Fälschungen in Irvings "Der
Untergang Dresdens"
Auszug aus: D.D. Guttenplan "Der
Holocaust-Prozess - Die Hintergründe der "Auschwitz-Lüge";
2001, Goldmann Verlag; Seite 294 f
Mit Der Untergang Dresdens begann Irvings Karriere.
1963 zuerst erschienen, ist es noch immer das wahrscheinlich
meistgelesene seiner Bücher und sicherlich das meistbewunderte.
Doch Evans [Richard J. Evans, Professor of Modern History]
enthüllt, dass Irving
(1) einen Tieffliegerangriff auf deutsche Zivilisten und Flüchtlinge
durch britische und amerikanische Piloten erfand, wobei er
zur Stützung seiner Darstellung Daten umstellte und Zeugenaussagen
falsch zuordnete,
(2) wissentlich den Bericht über einen Bomberanflug auf
Prag verwendete und vorgab, die Ereignisse hätten sich
über Dresden zugetragen,
(3) seine eigene anfängliche Schätzung von 135 000
Toten aus dem Zeugnis einer einzigen Quelle herleitete, die
keinerlei dokumentarischen Beleg zur Untermauerung seiner
Zahl lieferte,
(4) die Zählung auf der Grundlage einer maschinegeschriebenen
Kopie eines Schriftstücks, das sich später als Fälschung
herausstellte, auf 202 040 erhöhte,
(5) sich selbst dann weigerte, die Zahl zu korrigieren, als
der Mann, der das Schriftstück besorgt hatte, sich ein
einem Brief an Irving beschwerte, dass man ihn fälschlicherweise
zum stellvertretenden leitenden Dresdener Amtsartzt gemacht
habe, wo er doch bloß Urologe am örtlichen Krankenhaus
gewesen sei und "nur aus dritter Hand von den Zahlen
gehört" habe,
(6) Binnenbelege unterschlug, die darauf hindeuteten, dass
das Schriftstück eine Fälschung war, und
(7) des Weiteren das Zeugnis eines Mannes - einen Brief an
Irving - unterschlug, dessen Aufgabe es gewesen war, die Toten
zusammenzuzählen, und der dabei eine Zahl von knapp über
30 000 erhalten hatte,
(8) nur widerwillig die Entdeckung eines offiziellen "Abschlussberichts"
zugestand, der die Zahl der Todesopfer auf 25 000 schätzte,
sie später jedoch unberücksichtigt ließ, und
schließlich
(9) die Entdeckung des echten Schriftstücks ignorierte,
dessen gefälschte Kopie oben (4) erwähnt worden
ist. Die authentische Gesamtzahl hatte 20 204 betragen - die
Fälscher fügten einfach eine weitere Null hinzu!
Um Der Untergang Dresdens zu sezieren, braucht Evans
mehr als 60 Seiten. Seine Analyse der Irvingschen Methode,
"Aussagen von Angehörigen der Umgebung Hitlers unkritisch
zu akzeptieren, wenn sie seinen Argumenten dienlich sind,
sie jedoch zu ignorieren, zu unterschlagen, zu manipulieren
oder den Versuch zu machen, sie zu diskreditieren, wenn sie
ungeeignet sind", beansprucht noch einmal mehr als 100
Seiten.
Manipulation in Irvings
gesamten "historischen Werk"
Richard J. Evans, zitiert
in D.D. Guttenplan "Der Holocaust-Prozess - Die Hintergründe
der "Auschwitz-Lüge"; 2001, Goldmann Verlag;
Seite 285 f
"Das Schürfen unter der selbstsicheren
Oberfläche seiner [Irvings] Prosa brachte rasch eine derart
verhedderte Masse an Verzerrung und Manipulation zum Vorschein,
dass man manchmal viel mehr Worte brauchte, sie einzeln aufzuführen,
als ... Irvings Originaldarstellung. Die Aufdröselung der
elfseitigen Beschreibung des antijüdischen Pogroms der
so genannten "Reichskristallnacht" in Irvings Buch
Goebbels. Macht und Magie und die Zurückverfolgung
aller Bestandteile auf die dokumentarischen Nachweise, auf denen
sie vorgeblich beruhen, nimmt in dem gegenwärtigen Gutachten
über 70 Seiten in Anspruch. Ein ähnlich verknotetes
Netz aus Verzerrungen, Vertuschungen und Manipulationen kam
in jedem einzelnen Fall, den wir überprüften, zum
Vorschein.
