Alexander Schneider, der sich vor der
Nazidemo durch die Neustadt (
lex zum 19.3.05) die "Strasse leer" wünschte,
läd diesmal richtiggehend ein.
Da ihm Antifas jedoch vermutlich ungern folgen, sagen wir hiermit
danke für den Artikel "Diesmal keine Gegendemo".
Sächsische Zeitung, 21. Januar 2006
Der Protest wird bunter
Von Alexander Schneider
Gedenken. Die Idee einer „Demokratie-Meile“ im Vorfeld
des 13. Februars nimmt Formen an.
Die Unterstützer-Liste ist lang. Sie reicht von den Kirchen
über zahlreiche Verbände und Initiativen bis hin zu
den Parteien PDS und CDU. Wenn zwei Tage vor dem Gedenktag der
Zerstörung Dresdens im Zweiten Weltkrieg – am Sonnabend,
11. Februar – erneut Rechtsextreme in der Innenstadt demonstrieren,
ist zur gleichen Zeit zwischen Goldenem Reiter und Frauenkirche
ein gemütlicher Winterspaziergang geplant: entlang der so
genannten Demokratie-Meile über Augustusbrücke, Schloßplatz
und Fürstenzug. Nächste Woche wollen die Organisatoren,
angeführt von der Dresdner Friedensaktion und dem DGB, ihren
Aufruf dazu veröffentlichen. „Wir laden alle ein, zu
uns zu kommen. Hier braucht man keine Angst zu haben, den Nazis
zu nahe zu kommen“, sagte DGB-Regionschef Ralf Hron am Freitag.
„Ganz bewusst“ habe man in diesem Jahr auf eine Gegen-Demo
als Reaktion auf die Nazi-Provokation verzichtet (die SZ berichtete).
Nicht zuletzt das hatte sogar die CDU für die Idee dieser
Demokratie-Meile mit Musik, Kunstprojekten und vielen Gesprächen
interessiert.
Das soll jedoch nicht heißen, dass es keine Protest-Aktionen
gegen den braunen Spuk geben wird. Am 13. Februar 2005 erhielt
die Junge Union sogar Beifall von ganz links, als sie den Nazi-Umzug
auf der Marienbrücke mit Auszügen aus Charlie Chaplins
„Der große Diktator“ beschallte. „Das
sollten sie wieder tun“, sagte SPD-Stadträtin Sabine
Friedel. Eine andere Frau schlug vor, Zeichen zu setzen, dass
Dresden auch 2006 Nazis satt hat: „Man könnte bunte
Tücher entlang der Nazi-Route aufhängen.“
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Sächsische Zeitung, 12. Januar 2006
Diesmal keine Gegendemo
Von Alexander Schneider
Dresden. Protest einmal anders: Als Reaktion auf einen Nazi-Aufmarsch
am 11. Februar planen Dresdner Bürger eine Demokratie-Meile.
Es soll ein schöner Winterspaziergang werden. Mit Glühwein
und Bier, Bratwürsten, guter Musik und anregenden Gesprächen.
Besucher der Demokratie-Meile können am 11. Februar gemütlich
vom Goldenen Reiter über Augustusbrücke, Schloßplatz,
vorbei am Fürstenzug zur Frauenkirche schlendern –
entspannt und ohne Sorge, dem an diesem Tag geplanten Aufmarsch
von Rechtsextremen zu nahe zu kommen. Der Gedenktag der Zerstörung
Dresdens findet zwar wie in jedem Jahr am 13. Februar, einem Montag,
statt. Doch der Marsch der Rechten ist schon für Sonnabend,
eben den 11. Februar, geplant. Wohl, weil es sich da besser mobilisieren
lässt.
Dass man nicht über jedes Stöckchen springen muss, das
der braune Mob hochhält, müssen sich die Leute gedacht
haben, die am 13. Februar 2005 noch unter dem Motto „Geh’
denken“ die größte Demo an diesem Tag veranstaltet
hatten. Am Montag nun beschlossen sie, nicht wieder nur zu reagieren
– das ist neu und bemerkenswert.
Zu dem Treffen im Gewerkschaftshaus hatten Sebastian Vogel von
der Dresdner Friedensaktion und Ralf Hron, DGB-Regionsvorsitzender,
geladen. Mehr als 40 kamen: die Parteien CDU, SPD, Grüne,
PDS und ihre Jugendorganisationen, Vertreter von Kirchen und Initiativen
wie die IG 13. Februar oder Bürger.Courage und Künstler
wie Friedrich-Wilhelm Junge. Auch ein Vertreter des Oberbürgermeisters
war dabei. Viele von ihnen haben bereits eigene Aktionen rund
um das Gedenken am 13. Februar vorbereitet. Doch alle werden die
Demokratie-Meile unterstützen. „Wir wollen einmal anders
zeigen, dass diese Stadt Nazis satt hat“, sagte Hron. Die
Orte für die Route hat er gestern beim Ordnungsamt angemeldet.
„Die Idee, keine Gegendemonstration zu organisieren, kommt
uns entgegen. Wir werden an der Meile teilnehmen“, sagte
CDU-Kreisvorsitzender Lars Rohwer, der mit seinem Erscheinen für
eine kleine Überraschung sorgte. „Jetzt sind wir nicht
mehr ein linkes Bündnis, als das man uns letztes Jahr noch
eingestuft hatte“, sagte Vogel.
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Sächsische Zeitung, 10. Januar 2006
Dresdner planen Demokratie-Fest
Mit einer Demokratie-Meile in der Innenstadt wollen Dresdner
Bürger im Vorfeld des Gedenkens an die Zerstörung ihrer
Stadt zeigen, dass Rechtsextreme auch in diesem Jahr nicht das
Bild auf den Straßen bestimmen. Am Sonnabend, 11. Februar,
werden sie zwischen Frauenkirche, Augustusbrücke und Goldenem
Reiter ein buntes Fest veranstalten. Geplant sind Musik und Bühnenprogramm,
Kunstinstallationen und Theater. Damit reagieren Parteien –
PDS, Grüne, SPD und CDU – Gewerkschaften, Initiativen
und Kirchen auf einen geplanten Aufmarsch von Rechten, der bereits
an dem Sonnabend vor dem 13. Februar stattfinden soll. (lex)
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