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Antisemiten ins Stadtparlament?Das NBDD präsentiert seine KandidatenART DresdenFür den Samstag, den 3.April kündigt das sogenannte Nationale Bündnis Dresden, NBDD, eine weitere Veranstaltung in Dresden an. Neben der Präsentation der NBDD- Kandidaten für die Kommunalwahl im Juni 2004, sollen der JN- Bundesvorsitzende Stefan Rochow und Roland Wuttke als Gastredner auftreten. Wuttke ist der Gründer und Vorsitzende des Münchner Vereins „Demokratie direkt“ und Autor der Monatszeitschrift „Nation&Europa“. „Demokratie direkt“ wurde im Herbst letzten Jahres bundesweit
bekannt. Damals hatte die Polizei ein geplantes Sprengstoffattentat auf
die Baustelle des neuen Jüdischen Gemeindezentrum in München
verhindert. Im Zuge dessen wurde auch eine Neonaziterroristengruppe um
Martin Wiese zerschlagen. Wuttke selbst hat mit Wiese eng zusammengearbeitet.
So „... nahm als Bevollmächtigter von Herrn Roland Wuttke auch
Herr Martin Wiese...“ an einem Kooperationsgespräch am 28.
Mai 2003 in Vorbereitung einer extrem rechten Demonstration teil, schreibt
die Süddeutsche Zeitung vom 10.11.2003. Beim Nationalen Bündnis Dresden ist er da in bester Gesellschaft. In deren Internetforum finden sich antisemitische Pamphlete, so schreibt beispielsweise „Joerg“: „Was sind fremde Gotteshäuser? Für mich sind z.B. Moscheen und Synagogen "fremde Gotteshäuser". ... Wenn ich mir z.B. die Dresdner-Synagoge anschaue, sehe ich ein Bollwerk, daß die Dresdner Städtelandschaft geradezu zerstampft, wie am Herresmuseum der Keil etwas Zerteilendes haben würde. Niemand kann mir erzählen, daß die Dresdner-Synagoge nur ein religiöses Gebäude ist, sie ist in meinen Augen auch ein Symbol, das Symbol einer Macht.“ Sven Hagendorf, ein führender Dresdner Neonazi, war
selbst aktiv daran beteiligt, als Dresdner Neonazis am 09. November 2001
die Feier zur Weihe der Neuen Synagoge in Dresden störten, indem
sie antisemitische Flugzettel warfen und sich mit einem Transparent mit
der Aufschrift „Vor der Versöhnung kommt die Wahrheit“
provokant aufstellten. „qualifizierter Querschnitt“ oder nationaler Durchschnitt?Bereits am 11.März diesen Jahres hatte das NBDD die
36 Kandidaten aufgestellt. 19 Parteilose, 8 Vertreter der NPD und jeweils
3 der DVU, der Republikaner und der Deutschen Partei (DP) will es im Juni
2004 ins Rennen schicken. Auf die 19 parteilosen und unabhängigen Bürger
ist das Bündnis besonders stolz, sollen diese doch zeigen, dass es
„dem Nationalen Bündnis [...] gelungen [ist], einen qualifizierten
Querschnitt von nationalen Deutschen aller Generationen und Berufsstände
aufzustellen...“ Der Club der NimmermüdenFrei nach dem Motto probieren geht über studieren,
ist Wolfgang Schwarz bei weitem nicht der einzige, der es zum wiederholten
Male versuchen will, in ein Parlament einzuziehen. Aus den Reihen der NPD kommen 8 Kandidaten des Nationalen Bündnis Dresden, unter denen sich die altbekannten Kader wieder finden. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der NPD und Vorsitzender des NBDD Holger Apfel der stellvertretende NPD- Landesvorsitzende Klaus Menzel und der Vorsitzende des Dresdner NPD- Kreisverbandes Rene Despang bestätigen einmal mehr die Vermutung, dass dort wo NBDD draufsteht, NPD drin ist. Zwar hat es das NBDD in Dresden geschafft, NPD DVU REP und DP in einem Wahlbündnis zu vereinen, die Wirkung über den eigenen Dunstkreis hinaus blieb jedoch aus. Stattdessen zeigt die Kandidatenliste, dass das Nationale Bündnis Dresden nichts weiter ist, als das Konglomerat aus den üblichen Verdächtigen und altbekannten Kadern der sächsischen Naziszene. Allein die Tatsache, dass ein guter Teil der Kandidaten ihre Meldeadresse extra nach Dresden verlegen mussten, um hier zur Wahl antreten zu können, spricht nicht für den so oft gefeierten anhaltenden Zulauf aus der Dresdner Bevölkerung. Das Erreichen der Unterstützungsunterschriften zeigt zwar, dass das NBDD in der Lage ist, die eigene Szene zu mobilisieren, nur wird dieses Potential am 13. Juni 2004 kaum ausreichen. |
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