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Staat und Nazis Hand in Hand - Organisiert den Widerstand!
Gewalt-Drohungen gegen zivilen Ungehorsam am 13.2. 07 in Dresden
Entgegen den immer
gleichen Litaneien der Nazis über die Kumpanei der
„Systemschergen“ mit den „Antifabanditen“ zeigt
sich zum 13.02. wieder mal, dass es um die Realität in Dresden
doch etwas anders bestellt ist. Während die Nazis öffentlich
gewaltsames Vorgehen gegen friedliche BlockererInnen
androhen, ermittelt die Staatsanwaltschaft nicht etwa gegen die
Urheber dieser Aufforderungen sondern gegen die Menschen, welche zum
zivilen Ungehorsam gegen den Naziaufmarsch aufrufen. www.nazis-blockieren.tk
Dieser Aufruf, den inzwischen über 70 Initiativen, Parteien,
Journalisten, HochschullehrerInnen, SchülerInnen,
Gewerkschaftsfunktionäre, Landtags- und Bundestagsabgeordnete
unterzeichnet haben, ruft zu einer friedlichen Blockade des
Naziaufmarschs auf, und zwar in Form von Sitzblockaden und
Menschenketten. In dieser Form kann es gar keine Straftat darstellen.
In den aktuellen
Wochenendausgaben der taz, des Neuen Deutschland und der jungen Welt
wird dieser Aufruf per Anzeige beworben. Der Chef der
grün-uniformierten Staatsbüttel Dieter Hanitsch stellt jetzt
diesen mutigen Appell als Aufruf zu gewalttätige Krawallen dar und
kündigt ein Vorgehen mit aller Macht gegen Blockadewillige an. Das
alles „um ein stilles Gedenken in Dresden gewährleisten zu
können“.
Die Presse in Person
des Skandalreporters und Polizeihofberichtserstatters Alexander
Schneider von der sächsischen Zeitung aber auch die Schreiberlinge
von den Dresdener Neuen Nachrichten greifen diesen Blödsinn
dankbar auf und halluzinieren ein von linken „Krawallos“
bedrohtes Dresden am 13.02. herbei. Gleichzeitig werden die
demokratische Bratwurstmeile und das Kerzen abstellen gegen Nazis als
einzig wahre Aktionsformen proklamiert. Das ist zwar auch eine Form der
öffentlichen Positionierung und grundsätzlich willkommen,
aber an diesem Tag wird der Protest dadurch befriedet und wirkungslos
gemacht. Die Nazis könnten ungestört durch die Stadt laufen
und ihr Dresdenerlebnis in Form eines „stillen“ und
„friedlichen“ Trauerzuges durchführen.
Nazi-Fackel-Marsch ist kein Lampion-Umzug!
Vielleicht haben es
immer noch nicht alle mitbekommen, aber die Nazis werden in diesem Jahr
wieder einen abendlichen Fackelaufmarsch durchführen. Zum einen
stellen diese Fackeln eine nicht unerhebliche Art der Bewaffnung dar
und angesichts angekündigter „Spontandemos“ der Nazis
in das bunte Dresdener Szene-Viertel Neustadt ist das Zulassen dieser
Fackeln absolut unverantwortlich. Schon letztes Jahr brachen
größere Gruppen von Nazis aus dem Naziaufmarsch aus. Eine
Gruppe von 50 Nazis zog dann die Alaunstraße entlang und
attackierte wahllos Menschen, die nicht in ihr Weltbild passten.
Zum anderen sind
Fackelmärsche alles andere als stilles Gedenken.
Fackelmärsche stammen aus der militärischen Tradition und
haben mit einem friedlichen Trauerzug nicht das Geringste zu tun. Das
hat die Bundeswehr, welche zynischerweise das Wiederauflebenlassen
militaristischer Traditionen in Dresden in den Rahmen der 800-Jahrfeier
Dresden gestellt hat, am 12.10.06 auf dem Altmarkt eindrucksvoll bewiesen. Das einzige was Nazis noch von Fackelmärschen wie diesem abhält, ist das Uniformierungsverbot in Deutschland.
Über die
Traditionen in welchen die Nazis stehen muss aber auch eigentlich kein
Wort weiter verloren werden. JedeR weiß, dass sie für Mord,
Vernichtung und Krieg stehen. Die Frage ist, in welcher Tradition
stehen Menschen wie Dieter Hanitsch? Anscheinend in der Tradition
derer, welche den Nazis zur Macht verholfen haben und mit dazu
beigetragen haben den Widerstand dagegen zu brechen. Alle die den Nazis
auf diese Weise geholfen haben, und wenn es nur durch passives
Hinnehmen war, haben ebenso die Verantwortung dafür zu tragen,
dass nachdem Europa von Nazideutschland in Brand gesetzt und Millionen
Menschen in den Vernichtungslagern der deutschen Nazis ermordet wurden,
zum Ende auch in deutschen Städten Unschuldige im Bombenhagel
verbrannt sind. Solange in Dresden Nazis marschieren, kann es nur ein
Motto geben: „Wut und Trauer zu Widerstand!“
Ordnungsamt und Stadtverwaltung gegen Links
Alle die schon mal in
irgendeiner Form mit den Dresdener Ordnungsbehörden zu tun hatten
und dort in die unbequeme linke Ecke eingeordnet wurden, wissen dass
dort offene Nazisympathisanten am Werk sind. Das zeigt sich zum
Beispiel beim Durchsetzen von Nazis auf den Montagsdemos gegen
Sozialabbau siehe hier, oder die lächerliche Repression gegen Kriegsdienstverweigerer, welche gegen den Zapfenstreich in Dresden mobilisierten siehe hier.
