[Neo-Nazis DD] [Neo-Nazis regional] [Antifa Aktionen] [ART] [brauner Sumpf] [Repression] [Antisemitismus] [13. Februar] [Feuilleton] [specials] [links]
INDEX
13. Februar Dresden


online-Dokumentation 13. Februar




Dresdens Quasi-"Haus-Historiker" David Irving wird international als Geschichts-Fälscher und Shoa-Leugner bekannt

Der amerikanische Journalist Guttenplan berichtet in einem Buch über den Londoner Prozess Lipstadt vs. Irving von Januar bis April 2000. Auf die vielen mit dem Prozess zusammenhängenden Verwicklungen gehen wir hier nicht ein, sondern zitieren nur Passagen aus dem Buch, die in Zusammenhang mit Dresden von Bedeutung sind.

Fälschungen in Irvings "Der Untergang Dresdens"
Manipulation in Irvings gesamten "historischen Werk"
Irvings Nazi- und Neo-Nazi-Kontakte in Deutschland
Gerichts-Urteil über Irving: Antisemit, Rassist, Holocaust-Leugner, Geschichtsfälscher

"Ich habe Dresden in das Vokabular des Grauens eingeführt", sagt Irving stolz, "sodass Menschen Dresden heute im gleichen Atemzug mit Auschwitz und Hiroschima nennen. Dies ist mein bescheidener Beitrag zur Fachsprache."
Irving ist ebenso bekannt für seinen Vergleich, in Dresden seien in einer Nacht mehr Menschen gestorben als in Auschwitz in vier Jahren.



Fälschungen in Irvings "Der Untergang Dresdens"

Auszug aus: D.D. Guttenplan "Der Holocaust-Prozess - Die Hintergründe der "Auschwitz-Lüge"; 2001, Goldmann Verlag; Seite 294 f

Mit Der Untergang Dresdens begann Irvings Karriere. 1963 zuerst erschienen, ist es noch immer das wahrscheinlich meistgelesene seiner Bücher und sicherlich das meistbewunderte. Doch Evans [Richard J. Evans, Professor of Modern History] enthüllt, dass Irving
(1) einen Tieffliegerangriff auf deutsche Zivilisten und Flüchtlinge durch britische und amerikanische Piloten erfand, wobei er zur Stützung seiner Darstellung Daten umstellte und Zeugenaussagen falsch zuordnete,
(2) wissentlich den Bericht über einen Bomberanflug auf Prag verwendete und vorgab, die Ereignisse hätten sich über Dresden zugetragen,
(3) seine eigene anfängliche Schätzung von 135 000 Toten aus dem Zeugnis einer einzigen Quelle herleitete, die keinerlei dokumentarischen Beleg zur Untermauerung seiner Zahl lieferte,
(4) die Zählung auf der Grundlage einer maschinegeschriebenen Kopie eines Schriftstücks, das sich später als Fälschung herausstellte, auf 202 040 erhöhte,
(5) sich selbst dann weigerte, die Zahl zu korrigieren, als der Mann, der das Schriftstück besorgt hatte, sich ein einem Brief an Irving beschwerte, dass man ihn fälschlicherweise zum stellvertretenden leitenden Dresdener Amtsartzt gemacht habe, wo er doch bloß Urologe am örtlichen Krankenhaus gewesen sei und "nur aus dritter Hand von den Zahlen gehört" habe,
(6) Binnenbelege unterschlug, die darauf hindeuteten, dass das Schriftstück eine Fälschung war, und
(7) des Weiteren das Zeugnis eines Mannes - einen Brief an Irving - unterschlug, dessen Aufgabe es gewesen war, die Toten zusammenzuzählen, und der dabei eine Zahl von knapp über 30 000 erhalten hatte,
(8) nur widerwillig die Entdeckung eines offiziellen "Abschlussberichts" zugestand, der die Zahl der Todesopfer auf 25 000 schätzte, sie später jedoch unberücksichtigt ließ, und schließlich
(9) die Entdeckung des echten Schriftstücks ignorierte, dessen gefälschte Kopie oben (4) erwähnt worden ist. Die authentische Gesamtzahl hatte 20 204 betragen - die Fälscher fügten einfach eine weitere Null hinzu!
Um Der Untergang Dresdens zu sezieren, braucht Evans mehr als 60 Seiten. Seine Analyse der Irvingschen Methode, "Aussagen von Angehörigen der Umgebung Hitlers unkritisch zu akzeptieren, wenn sie seinen Argumenten dienlich sind, sie jedoch zu ignorieren, zu unterschlagen, zu manipulieren oder den Versuch zu machen, sie zu diskreditieren, wenn sie ungeeignet sind", beansprucht noch einmal mehr als 100 Seiten.


