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18. Februar 2005
Pressemitteilung:
Polizei streitet ihr Versagen an der Dresdener Synagoge am 13.
Februar ab
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Mit Bestürzung nehmen wir zur Kenntnis, dass die Dresdner
Polizei am 13. Februar an der Synagoge nicht nur unfähig
war, die dort angemeldete Kundgebung gegen Geschichtsrevisionismus
abzusichern, sondern dies hinterher sogar abstreitet.
Entgegen ihrer Darstellung, war die Polizei
keineswegs den ganzen Tag in ausreichender Stärke anwesend.
Nur solange der Naziaufmarsch unterwegs war, hatte die Polizei
die Kundgebung "Gegen jeden Geschichtsrevisionismus"
abgeriegelt. Sie versperrte KundgebungsteilnehmerInnen den Weg
in die Innenstadt bis der Naziaufmarsch am Abschlusskundgebungsplatz
angekommen war. Dann zogen sich die meisten Polizeikräfte
von der Synagoge zurück.
Ellen Mertens, eine Sprecherin der antifaschistischen Kundgebung
sagt zum weitern Ablauf: "Gegen 17 Uhr näherte sich
der Synagoge eine 40köpfige Gruppe Nazis von der Carolabrücke.
Daraufhin informierte die Jüdische Gemeinde als Veranstalterin
des gleichzeitig in der Synagoge stattfindenden Kolloquiums die
Polizei. Kurz darauf stürmte eine weitere Gruppe von ca.
50 Neonazis von der Brühlschen Terrasse heran. Polizeikräfte
waren zu diesem Zeitpunkt nicht anwesend. Ausreichend entschlossenen
Teilnehmenden der Kundgebung vor der Synagoge gelang es aber,
die Nazis kurz vor Erreichen der Kundgebung zum Umkehren bewegen."
Als nach Beendigung der JLO-Demonstration
mehrere grosse Gruppen von Neonazis durch die Stadt zogen, dabei
Stände verschiedener Initiativen angriffen und immer wieder
einzelne AntifaschistInnen verfolgten und verletzten, erschien
eine weitere Gruppe aus Richtung Frauenkirche, allerdings mit
Polizeibegleitung. Im Laufe des Abends befanden sich noch mehrere
Grossgruppen Nazis unterhalb der Synagoge, weil dort mehrere ihrer
Busse parkten. Im Vorfeld war an die Stadt die Bitte gerichtet
worden, dass nicht wieder ein Nazibusparkplatz unterhalb der Synagoge
eingerichtet wird.
Es sollte nicht neu für die Polizei
sein, dass Nazis sich von ihrem Hassobjekt Synagoge angezogen
fühlen. Schon oft versuchten sie, dort entlang zu demonstrieren
oder nach Demonstrationen ihren Rückweg so zu wählen,
dass sie die Synagoge tangieren. Zwei Beispiele sind der 1. Mai
2003 (Fotos auf: http://venceremos.antifa.net/ddneonazis/nazidemosdd/8mai03/p
ics1mai03_t3.html ) und
der 8. Mai 2004. Bei letzterem wurde die Nazidemo sogar von der
Polizei direkt an der Synagoge vorbeigeleitet und im Anschluss
stürmten noch 60 Nazis auf ein, vor der Synagoge stattfindendes,
Kinderfest zu und wurden dabei erst 10 Meter davor durch die Polizei
gestoppt.
Es ist unerhört, dass sowohl der Einsatzleiter/Polizeisprecher
wie auch der Innenminister der Meinung sind, die Zahl der Beamten
an der Synagoge hätte am 13. Februar 2005 der Gefährdungssituation
entsprochen. Nur durch das besonnene Handeln
der Kundgebungsteilnehmenden an der Synagoge war es möglich,
die Angriffe der Neonazis abzuwehren.
Wir fordern deshalb:
- eine Richtigstellung der mangelhaften
Einsatzplanung
- keine Nazibusse mehr unter der Carolabrücke bei Naziveranstaltungen
zuzulassen
- eine Begründung, warum die Einsatzplanung für das
massiv abgesicherte innenstädtische "Gedenken"
nicht die Synagoge betraf.
