19.3. Internationaler Tag gegen Rassismus
Nach der Entführung des Vorsitzenden
der PKK, Abdullah Öcalan, haben sich auch in der BRD massive
Proteste ereignet, in deren Verlauf vier Kurden erschossen und
hunderte verhaftet wurden. In Leipzig wurden bei einer Konsulatsbesetzung
73 Personen festgenommen, von denen mittlerweile schon zwei abgeschoben
worden sind. Die Innenminister der Länder wollen alle verhafteten
KurdInnen noch vor ihrem Prozeß in Deutschland abschieben.
In Kurdistan selbst wurden bereits 11 DemonstrantInnen bei Kundgebungen
erschossen. Die weltweiten kurdischen Proteste sind angesichts
der Realität in Kurdistan keine Überraschung. Die kurdische
Bevölkerung wird seit Jahrzehnten in der Ausübung ihrer
Sprache und kultureller Gepflogenheiten unterdrückt. Alle
politischen Mittel sind den Kurden und Kurdinnen aus der Hand
geschlagen worden. Aufgrund ihrer Forderungen nach Selbstbestimmung
bekriegen insbesondere der türkische und irakische Staat
seit Jahrzehnten die kurdische Bevölkerung und versuchen,
jegliche Oposition gewaltsam zu unterbinden. Die Zerstörung
von über 5000 kurdischen Dörfern, die systematische
Folter des Militärregimes in der Türkei sowie der Terror
gegen die kurdische Zivilbevölkerung und oppositionelle PolitikerInnen
sind Bestandteile der Politik des türkischen Staates gegen
den Befreiungskampf und die linke Opposition in der Türkei.
Der Krieg gegen die KurdInnen hat bislang weit mehr als 30.000
Todesopfer gefordert. Daß der Kampf um ein freies Kurdistan
militärisch nicht zerschlagen werden kann, ist klar, dies
haben 15 Jahre Kampf der kurdischen Guerilla und jahrzehntelanger
Widerstand gezeigt. Für eine politische Lösung in Kurdistan
!
Die europäischen Staaten haben mit der
Ablehnung von Gesprächen mit Abdullah Öcalan die Chance
einer politischen Lösung bewußt nicht genutzt. Auch die
Ignoranz der europäischen Regierungen, den Krieg des kurdischen
Staates nichts als einen politischen Konflikt anzuerkennen, ist
eine bewußte Entscheidung; zu stark sind die Interessen der
europäischen Staaten mit denen der Türkei verwoben. So
ist es auch kein Wunder, daß den KurdInnen auch in Europa
ein Betätigungsverbot auferlegt wurde. Insbesondere die BRD
tut sich mit der Repression gegen kurdische Vereine und Gruppen
hervor. Kurdinnen und Kurden stehen in der BRD unter der ständigen
Drohung von Abschiebung, Folter und Tod. Das Recht auf politische
Betätigung auch für KurdInnen ist aber die Grundlage jeden
Dialogs. Für die Aufhebung des PKK-Verbots! Für einen
generellen Abschiebestop!
Die Proteste der letzten Wochen sind für
Kanzler Schröder "Konflikte (...), die keine deuschen Konflikte
sind". Der deutsche Staat jedoch war und ist einer der Hauptverursacher
jener Umstände, die jetzt Proteste auslösen. Dieser war
es, der der Türkei massive Waffenhilfe aus NVA-Beständen
bescherte und Offiziere der türkischen Armee in Hamburg- Blankenese
ausbildet. Beim Völkermord in Kurdistan werden deutsche Waffen
eingesetzt. Rüstungskonzerne wie Daimler-Benz, Krauss-Maffei
oder Heckler&Koch verdienen am Export von Mienen, Panzern und Gewehren.
Dies sichert nicht nur die Profite, sondern insbesondere auch die
strategischen Interessen der NATO im nahen Osten. Chrom, Bauxit
und vor allem das Wasser von Euphrat und Tigris machen Kurdistan
zu einem der rohstoffreichsten Gebiete der Region. Die Kontrolle
des Wassers und der durch Kurdistan führenden Ölpipelines
sind wichtige Machtfaktoren, die sich auch europäische Mächte
sichern wollen. Stop aller Waffenexporte in die Türkei und
sonstwohin!
