Regelmäßig wird er bei Parkscheinkontrollen in der Neustadt und im Innenstadtgebiet gesehen, außerdem tauchte er für die Ordnungsbehörde am Rande des Zapfenstreiches am 12.10.2006 am Altmarkt auf.

Seine Nähe zur nazistischen Ideologie dokumentiert sich beispielsweise in seiner Teilnahme an einer durch Junge Nationaldemokraten (JN) und "Freie" Kameradschaften organisierten Demonstration am 16.09.2006 in Plauen. Diese fand im Rahmen einer sogenannten Antikapitalismuskampagne statt und sollte ein „eindrucksvolles Zeichen gegen Kapitalismus, Globalisierung, Sozialabbau und Überfremdung setzen“. Als Alternative zum Kapitalismus wird ein „nationaler Sozialismus“ vorgeschlagen – womit unverhohlen und offensichtlich an den Nationalsozialismus angeknüpft wird.

Er war auch Teilnehmer eines Fußballturniers am 24.06.2006 in Oberkipsdorf. An dem von „Freien Nationalisten“ veranstalteten Turnier nahmen bis zu 100 Nazis u.a. aus Dresden, dem Osterzgebirge, der Sächsischen Schweiz und Cottbus teil. Allerdings beschränkt sich der bei der Ordnungsbehörde tätige Nazi nicht nur auf den bloßen Besuch von Veranstaltungen des Nazispektrums. Zum Tag der Sachsen vom 1. bis 3. September 2006 in Marienberg verteilte er die NPD-Zeitung „Sachsenstimme“ an VolksfestbesucherInnen.


NPD Dresden

Im Kreisverband Dresden der NPD wurde Mitte Januar ein neuer Vorstand gewählt. Der langjährige Vorsitzende René Despang, mittlerweile Abgeordneter im sächsischen Landtag, wurde durch Jens Baur abgelöst. Baur war zuletzt als Vorsitzender des NJB aktiv. Seine politische Karriere begann er bei der Republikaner-Jugend in Hessen. In Dresden war er Vorsitzender des hießigen REP-Kreisverbandes, von dort aus gelangte er über das Nationale Bündnis [NB] und das NJB letztlich zur NPD. Damit bestätigt sich erneut: NB und NJB sind stark NPD dominiert und ihr angeblicher Bündnis-Charakter mehr Schein als Sein. Und selbst dieser Schein wird offensichtlich immer weniger gewahrt. Beispielhaft dafür ist auch der Übertritt des NB-Vorstandmitglieds Harald Zander von der DVU zur NPD Anfang des Jahres.


NJB und "freie Kräfte"

Davon ungestört bleibt es bei einem zum Teil kooperativen Verhältnis zwischen dem Parteibündnis und den "parteifreien Kräften". Das NJB und der vierzehntägige Jugendstammtisch sind die Basis für das Zusammenkommen von "freien Nationalisten" wie Maik Müller und den Partei-Aktivisten. Dort werden inhaltliche Debatten geführt, aber auch tatkräftige Unterstützung organisiert. Bezeichnend dafür ist, dass sowohl der Internetauftritt des NJB als auch die Homepage "freie-offensive", das Sprachrohr der "Freien Kräfte Dresden", von ein und derselben Person administriert werden. Verantwortlich dafür zeichnet der aus Neusörnewitz bei Meißen kommende Robert Kramer, für den Mathe schweißtreibende Arbeit war, wie er der Sächsischen Zeitung 2005 anvertraute. Er absolvierte in Dresden seine Ausbildung und studiert derzeit Wirtschaftsingenieurwesen.

rechts Robert Kramer
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