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Dresdner Neueste Nachrichten 03.02.2001
Von Woche zu Woche
13. Februar - das ist für Dresden mehr als ein Gedenktag. An
diesem Tag vor 56 Jahren versank Dresden in Schutt und Asche.
Eine der schönsten und stolzesten Städte Deutschlands, wenn nicht
Europas, dem Erdboden gleichgemacht. 30 000 Tote (oder mehr?),
ein Vielfaches an Verwundeten. Für außen Stehende nicht nachvollziehbares
menschliches Leid. Mehr noch: Es waren nicht nur Gebäude zerstört
und Leben ausgelöscht, die Dresdner Seele war getroffen, durch
nichts so symbolisiert wie durch die später einstürzende Frauenkirche.
Die Alliierten hatten blutige Rache genommen für Coventry und
all das was ihnen Deutsche zuvor angetan hatten. Militärisch völlig
sinnlos, vom ethischen Standpunkt betrachtet barbarisch, aber
im Krieg galten andere Gesetze: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Schlimm
aber wahr. Das wichtigste aus heutiger Sicht ist, dass aus Todfeinden
Partner, mitunter gar Freunde geworden sind. Die Jahr für Jahr
auf dem Heidefriedhof und am Neumarkt der Toten und der Zerstörung
gedenken, Kerzen entzünden und in der finsteren, meist kalten
Nacht andächtig dem Glockengeläut lauschen..
Eine Gemeinschaft, die fast von der gesamten Dresdner Bevölkerung
getragen wird. Fast! In Dresden wie anderswo gibt es leider immer
eine Hand voll Verwirrter, die in ihrer politischen Beschränktheit
Anstand und Moral mit Füßen treten. Zu den national Gesinnten
auf dem Heidefriedhof gesellen sich diesmal nicht näher zu qualifizierende
Linke, die dem britischen Luftmarschall Arthur Harris huldigen
wollen, dem Mann, der als "Bomber Harris" den zweifelhaften Ruf
inne hat, den Angriff auf Dresden geleitet zu haben. Was wollen
diese Leute? Einen Gegenpol zu den offiziellen Feiern bilden,
der Leistungen der Royal Air Force gedenken?
Nein, diese Kleingeister wollen provozieren, offizielles Aufsehen
erregen. Dabei scheuen sie nicht einmal davor zurück, die Toten
als "Kollateralschäden" zu verhöhnen. Auch wenn die Frage erlaubt
sein muss, wie viel Schuld die Deutschen selbst an der Zerstörung
Dresdens trifft - das ist einfach widerlich!
Die Stadt tut gut daran, eine Zusammenkunft im Stadtzentrum zu
unterbinden. Doch die Erfahrung lehrt, dass die Gerichte dazu
neigen, das Grundrecht auf Meinungsäußerung und Versammlungsfreiheit
höher einzuschätzen. Die Dresdner tun auf jeden Fall gut daran,
sich ihren Gedenktag nicht von einer verschwindend kleinen Gruppe
zerstören zu lassen.
Dirk Birgel
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