Ich war weder auf das schiere Ausmaß an Falschheit vorbereitet,
dem ich bei Irvings Umgang mit den historischen Quellen begegnete,
noch auf die Art und Weise, wie diese Unredlichkeit seine gesamte
schriftliche und mündliche Produktion durchzog. Sie ist
in seinem Frühwerk genauso gegenwärtig wie in seinen
späteren Veröffentlichungen ... Es besteht kein Zweifel,
... dass Irvings Behauptung, über eine sehr gute und gründliche
Kenntnis des Beweismaterials zu verfügen, auf dessen Grundlage
die Geschichte Nazideutschlands geschrieben werden müsse,
vollkommen gerechtfertigt ist. Seine zahlreichen Fehler und
ungeheuerlichen Irrtümer sind deshalb nicht auf bloße
Unwissenheit oder Nachlässigkeit zurückzuführen;
im Gegenteil, es ist offensichtlich, dass sie berechnet und
beabsichtigt sind. Und genau das macht sie so schockierend."
Irvings Nazi- und Neo-Nazi-Kontakte
in Deutschland
Auszug aus: D.D. Guttenplan "Der Holocaust-Prozess
- Die Hintergründe der "Auschwitz-Lüge";
2001, Goldmann Verlag; Seite 317 ff
Funke ist darauf vorbereitet, (...) dem Gericht
in Wort und Bild zu zeigen, was er meint. Die fünf Videofilme,
die seine Aussage begleiten, zeigen Redeauftritte Irvings an
einer Vielzahl von Schauplätzen. In Hagenau (Haguenau),
einer Stadt im Elsass, sieht man ihn den Witz über die
Ein-Mann-Gaskammer erzählen. Die deutsch sprechende Menge
lacht dankbar. Die Aufzeichnung zeigt auf derselben Versammlung
auch Ernst
Zündel, der ihre gemeinsamen Gegner als "Judenpack"
bezeichnet.
Bei einer Kundgebung im Freien in der ostdeutschen Stadt Halle
sieht man Irving im Trenchcoat zu einer Menge junger Skinheads
sprechen. (...) Als die Reihen der Skinheads mit ihren Springerstiefeln
trampelnd vor ihm hermarschieren und die Reichskriegsflagge
schwenken - seit der Wende zum 20. Jahrhundert das Symbol des
deutschen Irredentismus und ein Ersatz für das verbotene
Hakenkreuz der Nazis -, ist das Bild auf unheimliche Weise genau
so sinnträchtig, wie es zweifellos auch wirken sollte.
Nachdem Irving einen Schwall deutscher Phrasen vom Stapel gelassen
hat, beginnen alle, "Sieg Heil! Sieg Heil! Sieg Heil!",
zu grölen.
"Ich hätte nie anfangen sollen, in Deutschland öffentlich
Reden zu halten", erzählte Irving mir im Sommer vor
dem Prozess. "In Deutschland ist es sehr leicht, den Pöbel
aufzuhetzen."
Funkes Videofilme bringen Irving, um seinen eigenen
Ausdruck zu gebrauchen, mit einer "Verbrechergalerie"
deutscher Rechtsextremisten in Verbindung. Bei einer Rede sieht
man Wilhelm
Stäglich, den Autor von Der Auschwitz-Mythos,
im Publikum; Thies
Christopherson, der Autor von The Auschwitz
Lie, half, die Kundgebung in Hagenau zu organisieren.
Einige Verbindungen scheinen nur schwach zu sein. Otto
Ernst Remer, der eine Schlüsselrolle bei
der Zerschlagung der hinter dem gescheiterten Staatsstreich
vom Juli 1944 stehenden Widerstandsgruppe gespielt hatte, agierte
bei den Versuchen in der Nachkriegszeit, die Nazi-Ideologie
wiederaufzuleben, an vorderster Front. Lesern seines Action
Report bot Irving ein "herrliches Farbfoto von Remer
in voller Uniform als Andenken" an, und nach seinem Tod
im Jahr 1997 verfasste er eine warme Eloge auf Remer. Getroffen
scheint er den Mann allerdings nur einmal zu haben, als er ihn
für das Goebbels-Buch interviewte.
Andere Verbindungen wie die langjährige zu Gerhard
Frey, dem Chef der rechten (und extrem ausländerfeindlichen)
Deutschen Volksunion (DVU), oder seine enge Zusammenarbeit mit
Günther
Deckert von der Nationaldemokratischen Partei
Deutschlands (NPD) sind fester. Funke zufolge fungierte die
in Deutschland nach wie vor legale NPD unter Deckert als Fassade
für verschiedene verbotene Gruppen, die der Hass auf Asyl
Suchende und Gastarbeiter sowie eine gemeinsame Sprache der
Holocaust-Leugnung vereine. Irving selber benutze das Beispiel
"Günter
Deckert, der zugegebenermaßen ein Freund
von mir ist" und zurzeit wegen der Leugnung des Holocaust
im Gefängnis sitzt, um den angeblichen Mangel an geistiger
Freiheit in Deutschland zu demonstrieren.
