|
up
| Bericht
zur Kundgebung:
"Der NPD kein Büro
- nicht in Pieschen und anderswo"...
... eine Spontandemo mit ca. 30 Antifas
formiert sich am 31.05.07 auf der Bürgerstraße, um
zur Kundgebung gegen die NPD Eröffnung des Bürger_innenbüros
von Rene
Despang zu demonstrieren. Da die Beamten in grün
den direkten Weg vorbei am Büro nicht so begrüßten,
entschloss sich die Demo erstmal eine kleine Runde durch Pieschen
zu ziehen und dann zur Kundgebung zu stoßen.
Dort wurde diese schon von weiteren Antifas erwartet. Da die
Anlage streikte, wurden erstmal Sprüche gegen das NPD-Büro
gerufen bis ein Ersatz geschaffen wurde und der Eröffnungsredebeitrag
verlesen werden konnte.
Auch viele Anwohner_innen kamen der Einladung
nach, sich an der Kundgebung zu beteiligen und meldeten sich
zu Wort. So äußerten einige ihr Unbehagen über
das NPD-Büro, es wurde zu gemeinsamen Handeln ermuntert
und eine Bewohner_in des alternativen Wohn- und Kulturprojekts
Robert-Matzke Str. schilderte die Übergriffe durch Neonazis
im Stadtteil.
So gab es in den letzten Jahren immer
wieder Übergriffe auf das Wohnprojekt, es wurde sogar einmal
eingebrochen. Auch im PDS-Jugendprojekt „Roter Baum“
wurden mehrmals Leute angegriffen und Partys überfallen.
Erst vor kurzem wurde ein Mensch mit migrantischen background
am Großenhainer Platz rassistisch angepöbelt und
danach krankenhausreif geschlagen.
Im Zusammenhang standen solche Übergriffe oft mit im Stadtteil
gelegenen Nazilocations, welche den Nazis immer wieder Anlaufstellen
boten, um sich zu treffen und von da aus gemeinsam los zu ziehen.
Nachdem die Kundgebung mit der Zeit wieder
etwas kleiner wurde, zwischendurch waren fast 150 Menschen da,
gab es die Überlegung die Kundgebung aufzulösen und
mit einer Spontandemo gemeinsam Richtung Straßenbahn zu
demonstrieren um geschlossen nach Hause zu gelangen. Da aber
mittlerweile eine Gruppe von ca. 15 - 20 Schlägernazis
aus dem Umfeld der „Freien Kräfte“ auf dem
Weg zur Robert-Matzke-Str. war, unter anderem Sebastian
Reiche, Tilo
Kriegel, Toni
Beger, Frank
Kischoweit und Martin
Holfert, beschloss die Kundgebung erstmal das
Wohnprojekt zu schützen und rannte geschlossen zur Robert-Matzke
-Straße.
Dort standen, in ca. 100 m Entfernung zum Haus, vermummte Nazis
mit Flaschen und Steinen. Die Antifas, welche die aggressiven
Nazis vertreiben wollten, wurden allerdings von der Polizei
daran gehindert, bis zur Nazigruppe zu gelangen. Die Polizei
zog es vor, ab diesem Punkt bei den Antifas zu bleiben und diese
zu filmen, während hinter ihnen die Nazis bewaffnet rumposten
und auch mehrfach den Hitlergruß zeigten. All dies interessierte
die Polizei nicht.
Also wurde sich kurzerhand entschlossen, nicht weiter an der
Polizeikette stehen zu bleiben, sondern auf anderem Wege weiter
zu demonstrieren und zu den Nazis zu gelangen. Dies zog ein
lustiges Katz-und-Mausspiel mit den Beamten nach sich. Die Antifaschist_innen
schafften es noch ein weiteres Mal fast zu den Nazis zu gelangen.