Manipulation in Irvings gesamten "historischen Werk"

Richard J. Evans, zitiert in D.D. Guttenplan "Der Holocaust-Prozess - Die Hintergründe der "Auschwitz-Lüge"; 2001, Goldmann Verlag; Seite 285 f

"Das Schürfen unter der selbstsicheren Oberfläche seiner [Irvings] Prosa brachte rasch eine derart verhedderte Masse an Verzerrung und Manipulation zum Vorschein, dass man manchmal viel mehr Worte brauchte, sie einzeln aufzuführen, als ... Irvings Originaldarstellung. Die Aufdröselung der elfseitigen Beschreibung des antijüdischen Pogroms der so genannten "Reichskristallnacht" in Irvings Buch Goebbels. Macht und Magie und die Zurückverfolgung aller Bestandteile auf die dokumentarischen Nachweise, auf denen sie vorgeblich beruhen, nimmt in dem gegenwärtigen Gutachten über 70 Seiten in Anspruch. Ein ähnlich verknotetes Netz aus Verzerrungen, Vertuschungen und Manipulationen kam in jedem einzelnen Fall, den wir überprüften, zum Vorschein.
Ich war weder auf das schiere Ausmaß an Falschheit vorbereitet, dem ich bei Irvings Umgang mit den historischen Quellen begegnete, noch auf die Art und Weise, wie diese Unredlichkeit seine gesamte schriftliche und mündliche Produktion durchzog. Sie ist in seinem Frühwerk genauso gegenwärtig wie in seinen späteren Veröffentlichungen ... Es besteht kein Zweifel, ... dass Irvings Behauptung, über eine sehr gute und gründliche Kenntnis des Beweismaterials zu verfügen, auf dessen Grundlage die Geschichte Nazideutschlands geschrieben werden müsse, vollkommen gerechtfertigt ist. Seine zahlreichen Fehler und ungeheuerlichen Irrtümer sind deshalb nicht auf bloße Unwissenheit oder Nachlässigkeit zurückzuführen; im Gegenteil, es ist offensichtlich, dass sie berechnet und beabsichtigt sind. Und genau das macht sie so schockierend."


Irvings Nazi- und Neo-Nazi-Kontakte in Deutschland

Auszug aus: D.D. Guttenplan "Der Holocaust-Prozess - Die Hintergründe der "Auschwitz-Lüge"; 2001, Goldmann Verlag; Seite 317 ff

