| 13.|16.
Februar 2008 in Dresden:
Pressemitteilungen
14. Februar 2008 -
300 Teilnehmer_innen bei Antifakundgebung am 13. Februar
13. Februar 2008 -
Antifa-Kundgebung am Heidefriedhof mit 200 Teilnehmer_innen
4. Februar 2008 -
Antifa klagt gegen Einschränkungen ihrer Demo am 16. Februar
28. Januar 2008 -
Antifa-Koordination startet mit Aktivitäten
Pressemitteilung
14. Februar 2008:
300 Teilnehmer_innen bei Antifakundgebung
am 13. Februar - "Stiller Trauermarsch" der Neonazis
lautstark gestört
300 Antifaschist_innen nahmen am Abend des
13. Februar an einer
Kundgebung unter dem Motto "Selber Schuld! Deutsche T?ter_innen
sind keine Opfer - Gegen jeden Geschichtsrevisionismus" teil.
Die Kundgebung richtete sich gegen einen "Trauermarsch"
des rechtsextremen "Aktionsbündnis gegen das Vergessen"
und gegen die Gedenkveranstaltungen in der Innenstadt anlässlich
des Jahrestages der Bombardierung Dresdens.
"Da die Route der Demonstration der
Nazis von der Polizei komplett abgeriegelt wurde, war eine Störung
des Ablaufes des Aufmarsches nicht möglich", sagt Jakob
Lenke vom "Vorbereitungskreis 13. Februar". Ziel der
Nazis war ein stiller Trauermarsch. Lenke weiter: "Dies war
den
Rechtsextremist_innen durch die Intervention zahlreicher
Antifaschist_innen dennoch nicht möglich, welche die Nazidemo
lautstark begleiteten". Darüber schienen einige der
Rechtsextremen derart frustriert, dass es nach dem "Trauermarsch"
zu einer Schlägerei zwischen Nazidemoteilnehmern am Dresdner
Hauptbahnhof kam.
Ein weiteres Anliegen der Antifakundgebung
war die Kritik an den bürgerlichen Gedenkveranstaltungen.
"In Dresden wird anlässlich des 13. Februars einem Opferkollektiv
gedacht, wobei kaum differenziert werden kann zwischen Unbeteiligten
und Täter_innen des NS. Letztere wurden mit der Bombardierung
Dresdens lediglich für ihre Täterschaft am
nationalsozialistischen Terror zur Verantwortung gezogen",
erläutert Jakob Lenke vom "Vorbereitungskreis 13. Februar.
Die Kundgebung nahe der Synagoge wurde mit
Redebeiträgen und
elektronischer Musik bis in die späten Abendstunden gestaltet,
bei welcher sogar der eine oder andere anwesende Polizist im Rhythmus
wippte.
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Pressemitteilung
13. Februar 2008:
Antifa-Kundgebung
am Heidefriedhof mit 200 Teilnehmer_innen
/Offizielle Kranzniederlegung im Stelenkreis des Heidefriedhofs
mit Nazi-Prominenz
aus NPD und "Freien Kameradschaften"
/Kritik am repressiven
Polizeieinsatz
Am Morgen des 13. Februar fand am Heidefriedhof
eine von etwa 200 Teilnehmer_innen besuchte Kundgebung unter dem
Motto "Selber Schuld!Deutsche Täter_innen sind keine
Opfer - Gegen jeden
Geschichtsrevisionismus!" statt.
Jakob Lenke vom "Vorbereitungskreis 13. Februar": "Mit
der Anzahl der Teilnehmer_innen auf der Kundgebung sind wir recht
zufrieden. An der Veranstaltung beteiligten sich neben Dresdner_innen
auch Antifaschist_innen aus anderen Städten der neuen Bundesländer."
Die Kundgebung richtete sich gegen jedes Gedenken
anl?sslich des 13. Februar, insbesondere mit Blick auf den Ort
der Kranzniederlegung, dem Stelenkreis auf dem Heidefriedhof.
13 der 14 dort aufgestellten Steinstelen tragen die Namen von
Konzentrationslagern oder
von der Wehrmacht angegriffenen europäischen Städten.