Nachdem sich die Nazigruppe zu ihren Autos
zurückgezogen hatten, natürlich ohne weitere Belästigung
durch die Polizei, entschied sich auch die Spontandemo Richtung
Neustadt zu gehen. Nach einigem Rumgeschubse und Provokationen
durch die Polizei, die immer aggressiver wurde und dem Recht
nach spontaner Versammlung nicht mehr freudig gegenüberstand,
wurde die komplette Demo in eine angehaltene Straßenbahn-Dienstfahrt
gestopft und bis zur Liststr. gefahren, von wo aus dann die
meisten nach Hause fuhren.
Trotz aller Widrigkeiten eine gelungene
Auftaktaktion gegen das NPD-Bürger_innenbüro. Leider
haben sich die Befürchtungen bestätigt, dass so ein
NPD-Büro, Nazis aller Coleur anzieht, und nicht nur die
Rentner_innen des „Nationalen Bündnis“ am Sektempfang
partizipierten. Immerhin konnten die Schlägernazis nicht
ungestört durch Pieschen ziehen.
Aber dies war erst der Anfang ...
Seid kreativ ...
Und haltet Augen und Ohren offen für weitere Aktionen gegen
das NPD Bürger_innenbüro!

Schlägernazis aus dem Umfeld der „Freien Kräfte“
auf der Robert-Matzke-Str.
|

kleine Spontandemo zum Kundgebungsplatz

Kundgebung auf der Osterbergstr.
ca. 20 Meter vom NPD Büro entfernt

Kundgebung - einige Transparente

2.v.oben -
Rene Despang (NPD Landtagsabgeortneter)
|
up
Auftaktredebeitrag
zur Kundgebung am 31. Mai 07:
Liebe Antifas, Freundinnen
und Freunde, liebe Anwohnerinnen und Anwohner aus Pieschen.
Wir sind heute hier, um gegen die Eröffnung
eines Bürgerbüros der NPD auf der Osterbergstraße
14 zu demonstrieren.
Und wir sagen es gleich vorneweg: Heute werden wir in ein paar
Stunden wieder gegangen sein. Wir werden aber solange wieder
kommen, bis dieses Büro geschlossen ist.
Wenn hier der NPD-Landtagsabgeordnete
Rene Despang sein so genanntes Bürgerbüro eröffnet,
bedeutet das für die Zukunft, dass sich hier ein Treff-
und Rückzugspunkt der lokalen Neonaziszene etablieren soll.
Neonazis wollen ungestört ihre menschenverachtende Propaganda
verbreiten, sich treffen und Veranstaltungen durchführen.
Es kann davon ausgegangen werden, dass es also zu einer erhöhten
Präsenz von Neonazis in Pieschen kommen wird.
Schon jetzt sind neonazistische Strukturen hier vertreten. Zwei
Geschäfte in der Mälzerei bieten Musik und Bekleidung
von und für Neonazis an, mehrere Kneipen dienen als gesellige
Treffpunkte und verbale wie nonverbale Angriffe auf Menschen,
die nicht in das eng gefasste Weltbild passen, sind mehr Regel
als Ausnahme.
Obwohl es das Recht eines jeden Landtagsabgeordneten
ist, ein Bürgerbüro zu betreiben, betonen wir dass
die NPD zwar eine zugelassene Partei ist. Damit ist sie aber
noch lange nicht eine "demokratische" Partei. Vielmehr
zählt zu ihren ideologischen Kernelementen Rassismus, Antisemitismus
und Verherrlichung des Nationalsozialismus.
Deshalb sind wir der festen Überzeugung, dass der Kampf
gegen diese Partei und ihre AktivistInnen, da wo sie in Erscheinung
treten, mit allen Mitteln geführt werden kann und muss.
Einen ungestörten Betrieb des NPD-Bürgerbüros
wird es mit uns nicht geben.
Und wir sind optimistisch, dass es nicht
allzu lange dauern wird, bis dieses Büro da gelandet ist,
wo es hingehört. Auf dem Müllhaufen der Geschichte.
Schon zweimal mussten in den letzten Jahren Neonazitreffs in
Pieschen schließen, nachdem es zu antifaschistischem und
zivilgesellschaftlichem Engagement gekommen war. 2003 schloss
der „Klub Thor“ auf der Sternstraße und 2005
der „Klub 14“ auf der Weimarischen Straße.
