| Felicitas
Woll and the spirit of Dresden
Aus dem Mehrteiler
“Berlin, Berlin” wechselte die Schauspielerin Felicitas
Woll zum Zweiteiler „Dresden“, welcher im März
erstmals im Fernsehen gesendet wird.
Zur Einstimmung auf ihren Abstieg von der
Bundeshauptstadt zur Landeshauptstadt präsentierte der Spiegel
(Ausgabe 2/2006) ein Interview mit der ursprünglich aus Hessen
kommenden Wahlberlinerin unter dem Titel „Dresden ist weiblich“.
Am Set spürte Felicitas sofort „dass hier etwas von
Generation zu Generation weitergegeben wird“ - nur hat sie
sich nicht damit beschäftigt, was da seit dem NS weitergegeben
wird. So fällt sie in den allgemeinen Choral ein und schwafelt
genau wie der Nazi David Irving vom "Untergang Dresdens".
Mit dem Film will sie vor allem für „Versöhnung“
sorgen. Wer sich mit wem und warum und überhaupt versöhnen
soll, dass hat in so einem kleinen Spiegel- Artikel leider keinen
Platz. Doch der Film scheint mehr zu liefern, als man glaubt erwarten
zu können: „Das Schöne daran: Da sind Völker,
die gegeneinander kämpfen, aber auch in der Lage sind, sich
zu lieben“ sagt sie angesichts der Lovestory mit dem britischen
Bomberpiloten.
Und nicht nur das. Denkt Felicitas an das Lieblingsbauwerk der
DresdnerInnen fällt ihr ein: „Die Frauenkirche hat
etwas Weibliches. Sie ist hell und nicht erdrückend. Dresden
ist weiblich. Es haut einen um.“ Damit liefert sie ganz
neue Assoziationen zu dem 2005 fertig gestellten Bauwerk.
Doch zurück zum Film, denn plastisch und unübertrefflich
blauäugig erklärt die junge Berlinerin: „Man sieht,
wie einige, nicht alle, Piloten in der Luft voll von Adrenalin
sind, im Bewusstsein, sie täten etwas für ihr Land.
Ich wünsche, dass wir das nie wieder erleben müssen“.
Am 13. Februar 1945 sorgten alliierte Bomberverbände dafür,
dass eine der letzten starken Basen der deutschen Wehrmacht -
Dresden - in sich zusammenbrach. Zu diesem Zeitpunkt wurden noch
tausende Menschen in die zahlreichen Vernichtungslager deportiert.
60 Jahre später marschieren 6.500 Neonazis durch diese Stadt
und cirka 50.000 DresdnerInnen gedenken mit Kerzen der deutschen
Opfer.
In einem Punkt hat Felicitas recht: Es gibt so einiges, was mensch
nie wieder erleben möchte. In diesem Sinne: Bomber Harris
do it again! And again and again!
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