| 21.01.05:
Im sächsischen Landtag ertönen Reden mit NS-Kampfbegriffen
Am Donnerstag, dem 20. Januar 2005 fand im sächsischen Landtag
eine aktuelle Stunde, zum von der NPD beantragten Thema "Verhalten
der Sächsischen Staatsregierung und des Landtags zu Erinnerungs-
und Gedenkveranstaltungen zum 60. Jahrestag der anglo-amerikanischen
Terrorangriffe auf die sächsische Landeshauptstadt Dresden",
statt.
Zu Begin eröffnete der Landtagspräsident Iltgen die
Sitzung mit einer Gedenkminute Opfer der NS-Gewaltherrschaft und
da sind in Sachsen auch immer gleich mit die deutschen Bombenopfer
dabei. Die NPD verließ den Sitzungssaal und verweigerte
die Teilnahme daran, weil sie nur ausschließlich der deutschen
Opfer gedenken wollte.
In der anschließenden von der NPD gewünschten Debatte
ließen Holger Apfel und Jürgen w. Gansel bei der sie
die Alliierten als "Massenmörder" bezeichneten
und vom den Bombardierungen deutscher Städte als "Bombenholocaust"
oder „industriellen Massenmord” sprachen. Apfels wurde
bei seiner Rede von SPD-Fraktionschef Cornelius Weiss so beschrieben:
"mit Schaum vor dem Mund und in Goebbelsscher Manier".
Die Empörung über die Holocaust relativierenden und
Opfer verhöhnenden Propagandareden vom Pult des sächsischen
Landtages war von Medien und Politikern der anderen Fraktionen
berechtigter Maßen groß.
Wenn auch bisher nicht auf einem solchen Podium wie dem Landtag
- neu ist das öffentliche Vertreten von Begriffen wie z.B.
"Bombenholocaust" keineswegs für Dresden.
Auf dem jährlichem Naziaufmarsch zum 13. Februar treten seit
längerem Nazis mit Transparenten auf, die die selben Parolen
enthalten wie Apfels Rede im Parlament. Die Junge Landsmannschaft
Ostpreussen (JLO, Anmelderin des Aufmarsches) mobilisierte im
letzten Jahr unter dem Motto "Trauermarsch in Gedenken der
Opfer des Alliierten Bombenholocaust" und weiteren Holocaust
relativierenden Parolen, und wüsten Beschimpfungen der Allierten
auf ihrer website zu diesem Aufmarsch. Die "Mecklenburgische
Aktionsfront" erschien mit einen Transparent mit der Aufschrift
"Der Bombenholocaust lässt sich nicht verleugnen"
auf dem Nazigroßaufmarsch am 14. Februar 2004 und die "Kameradschaft
Tor" mit einem worauf stand: "Wir gedenken den Opfern
des Alliierten Holocaust".
Weder für Ordnungsamt noch für die Polizei waren diese
Äußerung in der Vergangenheit Anlass zum Handeln. Stattdessen
waren sie bemüht den Nazis ein optimales Trauererlebnis zu
gewährleisten. So ist es auch kein Wunder, dass das "Heimatschutz-Netzwerk-Sachsen"
(Naziwebsite aus der sächsischen Schweiz) in diesem Jahr
für den geplanten Aufmarsch am 13. Februar einfach nur noch
mit dem Motto "Holocaust" mobilisiert.
siehe auch:
Bericht zum Nazigroßaufmarsch am 14.02 2004
up
|

14. Februar 2004 in Dresden - der Aufmarsch von über 2000
Jung- und Altnazis. Transparent der "KS-Tor" aus Berlin

Bühne auf dem JLO - Lauti am 13. Februar 2003. Auf dem Schild
hinter dem Redner-Pult steht: "Damals wie heute - Allierter
Völkermord". Wird auch zum 8. Mai in Dresden gern verwendet.

Naziaufmarsch am 13. Februar 2004 in Dresden
|