In beiden Klubs hatte die NPD ihre Finger mit im Spiel.
Liebe Anwohnerinnen und Anwohner, auch
sie können tatkräftig daran mitwirken, dass sich die
NPD in Pieschen nicht wohlfühlt.
Zeigen Sie den Neonazis die kalte Schulter, machen Sie ihnen
klar, dass Sie deren braune Propaganda nicht in ihrem Briefkasten
haben wollen, genauso wenig wie die Neonazis vor und in ihren
Häusern.
Lassen Sie sich nicht einschüchtern. Wenn Sie Angst haben
oder nicht wissen, wie Sie den Neonazis begegnen sollen, wenden
Sie sich an Menschen und Projekte in ihrer Nähe.
Zeigen Sie Solidarität mit den Betroffenen rassistischer
Gewalt. Schauen Sie nicht weg, greifen Sie ein.
Wir, als Dresdner AntifaschistInnen und
Antifaschisten werden unseren Teil tun.
Wenn Sie es auch tun, ist das NPD-Bürgerbüro schneller
Geschichte als die Neonazis NPD-Bürgerbüro-Eröffnung
buchstabieren koennen. |
up
|
Pressemitteilung:
Pressemitteilung
- des ART Dresden
31. Mai 2007
Militante Neonazis
versuchten am Rande einer Kundgebung gegen Rechts zu stören
Am frühen Abend des 31. Mai provozierte
eine Gruppe von etwa 15 militanten Neonazis in Dresden am Rande
einer Kundgebung, die sich gegen die Eröffnung eines NPD-Bürgerbüros
in Dresden-Pieschen richtete.
Ab 17 Uhr demonstrierten etwa 200 Menschen,
darunter AnwohnerInnen des Stadtteils und AntifaschistInnen
und BürgerInnen aus ganz Dresden auf der Osterbergstraße
in Dresden-Pieschen. Die Kundgebung richtete sich gegen die
gleichzeitig stattfindende Eröffnung des Bürgerbüros
vom NPD MdL Rene Despang.
Gegen 18.30 Uhr wurde bekannt, dass etwa
15 Neonazis vor einem alternativen Wohnprojekt auf der Robert-Matzke-Straße
aufmarschiert waren und dort die BewohnerInnen provozieren wollten.
Dazu hatten sich die Neonazis vermummt und mit Flaschen und
Steinen bewaffnet.
Unter ihnen befanden sich mit Toni Beger, Frank Kischuweit,
Sebastian Reiche, Tilo Kriegel und Martin Holfert eine ganze
Reihe bekannter
Neonazis aus dem Spektrum der Freien Kräfte Dresden, die
teilweise schon mehrfach durch Gewalttaten in Erscheinung getreten
waren.
Die Neonazis zogen sich erst zurück, nachdem TeilnehmerInnen
der Kundgebung sich ihnen friedlich näherten. Nach Augenzeugenberichten
wurden von einigen Neonazis später durch die Polizei die
Personalien festgestellt.
"Obwohl die Polizei mit einem großen
Aufgebot die Kundgebung selbst absicherte und mit Fahrzeugen
an vielen Kreuzungen in Pieschen präsent
war, hatte sie keine Kräfte in der Nähe des Wohnprojekts
abgestellt. Dies ist umso auffälliger, da es in der Vergangenheit
schon mehrfach zu
gewalttätigen Angriffen durch Neonazis auf das Wohnhaus
gekommen war und die Gefährdung also durchaus der Polizei
bekannt gewesen ist." betont Frank Beier, ein Teilnehmer
der Kundgebung.
"Leider müssen wir feststellen,
dass sich damit gleich am ersten Tag unsere Erwartungen bestätigt
haben, dass von der Präsenz des
NPD-Bürgerbüros militante und gewalttätige Neonazis
in Pieschen angezogen werden." sagt Beier weiter.
"Wir gehen daher davon aus, dass auch in Zukunft ein erhöhtes
Risiko besteht in Pieschen Opfer neonazistischer Angriffe zu
werden".
