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Prozess gegen Ronny Thomas
2. und 3.April 2003
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| Da macht
Rechnen Spaß - Neonazischläger für 23 Monate +
X im Knast
Am Freitag, dem 5.April wurde Ronny Thomas
am Amtsgericht Dresden wegen Widerstands gegen Vollsteckungsbeamte
und Körperverletzung zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.
Folgende Rechnung ergibt, dass wir von seiner Person eine gute
Zeit verschont bleiben werden:
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Bewährungswiderruf |
8 Monate (x) |
| + |
Verurteilung vom 25.02.03
wegen
schwerer Körperverletzung |
10 Monate (y) |
| + |
Verurteilung wegen Körperverletzung
und
Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte in zwei Fällen |
12 Monate (z) |
| = |
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30 Monate |
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03.04.03,
Dresdner Neuste Nachrichten Neonazi
fühlt sich als Opfer brutaler Polizei-Attacken
Der frühere NPD-Kreisvorsitzende Ronny
T. (27) muss sich seit gestern wegen Widerstands
gegen Vollstreckungsbeamte und gefährlicher Körperverletzung
vor dem Amtsgericht verantworten. T., der aus der Untersuchungshaft
vorgeführt wurde, soll im Januar 2002 mit einem Mittäter
in einer Straßenbahn randaliert haben. Als ihn vier Polizeibeamte
zum Verlassen der Bahn aufforderten, habe er um sich geschlagen
und zwei Polizistinnen durch Faustschläge verletzt, so die
Anklage. Bei dem Mittäter soll es sich um den Betreiber des
rechtsextremen Jugendclubs "Thor", Bernd S., handeln.
Am 30. November soll Ronny T. vor dem "Thor" in Übigau
den Kriminalbeamten Volker L. durch Schläge und Tritte verletzt
haben. Die Polizei wollte ein Skinheadkonzert in dem Neonazitreff
auflösen. T. habe sich den Beamten in den Weg gestellt und
mit Gewalt versucht, ihnen den Zutritt zum "Thor" zu
verwehren.
Der Angeklagte hat seine Zeit in der Haft genutzt und eine schriftliche
Aussage vorbereitet. "Wir hatten im âThorÔ eine
kleine private Party mit Livemusik und etwa 20 Teilnehmern. Obwohl
das nicht anmeldepflichtig ist, stand plötzlich die Polizei
vor der Tür." Volker L. habe ihn rüde angesprochen.
"Als ich ihm die Rechtslage erläuterte, hat er mir den
Ellenbogen ins Gesicht gestoßen und mich gewürgt."
Er habe Anzeige gegen L. erstattet, so der Neonazi. Weitere Polizisten
müssten wegen unterlassener Hilfeleistung verfolgt werden,
da sie den Übergriffen tatenlos zugeschaut hätten. "Jetzt
habe ich Dich endlich", soll Volker L. vor seinen brutalen
Attacken gerufen haben.
Der 41-jährige Polizist schilderte das Geschehen anders.
Ronny T. habe den Beamten die Tür mit den Worten "ihr
kommt hier nicht rein" versperrt. "Dann hat er mich
weggedrückt und nach mir geschlagen. Erst mit Hilfe von vier
Polizisten konnte ich ihn festnehmen."
Die "Privatparty" schilderte Dresdens Ordnungsamtsleiter
Ralf Lübs (41) als Zusammenrottung von 150 bis 200 Personen
in Räumen, in denen sich laut Zulassung nicht mehr als 50
Personen aufhalten dürfen.
Zum zweiten Anklagevorwurf wollte sich T. gestern nicht äußern.
"Können wir erst die eine Sache abhandeln? Ich bringe
sonst alles durcheinander." Die Verhandlung wird morgen fortgesetzt.
Thomas Hartwig
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05.04.03, Dresdner Neuste Nachrichten
Keine Bewährung für Neonazi-Schläger
Das Amtsgericht Dresden hat gestern den bekennenden Neonazi Ronny
T. (27) wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte
und Körperverletzung zu einer einjährigen Haftstrafe
ohne Bewährung verurteilt. "Sie sind ein Überzeugungstäter",
sagte Richter Hans-Joachim Hlavka zu dem Angeklagten, "Sie
wollen sich regelmäßig mit Polizisten anlegen."
T. wurde in Handschellen aus dem Gerichtssaal geführt. Hlavka
sah keine Möglichkeit, den Haftbefehl außer Vollzug
zu setzen. Der Neonazi wird länger als ein Jahr im Gefängnis
sitzen, da ihm in einem weiteren Fall ein Bewährungswiderruf
droht und er zudem vor dem Landgericht wegen gefährlicher
Körperverletzung angeklagt ist.
