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1.Mai
2002 - Antifa stoppt Nazi-Aufmarsch in Dresden!
ART Dresden, 1.Mai 2002
Um es klar und deutlich voranzustellen: Ja, es war KEIN
erfolgreicher 1. Mai in Dresden für die aus allen Himmelsrichtungen
angereisten Nazis. Rund 900 RechtsextremistInnen versammelten am sehr
späten Vormittag auf dem Postplatz vor dem mit Anti-Nazi-Parolen
beflaggten Schauspielhaus. Zuvor hatten sich zirka 150 Nazis vor dem Dresden-Neustädter
Bahnhof zusammengerottet und waren in Demonstrationsformation durch die
Stadt gezogen.
Am Terrassenufer sah sich die den Nazi-Tross begleitende und schon dort
völlig überforderte Polizei mit einer kleineren Sitzblockade
von Antifas konfrontiert. Zudem wurden die Nazis von der Augustusbrücke
aus durch weitere Antifa-Gruppen unter Wurfgeschossberieslung genommen.
Die Polizei kesselte die desorientierten Faschos zu deren 'eigenem Schutz'
unter einem Brückenbogen ein. Nachdem der Rückweg durch eine,
bedeutend größere als die mittlerweile geräumte, Antifa-Sitzblockade
verbaut war, eskortierten die Polizeikräfte die Nazis mit einigen
Umwegen schließlich zum Versammlungsort, unter ständig aktiver
Begleitung durch Antifa-Gruppen.
In unmittelbarer Nähe zum Nazi-Treffpunkt füllte sich der restliche
Postplatz in der Zwischenzeit mit jeder Menge Antifa-DemonstrantInnen.
Vorkontrollen seitens der Polizei gegenüber den Nazis erfolgten eher
sporadisch und nicht sonderlich gründlich. Einige Nazis, die in Springerstiefeln
auftauchten, hörten erstaunt von den Auflagen und desertierten frustriert
in Kleinstgrüppchen von dannen. Es geht die Sage, dass ihnen beim
Heim-ins-Reich-finden durchaus von aktiven Antifas geholfen wurde. Zu
dieser Zeit wurden eher spartanisch verteilte Polizeikräfte auf dem
Postplatz registriert. Zirka 30 Nazis hatte zudem ihren Treffpunkt verfehlt
und wurde von aktiven Antifas schnell und deutlich hinweggeleitet.
Eine schwarz-weiß-rote Fahne ging unter lautstarker Anteilnahme
in Flammen auf. Mit großer Verspätung, der angekündigte
Marschbeginn von 11.30 Uhr war weit überschritten, formierte sich
schließlich die Nazi-Demonstration. Voran der durch JÜRGEN
GÜNZ gestellte Lautsprecherwagen aus dem Fuhrpark der "Deutschen
Stimme" in Riesa, der während der gesamten Demonstration durch
ständige Technikausfälle glänzte. Als Versammlungsleiter
fungierte wie im Vorjahr der sächsische NPD-Kader MATTHIAS PAUL.
Im Demonstrationszug marschierten in Nichtformation im eigens als 'freier
Block' angekündigt: "Freie Nationalisten Magdeburg", "Freie
Nationalisten Dessau", "Freie nationale Aktivisten in der Oberlausitz"
sowie "Thüringer Heimatschutz". Gleichfalls zur Demo angereist
waren einige Nazis aus Österreich. Ebenfalls vor Ort waren unter
anderem der Dresdner Anti-Antifa-Aktivist SVEN HAGENDORF, der Nazi-Schläger
RONNY THOMAS, der frühere aktiv-Nazi-Ordner und ex-NPD-Mitglied ANDREE
KUHN sowie die üblichen und durchaus bekannten Nazi-Checker.
Auf ihrem Demonstrationsweg wurde die rund 900 Nazis ständig
lautstark durch aktive Antifas begleitet. Mehrmals wurde die Nazi-Demo
von Antifas überholt und vorerst durch vier Sitzblockaden in verschiedenen
Abständen kurzzeitig gestoppt. Dabei war zu beobachten, dass PolizistInnen
ihre Pferde des öfteren ohne Vorwarnung gegen Antifas einsetzten.
Seriöse Schätzungen gehen von zirka 1.200 agilaktiven Antifas
an diesem 1. Mai in Dresden aus. Schon bald zeigte sich, dass die Polizei
den Nazi-Marsch abkürzen und ihn möglichst schnell zum Ausgangspunkt
zurück geleiten wollte. Geplant war der Marsch der Rechtsextremisten
über Dippoldiswalder Platz, Ammonstraße, am in Dresden abseitig
gelegenen WorldTradeCenter vorbei über die Freiberger Straße
zurück zum Postplatz.
Die offensichtliche Wunsch-Polizeitaktik, jede mögliche Straße
zum Abbiegen des Nazi-Demozugs in Richtung Ausgangspunkt zu nutzen, scheiterte
an der zum Teil massiven Präsenz von Antifas in den Seitenstraßen.
Nicht zuletzt die Kreuzung Freiberger Straße war von einer Sitzblockade
durch rund 150 Antifas versperrt.