Eine politische Lösung kann es nur mit
der PKK als bedeutendste politische Kraft in Kurdistan geben. Daher
gehört ihr Vorsitzender, Abdullah Öcalan, nicht ins Gefängnis,
sondern an den Verhandlungstisch. Aber auch die gewählten VertreterInnen
der KurdInnen wie Leyla Zana und Hatip Dickle sitzen in türkischen
Kerkern, sie wurden spektakulär aus dem Parlament heraus für
15 Jahre ins Gefängnis geworfen. In der Türkei sitzen
mehr JournalistInnen im Gefängnis, als in jedem anderen Land
der Welt. Insgesamt gibt es über 20000 politische Gefangene
in der Türkei. Auch in der BRD sitzen kurdische und türkische
AktivistInnen im Gefängnis und in Abschiebehaft - die 71 in
Leipzig Verhafteten müssen ständig mit ihrer Abschiebung
rechnen. Die Lösung des Konfliktes muß auch eine Lösung
für die hier, wie in der Türkei Inhaftierten beinhalten!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!
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Veranstaltungen des Dresdner Netzwerk "Kein Mensch ist illegal"
zum Internationalen Tag gegen Rassismus
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Freitag 19.3. 16.oo Uhr:
Mit einer Demonstration/Kundgebung vor dem Dresdner Abschiebegefängnis
soll der Protest gegen die derzeit herrschende Asyl- und Abschiebepraxis
im Allgemeinen, sowie die gegen KurdInnen im Besonderen auf die
Straße gebracht werden. Außerdem richten wir uns gegen
die Kriminalisierung der kurdischen Proteste und setzen uns für
eine politische Lösung des Konflikts in Kurdistan ein. Ort:
Altmarkt/Kreuzkirche Beginn
19.oo Uhr: Film im OSCAR -
die Filmkneipe (Böhmische Straße) - Jiyana Me - Unser
Leben (vier kurdische Frauen berichten über das Leben in Kurdistan)
22.oo Uhr:
Filmvorführung an der Straßenkreuzung Louisenstraße/Alaunstraße
- Kurdistan, der Krieg geht weiter. |
Sonnabend 20. 3. 16.oo Uhr: Flüchtlinge
und MigrantInnen im Gespräch über ihre tägliche Situation
in Dresden: keine Auszahlung der Geldration, statt dessen falsche
und unvollständige Essenspakete, Essensplanung einen Monat
im Voraus, unfreundliche Behandlung in der Ausländerbehörde,
Schikanen im öffentlichen Leben z.B. durch die Polizei usw.
Aus dieser Situation sollen politische Forderungen erarbeitet werden,
wie das während der Karawane für die Rechte der Flüchtlinge
und MigrantInnen im August 1998 schon der Fall war. Ort: Afrikanisches
Kulturcafé "Café Rio Save" (Schandauer Straße 64, Tram 4 und
10)
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Sonntag 21.3. 18.oo Uhr: Der Kurdische Verein
Dresden feiert das kurdische Neujahrsfest Newroz. Gemeinsam mit
ihm soll Newroz im kurdischen Kulturzentrum Komele Kurdi (Lerchenstraße
7, Tram 7 und 8 bis Tannenstraße) begangen werden. Eine Augenzeugin
erzählt von ihren Erlebnissen in Kurdistan; in einer anschließenden
Diskussion wird es möglich sein, die gesammelten Erfahrungen
zu reflektieren, und neue Aktionen zu planen. Ein Vortrag "Was hat
Deutschland mit dem Krieg in Kurdistan zu tun" sowie ein Film zum
Thema werden stattfinden.
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Neue Info`s
zum inhaftierten tschechischen Anarchisten Michal Petera (ausfürliche
Informationen im and34)
Am Freitag, den 29. Januar 1999
erreichte ein Brief der FSA/IAA (Förderation Sozialer Anarchisten)
die OG Bremen in dem es hiess: "Es gibt immernoch keine wesentlichen
Neuigkeiten im Fall Patera. Die einzige positive Entwicklung
ist, das Michal Patera nicht mehr des "ideologisch motivierten"
sondern des "gewöhnlichen" versuchten Mordes bezichtigt
wird. Das kann eine Freiheitsstrafe von 15 Jahren statt 25 Jahren
bedeuten, was für unseren einsitzenden Freund kein Trost
ist. Michal ist noch in guter Verfassung und seine Moral ist
ungebrochen. Er teilt sich eine 12 Quatratmeter große
Zelle mit zwei weiteren Insassen, die auch wegen versuchten
Mordes angeklagt sind. Er hat viel Post aus dem Ausland bekommen
und dankt allen für die solidarische Unterstützung.
Bis Ende Januar hat die Polizei die psychatrischen und ballistischen
Gutachten abgeschlossen. Alles geht sehr langsam vor sich. Michal
und sein Rechtsanwalt erwarten, dass der Prozess im September/Oktober
beginnt." für weitere Informationen:
FAU/IAA Dresden
PF 280 210
01142 Dresden
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