Ellen Mertens, eine Sprecherin des antifaschistischen Bündnis
zum 13. Februar 2005
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17. Februar 2005
Kurzmeldung:
Dresden: Polizei verhindert Angriffe
auf die Synagoge nicht und verharmlost sie im Nachhinein.
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Im Anschluss an die Nazidemo kam es zu mehreren
Angriffen von jeweils 50-100 Neonazis auf die Kundgebung bzw.
die Dresdner Synagoge. Die
Polizei war nicht ausreichend vor Ort und kam somit nicht ihrer
Pflicht der Absicherung der Veranstaltung nach.
Ellen Mertens, Srecherin des antifaschistischen
Bündnisses zum 13. Februar 2005 : "Wir haben unsere
Kundgebung gezielt vor der Synagoge
angemeldet, um diese vor Angriffen von Neonazis zu schützen.
Dies erschien uns aufgrund der Erfahrung von früheren Neonazi
Aufmärschen
notwendig. Unsere Befürchtungen wurden erneut bestätigt.
Es kam zu drei Angriffen. Die ersten beiden konnten von den KundgebungsteilnehmerInnen
zurückgeschlagen werden, erst der dritte wurde in hundert
Meter Entfernung von der Polizei gestoppt."
Ellen Mertens, eine Sprecherin des antifaschistischen Bündnis
zum 13.
Februar 2005
up
13. Februar 2005, 18.00 Uhr
Pressemitteilung:
Dresden:
Trotz massiver Polizeipräsenz können Neonazis eine Kundgebung
an der Synagoge angreifen.
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Widerstand gegen revisionistischen Neonaziaufmarsch
in Dresden von der Polizei massiv behindert.
Über 1.500 Antifaschisten aus dem gesamten
Bundesgebiet protestierten heute in Dresden entschlossen gegen
den Neonaziaufmarsch anlässlich des 13. Februar. Die Tausenden
Neonazis wurden durch ein massives Polizeiaufgebot geschützt.
Die Beamten sicherten hierbei auch volksverhetzende Inhalte wie
das Zeigen von Transparenten die die Bombardierung Dresdens als
„Bombenholocaust“ bezeichneten.
Währenddessen gingen die Beamten zeitgleich mit unverhältnismäßiger
Härte gegen Antifaschisten vor. Augenzeugen berichten von
willkürlichen Festnahmen, Freiheitsberaubungen und Körperverletzungen
seitens der Beamten. Anreisende Neonazis konnten unter den Augen
der Polizei Farbige mit Rufen „Nigger, Nigger“ durch
die Stadt hetzen.
Trotz eines bis dato nicht gekannten Aufgebotes von Sicherheitskräften,
sicherten die Beamten nicht ausreichend eine angemeldete antifaschistische
Kundgebung vor der Dresdner Synagoge ab.
Im Anschluss an die Neonaziveranstaltung griff am frühen
Abend eine Gruppe von 50 Neonazis die Teilnehmer der Kundgebung
an.
Kurz darauf versuchten nochmals etwa 150 Neonazis, teilweise mit
Stöcken bewaffnet, die Kundgebung anzugreifen, was nun endlich
durch die Polizei unterbunden wurde.
Ellen Mertens vom antifaschistischen Bündnis sagt hierzu:
„Die Ereignisse des heutigen Tages bestätigen uns in
unserem Engagement.
Wenn Menschen, die nicht bereit sind widerstandslos zu zusehen,
wie die Bombardierung deutscher Städte im Kampf um die Befreiung
vom Nationalsozialismus, als „Holocaust“ bezeichnet
und damit die Shoa mehr als nur relativiert, von der Polizei dabei
massiv behindert werden, stimmt etwas nicht.