Hans-Joachim Hlavka sah es als erwiesen an, dass der rechte Schläger
am 11. Januar 2002 zwei Polizistinnen angegriffen hat. "Es
ist eine ganz feine Art, Frauen zu schlagen. Das ist sehr ehrenhaft",
meinte der Richter zynisch. T. und mehrere seiner "Kameraden"
hatten nachts in einer Straßenbahn einen jungen Mann mit
einer dunkelhäutigen Freundin angepöbelt. Der Fahrer
stoppte die Bahn und rief die Polizei. Als die Beamtinnen die
Situation klären wollten, schlugen T. und ein Mittäter
zu.
Außerdem habe sich Ronny T. am 30. November 2002 vor dem
Lokal "Thor" in Übigau einem Polizisten in den
Weg gestellt, der gemeinsam mit Bereitschaftspolizisten ein Skinhead-Konzert
mit 200 Teilnehmern auflösen wollte. "Es war gutes Recht
des Beamten, den Treff zu betreten", so Hlavka. Bei einem
Handgemenge mit T. war der Polizist verletzt worden.
Ronny T. hatte seinerseits Anzeige erstattet und beklagt, er sei
brutal von dem Beamten angegriffen worden. Verteidiger Gert Merzky
stieß in das selbe Horn. "Es gab eine kleine private
Party und keinen Grund, eine Hundertschaft bis an die Zähne
bewaffneter Polizisten einzusetzen." Merzky kündigte
eine Untätigkeitsklage gegen die Staatsanwaltschaft an, da
die Anzeige von Ronny T. nicht bearbeitet werde.
Das Gericht verhandelte unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen.
Erwartungsgemäß besuchten dann auch zahlreiche Jugendliche
aus dem rechtsextremen Spektrum und der linken Szene den Prozess.
Hans-Joachim Hlavka betonte, er lasse sich davon nicht beeinflussen.
"Ich entscheide unabhängig." Er brachte sein Unverständnis
darüber zum Ausdruck, dass Zuhörer Taschenmesser und
sogar einen Elektroschocker im Gepäck hatten.
Thomas Hartwig
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03.04.03, Sächsische Zeitung
"Thor"-Betreiber wieder
vor dem Richter
Ronny T. wegen Widerstand gegen
Polizisten angeklagt
Es vergeht offenbar kein Monat, in dem Ronny T. (27) nicht vor
einem Amtsrichter steht. Der gelernte Bäcker ist ein stadtbekannter
Aktivist der rechten Szene, war Chef der Dresdner NPD und - bis
zu seiner erneuten Haft - Mitbetreiber des rechten Jugendclubs
"Thor" in Übigau, der im vergangenen Jahr immer
wieder für Schlagzeilen sorgte.
Im Februar musste sich T. wegen Körperverletzung vor dem
Amtsgericht verantworten, weil er einen Nachbarn seines Vaters
zusammengeschlagen haben soll - zehn Monate Haft lautete das Urteil.
Für den bereits einschlägig vorbestraften T., der gegen
seine Bewährungsauflagen verstoßen hatte, kam nach
Ansicht des Richters keine Bewährung mehr in Frage. Noch
im Gerichtssaal wurde der mutmaßliche Schläger verhaftet.
Im März stand Ronny T. wieder vor einem Richter. Jetzt, weil
er mit 1,77 Promille Alkohol hinter dem Steuer seines Mazdas gesessen
und einen Unfall gebaut hatte.
Gestern schließlich hat das dritte Gerichtsverfahren in
diesem Jahr gegen den Ex-NPD-Chef begonnen. Ronny T. wird nun
vorgeworfen, mehrfach auf Polizisten eingeschlagen zu haben: im
November 2002 vor dem "Thor" und schon im Januar 2002
in einer Straßenbahn an der Haltestelle Zwinglistraße.
"Das ist Widerstand gegen Vollzugsbeamte", sagte die
Staatsanwältin.
An einem Sonnabend im November kontrollierten Ordnungsamt und
Polizei nachts das "Thor", weil hier ein nicht genehmigtes
Skin-Konzert stattfand und sich deutlich mehr Besucher als erlaubt
in dem Rechten-Treff aufhielten. Als der Polizeibeamte Volker
L. (41) den Veranstalter suchte, habe sich der Angeklagte noch
vor der Tür auf ihn gestürzt. "Er hat mich geschubst,
dann gab es eine Rauferei", sagte der Beamte, der dabei vom
Angeklagten an Schulter und Nasenbein verletzt worden sei.
Ronny T. musste seine Aussagen von einem Blatt Papier ablesen.
Er sagte, Polizist L. habe sich auf ihn gestürzt, nachdem
er ihn erkannt habe: "Er hat mich gewürgt und in den
Unterleib geschlagen."
Zum zweiten Vorwurf wollte er sich erst später äußern
- damit er nicht durcheinander komme. Die Verhandlung wird fortgesetzt.
Alexander Schneider
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Bei
seinem ersten Knastaufenthalt wurde Ronny Thomas von der Hilfsgemeinschaft
Nationaler Gefangener (HNG) unterstützt.
Hier ein Auszug aus der aktuellen Ausgabe wo er nun als säumiger
Zahler auf dieser Liste veröffentlicht wurde :-o
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