| 13.02.04
Die Antifademo "Den deutschen Opfermythos
im Visier - gegen jeden Geschichtsrevisionismus" startete
mit etwa 400 Teilnehmern recht kraftvoll am Albertplatz. In
der ersten Reihe wurden die Fahnen der alliierten Siegermächte
und die Fahne Israels getragen, darauf folgten mehrere geschlosse
Ketten. Währen der ersten Zwischenkundgebung wurde eine
Deutschland-Fahne verbrannt, die Polizei schritt nicht ein.
Unterstützt wurde die eindrucksvolle Demonstration durch
heftige Grooves aus dem Lautiwagen und der Band "Mash Gordon".
Mit einer guten Moderation ging's weiter durch die Stadt bis
zur Prager Straße. Hier wurde die Antifademo etwa 300
m von der Abschlusskundgebung der Nazis von den Veranstaltern
aufgelöst. Die etwa 100 Nazis waren vorher kaum beachtet
vom Zwingerteich zum Rathaus gelaufen.
Kaum fing die Abschlusskundgebung der Jungen Landsmannschaft
Ostpreußen an, ertönte sehr lautstark aus dem Büro
der grünen Fraktion im Rathaus Klezmer und Lieder von Konstantien
Wecker. Sowohl die Nazis als auch die Polizei waren äußerst
irritiert durch die laut vernehmbare Musik. Erst als die Kundgebung
der Nazis zu Ende war, gelang es der Polizei die Räume,
an deren Fenster die Boxen standen, ausfindig zu machen und
die Musik abzustellen. An den wütenden Reaktionen des Redners
war zu erkennen, dass die akustische Störung ihr Ziel erreicht
hatte und die Nazis in ihrer inszenierten Trauerstimmung massiv
gestört werden konnten.
Nach der Veranstaltung mischten sich die Nazis unter die Dresdner
Trauergemeinde an der Frauenkirche. Diese Gedenkveranstaltung
wurde gegen 21.45 Uhr von einem Freudenfeuerwerk aus der Neustadt,
Konfetti, Luftschlangen und lautstarken Sprechchöre a la
"Bomber Harris - do it again" eindrucksvoll unterlegt.
Auch das Knallen mehrer Sektkorken war in der öden Stille
deutlich wahrzunehmen :-)
Im Laufe der "Gedenkveranstaltung" kam es zu mehreren
Angriffen, einerseits durch die Nazis, andererseits durch einen
wütenden Bürgermob, welche zusammen versuchten, protestierende
Antifas von ihrer Veranstaltung zu vertreiben. Einige AntifaschistInnen
wurden von der Polizei festgenommen. Ein Mob rechter Hooligans
griff im Anschluss an die Veranstaltung eine Gruppe Thüringer
AntifaschistInnen an, es wurde Anzeige wegen Körperverletzung
gestellt. Im Vorfeld verteilte die Polizei an vermeintlich links
aussehende Personen willkürlich Platzverweise für
die komplette Dresdner Altstadt.
Am Abend wurde noch mal kräftig im AZ Conni auf die Bombardierung
angestoßen und mensch bereitete sich auf den nächsten
Tag vor...
14.02.04
Der 14. Februar wird sicherlich vielen
AntifaschistInnen noch lange im Gedächtnis bleiben. Knapp
600 Menschen fanden sich auf der zivilgesellschaftlichen Gegenmobilisierung
ein, ca. 400 AntifaschistInnen versammelten sich zeitgleich
in der Nähe der Frauenkirche. Die Nazis manifestierten
mit über 2000 Nazis ihre größte Versammlung
im Neuen Jahr. Der ganze Tag glich einem Katz und Maus Spiel,
immer wieder zogen große Nazigruppen durch die Innenstadt
und griffen vereinzelt AntifaschistInnen an. Ein linker Protest
schien angesichts der zahlenmäßigen Überlegenheit
beinahe unmöglich. Es hagelte Platzverweise und Zivilstreifen
verfolgten die kleinen Menschengruppen auf Tritt und Fuß.
Die Nazis konnten ihre kilometerlange Route Kreuz und Quer durch
die Dresdner Alt- und Neustadt aufgrund marginaler Auflagen
und einem ihnen offensichtlich wohlgesonnenen Ordnungsamt ablaufen.
Während die Antifademo am Vorabend noch durch menschenleere
Gassen geschickt wurde, wurde die Naziroute ohne Auflagen genehmigt.
Die Nazis lösten ihren Aufzug jedoch vorzeitig auf und
zogen dann in größeren Gruppen durch die Innenstadt.
Als der Antisemit und Nazikader Gerd Ittner versuchte, an der
Jüdischen Gemeinde vorbeizulaufen, kam es erneut zu Handgreiflichkeiten.
Die Polizei nahm AntifaschistInnen ohne triftige Gründe
fest. Unterstützung bekam sie dabei von Skinhead-Zivi-Cops,
welche sich vorher an der Nazidemo beteiligt hatten (und entsprechend
aussahen).
Insgesamt ein erschreckendes Erlebnis und trauriges Zeugnis
deutscher Zeitgeschichte!
Eines war jedoch allen AntifaschistInnen nach diesem Wochenende
klar - wir kommen wieder! Spätestens im nächsten Jahr,
wenn es wieder heißt let's go together, fight german ideology
- Keine Träne für Dresden!
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AAG-Bilderserie vom 13.02.04]
Digitale Bilder vom 14.02.04 auf Anfrage (aag@antifa.net)
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Fronttransparent der Antifademo vom 13.02.04

Antifa heißt auch Feiern - Frauenkirche.

Antifaschistischer Widerstand

Nazis am 14.02.04
[
AAG-Bilderserie vom 13.02.04] |