Wenn die Bürgerinnen und Bürger Dresdens sich perfiderweise
„Weiße Rosen“ als Widerstandssymbol anstecken,
um dann am Abend sich an der Frauenkirche einzufinden, den Neonaziaufmarsch
aber ohne Wimpernzucken durch die Stadt ziehen lassen, stimmt
etwas nicht.
Wir wollen nicht trauern, um jene die jahrelang den Nationalsozialismus
mitgetragen haben, um jene die von der Vernichtung der Juden Europas
profitiert haben, um jene die in der Wehrmacht, der SS u.a. sich
am Vernichtungsfeldzug beteiligt hatten.
Der 13. Februar erinnert uns an die Befreiung vom Nationalsozialismus,
und deshalb ist das ein Tag der Freude. Im Zuge des Bombardements
konnten jüdische Menschen dem sicheren Tod entgehen. Im Zuge
des Bombardements wurde kriegswichtige Infrastruktur der Nazis
zerstört.“
Ellen Mertens, eine Sprecherin des antifaschistischen
Bündnis zum 13. Februar 2005
up
12. Februar 2005, 18.00 Uhr
Pressemitteilung:
750 mal: „no tears for krauts“
– Antifaschistische Demonstration in Dresden erfolgreich.
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Am frühen Abend geht zur Stunde in
Dresden die antifaschistische Demonstration unter dem Motto „no
tears for krauts“ an der Frauenkirche zu Ende. Über
750 Menschen aus ganz Deutschland nahmen daran teil und zeigten
dass sie nicht willens sind unwidersprochen den sich etablierenden
Deutschen Opfermythos hinzunehmen. Die Demonstration verlief entschlossen
und lautstark ohne besondere Vorkommnisse.
Dazu ein Sprecher der Dresdner Gruppe Sabotage
während der Demonstration:
„Die BürgerInnen pflegen ein exzessives Gedenken an
die „deutschen Opfer“ und stellen sie den Opfern der
nationalsozialistischen Verfolgungs- und Vernichtungspolitik zumindest
gleich. Beweiskraft dafür liegt in der Tatsache, dass kaum
eine(r) der BürgerInnen sich am 9. November zum Gedenken
an die Opfer des Pogroms von 1938 an der neuen Synagoge einfindet,
doch sie sich zu Tausenden zur alljährlichen städtischen
Gedenkminute an der Frauenkirche tummeln. Dort aber mag man an
die durch den alliierten Luftangriff vor der Deportation geretteten
Juden und Jüdinnen nicht erinnern.
Dresden wird zum Zentrum der Geschichtswahrnehmung, die in ihrer
Komplexität, in ihrem Kontext fragmentiert wird, um den Weg
frei zu machen, sich endlich wieder positiv auf die deutsche Nation
beziehen zu können und ein Zugehörigkeitsgefühl
zum „deutschen Volk“ zu spüren. So geht man im
Kollektiv zu den Gedenkfeierlichkeiten für Tote, zu denen
die meisten TeilnehmerInnen keinen Bezug haben außer den
derselben Nationalität.“
Die Sprecherin des antifaschistischen Bündnis,
Ellen Mertens sagt hierzu:
„Wir als Antifaschisten feiern in diesem Jahr den 60. Jahrestag
der Befreiung vom Nationalsozialismus. Ohne Wenn und Aber. Und
wir feiern auch die Einsätze der Alliierten im Luftkrieg,
denn dieser führte u.a. dazu, dass jüdische Frauen und
Männer - auch in Dresden, der Deportation und damit der sicheren
Vernichtung entgehen konnten.“
Auch am morgigen Tage, wenn Tausende Neonazis
durch Dresden ziehen im „Gedenken an den Bombenholocaust“
und gleichzeitig Tausende Dresdner vorwiegend der Deutschen Opfer
gedenken werden, werden Antifaschisten adäquate Aktionsformen
dem entgegensetzen.“
Ellen Mertens,
eine Sprecherin des antifaschistischen Bündnis zum 13. Februar
2005
up
10. Februar 2005, 14.00 Uhr:
Pressemitteilung zu den antifaschistischen
Aktivitäten am 12. und 13. Februar 2005
- gegen den deutschen Opfermytos und den Nazigroßaufmarsch
zum 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens-
NO TEARS FOR KRAUTS!
