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... jeder blamiert sich so gut er kannDie Wahlkampfzeitung des sogenannten Nationalen Bündnis DresdenART Dresden, 25. April 2004„Es ist geschafft“ wird im Internet
von Kerstin Lorenz, der Landesvorsitzenden der Republikaner, stolz verkündet.
Das Erreichen der Unterstützungsunterschriften zeigt, dass es dem
Nationalen Bündnis Dresden (NBDD) gelungen ist, das eigene Klientel
zu mobilisieren. Wie wir bereits im Artikel „Antisemiten
ins Stadtparlament? - Das NBDD präsentiert seine Kandidaten“
festgestellt haben, wird dieses Potential zur Kommunalwahl am 13. Juni
2004 kaum ausreichen. Zu Beginn heißt es zum Beispiel „Ein grundlegender
Politikwechsel kann nur bewirkt werden, wenn sich eine glaubwürdige
Alternative zu den etablierten Versagern bildet.“ (Seite 1)
In ihren Augen sind selbstverständlich sie diese „glaubwürdige
Alternative“. Und um ihre Inkompetenz zu überbrücken,
wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Da wird aus einem Kommentar
des NPD-Parteivorsitzenden und studierten Politikwissenschaftlers
Udo Voigt der leicht geänderte des Vorsitzenden des NBDD. Das Kapitel
„Gesundheit für alle“
wird gleich komplett aus der NPD-Wahlzeitung abgeschrieben. An anderer Stelle wird konsequent ohne Quellenangabe zitiert: „So berichtete eine Zeitung aus dem Ruhrgebiet Ende letzten Jahres über diese Antifa-Delikte und die weitgehende Untätigkeit der politisch Verantwortlichen in Polizei und Staatsanwaltschaft Dresdens. Wörtlich hieß es dort: »Ein Besuch in Dresden scheint also für Touristen im Moment nicht ungefährlich zu sein, da die Sicherheitslage offenbar prekär ist.« Dies schadet dem Tourismus und damit den Arbeitsplätzen unserer Stadt.“ (Seite 4) Nun wir liefern die Quelle gern nach. Bei der zitierten „Zeitung aus dem Ruhrgebiet“ handelt es sich um die „Freiheit Wattenscheid“, einer Postille, die zuletzt für die NPD-Demonstration gegen den Neubau der Synagoge in Bochum mobilisiert hat. So lügt man sich die Welt zurecht. Bei den eigenen Thesen und Forderungen wird dies nach Bedarf fortgesetzt. Einerseits fragt das NBDD auf Seite 3 „Warum werden (...) private Neubauten auf grüner Wiese subventioniert“ und stellt dabei „eine Verschwendung von Volksvermögen ohnegleichen“ fest, andererseits empört sich der Vorsitzende des NBDD und Spitzenkandidat zur Kommunalwahl, Holger Apfel, nun allerdings als Spitzenkandidat der NPD zur Europawahl in deren Wahlkampfzeitung darüber, dass „Milliarden (...) durch die Streichung der Eigenheimzulage eingespart werden“ sollen. Ja was denn nun Holger - hü oder hott? Und so wie sich Holger Apfel weder für noch gegen die Eigenheimzulage entscheiden kann, fällt es Wolfgang Schwarz sichtlich schwer sich auf einen Wohnsitz festzulegen. Lässt er bei der Vorstandsanmeldung die Adresse Leubener Str. 39 notariell beglaubigen, wohnt er als V.i.S.d.P. für diverse Flugblätter und die Wahlzeitung des NBDD auf der Zwinglistraße 45. Auch an anderer Stelle nehmen es die Vertreter des NBDD, die sonst in den üblichen Phrasen Recht und Ordnung immer wieder betonen, mit den eigenen Forderungen nicht so genau. „Auf unseren Straßen muß mehr Sicherheit herrschen! (...) gegen Autoraser ist konsequent vorzugehen“, ist auf Seite 2 zu lesen. Und Unterstützer des NBDD verursachen betrunken Autounfälle (selbstverständlich ohne Führerschein, der war aufgrund von Trunkenheit am Steuer schon entzogen) oder schlagen andere Verkehrsteilnehmer, weil ihnen deren Fahrstil nicht angemessen erschien. Darüber hinaus finden sich in der Zeitung des NBDD die altbekannten Parolen gegen alle, die ihnen nicht ins Weltbild passen, Ausländer, Linke, Homosexuelle, Juden und natürlich die sogenannten Volksbetrüger. Wie kleingeistig darin beispielsweise der Oberdünnbrettbohrer und Spitzenkandidat des NBDD im Wahlkreis 4, Hartmut Krien, ist, zeigt die homepage www.bekannt-gemacht.de. Wie immer im rechten Milieu, wird auch das NBDD nicht müde, die gesellschaftliche Situation zu dramatisieren. Um „unnötige Unsummen“ geht es selbstverständlich und die „Demontage des Grundfundaments“ und „kalten Egoismus“. Die Lage ist „alarmierend“. Zu dieser stilistischen Armut gesellt sich Dummheit. Beim Aufgreifen kommunalpolitischer Themen scheitert das NBDD kläglich. Wer versucht den Protest gegen die Kürzungen im Bereich der Kultur in Dresden zu kommentieren und dabei von den Musikfestspielen „als hochrangige(m) Festival klassischer Musik“ (Seite 4) schreibt, zeigt dass er eben nicht weiß, wovon er überhaut schreibt. In der Vorabversion der Wahlkampfzeitschrift, die uns aufgrund der Kooperationsbereitschaft des NBDD ebenfalls vorliegt, wurde gar behauptet, dass das Libeskind-Projekt am Heeresmuseum „in aller Heimlichkeit vom Stadtrat beschlossen wurde, obwohl ein anderes Libeskind-Projekt in der Neustadt durch Bürgerproteste bereits zurück gewiesen wurde.“ (Seite 2, Vorabversion) Dieser Quatsch fiel dann wahrscheinlich einigen im Bündnis noch auf und er wurde gestrichen, kündet doch seit mehreren Wochen ein Transparent der WOBA den Bau auf der Hauptstraße an. |
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