Funke verfolgt mit seiner Aussage zwei Ziele: Zum einen möchte
er zeigen, dass Irving nicht bloß ein harmloser Spinner
ist, der sich gern über Juden auslässt, sondern ein
berechnender politischer Unternehmer, der sich vor Gruppen produziert,
die seine Vorurteile nicht nur teilen, sondern auch dazu neigen,
daraufhin zur Tat zu schreiten (...).Indem er die Holocaust-Leugnung
sowohl als Erkennungszeichen wie auch als äußerst
wichtiges Element bei der Wiederbelebung des Faschismus veranschaulicht,
will Funke zum anderen das Motiv beschreiben, das Irvings persönliches
Vorurteil mit seiner abwegigen Geschichtsdeutung vereint.
Oder, wie Funke dem Richter sagt: "Durch Leugnen, durch
Relativieren, indem man die Juden als die Schuldigen hinstellt,
die sich alles ausgedacht haben oder die es selbst gewesen seien
oder es hätten geschehen lassen, also durch alle möglichen
Arten von hohlen Phrasen und Hetzereien, und das alles, um die
Nazizeit herunterzuspielen, um den Stolz auf jene extrem arische,
rassistische, antisemitische Nation wiederherzustellen."
Gerichts-Urteil über David Irving April 2000
Auszug aus: D.D. Guttenplan "Der Holocaust-Prozess
- Die Hintergründe der "Auschwitz-Lüge";
2001, Goldmann Verlag; Seite 357 ff
Die Holocaust-Leugnung, Irvings Rassismus und
Antisemitismus, der Vorwurf, er verbünde sich mit Rechtsextremisten,
seine Darstellung der Bombardierung Dresdens und sein Verhalten
beim Erhalt der Goebbels-Tagebücher - jedes strittige Feld
wird derselben sorgfältigen Analyse unterzogen, wobei jede
Behauptung und ihre Erwiderung fein säuberlich in einzelne
Paragraphen untergliedert und zur Betrachtung ausgebreitet werden.
Als Festlegungen gefordert sind, liefert Gray sie. Nur in puncto
Credo der Holocaust-Leugner zitiert er Evans:
(i) dass Juden nicht in Gaskammern getötet
wurden oder zumindest nicht in irgendeinem größeren
Umfang;
(ii) dass die Nazis keine politische Linie zur Vernichtung des
europäischen Judentums hatten und keinen diesbezüglichen
systematischen Versuch unternahmen und dass solche Todesfälle,
wie sie vorkamen, die Folge individueller, von höherer
Ebne nichtautorisierter Ausschreitungen waren;
(iii) dass die Zahl ermordeter Juden nicht in die Millionen
ging und dass die tatsächliche Zahl der Todesopfer weit
niedriger war;
(iv) dass der Holocaust größtenteils oder zur Gänze
ein Mythos ist, von alliierten Propagandisten während des
Krieges erfunden und nach dem Krieg von Juden aufrechterhalten,
um finanzielle Unterstützung für den neu geschaffenen
Staat Israel zu bekommen.
(...)
"Man erkennt unschwer ein System", sagt
Gray, seine Befunde zusammenfassend. "Während der
vergangenen circa 15 Jahre scheint Irving politisch aktiver
geworden zu sein, als es vorher der Fall war. Er spricht regelmäßig
auf politischen oder quasi-politischen Versammlungen in Deutschland,
den Vereinigten Staaten und Kanada. Der Inhalt seiner Reden,
Vorträge und Interviews zeigt oft eine ausgesprochen pronazistische
und antijüdische Tendenz. Er stellt erstaunliche und oft
unbegründete Behauptungen über das Nazi-Regime auf,
welche die Nazis für die an den Juden begangenen entsetzlichen
Gräueltaten gewöhnlich entlasten. Er mischt sich gern
unter Neo-Faschisten und scheint viele ihrer rassistischen und
antisemitischen Vorurteile zu teilen. Das Bild von Irving, das
sich aus dem Beweismaterial für seine Nebentätigkeiten
herauskristallisiert, enthüllt ihn als rechten pronazistischen
Polemiker."
Gray folgert: "Mir erscheint als zutreffende und unausweichliche
Schlussfolgerung, dass die Verfälschung der historischen
Dokumente zum größten Teil absichtlich geschah und
dass Irving motiviert war von dem Wunsch, Ereignisse auf eine
Weise zu präsentieren, die mit seinen eigenen ideologischen
Überzeugungen übereinstimmte, selbst wenn dies die
Verzerrung und Manipulation historischen Datenmaterials beinhaltete."
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