antifaschistische Kundgebung "Gegen jeden Geschichtsrevisionismus"
und dezentrale Aktionen am 13. Februar in Dresden
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Für viele AntifaschistInnen sind die "Trauerfestspiele"
am 13.2. Grund genug, um nach Dresden zu fahren und ihren Protest
gegen geschichtsverfälschendes und volksgemeinschaftliches
Gedenken anzubringen. Diese Anknüpfungspunkte für rechtsextreme
Parteien und Gruppierungen sind nicht willkürlich. Sie resultieren
zwangsläufig aus einer deutschen Ignoranz gegenüber
den eigentlichen Opfern des Nationalsozialismus.
In diesem Jahr werden viele der handelsüblichen
"Kerzen-Aktionen" mit dem Label "gegen Rechts"
versehen. Dabei scheint es in erster Linie darum zu gehen die
Trauergemeinschaft vor Störenfrieden zu schützen. Auch
die tausendfach angehefteten "Weissen Rosen", sollten
sie zuerst nur den eigentlichen Kreis der Gedenkenden kennzeichnen,
gelten jetzt als Widerstandssymbol. Jeder Bezug auf die historische
Gruppe wird verneint, die assoziative Kraft des Symbols ist jedoch
nicht zu leugnen.
Neben dem "modifizierten" Gedenken gibt es den ganzen
Tag über diverse Veranstaltungen: angefangen bei öffentlichen
Kranzniederlegungen und live-Schaltungen zu Sinfoniekonzerten,
über selbstmitleidige Berichte von ZeitzeugInnen bishin zu
den omnipräsenten grossen und kleinen Kerzen.
Weniger Kerzen und dafür mehr Fakeln
waren in vergangen Jahren auf dem Naziaufmarsch zu sehen. Nachdem
dieser jahrelang von der Stadt weitestgehend nicht problematisiert
wurde, werden am Sonntag mit den 7000 deutlich mehr Teilnehmende
als zuvor erwartet (2003: knapp 2000, 2004: 2500). Nicht zuletzt
zieht der Schulterschluss nationalistischer Parteien, vertreten
durch die Grössen Franz Schönhuber (Ex-Rep), Gerhard
Frey (DVU) und Udo Voigt (NPD), auch weite Teile des militanten
Freien-Kameradschaftsspektrums an.
Zum Anliegen der Kundgebung und der Aktionen
sagt die Sprecherin des antifaschistischen Bündnisses Ellen
Mertens:
"Wir fordern die Abschaffung des Gedenkens am 13.Februar.
Stattdessen bieten sich viele andere Tage an, um über die
nationalsozialistischen Verbrechen und ihre Folgen nachzudenken.
Viele AntifaschistInnen aus dem gesamten Bundesgebiet werden das
an diesem Tag in Dresden einfordern. Das heisst natürlich
auch, Entschlossenheit gegenüber dem Nazigrossaufmarsch zu
zeigen!"
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Kundgebung "gegen jeden Geschichtsrevisionismus":
13. Februar 2005, 11 Uhr - 22 Uhr an der Synagoge / Akademiestr.
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Ellen Mertens,
eine Sprecherin des antifaschistischen Bündnis zum 13. Februar
2005
up
9. Februar 2005, 14.00 Uhr:
Pressemitteilung
zu den antifaschistischen Aktivitäten
am 12. und 13. Februar 2005
- gegen den deutschen Opfermytos und den Nazigroßaufmarsch
zum 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens-
NO TEARS FOR KRAUTS!
Antifaschistische Demonstration
am 12. Februar in Dresden
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Am 12. Februar werden Antifas aus ganz Deutschland
unter dem Motto "NO TEARS FOR KRAUTS" durch die Dresdner
Innenstadt demonstrieren.
Die Demonstration wird unterstützt und durchgeführt
von einem bundesweiten Zusammenschluss verschiedener antifaschistischer
Gruppen.