Diese wurden Opfer nationalsozialistischer Politik. Dazwischen
steht eine Stele mit der Aufschrift "Dresden". "Damit
findet eine fatale Täter-Opfer Verdrehung
statt, denn Dresden war keineswegs eine Stadt von Opfern. Mit
dem 13. Februar 1945 kam lediglich der Krieg in die Elbstadt zurück,
welcher einige Jahre zuvor von deutschem Boden auch mit Unterstützung
der
Dresdner Bevölkerung ausging", erläutert Jakob
Lenke.
An der offiziellen Gedenkveranstaltung im
Stelenkreis des Heidefriedhofs nahmen neben etwa 200 Vertreter_innen
und Bürger_innen der Stadt auch etwa 50 Nazis der NPD-Landtagsfraktion,
des Nationalen Bündnis Dresden und der "Freien Kameradschaften"
teil. Darunter waren die Dresdner Nazikader Sven Hagendorf und
Ronny Thomas. Letzterer ist Mitorganisator des "Aktionsbündnis
gegen das Vergessen", welches am Abend des 13. Februar einen
"Trauermarsch" in der Innenstadt plant. Dazu Jakob Lenke
vom "Vorbereitungskreis 13. Februar": "Das Verhalten
einiger städtischer Vertreter_innen und Bürger_innen
im Umgang mit Nazis und dem Gedenken an die Bombardierung Dresdens
ist scheinheilig. Bei den
Gedenkveranstaltungen am Abend des 13. Februar an der Frauenkirche
wird sich 'gegen die ideologische Vereinnahmung des Gedenkens'
ausgesprochen, während Nazis des 'Aktionsbündnis gegen
das Vergessen' und der NPD einen Trauermarsch abhalten, mit denen
noch am Morgen gemeinsam am
Heidefriedhof Kr?nze abgelegt wurden."
Kritik äußert der "Vorbereitungskreis
13. Februar" auch am Verhalten der Polizei. Alle und gebungsteilnehmer_innen
wurden penibel durchsucht und abgetastet. "Eine freie Äußerung
von Kritik an den
Gedenkveranstaltungen über Transparente und Redebeiträge
war z.T. gar nicht möglich, weil die Polizei die Kundgebung
zeitweise einfach zugeparkt hat", kritisiert Jakob Lenke.
Davon ließen sich jedoch die zum Heidefriedhof
angereisten Antifaschist_innen nicht die Laune verderben. Unterhaltsame
Musik und Redebeiträge waren eine gute Einstimmung auf die
kommenden Aktionen rund
um den Jahrestag der Bombardierung Dresdens. So findet ab 17 Uhr
eine Kundgebung an der Synagoge gegen den Naziaufmarsch von regionalen
"Freien Kräften" und am 16. Februar eine Antifademo
gegen die
Demonstration der "Jungen Landsmannschaft Ostdeutschland"
statt. Alle Aktionen stehen unter dem Motto: "Selber Schuld!
Deutsche TäterInnen sind keine Opfer - Gegen jeden Geschichtsrevisionismus!"
Mit freundlichen Grüßen,
Pressegruppe des "Vorbereitungskreis 13. Februar"
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Pressemitteilung
4. Februar 2008:
Der
„Vorbereitungskreis 13. Februar“ bitte freundlich
um die Berücksichtigung der folgenden Pressemitteilung:
Antifa klagt
gegen Einschränkungen ihrer Demo am 16. Februar
– Forderung an die Stadt
dem am selben Tag stattfindenden Nazigroßaufmarsch keine
protestfreie Innenstadt zu präsentieren-
Die bundesweite Antifakoordination „Vorbereitungskreis 13.
Februar“ hat am heutigen Montag, den 4. Februar, Klage gegen
Einschränkungen ihrer Demoanmeldung vor dem Verwaltungsgericht
Dresden eingereicht. Nach Forderungen des Ordnungsamtes soll der
Demobeginn der für 10 Uhr angemeldeten Demonstration unter
dem Motto „Selber Schuld! Deutsche Täter_innen sind
keine Opfer. Gegen jeden Geschichtsrevisionismus! Naziaufmarsch
verhindern!“ auf 15 Uhr verschoben werden. Der Startpunkt
würde von der angemeldeten Seestraße/Eingang Altmarktgalerie
zum Bahnhof Neustadt verlegt, die vom Ordnungsamt angestrebte
Route konzentriert sich auf die Neustadt und den Rand des Stadtzentrums.
Da auch die zivilgesellschaftliche "Geh Denken"-Demonstration
erst am Nachmittag stattfindet, würde der für 13 Uhr
angemeldete Neonaziaufmarsch am 16. Februar ohne für dessen
Teilnehmer_innen bemerkbaren Protest ablaufen können.
