| Holocaust Gedenktag
in Dresden
Der 27. Januar, der Tag an dem die Rote Armee das Vernichtungslager
Auschwitz befreit hat, ist von Alt-Bundespräsident Herzog
1996 zum Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus
erklärt worden.
Kein Gedenken in Dresden, ohne die am 13. Februar in Dresden Getöteten
zu betrauern. So musste es sich wohl Dresdens OB Rossberg gedacht
haben, der am heutigen Holocaustgedenktag seine Rede auf der Veranstaltung
in der Gedenkstätte am Münchner Platz zu mindestens
einem Drittel der Verteidigung des würdigen Gedenkens an
die bombardierten Dresdner zu widmen. Wir haben ja schon oft die
Metapher vom Feuer gehört, das am 9.11.1938 entfacht wurde,
nach Dresden zurückgekehrt sei. Sie mag ja im Diskurs um
den 13. Februar noch als untauglicher Versuch zu werten sein,
die Bombardierung in den Kontext der von Deutschen begangenen
Verbrechen zu stellen, untauglich, weil er die Grenze zwischen
Tätern und Opfern einebnet. Dass jedoch eine Rede des Dresdner
Oberbürgermeisters zum Gedenken an die Shoa dominiert wird
von dem Gerede des würdigen Gedenkens an deutsche Opfer ist,
stiehlt den wirklichen Opfern auch noch die Rituale, die ihrer
Erinnerung dienen sollten. Daran kann auch nicht der Anknüpfungspunkt,
den indiskutablen Positionen von Neonazis entgegenzutreten, hinwegtäuschen.
Vielmehr liegt der Verdacht nahe, dass wer sich nur deutlich von
den Nazis abgrenzt, selbst ungestört die Opfer des NS und
die getöteten Deutschen in einen Topf schmeißen kann.
Am Vormittag erinnerten unter anderem Mitglieder des PDS-Stadtvorstand
Dresden und des VVN/BdA am Neustadter Bahnof an die, die von dort
aus mit Zügen in die Vernichtungslager deportiert wurden.
Die Aktion fand in mehrern Städten statt. Die Deutsche Bahn
AG reagierte auf die geplanten Aktionen durchaus ablehnend und
untersagten eine für den 27. Januar geplante Gedenkveranstaltung
auf dem Leipziger Bahnhof.
mehr dazu auf:
www.german-foreign-policy.com
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