Einen Tag vor dem zu erwartenden größten Neonaziaufmarsch
in der Geschichte der Bundesrepublik wird das Bündnis gegen
die Geschichtsverfälschung, die deutsche Täter des Nationalsozialismus
unterschiedslos zu Opfern, "Unschuldigen", "Zivilisten"
macht, vorgehen.
Zum Anliegen der Demonstration sagt Ellen Mertens:
"Die Demonstration am Samstag ist der Auftakt unserer Aktivitäten
an diesem Wochenende in Dresden. Mit verschiedenen Aktionen werden
wir dem sogenannten "Gedenken" und dem Dresdner Opfermythos
entschlossen begegnen. Wir werden der Zehntausenden Angehörigen
des englischen Bomber Command, der amerikanischen Luftwaffe und
der Roten Armee gedenken, die im Kampf um die Befreiung vom Nationalsozialismus
ihr Leben liessen. Denn wir haben - im Gegensatz zu weiten Teilen
der deutschen Bevölkerung - nicht vergessen, dass es diese
Opfer waren, die der nationalsozialistischen Barbarei, dem Vernichtungskrieg
und der Shoa ein Ende setzten. Und wir haben ebensowenig vergessen,
dass diese Opfer notwendig waren, denn auch als Dresden im Februar
45 bombardiert wurde, standen die Deutschen noch bis zu letzt
im erbitterten und sinnlosen "Endkampf".
Wir freuen uns mit all jenen, denen die militärische Niederringung
Nazideutschlands das Leben gerettet hat."
Zur Begleitung der Demonstration benötigen
Pressevertreter eine Akkreditierung. Diese erhalten Sie von der
Pressegruppe bzw. der Demonstrationsleitung vor Ort am Lautsprecherwagen.
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antifaschistische Demonstration in Dresden:
Beginn: 12. Februar 2005, 15 Uhr Willsdruffer Str./ Kulturpalast
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Ellen Mertens,
eine Sprecherin des antifaschistischen Bündnis zum 13. Februar
2005
up
23. Januar, 15.30 Uhr:
Pressemitteilung zu den antifaschistischen Aktivitäten
am 12. und 13. Februar 2005
- gegen den deutschen Opfermytos und den Nazigroßaufmarsch
zum 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens.-
Seit Jahren agieren Neonazis in Dresden ungestört mit Holocaust-Verharmlosung
Als letzte Woche im Landtag Vertreter der NPD die Bombardierung
Dresdens als „Bomben-Holocaust“ bezeichneten, war
die Empörung – zu recht – groß.
Dennoch bleibt in der darauf folgenden Debatte bisher außen
vor, dass es sich dabei keinesfalls um eine neue Ausdrucksform
der Neonazis handelt. Seit Jahren agieren in Dresden Neonazis
mit diesen Bezeichnungen und verharmlosen seit Jahren in übler
antisemitischer Manier damit die Vernichtung der europäischen
Juden.
Ellen Mertens, eine Sprecherin des antifaschistischen Vorbereitungskreises
zum 13.02.2005 sagt dazu: „Offenbar mangelt es den zuständigen
Mitarbeitern im Ordnungsamt Dresden und dem Dezernat Staatsschutz
der Kriminalpolizei an entsprechenden historischen Wissen. So
mobilisiert die Junge Landsmannschaft Ostpreussen als Veranstalter
des sogenannten Trauermarsches vom 13. Februar seit Jahren mit
einer Homepage namens „massenmord“. Ebenfalls seit
Jahren tragen Neonazis während dieses Aufmarsches Transparente
mit der Aufschrift „Alliierte Kriegsverbrecher“
oder „Alliierter (Bomben-)Holocaust“ uns sprechen
von „Völkermord“.
Es kann also nicht verwundern, dass dieselben Neonazis nun auch
im Landtag dasselbe äußern, was sie zuvor seit Jahren
schon auf der Straße sagen.