Letztendlich wurde die Nazi-Demo in die an dieser Stelle fast letztmögliche
Straße Richtung Zentrum eskortiert. Eine weitere Straße danach,
zum Wettiner Platz, war zu diesem Zeitpunkt bereits durch eine Barrikade
versperrt. An diesem Punkt der Nazi-Demonstration, in der Ehrlichstraße,
sahen sich die Rechtsextremen unvermittelt einer Sitzblockade von rund
400 Antifas gegenüber. Stopp. Kein Durchkommen. Verhandlungen mit
der Ordnungsbehörde werden geführt. Die Polizei gibt bekannt,
dass sie wegen der großen Anzahl von GegendemonstrantInnen nicht
beabsichtigt, nicht in der Lage ist, diese Blockade zu räumen.
Die Nazi-Demo steht und steht und steht. Das Fronttransparent, andere
Transparente flattern zu Boden, auf die Straße. Stillstand. Fast
schon Auflösungserscheinungen bei den Rechtsextremen.
NAZIS NO WAY! Die Nazi-Demo kehrt um. HöllenAntifaLärm. Polizeipferde
gehen durch. Die Nazis trotten zurück. Völlig grundlos und unvermittelt
gehen in diesem Augenblick Greiftrupps der Polizei in die Antifa-Blockade.
Mehrere Festnahmen, Blut fließt, Sanitätsdienste werden verweigert,
Pressearbeit behindert. Die festgenommenen Antifas werden, wie zum Schaulaufen,
aufrecht in Richtung Nazi-Demo geschleift und gleichzeitig teilweise körperlich
misshandelt.
Nach diesem durch Antifa-Widerstand erzwungenen Abbruch der Nazi-Demo
versammeln sich die Nazis schließlich auf dem schon jenseits der
Stadtperipherie gelegenen Platz vor dem WorldTradeCenter zu ihrer Abschlusskundgebung,
die eigentlich in der Innenstadt vorgesehen war. Die Öffentlichkeitswirkung
ist weniger Null. WILFRIED PETZOLD begrüßt ausdrücklich
die "deutschen Männer und die deutschen Frauen" und betont
in seinem endlosen Redegeschwafel immer wieder die angeblich "deutschen
Sekundärtugenden". UDO VOIGT war gleich mal völlig verpeilt,
und geißelte das WorldTradeCenter, vor dem man ja jetzt gezwungen
sei, die Abschlusskundgebung durchzuführen, als 'Hort des Bösen'
und irgendwas noch was viel schlimmeres im Zuge des internationalen National-Globalisierungs-Irgendwas.
Vielleicht hätte ihm mal irgendwer stecken sollen, dass im Dresdner
WorldTradeCenter nur eine so genannte Einkaufsmeile ist, sonst nix weiter
groß. Nazis kennen sich halt aus in der weiten Welt. Deswegen holten
sich ja auch viele Nazi-DemonstrantInnen zwischenzeitlich im Dresdner
WorldTradeCenter beim Italiener ein Eis zur schleckerleckeren Abkühlung.
Nach endlos doitsch-nationalem Geschwafel wurde der Nazi-Aufzug für
beendet erklärt. Beim abschließenden Abspielen aller drei Strophen
der doitschen Nationalhymne blieb eine Großteil der Nazis einfach
ermattet auf der Straße sitzen, von Textkenntnis des doitschen Liedguts
während der gesamten Nazi-Demo ganz zu schweigen.
Die angekündigte 'Liedermacherin' ANETT war zudem auch irgendwie
verschollen. Unter Polizeischutz ging es für die Rechtsextremisten
zum Hauptbahnhof und zu ihren geparkten Fahrzeugen. Einigen Nazis stand
da ihre eigene Begegnung mit aktiven Antifas noch bevor ...
Die sich so bezeichnende Zivilgesellschaft mit ihrem "Gesicht
zeigen gegen Rechts" demonstrierte und feierte sich derweil selbst
weit entfernt vom Nazi-Marsch-Versuch, von einzelnen Persönlichkeiten
aus PDS und BündnisGrünen abgesehen, die sich auch direkt den
Nazis entgegen stellten. Die bürgerlichen Medien werden die angegebenen
13.000 oder 14.000 Gegen-Rechts-Feiernden hochlobend preisen. Wobei schätzungsweise
alles mitgezählt wurde, was auf all den Mai-Feiern im Zentrum der
Stadt irgendwie Beine hatte. Gestoppt und letztendlich in seiner Gänze
verhindert wurde der Nazi-Marsch am 1. Mai in Dresden durch aktive Antifas!
"Wir kommen wieder!" trompeteten die Nazis bei ihrem kläglichen
Abmarsch, und fast niemand hat es gehört.
Am 8. Mai will die "Junge Landsmannschaft Ostpreußen"
durch Dresden marschieren. Was wohl die so genannte Zivilgesellschaft,
die gar heldenhafte, an diesem Tag machen mag?
KEEP YOUR EYES OPEN!
Wir sind da. Wir handeln. FIGHT FASCISM! NAZIS NO WAY!
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