Ein direkter Zusammenhang zum NPD-Büro
kann hergestellt werden. Er ergibt sich allein aus der Tatsache,
dass die anwesenden Neonazis in der Vergangenheit oft gemeinsam
mit dem Dresdner NPD-Kreisverband aufgetreten sind. Aktiv waren
sie beispielsweise auch im mittlerweile in die JN übergegangenen
Nationalen Jugendbündnis Dresden.
Wir freuen uns, dass insbesondere viele
AnwohnerInnen an der Kundgebung teilgenommen und auch durch
Wortmeldungen sich klar gegen die Neonazis positioniert haben.
Wir werden solange das NPD-Bürgerbüro auf der Osterbergstraße
14 thematisieren, bis es geschlossen ist. Wir sind nicht willens
und bereit
widerstandslos hinzunehmen, dass hier rassistische Propaganda
verbreitet wird und neonazistische Gewalttäter einen Rückzugsraum
erhalten.
|
up
Mobi
history:
::: Aufruf zur Kundgebung am 31. Mai 07:::
Rene Despang den Spass verderben
... keine Eröffnung ohne uns ...
...neues Bürgerbüro der NPD...
Am 31.05.07 wird in Dresden-Pieschen das
NPD-BürgerInnenbüro vom Landtagsabgeordneten Rene Despang
eröffnet.
Rene Despang ist im September 2006 für die NPD für den
verstorbenen Uwe Leichsenring in den sächsischen Landtag
nachgerückt. Seit beginn der 1990er Jahre ist er in der Dresdner
Neonaziszene aktiv. Er war von 2002 bis 2007 der Kreisvorsitzende
des NPD-Kreisverbandes Dresden. Außerdem ist er für
das sogenannte Nationale Bündnis Dresden Mitglied des Ortsbeirates
Dresden-Cotta.
Die Neueröffnung ist der Versuch der NPD den Wegzug der Parteizentrale
- und damit der gleichzeitigen Schließung von drei „Bürgerbüros“
aus Kostengründen - aus dem Dresdner Lockwitzgrund zu kompensieren.
... Stadtteilpolitik ...
Bei den letzten Kommunalwahlen erreichte
das Nationale Bündnis 5,0 %. Die NPD erzielte mit 7,5 % bei
den Landtagswahlen 2004 eines ihrer höchsten Ergebnisse im
städtischen Raum in Dresden- Pieschen.
Erst vor kurzem am 07.05.2007 beleidigten 3 Neonazis einen Menschen
mit migrantischem backround an einer Straßenbahnhaltestelle
und schlugen ihn anschließend krankenhausreif.
Das dürfte ein Klima sein in dem Herr
Despang wohl willkommen ist.
Mit einem Bürgerbüro hat die NPD eine weitere Arbeitsgrundlage,
um ihre rassistische und antisemitische Propaganda zu verbreiten,
Räume um sich zu treffen und Veranstaltungen durchzuführen.
Auch wird das NPD Büro für Nazijugendliche attraktiv
sein und einen Anlaufpunkt bieten. So liegt doch Herrn Despangs
Schwerpunkt auf sogenannter nationaler Jugendarbeit.
... schöner wohnen ohne Nazis ...
in Pieschen und anderswo ...
Pieschen und angrenzenden Stadtteile sind
mittlerweile bekannt für die immer mal wieder anwesenden
Nazilocations. So musste 2003 der Klub Thor auf Grund der erfolgreichen
Antifa-Kampagne „Thor muss weg schliessen“. Die Nazikneipe
Klub 14 auf der Weimarischen Str. erging es ähnlich. Im Oktober
2005 musste auch dieser Treffpunkt nach Aktionen autonomer AntifaschistInnen
und einer polizeilichen Razzia geschlossen werden.
Nun ist es an uns dies fortzusetzen...
Bürgerbüro
schliessen!
Schöner Leben ohne Naziläden!
Kundgebung
gegen die NPD Büroeröffnung: Do,
31. Mai ab 17 Uhr | Osterbergstr. / Torgauer
download Flyer als
.PDF (100kb)
|
up
|