„Die Einschränkungen durch das
Ordnungsamt sind untragbar. Den Start unserer Demo um fünf
Stunden zu verschieben sehen wir als Provokation. Wir bestehen
auf einen unverzögerten Demobeginn, unseren Startpunkt an
der Altmarktgalerie, für welchen bundesweit mobilisiert wird
und der deshalb nicht einfach auf die andere Elbseite verlegt
werden kann und wir bestehen auch auf eine Route in der Innenstadt.
Die uns angebotene Alternativroute ist mit einigen einzelnen Wohnblocks
und kaum Publikumsverkehr höchst unattraktiv“, sagt
Jakob Lenke vom „Vorbereitungskreis 13. Februar“.
Von Seiten der Antifa wurden bereits drei
Alternativrouten beim Ordnungsamt eingereicht, „wir haben
somit durchaus Verhandlungsbereitschaft gezeigt, vom Ordnungsamt
gab es aber kein entgegenkommen“, so Lenke weiter.
Während die Antifademo in den Nachmittag
und an den Rand der Innenstadt verschoben werden soll und auch
die zivilgesellschaftliche „Geh Denken“-Demonstration
erst gegen 14.30 Uhr starten wird, scheint dem Nazigroßaufmarsch
um 13 Uhr die Innenstadt überlassen zu werden. Jakob Lenke
vom "Vorbereitungskreis 13. Februar": „In anderen
Städten wie Leipzig und Wunsiedel hat sich bei verschiedenen
Naziaufmärschen gezeigt, dass Antisemit_innen, Rassist_innen
und Geschichtsrevisionist_innen keine protestfreie Stadt präsentiert
werden muss, sondern Nazis durchaus bemerken können, dass
ihre menschenfeindliche Gesinnung nicht erwünscht ist. Es
ist absolut nicht notwendig den Nazigroßaufmarsch und den
zivilgesellschaftlichen und antifaschistischen Protest derart
voneinander zu trennen“.
Mit freundlichen Grüßen
Pressegruppe des „Vorbereitungskreises
13. Februar“
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Pressemitteilung 28. Januar
2008:
Der „Vorbereitungskreis 13. Februar“
bitte freundlich um die Berücksichtigung der folgenden Pressemitteilung:
Antifa-Koordination startet mit Aktivitäten
rund um den Jahrestag der Bombardierung Dresdens
Mit einer Party unter dem Motto "No
Beats for Krauts" am 26. Januar und Infoveranstaltungen im
gesamten Bundesgebiet gestaltete die bundesweite Antifa-Koordination
„Vorbereitungskreis 13. Februar“ ihren Auftakt zu
ihren Aktionen anlässlich des Jahrestages der Bombardierung
Dresdens. Diese stehen in diesem Jahr unter dem Label: „Selber
Schuld! Deutsche Täter_innen sind keine Opfer! Naziaufmarsch
verhindern!“
„Die Party in der Neustädter
'Chemiefabrik' war mit etwa 300 Besucherinnen und Besuchern ein
aussichtsreicher Einstieg in die Aktivitäten rund um den
63. Jahrestag der Bombardierung. So kann es weitergehen, damit
auch die Aktionen gegen die diesjährigen Gedenkveranstaltungen
am 13. Februar und den Naziaufmarsch am 16. Februar erfolgreich
verlaufen,“ sagt Jakob Lenke vom „Vorbereitungskreis
13. Februar“.
Mit Vorträgen u.a. in Köln, Berlin,
Jena, Potsdam und natürlich auch in Dresden mit Informationen
zu den Umständen des 13. Februar 1945 und der Erinnerungskultur
rund um die Bombardierung Dresdens wird zu den Antifa-Aktionen
am 13. und 16. Februar bundesweit mobilisiert. "Unsere Kritik
an den unserer Meinung nach unnötigen Gedenkveranstaltungen
für deutsche 'Opfer' der Bombardierung wollen wir dann am
13. Februar mit zwei Kundgebungen auch ganz praktisch in die Öffentlichkeit
tragen. Zur Demonstration am 16. Februar soll außerdem der
geplante Naziaufmarsch verhindert werden“, erläutert
Lenke.
Mit freundlichen Grüßen
Pressegruppe des „Vorbereitungskreis
13. Februar“
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