So wird auch in diesem
Jahr mit fadenscheinigen Begründungen versucht die Antifademo zu
verhindern. Dabei wird sich nicht entblödet ein Prozess gegen die
anmeldende Person als Argument ins Feld zu führen, der vor 10
Jahren stattfand, keine schwerwiegende Straftat zum Inhalt hatte und
obendrein mit Freispruch endete. Natürlich werden auch wieder
irgendwelchen angeblichen Gewaltankündigungen aufgezählt und
man ging sogar soweit die anmeldende Person für alles
verantwortlich machen zu wollen, was nach der Demo passiert.
Auch wenn das
Ordnungsamt in Dresden gern neue Gesetze und unsinnige Auflagen gegen
linke Demos erfindet, hat das doch vor Gericht keinen Bestand, so dass
die Demo stattfinden wird, allerdings auf einer veränderten
Routenführung. Gegen die aber auch noch geklagt wird.
Achtung Polizei-Übergriffe!
Da
die Polizei in der Presse schon wieder recht deutlich Übergriffe
ankündigt, möchten wir an dieser Stelle dazu aufrufen, dass alle die
sowieso immer ihre Kameras mit zur Demo nehmen, sich diesmal nicht
darauf konzentrieren die Demonstration von allen Seiten abzuknipsen,
sondern die Arbeit der Polizei genauestens zu dokumentieren. Übergriffe
der Polizei sollen sobald als möglich zur Anzeige gebracht werden. Das
Ziel ist keine Straffreiheit für Schläger in Uniform.
Gewalt
gegen friedliche Sitzblockaden einzusetzen ist unverhältnismäßig und
erfüllt den Straftatbestand der Körperverletzung im Amt. Auch andere
Bilder, welche das gesetzeswidrige Verhalten von Polizisten
dokumentieren, sind erwünscht. z.B. Bilder von mit „Brandschutz“-Masken
vermummten Polizisten, welche sich damit der Strafverfolgung entziehen
wollen. Noch ein Hinweis dazu: Aufnahmen von einzelnen PolizistInnen,
welche sich nicht aktiv am Geschehen beteiligen, sind verboten.
Wenn
ihr von den gewalttätigen Auschreitungen der Staatsbüttel betroffen
seid, angegriffen oder verletzt wurdet oder Zeugen solcher Vorfälle wart: Meldet euch bei uns oder der
Roten Hilfe Dresden (mail: dresden ät rote-hilfe.de). Die Rote Hilfe - www.rote-hilfe.de wird euch dann beraten und bei den Anzeigen unterstützen.
Wir rufen dazu auf, sich von Muskelspielereien der Nazis und
Staatsbüttel nicht einschüchtern zu lassen, sondern uns hier in Dresden
zu unterstützen. Um gemeinsam ein deutliches und wirkungsvolles Zeichen
gegen die geschichtsrevisionistischen Umtriebe der braunen Horden zu
setzen.
Perspektiven
Eine eher erfreuliche
Nachricht zum Schluss gibt es auch noch. Nachdem immer offensichtlicher
wurde, dass das Allgemeinwissen der Dresdener zum 13.02.
größtenteils aus absurden Behauptungen und mythischen
Legenden besteht, und damit einen fruchtbaren Nährboden für
faschistische Propaganda bietet, haben sich die Stadtoffiziellen
genötigt gesehen etwas zu unternehmen und eine Historikerkommission einberufen, siehe auch Die Welt.
Diese sollte die
Legenden auf den Stand der Fakten bringen. Als sich dann anfing
abzuzeichnen, dass nahezu alle Legenden von den Fakten komplett
widerlegt werden, bezeichneten die Vertreter der Stadt die Arbeit der
Kommission auf einmal als unnötig und strichen die finanzielle
Unterstützung. Da aber das Naziproblem zum 13.02. für die
Stadt nicht mehr zu ignorieren war, welches sich auch durch die immer
wieder kehrenden Provokationen der NPD im sächsischen Landtag
äußerte, wurde jetzt doch beschlossen, die Arbeit der
Historiker-Kommission finanziell durch die Stadt weiter zu
fördern. Damit können die Historiker Ende 2007 ihren
Abschlußbericht vorlegen. Wir möchten noch mal
unterstreichen, dass das Sterben von 25.000 Menschen innerhalb von
wenigen Stunden unvorstellbar ist und niemandem das Recht zur
persönlichen Trauer absprechen. Wir sind aber auch froh, dass
damit der unreflektierten Opferstilisierung, welche mit der
Dämonisierung der Alliierten und der Ausblendung der Ursachen
einhergeht, nach allem was geschehen ist, ein Ende bereitet
wird.
Wir wünschen uns
eine ebenso emotionale Anteilnahme und massenhaftes Gedenken an die
Millionen Opfer des Vernichtungswahn der deutschen Nazis. Das wäre
wahre Versöhnung.
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