Funke ist darauf vorbereitet, (...) dem Gericht in Wort und Bild zu zeigen, was er meint. Die fünf Videofilme, die seine Aussage begleiten, zeigen Redeauftritte Irvings an einer Vielzahl von Schauplätzen. In Hagenau (Haguenau), einer Stadt im Elsass, sieht man ihn den Witz über die Ein-Mann-Gaskammer erzählen. Die deutsch sprechende Menge lacht dankbar. Die Aufzeichnung zeigt auf derselben Versammlung auch Ernst Zündel, der ihre gemeinsamen Gegner als "Judenpack" bezeichnet.
Bei einer Kundgebung im Freien in der ostdeutschen Stadt Halle sieht man Irving im Trenchcoat zu einer Menge junger Skinheads sprechen. (...) Als die Reihen der Skinheads mit ihren Springerstiefeln trampelnd vor ihm hermarschieren und die Reichskriegsflagge schwenken - seit der Wende zum 20. Jahrhundert das Symbol des deutschen Irredentismus und ein Ersatz für das verbotene Hakenkreuz der Nazis -, ist das Bild auf unheimliche Weise genau so sinnträchtig, wie es zweifellos auch wirken sollte. Nachdem Irving einen Schwall deutscher Phrasen vom Stapel gelassen hat, beginnen alle, "Sieg Heil! Sieg Heil! Sieg Heil!", zu grölen.
"Ich hätte nie anfangen sollen, in Deutschland öffentlich Reden zu halten", erzählte Irving mir im Sommer vor dem Prozess. "In Deutschland ist es sehr leicht, den Pöbel aufzuhetzen."

Funkes Videofilme bringen Irving, um seinen eigenen Ausdruck zu gebrauchen, mit einer "Verbrechergalerie" deutscher Rechtsextremisten in Verbindung. Bei einer Rede sieht man Wilhelm Stäglich, den Autor von Der Auschwitz-Mythos, im Publikum; Thies Christopherson, der Autor von The Auschwitz Lie, half, die Kundgebung in Hagenau zu organisieren.
Einige Verbindungen scheinen nur schwach zu sein. Otto Ernst Remer, der eine Schlüsselrolle bei der Zerschlagung der hinter dem gescheiterten Staatsstreich vom Juli 1944 stehenden Widerstandsgruppe gespielt hatte, agierte bei den Versuchen in der Nachkriegszeit, die Nazi-Ideologie wiederaufzuleben, an vorderster Front. Lesern seines Action Report bot Irving ein "herrliches Farbfoto von Remer in voller Uniform als Andenken" an, und nach seinem Tod im Jahr 1997 verfasste er eine warme Eloge auf Remer. Getroffen scheint er den Mann allerdings nur einmal zu haben, als er ihn für das Goebbels-Buch interviewte.
Andere Verbindungen wie die langjährige zu Gerhard Frey, dem Chef der rechten (und extrem ausländerfeindlichen) Deutschen Volksunion (DVU), oder seine enge Zusammenarbeit mit Günther Deckert von der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) sind fester. Funke zufolge fungierte die in Deutschland nach wie vor legale NPD unter Deckert als Fassade für verschiedene verbotene Gruppen, die der Hass auf Asyl Suchende und Gastarbeiter sowie eine gemeinsame Sprache der Holocaust-Leugnung vereine. Irving selber benutze das Beispiel "Günter Deckert, der zugegebenermaßen ein Freund von mir ist" und zurzeit wegen der Leugnung des Holocaust im Gefängnis sitzt, um den angeblichen Mangel an geistiger Freiheit in Deutschland zu demonstrieren.
Funke verfolgt mit seiner Aussage zwei Ziele: Zum einen möchte er zeigen, dass Irving nicht bloß ein harmloser Spinner ist, der sich gern über Juden auslässt, sondern ein berechnender politischer Unternehmer, der sich vor Gruppen produziert, die seine Vorurteile nicht nur teilen, sondern auch dazu neigen, daraufhin zur Tat zu schreiten (...).Indem er die Holocaust-Leugnung sowohl als Erkennungszeichen wie auch als äußerst wichtiges Element bei der Wiederbelebung des Faschismus veranschaulicht, will Funke zum anderen das Motiv beschreiben, das Irvings persönliches Vorurteil mit seiner abwegigen Geschichtsdeutung vereint.
Oder, wie Funke dem Richter sagt: "Durch Leugnen, durch Relativieren, indem man die Juden als die Schuldigen hinstellt, die sich alles ausgedacht haben oder die es selbst gewesen seien oder es hätten geschehen lassen, also durch alle möglichen Arten von hohlen Phrasen und Hetzereien, und das alles, um die Nazizeit herunterzuspielen, um den Stolz auf jene extrem arische, rassistische, antisemitische Nation wiederherzustellen."