Wir gehen davon aus, dass im Rahmen der nun – zu recht
– angestrebten Strafverfolgung ob dieser Äußerungen
im Landtag, auch die Rolle der zuständigen Dresdner Ordnungsbehörde
in den Jahren zuvor beleuchtet wird. Denn diese hat es mitzuverantworten,
dass seit Jahren Neonazis in Dresden am 13. Februar die Shoa
ungestört und in aller Öffentlichkeit verharmlosen
und relativieren können.“
Ellen Mertens,
eine Sprecherin des antifaschistischen Bündnis zum 13.
Febuar 2005
up
21. Januar, 10.30 Uhr:
Pressemitteilung zu den antifaschistischen Aktivitäten
am 12. und 13. Februar 2005
- gegen den deutschen Opfermytos und den Nazigroßaufmarsch
zum 60. Jahrestag der Bombardierung Dresdens.-
AntifaPresseSachsen
80 Neonazis bei Vortrag von Frederik
Taylor in Dresden
Am gestrigen Donnerstag, dem 20.1. fand im Dresdner Rathaus
das Forum "Strategische und ethische Probleme des Bombenkriegs.
Das Beispiel Dresden", veranstaltet vom Hannah-Arendt-Instituts
statt. In diesem Rahmen bot sich im Anschluss an Frederick Taylors
Vortrag "Strategische Bedeutung des alliierten Bombenkriegs.
Der Umgang mit dem Verhängnis" die Möglichkeit
zur Diskussion.
Neben den ca. 80 organisierten jüngeren Neonazis der freien
Kameradschaftsszene waren Landtagsabgeordnete der NPD mit ihren
Mitarbeitern anwesend. So trat als einer der ersten Klaus Menzel
an das Publikums-Mikrophon und stellte zwei Fragen in Hinblick
auf die heutige Debatte im Landtag und ihren Antrag für
eine Sächsischen Landesstiftung "Opfer des Luftkrieges".
Neben einem Zeitzeugen der Jungen Landsmannschaft Ostpreussen
vertrat ein junger Neonazi, die These, die Alliierten hätten
nach Kiegsende "die Deutschen umerzogen". Ihm wurde
durch starke Protestrufe klar gemacht, dass seine antisemitischen,
rassistischen und revisionistischen Äusserungen nicht erwünscht
waren. Er brach seinen Artikulationsversuch ab.
Zum Abschluss der Diskussion formulierte der moderierende Direktor
des Hannah-Arendt-Instituts, Gerhard Besier, die eingangs erklärten
Spielregeln der Veranstaltung, diese nicht zu politisieren,
seien nicht eingehalten worden. Zur Veranschaulichung zog er
nicht die Äußerungen der Jung- und Altnazis heran,
sondern einen Kölner Teilnehmer, der die
Freude der vielen Kölner BürgerInnen nach dem Einmarsch
der Alliierten beschrieb, obwohl die Stadt mehrere hundert Mal
bombardiert wurde. Das ritualisierte Gedenken in Dresden wäre
damit verglichen "leidlustig".
Das antifaschistische Bündnis zum 13. Februar 05 schliesst
sich dieser Kritik der eingeschränkten Erinnerung, die
rund um den 13. Februar zelebriert wird, an. Eine Sprecherin
des Bündnis: "Der Ignoranz gegenüber der Shoa,
sowie rassistischen und homophoben Ideologien und Praxen des
Nationalsozialismus, die die Ursachen der Bombardierung bilden,
wollen wir etwas entgegensetzen. Wir rufen für den 12.2.
zu einer Demonstration in der Innenstadt unter dem Motto "No
tears for
krauts! - gegen den deutschen Opfermythos" auf, für
den 13.2. zu einer Kundgebung "Gegen jeden Geschichtsrevisionismus"
auf dem Rathenauplatz."
Näheres finden Sie auch unter:
http://venceremos.antifa.net (mirror: http://antifadresden.alturl.com)
http://heult-doch.tk
http://frauenkirche-abreissen.tk
Ellen Mertens
up
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