| Witzeseite
zum 'Bombenholocaust'
Die seit Jahren gleich hässlich aussehende
Website der Nazis zum 13. Februar, ist dieses Jahr unter dem Namen
bombenholocaust erreichbar. Es ist offensichtlich, dass die Nazis
erst nach dem Eklat der NPD im Sächsischen Landtag mit diesem
Motto so dick auftragen. Es hat seit den Anfängen der Naziaufmärsche
zum 13. auf Transparenten der Nazis gestanden, war aber nie in
'offiziellen' Ankündigungen verwendet worden.
Viel Neues bietet die krampfige Seite nicht,
dafür aber wieder einiges zum Lachen. Gleich im Eingang finden
alle, die mit Lupen auf websiten umgehen können folgendes
Pathos - allerdings ist sich der Verfasser der strammen Haltung
der 'Kameradschafter' nicht ganz sicher. Verbürgen tut er
sich dagegen für die strammen Fahnen:
>>Von weitem sah man die Brücke,
sah auch einigermaßen fern verschwommen Köpfe. Was
aber deutlich im Winde stand, waren diese Fahnen. Die Lüfte
meinten es gut. Und so flatterte das Schwarz, als ginge es fürs
Vaterland in die Schlacht. Da die Bewegung eine langsame war,
zeigte sich dieser Anblick in einem majestätischen Lichte.
Schreitend und nicht hastig stürmend, doch volles, ausgebreitetes,
flatterndes Tuch, unter welchem Deutsche für Recht und Freiheit
sich vor fünfhundert Jahren schon versammelt haben. Später
sagte man mir, die Träger seien Kameradschafter gewesen,
die insgesamt wohl auch eine stramme Haltung an den Tag gelegt
hätten. Selber habe ich sie nicht gesehen. Aber ihre hochgereckten
Attribute trugen Stempel eines wehenden Geistes.<< - Steffen,
Teilnehmer am Trauermarsch 2005
Danke, Steffen!
Voller unfreiwilliger Komik steckt auch
die "analysierte Pressehetze" zum letztjährigen
Aufmarsch. Hier wird nicht analysiert, sondern festgestellt, dass
ausserordentlich schlecht berichtet wurde. Und falsch! Denn nicht
der böse Nazi habe demonstriert, sondern der deutsche Bürger.
Merks dir, Pressehetzer!
Alle weiteren Bleiwüsten auf der Seite
amüsieren nicht nur durch ihren Inhalt, sondern durch die
kleine weisse Schrift auf dem schwarzen Hintergrund, die bei längerem
Lesen zu hüpfen und sich zu drehen beginnt. Ganz ohne Drogen,
funny!
Was jedoch die Grafik "Nie wieder Krieg"
der erklärten Nazigegnerin Käthe Kollwitz auf dieser
Witze-Seite zu suchen hat, ist unklar. Nicht vorhandenes Niveau
lässt sich eben auch nicht durch Anleihen bei AntifaschistInnen
heben.
Apropos, unter der Bezeichnung "Die
Verbrecher" bzw. "Bolschewisten" werden besonders
fiese Kommentare zur Bombardierung Dresdens gesammelt. Die folgenden
beiden haben die Nazis aus dem Wikipedia-Eintrag zu Marlene Dietrich
geklaut:
"Ich helfe, Anleihen zu kaufen, damit
Berlin bombardiert werden kann."
Marlene Dietrich, Associated Press
"Mein Herz konnte sich nicht rühren, als Hamburg bombardiert
wurde."
Marlene Dietrich, Le Nouvean Candide, 1966
Schlimm, schlimm! Bis zum nächsten
Jahr, Naziwitzeseite!
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