Gerichts-Urteil über David Irving April 2000

Auszug aus: D.D. Guttenplan "Der Holocaust-Prozess - Die Hintergründe der "Auschwitz-Lüge"; 2001, Goldmann Verlag; Seite 357 ff

Die Holocaust-Leugnung, Irvings Rassismus und Antisemitismus, der Vorwurf, er verbünde sich mit Rechtsextremisten, seine Darstellung der Bombardierung Dresdens und sein Verhalten beim Erhalt der Goebbels-Tagebücher - jedes strittige Feld wird derselben sorgfältigen Analyse unterzogen, wobei jede Behauptung und ihre Erwiderung fein säuberlich in einzelne Paragraphen untergliedert und zur Betrachtung ausgebreitet werden. Als Festlegungen gefordert sind, liefert Gray sie. Nur in puncto Credo der Holocaust-Leugner zitiert er Evans:

(i) dass Juden nicht in Gaskammern getötet wurden oder zumindest nicht in irgendeinem größeren Umfang;
(ii) dass die Nazis keine politische Linie zur Vernichtung des europäischen Judentums hatten und keinen diesbezüglichen systematischen Versuch unternahmen und dass solche Todesfälle, wie sie vorkamen, die Folge individueller, von höherer Ebne nichtautorisierter Ausschreitungen waren;
(iii) dass die Zahl ermordeter Juden nicht in die Millionen ging und dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer weit niedriger war;
(iv) dass der Holocaust größtenteils oder zur Gänze ein Mythos ist, von alliierten Propagandisten während des Krieges erfunden und nach dem Krieg von Juden aufrechterhalten, um finanzielle Unterstützung für den neu geschaffenen Staat Israel zu bekommen.

(...)

"Man erkennt unschwer ein System", sagt Gray, seine Befunde zusammenfassend. "Während der vergangenen circa 15 Jahre scheint Irving politisch aktiver geworden zu sein, als es vorher der Fall war. Er spricht regelmäßig auf politischen oder quasi-politischen Versammlungen in Deutschland, den Vereinigten Staaten und Kanada. Der Inhalt seiner Reden, Vorträge und Interviews zeigt oft eine ausgesprochen pronazistische und antijüdische Tendenz. Er stellt erstaunliche und oft unbegründete Behauptungen über das Nazi-Regime auf, welche die Nazis für die an den Juden begangenen entsetzlichen Gräueltaten gewöhnlich entlasten. Er mischt sich gern unter Neo-Faschisten und scheint viele ihrer rassistischen und antisemitischen Vorurteile zu teilen. Das Bild von Irving, das sich aus dem Beweismaterial für seine Nebentätigkeiten herauskristallisiert, enthüllt ihn als rechten pronazistischen Polemiker."
Gray folgert: "Mir erscheint als zutreffende und unausweichliche Schlussfolgerung, dass die Verfälschung der historischen Dokumente zum größten Teil absichtlich geschah und dass Irving motiviert war von dem Wunsch, Ereignisse auf eine Weise zu präsentieren, die mit seinen eigenen ideologischen Überzeugungen übereinstimmte, selbst wenn dies die Verzerrung und Manipulation historischen Datenmaterials beinhaltete."

 

6640.-+1=KVXZ]aix†ˆ†„|rf`YI;12;ENXbhkg`^diiecglh]QD=88;>>@HP[elv}‚„‚„‰Šzupqrh[OJMRVZ]^blvzwqpwzpdWUTK?5/1;ETizŒ ¬°©žš §§  !"'.5;>ADFIKKMLLLLKJKJKIGD=6116::83.)%$"      !&-10+)*-13654DHHFGGB8-"#(+,,+(&%"!#'*/9AGHDA?=8328AGJLOQTVWYY[eozƒˆ‰†‚ƒ…††‚}woifiosuuqlilrof`_cjknv~ŒŸ°¿ÅÄÁ¼µ³µ©‘xbYYan”¢§Ÿ•“”‘